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Chat-Interview mit Hans Peter Roentgen

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  • Chat-Interview mit Hans Peter Roentgen

    Liebe User,

    am Sonntag den 22.04. um 19:00 öffnte sich der Interviewchat, um Euch Gelegenheit zu geben dem Autor von »Vier Seiten für ein Halleluja« und »Drei Seiten für ein Exposé«, Autorencoach und Koordinator der AG Selfpublishing im Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) Hans Peter Roentgen Eure Fragen zu stellen. Den Ablauf des Interviews kennt Ihr vermutlich schon, für alle die sich noch einmal informieren wollen:

    Der Chat wird erst zur gegebenen Zeit aktiv sein und Ihr könnt dort einfach Eure Fragen stellen. Zur optischen Unterscheidung sind die Gäste, die Moderatoren und die User (schwarz ).
    Nur registrierte Nutzer können diesen Inhalt sehen.


    Für alle User, die an diesem Datum nicht da sein können, biete ich an, dass Ihr mir Eure Fragen via PN schickt. Ich würde sie dann im Chat an H. P. Roentgen weiterreichen.

    Wir wünschen Euch viel Spaß!
    Weltatlas
    Zuletzt geändert von weltatlas; 22-04-2018, 17:22.
    Freude ist nur ein Mangel an Informationen.

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

  • #2
    Zum Interview geht es hier entlang.
    Freude ist nur ein Mangel an Informationen.

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

    Kommentar


    • #3
      Weltatlas: Lieber Herr Roentgen, willkommen hier bei uns im Chat. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen hier zu sein, um unsere Fragen zu beantworten. Zum Einstimmen und weil ich es immer frage: Wann begann Ihr Interesse an Literatur und am Schreiben selbst? Gab es einen auslösenden Moment und wenn ja, was war das für einer und was bedeutete er für Sie?
      hproentgen: Wie die meisten begann es in der Kindheit, einen auslösenden Moment kann ich nicht nennen. Außer Leserattenfieber. Für meine Arbeit als Lektor und Autor von Schreibratgebern gab es aber schon einen.

      Weltatlas: Und welchen?
      hproentgen: Ich war in den Neunzigern mehrfach in den USA. Und staunte über volle Regale, mit Büchern über das Schreiben. In Deutschland gab es damals gerade einen Schreibratgeber und alle glaubten, über Schreiben könne man nicht diskutieren.

      Nachtmahr: Darf ich fragen, warum das so gesehen wurde?
      hproentgen: Das war wohl die Genietheorie. Schreiben kann man oder man kann es nicht. Entweder schreibt man literarisch wertvoll, dann ist man toll oder man schreibt schlecht und dann sollte man nicht schreiben. Da hat die Übermenschenvorstellung der Nazis immer noch nachgewirkt, glaub ich. Auch bei Leuten, die gar keine Nazis waren.
      Nachtmahr: Hm, das ist ziemlich zweidimensional betrachtet.
      hproentgen: So habe ich damals die Beiträge in Feuilletons erlebt.

      Weltatlas: Was war die Wende in der Genietheorie?
      hproentgen: Zur Wende in der Genietheorie: Das waren neue Autoren, die ganz anders herangegangen waren. Plötzlich gab es in Deutschland welche, die haben erzählt, Andreas Eschbach, Kai Mayer

      Sophie: Das ist ja auch heutzutage noch oft DIE Diskussionsfrage schlechthin: Talent oder Handwerk. Wenn es aber nicht um reine Begabung geht, was denken Sie, was ein angehender Autor mitbringen muss, um ein gutes Buch zu schreiben?
      VickieLinn: Kann somit eigentlich jeder Schreiben lernen? Wie wichtig ist (Ihnen) Handwerk oder guter Stil?
      hproentgen: Talent ist sicher nicht schlecht. Allerdings ist schon Goethe aufgefallen, dass Leute das gerne tun, was sie gut können. Ich habe nie versucht, Kurzstreckenläufer zu werden.
      hproentgen: Handwerk ist natürlich wichtig, du musst ja mit deinem Text eine Wirkung erzielen. Und das ist viel Handwerk.
      hproentgen: Man braucht Sitzfleisch und die Bereitschaft, dazuzulernen.
      hproentgen: Lernen kann jeder das Schreiben. Der eine natürlich schneller, der andere langsamer, da spielt das Talent schon eine Rolle, glaube ich. Aber schwimmen kann auch jeder lernen.

      Nachtmahr: Ich würde gern etwas zu ihrer Lektoratsarbeit wissen. Was sind die essentiellen Fähigkeiten, die man für diese Tätigkeit mitbringen muss?
      hproentgen: Fürs Lektorat muss man sich auf fremde Texte einlassen, spüren, was die Autorin, der Autor will. Ein gutes Gefühl für Spannung und Wirkung haben. Und fähig sein, den Text zu verbessern und nicht einen eigenen daraus zu machen.
      hproentgen: Auch das ist viel Übung.

      Weltatlas: Woran kann man als Frischling eigentlich einen guten Lektor von einem ... weniger guten unterscheiden?
      hproentgen: Beispiele auf der Homepage. Welche Bücher hat jemand lektoriert, welche Autoren.
      hproentgen: Der einfachste Test ist der: Wenn ihr beim Lesen des lektorierten Textes sagt, Warum bin ich da nicht gleich darauf gekommen, ist es ein gutes Zeichen.
      hproentgen: Natürlich übernimmt kein Autor alle Vorschläge des Lektors, aber wenn 80-90 % übernommen werden, dann ist der Lektor gut.

      Amy: Wie kann man sich denn einen typischen Arbeitstag von Ihnen vorstellen?
      hproentgen: Der beginnt mit einer großem Kanne Tee, ich checke meine Emails. Und dann arbeite ich an den Texten, die ich am Tag vorher bearbeitet habe und gehe da noch mal drüber. Danach geht es dann an neue Texte.
      Ich bin übrigens ein Cafehausarbeiter. Ich sitze im Cafe, arbeite etwa anderthalb Stunden, dann brauch ich eine Pause, gehe etwas spazieren, um den Kopf freizubekommen. Danach das nächste Cafe und die nächste Arbeit.

      Weltatlas: Haben Sie als Lektor jemals an sich selbst gezweifelt, d.h. ob sie einem Text/Autor die „richtigen“ Hinweise gegeben haben bzw. die Arbeit in den richtigen Bahnen läuft?
      hproentgen: Ja, natürlich zweifle ich auch manchmal. Wenn ich denke, mir würde das so besser gefallen. Aber vielleicht sehen das Leser anders?
      Nachtmahr: Ich glaube das ist immer eine zweischneidige Sache.
      Nachtmahr: Abzuschätzen, was man selbst gut findet, aber auch, was potenziellen Lesern gefallen würde.
      hproentgen: Natürlich müsst ihr als Autorinnen und Autoren auch kritikfähig sein. Wer jede Kritik als Sakrileg empfindet, wird mit Lektorat nicht zurechtkommen.

      Nachtmahr: Aber hängt das nicht auch davon ab, ob Autor und Lektor gut zusammenpassen? Verstehen, was der jeweils andere will?
      hproentgen: Natürlich muss auch die Chemie stimmen. Und vor allem der Lektor muss auf das eingehen, was der Autor mit dem Text sagen will.

      VickieLinn: Sollte ein Lektorat je nach (Persönlichkeit und Vorlieben des) Autors und Genre anders aussehen? Wenn Ja, passen Sie sich den Autoren an oder kommt es auch mal vor, dass Sie eine Zusammenarbeit ablehnen?
      hproentgen: Ja je nach Text und Autor sieht das Lektorat anders aus. Manche Texte haben eine spannende Struktur, aber der Stil muss überarbeitet werden, damit die Spannung funktioniert.
      hproentgen: Andere haben tollen Stil, aber der Leser weiß nicht so recht, worauf der Autor hinauswill.

      Nachtmahr: Es ist also eine sehr individuelle Aufgabe?
      hproentgen: Ja, es ist sehr individuell. Als erstes muss man feststellen, was ist bei diesem Text das Hauptproblem?
      hproentgen: Und wie könnte man es lösen.

      Weltatlas: Auf welche Anfängerfehler stoßen sie häufig?
      hproentgen: Anfängerfehler: Im Moment ist der häufigste, dass der Autor von außen auf seine Figuren schaut, statt sich in die Figur zu verwandeln. Das hört man als Lektor sofort. Da spricht dann der Autor, wir erleben nicht die Figur.

      Sophie: Das klingt nach einem Fehler, der besonders in der 3. Person auftritt. Oder hängt das nicht von der Erzählform ab?
      hproentgen: Nein, das kommt in allen Perspektiven vor. Du kannst als Ich-Erzähler dich selbst (den Autor) sprechen lassen oder deine Figur.
      hproentgen: Trotzdem gibt es natürlich die typischen Anfängerfehler wie überall. Das mit dem Blick auf die Personen z.B.

      Weltatlas: Infodump? wäre das auch so ein Fehler?
      hproentgen: Infodump hat sich zum Glück mittlerweile rumgesprochen, kommt immer noch vor, aber nicht mehr so häufig. Allerdings bringen die Autoren die unnötigen Infos dann anderswo unter. Als Rückblende, als überladene Partizipkonstruktion zum Beispiel.
      hproentgen: Ganz, ganz wenige. Was vorkommt, dass ich dem Autor sage: Tut mir leid, das musst du nochmal schreiben. Verwandle dich in deine Figuren, gehe mit ihnen mit, erzähl nicht, was du fühlst und schon gar nicht, was du den Leser fühlen lassen willst (Agathe hatte Angst), sondern schildert was, was ihm Angst macht.

      Vampirwurst: Ich möchte nochmals das Thema Infodump anschneiden. Wann ist es Infodump? Thomas Mann hat ja bei der Geschichte um Felix Krull erst die Familie und das Heim vorgestellt, bevor die Geschichte ihren Lauf nahm.
      hproentgen: Im 19.Jahrhundert hat man sehr viel ausführlicher erzählt. Felix Krull zieht aber die Spannung gerade aus dem Alltag, der etwas ungewöhnlich ist,

      VickieLinn: „Mittlerweile rumgesprochen“ klingt so, als wäre über die Zeit bestimmte Stile in. Welche Fehler kommen denn in den gegenwärtigen Texten häufig vor?"
      hproentgen: Ja, es gibt sowas wie Moden. Auch in der Literaturgeschichte hat man im Sturm und Drang anders geschrieben als heute.
      hproentgen: Häufig kommt eben der Blick von außen vor, wie schon gesagt. Der Autor erzählt über die Geschichte, statt den Leser sie erleben zu lassen. Rückblenden gleich auf den ersten Seiten sind auch sehr beliebt. Erklärungen, bevor das kommt, was erklärt wird.
      hproentgen: Immer darauf achten: Erst die Handlung, dann den Kommentar dazu. „Das würde sie nie vergessen“, kann man schreiben, wenn vorher etwas Furchtbares geschehen ist.
      hproentgen: Wenn der Satz aber nur so dasteht, weiß der Leser ja gar nicht, auf was sich das bezieht.

      Weltatlas: Wie gehen sie vor, wenn sie einen Text lektorieren? Haben sie da eine Art erstes Schema?
      hproentgen: Ich lese erst mal den Text als „normaler“ Leser. Mache aber Notizen, wo ich rausfliege aus dem Text. Das ist meist die Stelle, wo man dran arbeiten muss. Es gibt natürlich auch die Texte, wo ich gar nicht rausfliege, sondern mir nur holprige Stellen auffallen, wo mal ein Füllwort gelöscht werden sollte."

      Nachtmahr: Gab es schon Texte, bei denen Sie keinen Ausweg gesehen haben, weil so vieles im Argen lag?
      hproentgen: Mir fällt jetzt keiner ein. Was es natürlich gibt, dass ich sagen muss: Tut mir leid, das musst du nochmal schreiben, weil ... und dann erkläre ich, wie der Autor oder die Autorin anders an den Text herangehen kann, um ihn besser zu schreiben.
      Manchmal gibt es Texte, da weiß ich nicht, worauf will der Autor überhaupt hinaus. Da muss ich dann fragen und aus der Diskussion ergibt sich dann meist der Punkt, der wichtig ist und von dem aus man das ganze nochmal schreiben kann.

      Sophie: Gerade als Anfänger kann man sch ja nicht unbedingt sofort ein Lektorat leisten - oder man weiß selbst, dass man noch genug zu lernen hat, bevor man ein Buch veröffentlichen kann. Was denken Sie sind die besten Möglichkeiten, voranzukommen: Ratgeber? Einfach weiter drauflosschreiben?
      hproentgen: Da verweis ich jetzt mal auf meinen Blog, da habe ich vor kurzem was drüber geschrieben: https://hproentgen.wordpress.com/2018/03/31/kein-geld-fuers-lektorat-10-loesungen/
      hproentgen: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten von Workshops, die ersten Seiten lektorieren lassen, damit man weiß, wo man steht und einiges andere.

      Weltatlas: Sind die Anfragen an ein Lektorat eigentlich in den letzten Jahren gestiegen? ich denke da an die steigende Zahl der SPler.
      hproentgen: Nein, weil gleichzeitig auch die Zahl der Lektoren gestiegen sind. Und viele Selfpublisher erst nach und nach dahinter kommen, was ihnen ein Lektorat bringen kann.

      Peter: Als Lektor, hast du den Eindruck, dass die Qualität der Manuskripte gestiegen oder durch die Menge eher gefallen ist?
      hproentgen: Das kann ich so nicht sagen. Ich glaube, die ganz schlechten von vor zwanzig Jahren, die gibt es weniger. Viele Autoren wissen heute, dass es sowas wie ein Handwerk gibt und Meisterwerke nicht irgendwie vom Himmel fallen.

      Weltatlas: Wie entstehen/entwickeln sie eigentlich die Ideen für ihre Schreibratgeber?
      hproentgen: Die Ideen für die Schreibratgeber kommen durch die Fragen der Autoren. Da merke ich, aha, das beschäftigt jetzt viele. Klappentext war so etwas, da habe ich gemerkt, dass immer mehr Selfpublisher danach gefragt haben.

      VickieLinn: Ich habe schon häufiger gehört, dass sich Autoren wundern/ärgern, dass ein Lektor – sei es aus einem Verlag oder einer Agentur – nicht mehr als die ersten 5–10 Seiten lesen möchte. In diesen ersten Seiten könne man den gesamten Roman noch gar nicht bewerten. Wie sehen Sie es?
      hproentgen: Doch, man kann aus den ersten Seiten ganz viel entnehmen. Denn Fehler und Probleme auf den ersten Seiten setzen sich in aller Regel auf den folgenden Seiten fort.
      hproentgen: Das umgekehrte gilt leider nicht: Wenn die ersten Seiten perfekt sind, ist nicht gesagt, dass es auch die weiteren Seiten sind.
      hproentgen: Einfaches Beispiel: Wenn die Dialoge holpern, muss ich nicht 400 Seiten holpernde Dialoge lesen. Sondern kann das dem Autor schon nach vier Seiten sagen und Beispiele geben, wie er das verbessern kann.

      Nachtmahr: Herr Roentgen ... was würden Sie einem Autor raten, der zwar keine Schreibblockade hat, sich aber so sehr darum sorgt, ob er gut genug schreibt, ob er es schafft sein Projekt zu vollenden, also solche Selbstzweifel hat, dass er sich kaum traut zu schreiben?
      hproentgen: Schreibblockade, da bin ich jetzt kein Fachmann für. Titus Müller hat mal den schönen Satz gesagt: „Einen schlechten Text kann man verbessern, ein leeres Blatt Papier nicht.“
      Nachtmahr: Es ist auch weniger eine Schreibblockade, mehr ein sich-nicht-schreiben-trauen.
      hproentgen: Und Hemingways „Der erste Entwurf ist immer Scheiße“, hilft vielleicht auch. Erst mal Schreiben, das ist wichtig, egal, wie schlecht es ist. Verbessern kann man danach immer noch.
      Nachtmahr: Ich hoffe das klingt nicht zu wirr.
      hproentgen: Also trauen sollte man sich. Wie gesagt, schlechte Texte lassen sich verbessern. Niemand muss gleich beim ersten Wurf perfekt sein. Das ist ein Irrglaube, den manche Deutschlehrer und Kulturredakteure in die Köpfe gesetzt haben.

      VickieLinn: Was ist, wenn ein Verlag die ersten 20 Seiten verlangt, aber erst auf Seite 30 der große Wendepunkt kommt, der die Geschichte spannend macht?
      hproentgen: Auch wenn der große Wendepunkt erst auf Seite 30 kommt, sollten die Seiten davor den Leser in den Text ziehen.
      hproentgen: Oft sollte man sich aber überlegen: Vielleicht fang ich gleich mit Seite 30 an, wenn das so spannend ist. Das sollte man sich immer fragen: Kann ich später anfangen. So spät wie möglich in die Geschichte rein, das ist ein alter, guter Schreibrat.
      hproentgen: Ach ja, wer es noch nicht kennt: Andreas Eschbach hat auf seiner Homepage einen Text-TÜV (Text-TÜV hat der TÜV verboten ;-)), der ist sehr lesenswert zum Überarbeiten.

      VickieLinn: Was Herr Eschbach über die ersten paar Absätze Warmschreiben sagt, kann einem Autor auch mit den ersten 30 Seiten passieren?
      hproentgen: Ja, kann passieren. Möglicherweise auch, erst die Szene Seite 30, die ein Turning Point ist, danach die ruhigeren die jetzt noch am Anfang stehen.
      hproentgen: Lektorat heißt ja nicht nur, am Stil arbeiten, sondern auch an Personen, Plot, Dramaturgie. Oft kann man einen Roman sehr viel spannender machen, indem man die Szenen umstellt.

      Peter: Deinen Ratgeber zu KT und Pitch fand ich interessant (bin noch nicht ganz durch). Kann man es so verkürzen: KT bis zum 1. Plot Punkt, Pitch fasst die gesamte Geschichte in ein oder zwei Sätze?
      hproentgen: Ja, das ist gut zusammengefasst.

      Weltatlas: Welches Thema beschäftigt die Schreibgemeinde eigentlich aktuell am meisten? und welches sie persönlich bezogen auf das schreiben?
      hproentgen: Was die Selfpublisher immer aufs neue beschäftigt: Kann ich mir ein
      Lektorat leisten. Da denken viele nur in »Entweder« oder »oder« und sehen nicht vielen Möglichkeiten dazwischen. Für einen Anfängertext lohnt sich oft ein Komplettlektorat nicht, das kostet ja einiges. Da ist ein Workshop oder ein Lektorat des Anfangs viel besser, das dem AUtor sagt: Wo stehe ich und an was muss ich arbeiten?

      Nachtmahr: Gibt es die eine Geschichte, die Sie unbedingt schreiben möchten? Egal welche Literaturrichtung?
      hproentgen: Hm, es gibt jede Menge Geschichten, die ich lesen will, aber nicht genügend Zeit dafür habe. Eine die erzählen will? Manchmal juckt es mich. Aber nicht so richtig.
      Nachtmahr: Nicht genug?
      Nachtmahr: Was wäre es denn?
      hproentgen: Nein, nicht genug. Und vor allem nicht genug Zeit :-)
      Nachtmahr: Verstehe.
      hproentgen: Wenn dann Krimi. Hab für Anthologien ein paar Kurzkrimis geschrieben. Früher eher Fantasy.

      VickieLinn: Da fällt mir eine Frage dazu ein. Ich habe mal gehört, dass ein Lektor nicht selbst schreiben sollte. Was denken Sie über dieser Aussage?
      hproentgen: Das ist unterschiedlich, einige Lektoren schreiben selbst Romane, andere nicht. Ich glaube, so allgemein kann man das nicht sagen.

      Vampirwurst: Muss ich Germanistik im Hauptfach studiert haben, um als Lektor im Romanbereich arbeiten zu können?
      hproentgen: Nein, Germanistik ist, als ob man Theoretische Physik studiert, um ein Autor zu reparieren. Sicher nicht falsch, aber so wie ich es mitgekriegt habe, werden da Geschichten nicht überarbeitet, sondern zerlegt.
      hproentgen: Schaden tut es nicht, aber es gibt Lektoren, die Literaturwissenschaft studiert haben, alle möglichen anderen Fächer auch.

      Nachtmahr: Also könnte man mit genug Talent und Handwerk auch einfach quereinsteigen in die Lektoratsarbeit?
      hproentgen: Es gibt auch Quereinsteiger.

      Vielen Dank für das Interview.
      Zuletzt geändert von weltatlas; 20-05-2018, 12:34.
      Freude ist nur ein Mangel an Informationen.

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