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Ikonische Figuren

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  • Ikonische Figuren

    Versucht ihr ikonische Figuren zu erfinden?
    So etwas wie Pinocchio, eine lebendige Puppe, dessen Nase beim Lügen wächst.
    Oder Don Quijote, der gegen Windmühlen ankämpft.
    Sherlock Holmes, der Privatdetektiv, dem jede Kleinigeit auffällt und so die Fälle löst.
    Monk, der Meisterdetektiv, den seine Phobien und Zwänge hindern, den Fall zu lösen.
    Oder Spider-Man, der sich mit Spinnfäden durch New York hangelt.
    Columbo, der leich trottelioge Kommissar, der immer noch eine Frage hat.
    Harry Potter, der Zauberlehrling mit der Blitznarbe.
    Das sind nur Beispiele.
    Wie erfindet man sie? Sie müssen ja auch frisch wirken.

  • #2
    Na ja ... zunächst müsste mal definiert werden, was genau eine ikonische Figur ausmacht. Die Figur wird ja nicht durch den Autor zur Ikone, sondern durch die Leser. Ich denke, die meisten versuchen innerhalb ihrer Werke mindestens einen Charakter zu etablieren, der von den Lesern außerordentlich bewundert wird.
    Neuester Blog-Artikel (24.01.17) auf http://laterno-magico.blogspot.de/ : Das-Gut-Mensch-Experiment 2.0 und die Dynamik einer Anthologie

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    • #3
      Ich sehe das so wie magico. Man setzt ja als Autor nicht fest, welche Figur zur Ikone wird. Das funktioniert nur durch die Leser.
      Aber man kann mMn Voraussetzungen dafür schaffen, und dazu zählt, eine individuelle, wiedererkennbare Figur zu schaffen, wie du sie, Milch , ja im Eingangsposting so schön auf den Punkt gebracht hast
      "Doch inmitten der Rohheit unserer Zeit existiert Trostreiches:
      das Gute, die Unschuld, das Licht – unbefangen, lieblich und hingebungsvoll." -- Das gefallene Mädchen (c) Waldner

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      • #4
        Wie die anderen schon sagen, kommt es sehr auf den Leser an (bzw. die große Menge von Lesern), welche Figuren ikonisch werden. Es gibt auch eine Menge guter Figuren, die diesen Sprung warum auch immer nie geschafft haben.

        Ansonsten gehört sicher dazu, dass sie etwas Neues mitbringen. Einen Tick, der noch nicht Dutzende Male verwendet wurde, eine Eigenschaft, die sie von anderen Figuren ähnlicher Art abhebt. Der 17. Sherlock Holmes-Verschnitt mag tolle geschichten erleben, aber er wird immer nur ein Verschnitt des Originals bleiben, wenn er nicht etwas aufweisen kann, das ihn von seinem Vorbild unterscheidet und das die Leser so sehr begeistert, dass sie ihn wiederum als neues, originelles Original betrachten.

        Wie du an Monk und Columbo siehst, muss man nicht unbedingt das Rad neu erfinden, es kann durchaus "noch ein" Ermittler sein. Er muss nur eben eine eigenwillige Persönlichkeit haben, die so noch nicht dagewesen ist. Wie man so etwas erfindet, weiß ich nicht, ich schätze, man muss einfach den Wunsch haben, etwas Althergebrachtes mal ganz anders aufzuziehen.
        'Twas in another lifetime, one of toil and blood
        When blackness was a virtue the road was full of mud
        I came in from the wilderness, a creature void of form
        Come in, she said
        I'll give ya shelter from the storm -- Bob Dylan

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        • magico
          magico kommentierte
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          Letztendlich läuft es fast immer auf das Althergebrachte mit neuem Anstrich hinaus. Ganz neu ist äußerst schwierig, da es dann zu absurd sein müsste.

      • #5
        Sicherlich kann man es nicht festlegen, was zu Ikone wird, weil das Publikum entscheidet, aber man kann wissen, mit welcher Figur es nicht gelingt.
        Sie müssen etwas einprägsames haben. Dazu sollte man sich fragen, wo unsere Denkmuster uns unbewusst in der Phantasie einengen.

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        • #6
          Das ist ein interessanter Gedanke, weil ich finde, dass "Denkmuster" schon impliziert, dass wir die Figur irgendwo einordnen wollen. Einordnen kann man sie aber nur, wenn es etwas ähnliches schon einmal gab, aus denen wir sie dann zusammenbasteln. Wenn du einen Charakter erschaffen willst, musst du dich also schon aus diesen Mustern herausbegeben, und dich fragen: Was gab es noch nicht? Oder sogar: Was wäre völlig absurd? Wenn du dann hinbekommst, dass das Absurde funktioniert (= strickende alte Dame, die allein aus dem Dorfklatsch heraus Kriminalfälle löst), dann hast du zumindest eine Figur mit dem Potential, die Leser zu überraschen und zu faszinieren, während du ihnen vorführst, wie du das Absurde funktionieren lässt.
          'Twas in another lifetime, one of toil and blood
          When blackness was a virtue the road was full of mud
          I came in from the wilderness, a creature void of form
          Come in, she said
          I'll give ya shelter from the storm -- Bob Dylan

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          • #7
            Man schöpft nicht aus dem Nichts. Neues Denkmuster könnte bedeuten, dass es ein altes Denkmuster überschreibt. Oder eine Figur entfernt sich soweit von Figur XY, dass sie als eigenständig wahrgenommen wird. Als Beispiel erwähne ich Asterix, da denkt niemand an Super-Man oder Flash, obwohl dieses naheliegen sein sollte, Goscinny kannte die Superhelden, weil er jahrelang in Amerika gelebt hatte. Die Einflüsse von MAD sind nicht so offensichtlich. Die MacGyverismen bei Walter White fallen auch nicht sofort auf.
            Asterix und Walter White sind für mich ikonische Figuren.
            Natürlich ist Spider-Man ein Superheld, aber man muss erst den Mut haben, einen jugendlichen Sidekick zum Superhelden zu machen, und man muss erst einmal auf die Idee kommen, jemand anhand von Spinnfäden durch New York hangeln zu lassen, anstatt ihn ein Spider-Mobil geben oder fliegen zu lassen.
            Das sind fast alles Comicfiguren, aber die kennt wirklich fast jeder.


            Ich halte die Frage für wichtiger als die ganze Frage nach der Sympathie.
            Wie gestaltet ihr ikonische Figuren?

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            • #8
              Also ich denke, die Figur muss auf jeden Fall absolut einzigartig sein. Es darf keine Zweite neben ihr geben. Und es muss in der Geschichte, in der sie existieren, Personen oder Wesen etc geben, die diese Figur bewundern/ sich über sie wundern/ von ihnen fasziniert sind. Also der Kontrast zu den außenstehenden Normalos muss deutlich werden. Außerdem ist es wirksam, wenn das Schicksal möglichst vieler Individuen von dieser Figur abhängt.

              Ich will noch etwas hinzufügen:
              Die Figur kann, meiner Meinung, nach nicht nur vom Leser zur Ikone erhoben werden, sondern kann ja auch innerhalb einer Geschichte eine Ikone sein bzw werden. Oder beides. Zum Beispiel Spiderman (und auch andere Superhelden, die für das Gute kämpfen) waren ja schon innerhalb ihrer Gechichtenwelt schon Ikonen, bevor sie auch in der realen Welt der Leser zu Ikonen wurden.

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              • #9
                Persönliche versuche ich keine Ikonen zu erschaffen, da ich nicht sonderlich religiös bin. Ich finde den Begriff für eine Romanfigur Gewöhnungsbedürftig, für mich sind es eher Kultfiguren einer Epoche/Generation. Ob man schafft eine solche Figur zu kreieren hängt wohl davon ab, ob man den Zeitgeist trifft und darüber hinaus, wie langfristig dieser getroffen wird, d.h. wie lange die Figur Publikum hat.
                Außerdem kann man vielleicht auch noch Symbolfiguren festmachen, die für die Prägung eines Genres, eines Stils, Zeitgeists mit ausschlaggebend waren. Den Begirff Ikone würde ich selbst allerdings nicht verwenden.
                Und dann war da noch ein Messer ohne Klinge, an dem der Griff fehlte…

                Kontakt: administrator@wortkompass.de

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                • #10
                  Ich bin auch nicht sonderlich religiös. Ich mag den Begriff Kultfigur nicht so sehr, aber die Begriffe dürfte sich größtenteils überschneiden, wobei Kult ja auch ein Begriff aus der Religion ist.

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                  • weltatlas
                    weltatlas kommentierte
                    Kommentar bearbeiten
                    Kultfigur im Sinn von Idol, Vorbild hat für mich nichts religiöses, außer man vererhtes abgöttisch.

                • #11
                  Ich glaube nicht, dass man eine Figur "ikonisch" erschaffen kann. Ich kann eine Figur erschaffen, die das Potential dazu hat, indem ich ihr eben neuartige Elemente verpasse, die hoffentlich einen Nerv treffen. Aber zur Ikone erheben können sie nur andere, und da spielt auch eine Rolle, wie langfristig sie sich halten kann. Ich weiß nicht, ob Spiderman sofort ein Hit war. Wenn man sich ansieht, wie viele andere Superhelden noch erfunden wurden und dann wieder in Vergessenheit gerieten, würde ich aber mal behaupten, man kann den Erfolg einer Figur nicht erzwingen und vielleicht nicht einmal voraussehen.

                  Zuletzt kommt es auch nicht nur auf die Figur an, sondern auch auf das Marketing drumherum. Die ikonischste Comicfigur überhaupt ist wahrscheinlich Mickey Maus. Allerdings mag ich weder die Comicgeschichten noch die Zeichentrickfilme mit ihm sonderlich. Dass ich ihn kenne, liegt also weniger an meinem eigenen Interesse, sondern vielmehr daran, dass er eine feste Größe in der Popkultur ist, um die man nicht drumherum kommt. Schon als Kind gab es Mickeymaus-Aufkleber in der Zahnpastaschachtel und Schlafanzüge mit Mickymäusen. Heute sind es diverse StarWars-Charaktere, die Kindergartenkinder kennen, ohne je einen der Filme gesehen zu haben. Wenn du also sichergehen willst, dass eine deiner Figuren eine Ikone wird, nimm ein paar Millionen in die Hand und stampfe eine Merchandising-Serie für sie aus dem Boden
                  'Twas in another lifetime, one of toil and blood
                  When blackness was a virtue the road was full of mud
                  I came in from the wilderness, a creature void of form
                  Come in, she said
                  I'll give ya shelter from the storm -- Bob Dylan

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                  • Dodo
                    Dodo kommentierte
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                    Wie legt man denn die Grundlagen für einen Hit (= Massen-Erfolg)?
                    Mit erwarteten Erwartungen zu brechen, kann es nicht sein. Das ist eher die Grundlage für eine große Enttäuschung.

                  • Milch
                    Milch kommentierte
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                    Man kann eine Erwartung positiv oder negativ brechen, das eine führt zur Enttäuschung, das andere nicht.

                  • Dodo
                    Dodo kommentierte
                    Kommentar bearbeiten
                    Und wie bricht man die Erwartungen positiv?

                • #12
                  Ich tu' mich echt schwer mit dem Begriff Ikone und habe erst einmal den Duden zu Rate gezogen, damit ich den überhaupt verstehe.
                  "Person oder Sache als Verkörperung bestimmter Werte, Vorstellungen, eines bestimmten Lebensgefühls o. Ä." Leitfigur wird u. a. als Synonym vorgeschlagen.

                  Das wäre eine Auszeichnung, die ich persönlich nur ganz, ganz wenigen Figuren, Personen oder Dingen zugestehen würde.
                  (Harry Potter, Monk, Columbo, Spiderman - nee. Find' ich toll, auf ihre Art spritzig und "neu", aber ikonisch? Micky Maus, David Bowie, der Killer aus "Halloween" - ja, schon eher.)
                  Zuletzt geändert von Dodo; 14-11-2017, 15:42.

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                  • Milch
                    Milch kommentierte
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                    Wird schwierig.

                  • Milch
                    Milch kommentierte
                    Kommentar bearbeiten
                    Wird schwierig.

                  • Dodo
                    Dodo kommentierte
                    Kommentar bearbeiten
                    Ja *seufz*

                • #13
                  Zitat von Milch
                  Wie gestaltet ihr ikonische Figuren?
                  Gar nicht. Ich denke, dass wir hier alle meilenweit davon entfernt sind, Ikonen, Kult- oder Leitfiguren zu erschaffen. Wir können maximal versuchen, sie in ihrer Welt als etwas Besonderes erscheinen zu lassen.
                  Man soll natürlich niemals nie sagen und ich bin auch keine Mathematik-Genie, aber diese Wahrscheinlichkeitsrechnung bekomme ich noch eben so hin.
                  Neuester Blog-Artikel (24.01.17) auf http://laterno-magico.blogspot.de/ : Das-Gut-Mensch-Experiment 2.0 und die Dynamik einer Anthologie

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                  • magico
                    magico kommentierte
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                    Ich dachte, Percy Jackson bzw. dessen Autor war der größte Nutznießer der Harry Potter-Welle.

                  • Peter
                    Peter kommentierte
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                    Milch
                    Jedes einzelne der Harry Potter Bücher hat sich mehr als 50.000.000 mal verkauft.
                    Wie man eine Auflage von 5 Mio (10%) Bücher als Brotkrumen ansehen kann, ist mir komplett unverständlich.

                  • Milch
                    Milch kommentierte
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                    Wenn das Brot sehr groß war, sind auch die Broitkrumen sehr groß.
                    Harry Potter verkaufte sich weltweit, Laura Leander nur in Deutschland, Schule der Magier hauptsächlich in den USA.

                    In der HP-Welle schwammen auch Artemis Fowl mit, aber sie hatte etwas Eigenständiges, das würde ich auch Percy Jackson in gewisser Hinsicht zu billigen.
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