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    E-Mail Interview mit Rachel Joyce

    Die Autorin Rachel Joyce hat einem E-Mail Interview zugestimmt

    Dazu möchten wir gern bis zum 24.05. (Sonntag) 23:59 Uhr mit euch zusammen Fragen an sie sammeln. Die Fragen werden wir anschließend ins Englische übersetzen und Rachel Joyce zukommen lassen. Ihre Antworten übersetzen wir euch natürlich im Anschluss zurück ins Deutsche und posten sie hier.

    Infos zu Rachel Joyce:
    https://www.penguin.co.uk/authors/10...hel-joyce.html
    https://www.fischerverlage.de/autor/rachel_joyce/21413

    Bekannte Bücher:
    - Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (The Unlikely Pilgrimage Of Harold Fry)
    - Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte (Perfect)
    - Das Geheimnis der Queenie Hennessy (The Love Song of Miss Queenie Hennessy)
    - Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie (The Music Shop)

    Erscheint demnächst:
    - Miss Benson's Beetle

    Weiterhin hat sie für BBC 4 über zwanzig Nachmittags-Hörspiele und Adaptionen von Klassikern verfasst, darunter alle Romane von Charlotte Brontë.


    Hier geht es direkt zum Interview mit Rachel Joyce!
    Zuletzt geändert von SaKi; 26.06.2020, 18:14. Grund: Interview Link ergänzt
    »… and he wonders if that is what people look for in a partner or a friend: the part of themselves that is missing.«
    ”• Rachel Joyce, Perfect

    #2
    Ich stelle mal meine Standardfrage:

    Liebe Rachel Joyce, wenn ich noch kein Buch von Ihnen gelesen habe - mit welchem würden Sie mir raten, anzufangen?

    Und:

    Arbeiten Sie an mehreren Projekten gleichzeitig, oder immer an einem nach dem anderen?
    Always avoid alliteration.

    Kommentar


      #3
      Ich wüsste gerne, wie alles anfing. Speziell: Der Traum vom Schreiben und die ersten Versuche. Gab es Menschen, die ihr sagten, sie solle am Ball bleiben? Oder welche, die ihr den Mut nahmen? Was denkt sie heute über ihre ersten "Gehversuche" und ihre ersten Geschichten/ihren ersten Roman? Was würde sie heute anders machen? Mit Sicherheit kennt sie Selbstzweifel. Sitzen ihr diese heute genauso im Nacken wie früher oder hat sich etwas geändert? Hat sie Ratschläge, die sie Autoren am Anfang ihrer Karriere gerne mitgibt oder mitgeben würde?

      Kommentar


        #4
        Mich würde ihr Schreibprozess, sowohl bei Büchern als auch bei Hörspielen, interessieren.

        EDIT:
        "Wie sieht Ihr Schreibprozess aus? Unterscheidet er sich irgendwie bei Romanen und Hörspielen?"

        Kommentar


          #5
          (Ich fände es super, wenn Ihr Eure Fragen an Rachel Joyce direkt als Fragen schreiben würdet. So, wie Ihr es in unseren bisherigen Chat- oder Thread-Interviews auch gemacht habt. Erst konkrete Fragen aus Euren Anregungen herauszuinterpretieren und dann diese zu übersetzen schafft nämlich mehr Spielraum für Ungenauigkeiten.)
          Always avoid alliteration.

          Kommentar


            #6
            Zwei Ihrer Werke werden laut Ihrer Website gerade verfilmt. Können Sie bereits verraten, um welche Werke es sich handeln wird und wie der aktuelle Stand ist?

            Mittlerweile wurden Ihre Bücher in 36 Sprachen übersetzt und finden sich auf vielen Bestseller-Listen. Was gab den Ausschlag dafür, aus dem Hörspiel, aus dem »Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry« hervorgegangen ist, einen Roman zu machen?

            Arbeiten Sie Ihre Charaktere und Handlungsorte bis ins Detail aus, bevor Sie beginnen zu schreiben? Oder entwickeln diese sich im Verlauf der Geschichte?
            »… and he wonders if that is what people look for in a partner or a friend: the part of themselves that is missing.«
            ”• Rachel Joyce, Perfect

            Kommentar


              #7
              Wie hat Ihre Karriere als Schauspielerin ihre Arbeit als Autorin beeinflusst? Gibt es Parallelen der beiden Berufe?
              Always avoid alliteration.

              Kommentar


                #8
                Liebe alle,

                noch bis morgen um 23:59 Uhr könnt ihr Fragen einreichen an Rachel Joyce Bitte denkt daran, das, was ihr wissen möchtet, direkt als Frage zu formulieren. So ist sichergestellt, dass nichts »lost in translation« sein wird
                »… and he wonders if that is what people look for in a partner or a friend: the part of themselves that is missing.«
                ”• Rachel Joyce, Perfect

                Kommentar


                  #9
                  Kurzporträt: Rachel Joyce
                  • Rachel Joyce wurde 1962 in London geboren und lebt heute mit ihrer Familie auf dem Land in Gloucestershire (Südwesten Englands, Großbritannien).
                  • Sie studierte Englisch an der Bristol University und besuchte die Royal Academy of Dramatic Art in London.
                  • Bis 1999 arbeitete sie für viele Jahre als Schauspielerin, unter anderem für die Royal Shakespeare Company (RSC), das National Theatre und Cheek by Jowl. Für eine ihrer Hauptrolle für die RSC wurde sie ausgezeichnet.
                  • Nach ihrer Schauspielkarriere begann sie, als Hörspielautorin für die BBC zu arbeiten. Mittlerweile hat sie für BBC 4 über zwanzig Nachmittagshörspiele verfasst, darunter Hörspieladaptionen einiger Klassiker sowie aller Romane von Charlotte Brontë.
                  • 2012 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“. Dieser wurde für den Booker Prize nominiert und gewann den „New Writer of the Year Award“. International entwickelte sich der Roman schnell zum Bestseller.
                  • 2013 folgte ihr zweiter Roman „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“, 2014 schenkte sie ihrer Erfolgsgeschichte um Harold Fry mit „Das Geheimnis der Queenie Hennessy“ eine zweite Perspektive.
                  • Zusätzlich veröffentlichte Rachel Joyce in den Jahren 2013 und 2016 zwei Kurzgeschichten-Sammlungen („Ein ferner Duft wie von Zitronen“ und „A Snow Garden“).
                  • 2017 erschien ihr aktueller Roman „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“. Am 23. Juli 2020 wird ihr neuer Roman „Miss Benson's Beetle“ auf Englisch erscheinen.
                  • Mittlerweile wurden ihre Bücher in sechsunddreißig Sprachen übersetzt und haben sich zu internationalen Bestsellern entwickelt. Rachel Joyce wurde für zahlreiche Buchpreise nominiert und sowohl ihre Romane als auch ihre Hörspiele wurden mehrfach ausgezeichnet.
                  • Zwei ihrer Romane werden gerade verfilmt.


                  Interview mit Rachel Joyce (Deutsch)
                  [The original English version of this interview can be found below]

                  Haben Ihre Freunde und Familienmitglieder Ihre Idee, Schriftstellerin zu werden, unterstützt? Sind Ihnen Menschen begegnet, die versucht haben, Sie davon abzubringen?
                  Ich wusste schon in jungen Jahren, dass ich schreiben wollte. Niemand hat mich jemals davon abgehalten – im Gegenteil, ich denke, ich wurde eher dazu ermutigt, zumindest zum Schreiben als solches. Ich glaube, dass wir alle den Raum und die Ermutigung brauchen, um uns selbst auszudrücken. Und es macht mir Sorgen, dass den entsprechenden Orten so viele finanzielle Mittel weggenommen werden. Was das professionelle Schreiben anbelangt: Das ist etwas, was sich über einen längeren Zeitraum entwickelt hat.

                  Wie hat Ihre Schauspielerkarriere Ihre Schreibkarriere beeinflusst? Haben diese beiden Berufe etwas gemeinsam?
                  Ich bin froh darüber, dass ich meine Schauspielkarriere hatte, und auch meine Zeit am Theater. Diese Orte sind immer noch magisch für mich. Ich habe viel gelernt. Wie man sich, ausgehend von dem, was man bereits weiß, auch das Unbekannte erschließt – und nicht nur das. Auch grundsätzliches Story-Telling. Wie man sein Publikum packt und gut unterhält. Und ich denke oft, dass die vielen, vielen frühen Entwürfe (Entwürfe, die niemand sieht, nicht einmal mein Lektor) wie die Proben für ein Theaterstück sind. Am Anfang kriegt man seine Geschichte nicht richtig hin und es dauert eine ganze Weile, bis man seine Charaktere wirklich gut kennt. Darauf muss man vorbereitet sein und es immer weiter versuchen.

                  Was denken Sie heute über die ersten Geschichten, die Sie geschrieben haben? Würden Sie diese heute anders schreiben?
                  Ich neige nicht dazu, auf die Dinge, die ich geschrieben habe, zurückzublicken. Damit tue ich mich schwer. Außerdem entstehen Geschichten für mich aus einer bestimmten Zeit heraus. Hätte ich „Die unwahrscheinliche Reise des Harold Fry“ heute geschrieben? Ich weiß es nicht. Harold entstand in einer Phase meines Lebens, in der ich mich ohne meinen Vater und mit dem Leben in einer neuen Umgebung noch immer sehr verloren gefühlt habe.

                  Mittlerweile wurden Ihre Bücher in sechsunddreißig Sprachen übersetzt und finden sich auf vielen Bestseller-Listen, allen voran Harold Fry. Was hat Sie damals dazu bewogen, das ursprüngliche Radio-Hörspiel zu „Die unwahrscheinliche Reise des Harold Fry“ als Roman zu adaptieren?
                  Ich habe das Radio-Hörspiel ursprünglich geschrieben, weil mein Vater im Sterben lag und ich irgendwo mit dem zermürbenden Schmerz hin musste, der mich quälte. Als ich mit Harold Fry als Roman begann, war das nur einer von sehr vielen Versuchen, ein Buch zu schreiben. Aber ich entschied mich für genau diese Geschichte, weil ich wusste, dass ihre Struktur als Radio-Hörspiel funktioniert hatte und weil ich wusste, dass es noch viel zu entdecken gab. Das Allerwichtigste war, dass ich die Geschichte kannte und der Mann für mich eine tiefe persönliche Bedeutung hatte.

                  Sicherlich zweifelt jeder Künstler im Laufe seiner Karriere mal an sich selbst. Gehen Sie mit diesen Selbstzweifeln nun, als erfolgreiche Autorin, anders um als am Beginn Ihrer Karriere? Wie überwinden Sie Selbstzweifel und Schreibblockaden?
                  Ich erlebe sie täglich. Ich kämpfe die ganze Zeit mit meinem Selbstbewusstsein und ich habe einen Dämon, der sich häuslich auf meiner Schulter eingerichtet hat und mir ständig sagt, dass mein Schreiben nicht gut genug ist. Ich denke von mir selbst also nicht, dass ich eine erfolgreiche Autorin bin. Das ist kein Luxus, den ich genieße … aber das ist mein persönlicher Kampf und ich muss damit weitermachen. Ich denke manchmal, was einen Autor ausmacht, ist gar nicht so sehr das Talent – es gibt viele, viele Menschen, die sehr gut schreiben können –, sondern die beharrliche Weigerung aufzugeben. Es überrascht mich, dass ich mich selbst mit all diesen Selbstzweifeln nicht vom Schreiben trennen kann.
                  Was Schreibblockaden anbelangt – und ja, auch ich leide unter sowas –, kommen diese immer, wenn man nicht genau vor sich sieht, was man schreiben will. Es ist einfach nicht da. Also muss man dazu stehen und sich auf den Weg machen, um es zu finden. Aber wie man es findet und wie man da hinkommt, das ist die Herausforderung. Manchmal, wenn ich feststecke, stehe ich vom Schreibtisch auf. Ich gehe dann an Orte, wo Leute sind, die ich beobachten und von denen ich etwas lernen kann. Oder ich suche mir eine sehr einfache Aufgabe wie Waschen oder ein bisschen Unkraut jäten. Ich vermute mal, mein Grundgedanke ist dann: Na gut, wenn ich mir den Kopf nicht permanent an dem Problem einhaue, dann kommt die Antwort vielleicht ganz leise zu mir geschlichen, wie von selbst, vielleicht genau dann, wenn ich nicht so genau hinschaue.

                  Haben Sie einen Ratschlag für Menschen, die gerade erst ihren Weg als AutorIn begonnen haben?
                  Gib nicht auf. Steh zu deinem Schreiben – damit meine ich, tauche tief ein. Tauche so tief ein wie möglich, denn niemand anderes kann das für dich tun.

                  Welches Ihrer Bücher würden Sie Personen empfehlen, die noch nichts von Ihnen gelesen haben – und warum?
                  Oh, das ist so schwer! Aus allen Gründen, die ich bereits mit euch geteilt habe, finde ich es sehr schwer, meine eigenen Bücher zu empfehlen. Aber Harold Fry ist das beliebteste Buch – ich vermute, weil es etwas ganz Gewöhnliches einfängt und dafür einen Platz findet, der universell ist. Mein zweiter Roman „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ liegt mir auch sehr am Herzen. Aber so ist es auch mit Queenie (Anm.: „Das Geheimnis der Queenie Hennessy: Der nie abgeschickte Brief an Harold Fry“) und „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“. Sie sind alle unterschiedlich. Eines davon auszuwählen und zu bevorzugen, wäre für mich genauso schwer, wie eines meiner Kinder zu bevorzugen.

                  Wie sieht Ihr Schreibprozess aus? Unterscheiden sich die einzelnen Schritte abhängig davon, ob Sie ein Hörspiel oder einen Roman schreiben?
                  Im Wesentlichen ist der Prozess der gleiche. Ich stehe früh – wirklich früh – auf und gehe runter zum Arbeiten, solange das Haus noch vollkommen still und der Morgen noch sehr jung sind. Ich habe festgestellt, dass ich in der Morgendämmerung am besten schreiben kann. Ich denke, es liegt daran, dass sich der Tag noch so neu und intim anfühlt. Man kann denken, was man will, ohne dass einem dabei irgendetwas in die Quere kommt.

                  Haben Sie eine feste Ordnung, wenn Sie an Ihren Projekten arbeiten? Beenden Sie sie nacheinander oder arbeiten Sie sogar an mehreren Projekten parallel?
                  Ich habe manchmal ein paar Projekte in meinem Kopf, die gemächlich vor sich hin köcheln, aber ich kann mich tatsächlich nur auf eins nach dem anderen konzentrieren. Ich glaube, man muss ihnen (Anm: den Projekten) Zeit geben, sich in einem selbst zu entfalten. Ideen kommen oft dann, wenn ich sie nicht erwarte, und dafür muss ich offen sein.

                  Entwickeln Sie Ihre Charaktere und Settings im Detail, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, oder entwickeln Sie das alles erst beim Verfassen des Rohentwurfs?
                  Ich denke eine Menge über die Charaktere nach, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Vielleicht finde ich ein Foto, das mich inspiriert, oder ich höre eine Geschichte über jemanden und dann fange ich damit an, ein ganzes Leben Stück für Stück zusammenzutragen. Eine ganze Menge mehr taucht dann noch beim Schreiben auf. Die Stimme des Charakters zum Beispiel und auch die Stimme des Buches. Diese Dinge sind ganz zu Beginn oft noch nicht klar (und es ist eine riesige Erleichterung, wenn sie dann kommen). Dann gibt es noch die ganze Recherche ... Ich vergleiche das Schreiben eines neuen Buches mit dem Finden eines leeren Hauses mitten im Wald, mit fest verschlossenen Fenstern und Türen, und doch will man unbedingt hineingelangen. Man muss es immer und immer wieder umrunden, um auch nur den kleinsten Riss zu finden, an dem man zumindest damit anfangen kann, irgendwie hineinzukommen. Aber das dauert eine ganze Weile bei mir. Man muss geduldig sein.

                  Laut Ihrer Biografie auf der Penguin Books Website sind gerade Verfilmungen für zwei Ihrer Bücher geplant. Können Sie verraten, um welche Werke es sich handelt und wie der aktuelle Stand der Produktion ist?
                  Ich schreibe gerade die Drehbücher sowohl für „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ als auch für „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“. Natürlich muss man für eine filmische Umsetzung einiges anders machen und viele Dinge beachten, aber ich genieße den Prozess des Storytellings mit einem etwas anderen Instrumentarium.

                  Ihre Geschichten spielen meist in Großbritannien, in der Realität der jüngsten Vergangenheit. Warum haben Sie sich für dieses Setting entschieden? Würden Sie gern eine Geschichte schreiben, die ein komplett anderes Setting besitzt, sowohl was den Ort als auch das Genre anbelangt?
                  Mein neuer Roman „Miss Benson's Beetle“ (Anm.: „Frau Bensons Käfer“; deutscher Titel steht noch nicht fest) spielt in den 1950er Jahren in Neukaledonien, einer kleinen Insel am anderen Ende der Welt. Ich wollte ein Buch schreiben über eine inspirierende Freundschaft zwischen zwei Frauen, aber ich wollte nicht einfach nur eine emotionale Studie einer Freundschaft machen – es gibt schon so viele wunderbare Romane, die das tun. Also habe ich mich stattdessen entschlossen, meine Frauen (und meine Leser – und mich selbst) auf ein total spektakuläres Abenteuer zu schicken. Ich fühle mich immer zu charaktergetriebenen Geschichten hingezogen, aber ein Großteil des Settings dieses Buches ist neu für mich.

                  Ihre Geschichten sind eher ruhig und beeindrucken mit dem Weg der Charaktere selbst und einer klaren Sprache anstelle von Action-geladenen Szenen. Wird Ihr bald erscheinendes Buch „Miss Benson's Beetle“ auch dieser Tradition folgen? Was können wir von diesem Roman erwarten?
                  Ich vermute, dass ich niemals ganz meine „Einstellung“ gegenüber dieser Welt und wie ich sie sehe, ändern kann. Ich mag es, in einer klaren Sprache zu schreiben. Ich denke, dass es ziemlich leicht ist, einfache Dinge kompliziert klingen zu lassen, aber man muss sich viel mehr Gedanken machen und sorgfältig arbeiten, um Kompliziertes einfach erscheinen zu lassen. Ich überarbeite meine Prosa akribisch.
                  Abgesehen davon wollte ich, dass der Roman eine Abenteuergeschichte für Frauen wird. Ich habe all die klassischen Abenteuer mit Männern gelesen und habe mich gefragt, wie ich diese nutzen und adaptieren kann. Also ist es lustig geworden, hoffe ich, und kann euch fesseln (hoffe ich). Aber es geht auch um die Freundschaft zwischen den beiden Frauen, die es ihnen ermöglicht, mehr zu werden als das, was sie ganz allein ausmacht.

                  Stellen Sie sich vor, Sie könnten in der Zeit zurückreisen. Was würde Ihr jetziges Ich Ihrem Vergangenheits-Ich sagen wollen?
                  Im Großen und Ganze bleibe ich in der Gegenwart. Und das ist auch etwas, das ich mir selbst sagen würde, wenn ich eine Zeitreisende wäre. Komm zurück in die Gegenwart. Was machst du in der Vergangenheit? Die Gegenwart ist der Ort, an dem sich Dinge verändern können.

                  Gibt es eine Frage, die Sie unglaublich gern beantworten würden, aber die Ihnen noch nicht gestellt wurde? Wie würden die Frage und die Antwort darauf aussehen?
                  Ich denke, ihr habt sehr gute Fragen zusammengestellt. Vielen Dank …


                  Interview with Rachel Joyce (English)

                  Did your friends and family support your decision to become a writer? Did you encounter people who tried to discourage you?
                  I knew I wanted to write from a young age. No one ever discouraged me, in fact I think I was encouraged – to write at least. I believe we all need the space and encouragement to express ourselves, and it worries me that so much funding is being taken away from those places. In terms of being a professional writer, it was something that happened over a long time.

                  How did your acting career influence your writing career? Do these two professions have things in common?
                  I am glad I had my acting career, and my time in the theatre. They are still magical places for me. I learnt a lot, not just about using what you know to infiltrate what you don’t, but also about story-telling. Keeping your audience gripped and entertained. And I often think that the many, many early drafts of a book (drafts that no one sees, not even my editor) are like a rehearsing a play. You can’t get the story right first time, and it takes a long while to really know your characters. You have to be prepared to keep trying.

                  Looking back, what do you now think about the first stories you wrote? Would you write them differently today?
                  I don’t tend to look back at the things I have written. I struggle with that. Besides, for me stories come out of a certain time. Would I have written “The Unlikely Plgrimage of Harold Fry” now? I don’t know. Harold came out of a period in my life when I was still quite lost without my father, and also living in a new landscape.

                  At present, your books have been translated into thirty-six languages and we see them on many bestseller lists, especially Harold Fry. At the beginning, what prompted you to re-write the radio play on which “The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry” is based on as a novel?
                  I wrote the radio play originally because my father was dying and I needed somewhere to put the ransacking grief I felt. When I began Harold Fry as a novel, it was just another in a long chain of attempts at a book, but I chose that particular story because I knew the structure had worked in the radio play, and I knew that there was a lot more to explore. Most important of all, I knew the story and the man meant something deeply personal for me.

                  Certainly every artist has experienced moments of self-doubt at some point in their career. Now that you are an accomplished author, do you handle these moments differently than at the beginning of your career? How do you overcome self-doubts and writer's blocks?
                  I encounter them daily. I battle with self-confidence all the time and I have a demon in permanent residence on my shoulders who tells me my writing isn’t good enough. So I never think of myself as an accomplished writer. It’s not a luxury I enjoy … But that is my battle, and I have to keep going with it. I sometimes think that what makes a writer is not so much talent – there are many, many people who can write very well – as much as a dogged refusal to give up. It surprises me, that even with all this self-doubt I don’t walk away from writing.
                  In terms of writer’s block – and yes, I suffer from that too – it comes about when you can’t see the thing you are writing. It isn’t there for you. So you have to be true to it, and find it. But how you go about that is the challenge. Sometimes when I am stuck, I walk away from my desk. I go where there are people to watch and learn from. Or I just do a very menial task like the washing, or a bit of weeding. I suppose my thinking is, Well if I don’t bash my head against this problem maybe the answer will come to me quietly, of its own accord, almost while I’m not looking.

                  Do you have any words of advice for people who are just getting started on the journey of being a writer?
                  Don’t give up. Be true to your writing – by which I mean dig deep. Dig as deep as you can, because no one else can do that for you.

                  Which one of your books would you recommend to a reader who so far knows none of them – and why?
                  Oh that’s so hard. For all the reasons I’ve already shared with you, I find it hard to recommend my own books. But Harold Fry is the most popular – I suppose because it captures something ordinary and finds a place for it that is universal. “Perfect”, my second novel, is also very close to my heart ... But then so is “Queenie” (ann.: “The Love Song of Miss Queenie Hennessy”), and “The Music Shop” ... They are all different. I would find it as hard to single out one as I would to single out one of my children.

                  What are the steps of your writing progress and do they differ for novels and radio plays?
                  In essence, they are the same. I often wake early – very early – and go downstairs to work while the house is absolutely still and the morning is very young. I find dawn my best time to write. I think it’s because the day still feels so new and private. You are free to think without anything getting in the way.

                  Do you keep to a strict order when working on your projects and finish them one after another, or do you manage multiple projects in parallel?
                  I might have a few projects in my head, gently simmering, but I can only really focus on one at a time. I think you have to let them work through you. Ideas come when I am not expecting them, and I have to be open to that.

                  Do you develop your characters and settings in detail before writing, or do they evolve as you put down the first draft?
                  I think about them a lot before I begin to write. Maybe I find a photograph that inspires me, or I hear a story about someone, and I begin to try and piece together a lifetime. A lot more emerges as I write. The voice of the character, and also the voice of the book. Those things are often not clear at the beginning. (And it’s such a relief when they come.) Then there is all the research..I compare writing a new book to finding an empty house in the middle of a wood, where the windows and doors are all shuttered up, and yet you are desperate to go inside. You have to circle it and circle it, trying to find the smallest crack so that you can at last begin to crawl inside. But that takes me a very long time. You must be patient.

                  According to your biography at the Penguin Books website, two of your books are currently in development for film. Are you at liberty to say which ones? In which state of the film production process are they?
                  I am writing the screenplays for both “The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry” and “The Music Shop”. Of course films have to jump through so many hoops but I am enjoying the process of story-telling with a slightly different set of tools.

                  When it comes to settings, your stories usually take place in the UK in the reality of the recent past. Why do you choose this setting? Would you be interested in writing a novel with an utterly different setting in terms of place and genre?
                  My new novel, “Miss Benson’s Beetle”, is set in New Caledonia, which is a small island on the other side of the world, in 1950. I wanted to write a book about an inspirational friendship between two women, but I didn’t simply want it to be an emotional study of a friendship – there are already so many wonderful novels that do that – so I decided to send my women (and my readers, and myself) on a most spectacular adventure. I am always attracted to character-driven stories but a lot about the setting of this book is new for me.

                  Your stories are rather calm and impress by the journey of the characters themselves and a clear language instead of action-packed scenes. Will your upcoming novel “Miss Benson's Beetle” follow the same tradition? What can we expect of this novel?
                  I don’t suppose I can ever quite lose my ‘take’ on the world and how I see it. I like writing in a clear way – I think it’s relatively easy to make simple things sound complicated, but it takes a lot more thought and care to make complicated things simple. I edit my prose meticulously.
                  Having said that, I wanted this to be an adventure story for women. I read all the classic male adventure stories and asked myself how I could use and adapt them. So it is funny, I hope, and it will keep you riveted (I hope.) But it’s also about a friendship between two women that enables them to become more than the thing they are alone.

                  Imagine you could travel back in time. What would your current self like tell your past self?
                  On the whole, I stay in the present. And that is what I would tell myself to do if I time-travelled. Get back to the present. What are you doing in the past? The present is where change can happen.

                  Is there a question you would love to answer in an interview, but haven't been asked yet? What would be that question and the answer to it?
                  I think you have asked a very good set of questions! Thank you …


                  Wir möchten uns ganz herzlich bei Rachel Joyce dafür bedanken, dass sie sich Zeit für uns genommen hat und unsere Fragen so offen beantwortet hat. Natürlich auch vielen Dank an alle Fragensteller aus dem Wortkompass!
                  We would like to thank Rachel Joyce very much for taking the time to answer our questions and for her openness.
                  »… and he wonders if that is what people look for in a partner or a friend: the part of themselves that is missing.«
                  ”• Rachel Joyce, Perfect

                  Kommentar


                  • weltatlas
                    weltatlas kommentierte
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                    SaKi, vielen lieben Dank, dass Du das Interview initiiert und organisiert hast!

                  • Ena
                    Ena kommentierte
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                    Das war ein sehr schönes Interview, fand ich sehr angenehm zu lesen, und tolle Arbeit bei der Übersetzung

                  • Alys II.
                    Alys II. kommentierte
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                    Danke, SaKi, dass Du dieses Interview organisiert hast!
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