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Mittwochsfrage #175: Der Brotberuf und seine Folgen

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    Mittwochsfrage #175: Der Brotberuf und seine Folgen

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    Die meisten von uns können nicht vom Schreiben leben und haben noch einen "Brotberuf" - manche gerne, weil sie diesen eh nie aufgeben würden, manche gezwungenermaßen, weil man von irgendeinem Einkommen eben die Miete zahlen muss.

    Wie sehr beeinflusst Euer Brotberuf Eure Schreibarbeit? Beeinflusst er Euren Arbeitsalltag, die Schreibtechnik und das Handwerk? Lasst Ihr in die Geschichte kreativ Details oder Wissen aus dem Beruf einfließen, haben Eure Protagonisten vielleicht sogar den gleichen Beruf wie Ihr selbst, oder geht Ihr beim Schreiben bewusst in eine ganz andere Richtung?
    Always avoid alliteration.

    #2
    Mein aktueller Job ist Surviving, wenn man das so nennen kann.
    Der beeinflusst mich irgendwie total und gleichzeitig doch gar nicht. Er schenkt mir nicht mehr Zeit, auch wenn ich den ganzen Tag zu Haus bin, aber er raubt sie mir auch nicht völlig (im Gegenteil, teilweise sind meine Projekte meine Flucht).
    Ich habe zwei Figuren, die sich durch Leichtsinnigkeit in ziemliche Schwierigkeiten bringen, Traumatisches erleben und mit den Konsequenzen leben müssen. Auf der Ebene kommen sie meinem jetzigen "Job" wohl am nächsten. Ansonsten habe ich keine Figuren, die sich damit befassen müssen.

    Was meine Aus- und Weiterbildung betrifft, habe ich eine Figur, die ich dort angesiedelt habe, wenn auch nicht exakt in dem Arbeitsumfeld, das ich hatte. Wirklich viel Raum nimmt der Job in der Geschichte allerdings nicht ein, weswegen ich auch nicht sehr viel davon einfließen lasse (zumal das Berufsfeld, das damals Kauffrau/-mann für Bürokommunikation hieß, je nach Unternehmen sehr unterschiedliche Tätigkeiten umfassen kann). Als medizinische Schreibkraft habe ich niemanden untergebracht.
    Es gibt teils Figuren, die im Büro tätig sind, aber dann in ganz anderen Bereichen.
    Handwerk und Schreibtechnik beeinflusst das bei mir also auch nicht wirklich, außer vielleicht, dass die Rechtschreibung generell recht sicher ist.

    So wirklich bewusst gehe ich wiederum auch nicht in eine andere Richtung bzw. höchstens der Abwechslung wegen oder weil ich für die Figuren etwas anderes als einen Bürojob brauche/die Figuren einfach keine Lust auf Büro haben.
    Ich komme aus Ironien.
    Das liegt am sarkastischen Meer.

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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Auch wenn der Job in der Geschichte nicht viel Raum einnimmt - sicherlich macht es die Figur dennoch runder, wenn sie in einem Bereich arbeitet, den Du aus der Aus- und Weiterbildung gut kennst.

    #3
    Interessante Fragen. Mein Beruf ist eher eine Berufung, deshalb würde ich ihn nicht als Brotberuf bezeichnen, auch wenn er ab und an mal ne Stulle abwirft. Natürlich beeinflusst mein Beruf meinen Arbeitsalltag, ist ja mein Beruf. Da ich mehr mit Zahlen und Codes arbeite beeinflusst er weder meine Schreibtechnik noch mein Handwerk, wenn ich mal einen Bericht formuliere kann es allerdings sein, das meine Geschichte anschließend klingt als hätte ich einen Anzug und Kravatte an oder den viel erwähnten Stock in der Glutealregion. Aber, dann lese ich mir meinen Text kurz durch und bin wieder im Flow.

    Es gibt einen Prota der ist ebenfall Geobla. In diesem Fall bot es sich auch an, da er auf einer Raumstation hockt und fachsimpeln kann. Alle anderen Protas sind anderer Profession. Einer Pharamzeut, ein anderer Soldat. Zu beiden Berufen habe ich aber auch eine gewisse Bindung, so dass ich nicht zu viel Rechercheaufwand betreiben muss, um sinnvolle bzw. korrekte Bezeichnungen zu finden oder Handlungsabläufe (wobei ich bei Pharamzeut doch oft nachfragen und googeln muss).
    Was komplett fachfremdes fände ich schwer einzubauen, neben all den anderen Recherchen, die man so beim Schreiben noch hat. Ich bin faul.
    Nein das war ich nicht.
    Ach so, das!
    Ja, das war ich.

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

    Kommentar


    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Mir geht es auch oft so, dass mich die Recherche in der Hinsicht schreckt. Einen Arbeitsalltag zu beschreiben, der mir komplett fachfremd ist, wäre schwierig.

    #4
    In den Zeiten, in denen ich noch etwas ehrgeiziger war, habe ich mein Studium und Weiterbildung ziemlich heterogen und outlandish angelegt, daher war ich auch in meinen Brotjobs ziemlich viel unterwegs.
    Davon fließt heute eine Menge in meine Geschichten ein, augenscheinlich natürlich die Settings, in denen ich die Geschichten spielen lasse.

    Anfang des Jahres habe ich mit der Idee geliebäugelt, ob das Schreiben das Potential für einen Brotjob hat. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt.
    I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

    Douglas Adams

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    • Jane Doe
      Jane Doe kommentierte
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      Ich drück die Daumen, dass es klappt.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Das würde mich sehr freuen, wenn es für Dich klappt, das Schreiben zum Brotjob zu machen!

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Danke euch allen.

      Wie gesagt, ich liebäugele damit und teste dieses Jahr. Ich bin auch sehr neugierig, wo ich Ende des Jahres stehe.

    #5
    Also, gerade ist mein "Brotjob" das Studium (die Eltern liefern das Brot, ich jobbe nur nebenher für einen Alltagsausgleich und nicht des Geldes wegen *checks privilege*), und das beeinflusst sowohl meine Geschichten als auch mein Schreibhandwerk stark positiv, meine Schreibmengen aber eher negativ. Wenn ich schriftliche Abgaben vor mir habe habe, ist die Motivation, nach der Arbeit daran das Dokument zu wechseln, nicht ganz so stark ... Und mittlerweile habe ich auch keine langweiligen Pflichtvorlesungen mehr, bei denen ich nebenher schreiben kann.

    Bei meinem früheren Brotjob war es schwankend. Ich hab ihn oft gerne gemacht, und dass ich da raus und zurück ins Studium bin lag mehr an der Firma als an dem Inhalt des Jobs. Inhaltlich hat er eher weniger beeinflusst, ich war da kreativ schon relativ gut ausgelastet. Das Handwerk hat er gar nicht beeinflusst, oder evlt auch eher negativ, da mein Arbeitsalltag auf Englisch war, und damit der Wechsel ins Deutsche beim Schreiben mir etwas schwer gefallen ist. Aber für die Textmasse hat er geholfen. Ich konnte oft abends heimkommen und noch zwei Stunden schreiben, ohne Müdigkeitserscheinungen. Wahrscheinlich weil der Job wenig mit Text zu tun hatte.

    Kommentar


    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Textmasse ist auch wichtig für's Handwerk! Es einfach gewohnt zu sein, viel zu schreiben, hilft enorm!

    • Ena
      Ena kommentierte
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      Alys II. das stimmt natürlich Für nach dem Studium wird's sicher positive Auswirkungen haben

    #6
    Wie sehr beeinflusst Euer Brotberuf Eure Schreibarbeit?
    Ich könnte behaupten, gar nicht, aber das stimmt nicht.
    Beeinflusst er Euren Arbeitsalltag, die Schreibtechnik und das Handwerk?
    Muss halt arbeiten. Glücklicherweise ist mein Brotjob einer, den ich trotz mancher Downs liebe, und der mir über erstaunliche Wege Inspirationen liefert für Figuren oder Ereignisse, die am Ende nichts, aber auch gar nichts mit Pathologie zu tun haben. Vielleicht tummeln sich aber in meinem Job auch Leute mit der Duftnote Humor, mit der ich mich gern umneble.
    Und was Technik angeht: Ich beschreibe den lieben langen Tag lang ... Dinge. Zellen, im wesentlichen, und was sie so treiben. Außerordentlich trocken und sachlich, aber ich hab keine Angst, komplexe Dinge sachlich und außerordentlich trocken beschreiben zu können. So. "Keine Angst" bringt mir also der Beruf. Andersherum lässt mich der Autor in mir gerade überlegen, ob ich die nächste Gastritis mal als epische Schlacht darstelle. Show don't tell. (Da fällt mir ein, dass mich ein ehemaliger Chef mal fragte, wo ich mit meinen Gedanken gewesen sei, als ich den Aufbau einer Plazenta beschrieb).
    Lasst Ihr in die Geschichte kreativ Details oder Wissen aus dem Beruf einfließen,
    Ob ich nun medizinisches Spezialwissen gezielt anbringe, wage ich bei Storys zu bezweifeln, die kein medizinisches Thema behandeln. Ich hab aber überhaupt kein Problem, einen medizinischen Sachverhalt für eine Geschichte zu nutzen, wenn es passt. Ich schaffe jedoch nicht extra solche Situationen. Es hilft aber, wenn man abschätzen kann, was man dem Körper und oder Geist seiner Figur problemlos zumuten kann, ohne es groß zu hinterfragen.
    Ich nutze natürlich den Vorteil, geschätzte Kolleg*Innen gezielt fragen zu können, wenn ich nicht weiter weiß. Besonders gern welche, die selbst schreiben.
    haben Eure Protagonisten vielleicht sogar den gleichen Beruf wie Ihr selbst, oder geht Ihr beim Schreiben bewusst in eine ganz andere Richtung?
    Ich hab ein Projekt, wo die Hauptfigur ein Pathologe ist. Einfach mal 'n Arztroman (nicht "Arztroman") mit einem Pathologen.
    Ansonsten bot sich "Arzt" als Hauptfigur noch nicht an. *achselzuck* Muss halt passen. Abgesehen davon, dass ich möglichst nur Berufsgruppen mit "P" für die Hauptfiguren nehmen will, hab ich eine Neigung zu Berufen, die der Figur dann besondere Befugnisse, Priviligien oder Zugänge verschaffen; das macht sie für mich interessanter. Ich recherchier gern, und, alles Faktenwissen beiseite, ich find es am spannendsten, menschliche Züge darin zu entdecken und hör mir lieber an, was die Leute bei ihrer Arbeit denken und empfinden, als entsprechendes Techno-Babbel zu lernen.
    Zuletzt geändert von Dodo; 30.07.2020, 13:38.

    Kommentar


    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Die Schlacht möchte ich gerne lesen. Wie ist es für Helicobacter pylori ausgegangen?

      Ich dachte auch immer, dass ich in meinen Geschichten kein medizinisches Spezialwissen anbringe, aber mit meinem letzten Manuskript wurde ich eines besseren belehrt. Da kam das Feedback, man würde meinen medizinischen Hintergrund deutlich merken. Hat mich sehr überrascht.

      Und ja, das gezielte Fragen von (schreibenden) Kolleg*innen schätze ich auch sehr.

    #7
    Wie sehr beeinflusst Euer Brotberuf Eure Schreibarbeit?
    Ja nun, vermutlich sehr. Wobei immer die Frage bleibt, ob der Lektor mehr den Autor beeinflusst oder umgekehrt, als welche Identität ich die ganzen Schreibratgeber und Fachartikel lese und ob nicht beide Berufe einfach nebeneinander das logische Ergebnis meiner Vorlieben sind.

    Beeinflusst er Euren Arbeitsalltag, die Schreibtechnik und das Handwerk?
    Es beeinflusst meinen Arbeitsalltag insofern, als dass ich manchmal einfach keine Zeit zum Schreiben habe oder nach langen Arbeitsphasen lieber was anderes mache als weiter vor dem Rechner zu sitzen und über Plots, Formulierungen und Kommasetzung zu grübeln. Andererseits ist es natürlich praktisch, dass ich meine Arbeitszeiten flexibel gestalten kann und auch mal an meinem Manuskript sitze statt an einem fremden, wenn die Ideen gerade brennen.
    Ich überlege gerade, ob mich je ein fremdes Manuskript zu einem eigenen Text inspiriert hat, aber bewusst ist das zumindest noch nie passiert. Ich habe aber schon öfter in Manuskripten Dinge angekrittelt und dann hinterher festgestellt, dass ich das genauso mache ...
    Schreibtechnik und Handwerk: Ja, einfach weil ich mich ständig bewusst damit auseinandersetze. Das machen andere Autoren aber sicher auch.

    Lasst Ihr in die Geschichte kreativ Details oder Wissen aus dem Beruf einfließen, haben Eure Protagonisten vielleicht sogar den gleichen Beruf wie Ihr selbst, oder geht Ihr beim Schreiben bewusst in eine ganz andere Richtung?
    Ich finde immer, es gibt kaum was Peinlicheres, als wenn ein Autor über einen Autor schreibt, der Abenteuer erlebt. Das Einzige, was vermutlich noch schlimmer wäre, wäre ein Lektor als Protagonist *schauder* Es ist jetzt nicht so, dass das von außen betrachtet ein wahnsinnig aufregender Beruf ist, in dem täglich viele spannende und überraschende Dinge passieren. Also nein und ja zu den letzten beiden Fragen. Die Antwort auf die erste ist ein großes Kommtdraufan, weil ich natürlich einen Haufen sehr verschiedene Dinge recherchiere und mein Allgemein- und Sinnlose-Fakten-Wissen dann mitunter in meine Texte einfließt, aber direkt aus meiner täglichen Arbeit gibt es da nicht viel, was ich kreativ einfließen lassen könnte.

    Kid: Hey, ist 'fluttern' ein Wort?
    Scratch: Ich glaube nicht. Schreibst du den Einsatzbericht über die Pixie?
    Kid: Ja.
    Scratch ... Ich finde, 'fluttern' ist okay.


    If I could read your mind love
    What a tale your thoughts could tell
    Just like a paperback novel
    The kind the drugstore sells
    -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Hannibal Lektor.

    • Victoria
      Victoria kommentierte
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      Hihihihi. Es geht mir haargenau so.

      Und:
      Freundin: »Deine Locken hängen in mein Drink.«
      Prota: »Das war grammatisch voll falsch.«
      Freund: »Grammatikalisch.«

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Ein Lekor als Protagonist. Das ginge nur ironisch. Aber hey, das hat Potential ... da könnte man die vierte Wand durchbrechen und der Protagonist wendet sich an die Leser und erklärt ihnen, was der Autor hier für Murks veranstaltet ...
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