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Thread-Interview mit E.F. von Hainwald

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  • Thread-Interview mit E.F. von Hainwald

    Diesen Sonntag, den 10.02. um 19:00, ist es wieder soweit. Der Autor E.F. von Hainwald nimmt sich Zeit Eure Fragen, hier in diesem Thread, zu beantworten.


    E.F. von Hainwald
    Ich komme aus einem kleinen, verschlafenen Dörfchen, welches in einem bewaldeten Flusstal liegt. Abgelegen vom schnellen Puls der modernen Zeiten und ohne Internet, entwickelte ich eine blühende Einbildungskraft – behauptete zumindest stets meine Mutter.
    Ich träumte oft allein vor mich hin oder flüchtete mich in Bücher und Filme.

    Ursprünglich wollte ich meiner ersten Leidenschaft, Mathematik und Naturwissenschaft, treu bleiben, aber habe mich dann doch für einen kreativen Lebensweg entschieden - zum Glück!
    Ich bin nach Dresden gezogen, habe Gestaltung gelernt und mich nebenher mit Begeisterung der Fotografie gewidmet.
    Meine Kreativität drückte ich stets in Bildern aus, bei z.B. Cover-
    gestaltungen, Animation, Druck, Fotografie, Bildbearbeitung, Raumillusionen oder Kostümen.

    Und wie bin ich nun zum Schreiben gekommen?
    Freunde hatten es mir immer wieder vorgeschlagen und zuerst habe ich diese Idee belächelt. An einem gemeinsamen, lustigen Abend habe ich mir dann spontan einen Handlungsplott aus den Fingern gesaugt. Mein Debütroman „Geborene des Lichts“ erblickte das Licht der Welt und fand für mich sehr überraschend großen Anklang. Also habe ich weiter gemacht, denn Schreiben fällt mir erstaunlich leicht: Ich beschreibe und stelle dar, was ich vor meinem geisten Auge sehe. Manche Leser lassen sich sogar so sehr mitreißen, dass sie in Gedanken beinahe an den selben Ort reisen, wie ich. Das macht mich sehr glücklich und ich hoffe, ich kann noch viele weitere von euch einladen mir dorthin zu folgen und Abenteuer zu erleben. Ich möchte euch zu vielen dieser Orte mitnehmen, euch die Lebendigkeit dort fühlen lassen und inspirieren. Es gibt soviel zu entdecken!
    Da wie das Leben auch meine Geschichten allzeit bereit sind euch zu überraschen, halte ich mich kaum an Genregrenzen, alteingesessene Konventionen in Handlungsstrang oder Charakterisierungen.

    Mein Job spielt mir nun als Selfpublisher in die Hände:
    Meine Cover, Trailer, Artworks, Illustrationen sind von mir selbst erarbeitet - ich bin Selfpublisher bis ins Mark.
    Doch ein Verlag hat es nun geschafft, mich mit seiner Liebe zum Detail und Autorennähe einzufangen.







    Wir wünschen viel Spaß!
    Zuletzt geändert von weltatlas; 05-02-2019, 20:30.
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

  • #2
    Kuze Frage, sehen alle die Bilder?
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

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    Kommentar


    • In-Genius
      In-Genius kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      yo, zwei Stück, einmal Männergesicht und einmal Buchcover.

    • Peter
      Peter kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Jo.

    • SaKi
      SaKi kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      jepp
      aber warum hört der Text nach dem Doppelpunkt plötzlich auf?

  • #3
    Liebe User,

    heute findet das Interview hier in diesem Thread statt. Stellt ab 19:00 einfach Eure Fragen als neuen Beitrag und postet sie.

    Viel Spaß wünsche ich Euch.
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Ja, ich würde sagen je Frage ein Posting und ich antworte direkt dazu.

      Ach, ich bin immer direkt für ein "du" und meinen Vornamen: Enrico.

    • Peter
      Peter kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Guten Abend an alle.

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Dann erstmal ein herzliches Willkommen Enrico.

  • #4
    Liebe User,

    es ist soweit. Das Interview kann starten .

    Vielen Dank Herr von Hainwald (oder Enrico), dass Du Dir die Zeit nimmst. Als Einstieg:

    Wann hast Du mit dem Schreiben angefangen?
    Gab es dafür einen Ausschlaggebend Moment?
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Hmmmh, also es gab nicht DEN Moment, glaube ich. Freunde haben mich immer wieder damit gestichelt. Ich hatte es nie vor, zumal meine letzte Schreiberei wirklich in der Schulzeit und unterrichtsgebunden war.

      Dann saßen wir nach einem Film - ich glaube, es war "Deadpool" - in einer Bar und beim zweiten Cocktail habe ich dann einfach eine Geschichte aus den Finger gesaugt und sie erzählt ... das war mein erster Roman vor 2 Jahren... dass der so große Wellen schlug, überraschte mich dementsprechend sehr.

  • #5
    Hallo Enrico, schön, dass Du hier bist!

    In Deinem Profil habe ich gelesen, dass Du Langschläfer bist. Das klärt die Frage nach dem Wann, aber Wo schreibst Du am liebsten?
    Always avoid alliteration.

    Kommentar


    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Hallöchen!

      hmmmh, stimmt das "Wann" ist wohl klar: meist nachts ... oder mittags mit dem Laptop im Park.
      Das ist auch mein liebster Ort, denn um diese Zeit ist er menschenleer - die Leute sind arbeiten und die Kinder in der Schule. Ich sitze da ganz allein auf einer Mauer mit dem Laptop, Musik im Ohr, Sonne im Gesicht, Wind um die Nase.

      Ansonsten aber auch im Zug, wenn ich unterwegs bin (ich reise gern und viel), oder der heimische PC.

  • #6
    Dann leg ich mal nach:

    -Wann würdest du unbedingt Self Publishing empfehlen und wann eher die Veröffentlichung über einen Verlag?
    -Für wen ist Self Publishing ungeeignet?
    -Und was ist dein absoluter Antrieb zu schreiben, der dich durch alle Höhen und Tiefen des Autorendaseins trägt?
    -Wie schreibst du am liebsten? Am PC, mit Kuli, Bleistift und Co oder diktierst du den Text am liebsten erstmal auf ein Diktiergerät?

    Vielen Dank.
    Ich entwickel langsam eine Art Verfolgungswahn. Verfolgt von Ich-sollte-doch-schreiben.

    Storytelling is the power to connect people to what you care about. Anand Varma

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Oha - umfangreiche Frage! Ob Selfpublishing oder Verlag ist glaube ich eine persönliche Sache.

      Der Verlag ist eine enorme finanzielle Erleichterung bei der Schaffung des Romans, denn er trägt die Vorkosten. Abgesehen davon hat ein Verlag natürlich mehr Verkäuferreichweite, auch wenn die Prozente einiges geringer sind. Dafür hat er den Daumen auf diesen Dienstleistungen und er gibt Deadlines vor. "Kurz-vor-knapp-Schreiber" haben dann meist ordentlich Stress. Unstrukturiertes Arbeiten ist dabei meist auch unvorteilhaft, denn Verlage wollen Exposés, Plottplanungen und Charakterblätter.

      Als Selfpublisher haut das finanziell ordentlich rein - vor allem ein professionelles Lektorat/Korrektorat ist teuer. Wer an dieser Stelle jedoch spart, der kann Leser ordentlich vergraulen. Aber der große Vorteil ist: Man ist der Boss! Keine Deadlines, keine Vorgaben an das Cover usw.

      Viele Autoren fahren daher auch parallel - Geschichten, welche es nicht zum Verlag schaffen, bringen sie einfach selber raus.
      Eine Autorin schrieb mir z.B. auch, dass sie Verlage nicht ertragen kann, sie kommt mit der harten Arbeitskritik nicht klar - auch wenn dies zum Wohle des Buches geschehen soll. Selfpublishing ist jedoch genauso hart, denn natürlich kritisieren Leser auch, manche auch weniger konstruktiv - da muss man schon durchatmen und es nicht persönlich nehmen.

      Mein Antrieb ... hmmmm ... es sind zum einen tatsächlich die Geschichten selbst. Die Welten, die Charaktere bereichern mich und verändern auch meine eigene Weltsicht - und ich bin einfach schrecklich neugierig! Zum anderen die Leser, die ein Buch bewegen kann. Das kann manchmal nur Einer unter Tausenden sein, doch der reicht mir schon ... interessanterweise konnte "Cyberempathy" das gleich bei mehreren Personen - das hat mich echt unter Strom gesetzt!

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Noch jemand schrecklich neugieriges. Was den Antrieb angeht, das kann ich absolut nachvollziehen. Irgendwann wird man ja quasi eins mit seiner Geschichte und den Charakteren. Und ja - wenn die eigene Geschichte das Leben anderer bereichern kann - was will man mehr?

    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ganz genau - und das muss nicht mal auf den ersten Blick positiv sein. Selbst, wenn ein Leser sich total über dieses oder jenes darin aufregt, so scheint es doch damit eindeutig einen Punkt getroffen haben - oder nicht?

  • #7
    Hallo Enrico!
    Schön, dass du Zeit gefunden hast, hier zu sein.

    Cyberempathie ist ein ganz anderes Genre, als du vorher geschrieben hast. Wie kam es zu diesem Wechsel? Würdest du sagen, dass du komplett etwas anderes geschrieben hast, oder erkennen dich deine Leser in beiden Genres (Thema? Stil?) wieder? Wie finden deine treuen Leser diesen Genrewechsel?
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Heyhey!

      ich hatte mich nie einem Genre verschrieben - selbst meine Trilogie, welche die meisten unter "Fantasy" anordnen würden (weil da sowas wie Magie vorkommt), hat dystopische SciFi-Aspekte. Grenzen interessieren mich da wenig, ich schreibe, wozu mich die Charaktere hinter meinen Schultern überreden.

      "Cyberempathy" brannte mir unter den Nägeln und hat sich zwischen Band 2 + 3 geschoben. Meine Leser waren zunächst zugegebenermaßen etwas verstört.
      Da sie jedoch meinen Schreibstil in der Trilogie mochten, haben sie sich voooorsichtig getraut - und waren danach (zum Glück!) positiv überrascht. Viele Fantasyleser schätzen SciFi nicht so, weil sie es als "kalt" und zu "wissenschaftlich" betrachten. Dabei muss es das überhaupt nicht, zumal Wissenschaft und Fortschritt feste Teile unseres menschlichen Lebens sind. Und genau darauf stützt sich dieser Roman - was macht das mit uns als Menschen, mit unseren Emotionen und unserem Leben?
      Dadurch ging ihnen dieses Buch sogar noch mehr unter die Haut, als die "Distanz" von einer magischen Welt.

      Mein Stil ist, denke ich, klar erkennbar, jedoch aus einem anderen Blickwinkel. Feedback war, dass es eindeutig "ich, aber anders" ist. Tatsächlich hat "Cyberempathy" mich enorm weitergebracht, sodass Band 3 der Trilogie sprachlich und aufbaumäßig einen guten Schritt weiter als Band 2 ist.

  • #8
    Einfach aus den Fingern gesaugt
    Klingt spontan und aus dem Bauch heraus. Plottest Du Deine Romane/Geschichten? Wie gehst Du beim Schreiben vor? Worauf legst Du beim Schreiben besonders viel Wert?
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Die SchwieMu ..... meine Köpfe sind: Kapitel, Charaktersicht, Ort, Handlung

      Dann tippe ich zeilenweise Stichworte. Nachdem ich das Ende des Buches erreicht habe (meist so 100 Zeilen) und bis dahin dachte: "HAH! Geiler Roman, alles passt!", stelle ich am nächsten Tag fest: "Ich habe gar nichts. Das ist einfach nur unlogischer Bockmist!".
      Tja, wie komme ich von A nach B? Warum verhält sich der Charakter plötzlich so? Und überhaupt: Was soll das Ganze mit dem Antagnisten eigentlich?

      Dann geht es los mit dem Feilen und am Ende landete ich z.B. bei "Cyberempathy" bei 600 Zeilen! Allgemein ist die Peilung Romanseitenanzahl = Tabellenzeilenanzahl scheinbar passend.

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Klingt interessant und so ähnlich, wie mein System. Wobei ich bisher kaum vorausgeplant habe. In meine Timeline kam eher stichpunktartig nach Kapiteln, was ich bisher geschrieben habe, was wo zu welchem Zeitpunkt passiert, ganz wichtige Ereignisse sind fett hervorgehoben und hin und wieder gibts einen Hinweis, welche Jahreszeit gerade ist.

    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Es kommt auch vor, dass ich von der Tabelle abweiche, weil die Charaktere das so wollen. Das macht es dann aber besonders spannend an der Stelle.

  • #9
    Gibt Es Schriftsteller, die Du als Vorbild siehst oder die Dich beeinflusst haben?
    Always avoid alliteration.

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Nein, gar nicht. ich weiß, das klingt seltsam, ist aber wirklich so. Ich lese schrecklich gerne und habe da natürlich Bücher, die ich großartig finde. Trotzdem eifere ich dort niemanden nach, denn wie erwähnt, ich hatte nie vor zu Schreiben. Es passiert einfach - und ist schon verrückt genug.

  • #10
    Nabend Enrico!

    Gibt es etwas beim Schreiben eines Buches/im Leben eines Autors, dass Dich absolut abnervt und Du gerne streichen würdest, wenn Du könntest? Die meisten Menschen machen ja nicht alle Aufgaben gleich gerne, nur weil sie gemacht werden müssen. Drückst Du Dich dann solange davor, bis Du es machen musst? Oder gehörst Du eher zu den Menschen "Augen zu und durch", die lieber das schlimme Ding gleich wegmachen?
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Tach!

      hmmmmh, also als ich Selfpublisher war, dann auf jedenfall die Ebookprogrammierung. Ich bin ursprünglich aus dem grafischen Bereich und wollte da natürlich nicht nur stumpf Text, sondern Gestaltungselemente einbauen... und ich sage dir: wer Ebookprogrammierung festgelegt hat, der *hier diabolische Flüche, der eigenen Wahl, einfügen* und dann kommt da noch das Format von Kindle, das ist noch schlimmer...

      Na ja ich mache die Dinge, sobald sie eben dran sind. Ich ziehe nicht vor oder setze ans Ende. Glücklicherweise kann ich mich da durchzwingen.

  • #11
    Wie gehst Du mit (negativen) Kritiken um? Welche Kritik hat dich bisher am weitesten gebracht? Gab es auch welche die dich demotiviert haben? Wenn ja, was für welche waren das?
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Ich finde negative Kritik grundsätzlich spannend - man lernt schließlich daraus.

      Am Anfang ist es natürlich hart, das eigene Baby wird getreten, das geht nicht spurlos vorbei. Wenn diese Kritik dann noch unkonstruktiv ist, haut es noch mehr rein. Ich atme dann erstmal durch und versuche das nur mit dem Kopf zu lesen. Abgesehen davon ist es eine persönliche Meinung, auch wenn kritische Rezensenten manchmal vergessen, dass ihre Meinung nicht das Maß aller Dinge ist (und es dann so formulieren, als wäre es die einzige Wahrheit) - sondern eben genau das: eine persönliche Meinung. Das muss jedoch auch der Autor sich vor Augen halten - man kann es unmöglich jedem Recht machen. Wozu auch? Wenn ich alle Kanten glattbügele, ist nichts Neues mehr drin. Natürlich stört das manche.

      Ist die Kritik konstruktiv - tut es am Anfang zwar auch weh, aber ich erlerne dann einen anderen Blickwinkel auf meine Geschichte. Und aus diesem Winkel ist das vielleicht alles ganz anders. Dadurch kann ich beim nächsten Roman, gleich mehrere einnehmen. Dann bin ich sehr dankbar - oft schreibe ich das den Lesern auch. Die sind dann auch happy, denn Rezensenten fürchten sich manchmal auch davor, dass sie jemanden verletzten oder nach kritik gar angegriffen werden von der Fanbase eines Autors! *uff*

      Was mich am meisten demotiviert sind Kritiken, die zeigen, dass der Leser sich nicht auf die Geschichte eingelassen hat. Er weigerte sich also schon von Anfang an sich zu öffnen. Dadurch ist das Feedback schwer nachvollziehbar und zeigt vor allem: Bei diesem Leser habe ich von Grund auf versagt. Schon mein Buchstart konnte ihn nicht abholen. Da knabbere ich lange dran.

    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
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      Ist das dann nicht ehere jemand gewesen der nicht Deine Zielgruppe war? @Person die Du nicht abholen konntest. Gerade wenn man schon von Anfang an mit einem buch nicht warm wird, könnte man es ja auch schlicht zur Seite legen und denken: Ist nicht mein Thema. Ich bin nicht die Zeilgruppe.

    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Das kann ich schlecht beurteilen, das wird mir nicht gesagt.

      Wenn es so wäre frage ich mich aber, warum diese Person das Buch gelesen hat. Warum wurde diese Richtung Buch (es gibt schließlich Leseproben) gekauft, wenn man es nicht mag? Das kann ich in diesem Fall nicht nachvollziehen. Eine Rezension dann noch weniger, warum bewerte ich etwas, was ich sowieso nie lesen würde?

      Daher muss ich davon ausgehen, dass ich nicht gut gestartet bin und dass die Person das Buch nur wegen Cover und Klappentext gekauft hat, ohne mal kurz reinzulesen, oder dass der Spannungsbogen für diese Person unzureichend war.

  • #12
    Als Selfpublisher haut das finanziell ordentlich rein […] Aber der große Vorteil ist: Man ist der Boss! Keine Deadlines, keine Vorgaben an das Cover usw.
    Du hast ja dein Cover und die Artworks selbst gemacht, gab es da auch Vorgaben vom Verlag?
    Hilft dir dein Job auch beim Schreiben? Sind deine Geschichten komplette Abbilder deiner Fantasie oder sparst du sogar (den Lesern zuliebe ) Details ein?
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

    Kommentar


    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Also derzeit verbreitete sich die Mentalität, dass Verlage wenig wert wären. Autoren meckern offen über sie. Das finde ich auch nicht richtig, gerade meine Verlegerin reißt sich ihren Ar... auf für die Romane. Hier ein <3 für Denise vom Gedankenreich-Verlag!

      Dennoch gibt es leider viele Verlage, die Autoren viel aufdiktieren. Das machen die aber nicht aus Bosheit, sondern weil der Leser es so will!
      Der Verlag gibt den Leser, was sie kaufen/wollen. Da sie sich davon finanzieren, muss der Autor im Verlag sich dem oft beugen. Der Selfpublisher hat meist noch einen Brotjob, der sein Leben finanziert. Das gibt ihm da gewissen Freiheiten..... allerdings leidet er auch darunter, wenn es nicht den Zeitgeschmack trifft und ignoriert wird.

      Mir kam es auch unter, dass Geschichten so gebügelt wurden, bis sie Bestseller wurden. Das ist nur noch 10% Autor, der Rest Handwerk und Marktanalyse. Klar freut sich der Leser über ein tolles Buch, aber es ist dann Massenware wie Popmusik. Natürlich wollen Autoren Erfolg und erhoffen sich mit einem Bestseller, dass ihre anderen Geschichten dann auch gelesen werden. Aber enttäusche ich dann nicht Leser, die in den Seitenwerken plötzlich mit dem "echten" Autor konfrontiert werden und nicht mit der Werbemaschinen-Version?

      Abgesehen davon gibt es auch Autoren, die wollen einfach davon leben und schreiben, was Leser wollen. Sie unterwerfen sich den Rezensenten und dem Verlag - dem Markt. Es gab z.B. eine Autorin, die bekam nur 1 Stern, einfach weil die Leserin sich als "happy-end-süchtig" bezeichnete. Das killt schnell die Sichtbarkeit in den Shops und der Autor beginnt, sich zu verbiegen - die Diversität leidet.
      So war das ja auch schon immer mit z.B. der Malerei - heute gehypte Meister, waren damals bettelarm, weil die Leute es nicht dem Zeitgeschmack angemessen fanden.

    • Milch
      Milch kommentierte
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      Empfehlenswert ist noch das Buch "Der Geschmack".

    • Milch
      Milch kommentierte
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      Es kommt darauf an, wann die Kritik geschrieben wurde. Ist sie die erste Kritik bei Amazon, wird es schwierig. Ist sie die 100., ist so etwas fast normal. Irgendwann kommen auch schlechte Kritiken.

      Man muss bei Popmusik zwischen Interpreten und Kreative unterscheiden. Die Interpreten bekommen ihr Zeug meist vorgesetzt, zu den Interpreten zähle ich die DSDS-Gewinner. Die Kreativen haben meist mehr Spielraum, ihr Ding durchzuziehen.

  • #13
    Welche Themen reizen Dich beim Schreiben am meisten? Gibt es wiederkehrende Themen über die Du immer schreibst, sie in Deine Bücher einbauen möchtest? Gibt es ein Thema über das Du gern noch schreiben möchtest?
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Mich reizen vor allem Themen, die an dem kratzen, was wir zu wissen glauben, und an Fragen, die wir uns zu stellen weigern, weil sie so unbequem sind. In der Trilogie taste ich mich da vorsichtig ran, bei "Cyberempathy" habe ich ohne Rücksicht auf Verkaufbarkeit ordentlich reingetreten. Und trotzdem interessiert es die Leser - das hätte ich echt nie erwartet! Es ist kein "bequemes" Buch. Das spornt mich total an!

      Mein neuer Roman wird sich wieder einer unbequemen Frage widmen. Nicht besonders direkt, es ist eine spannende und witzige Geschichte, kein schwerer Psychoschinken (und das war "Cyberempathy" ja auch nie).
      Wenn Menschen sich diese Frage stellen, dann greifen sie nach ersten oberflächlichen Antworten plötzlich ins Leere, welche in Furcht mündet ... und Glauben erschafft (nein, kein religiöses Thema ).

    • Milch
      Milch kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Was sind für dich unbequeme Themen?

    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Themen, die Menschen aus ihrer Komfortzone bringen und zwingen, über den Tellerrand zu schauen.
      Z.B. in "Cyberempathy" war ist es (u.a.): Wo beginnt Menschlichkeit, wo endet sie?

  • #14
    Hast Du ein Lieblingszitat? (Aus einem Buch eines anderen Autors.)
    Always avoid alliteration.

    Kommentar


    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Hmmmmh ... ich habe jetzt echt gegrübelt. Ich weiß nicht, ob es aus einem Buch ist:
      "Eine Kerze, welche doppelt so hell leuchtet, brennt nur halb so lang. Du hast für kurze Zeit unglaublich hell gebrannt."

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Das ist aus Blade Runner. Gute Wahl!

    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      HAH! Ungewollt dem Genre treu geblieben!

  • #15
    Wonach siebst Du aus, was gut oder schlecht für Dein Buch ist? Man muss ja irgendwo nach seine Ideen sortieren und Textstellen bewerten oder überhaupt aus der Flut an kreativen Einfällen die heraussieben, die man jetzt verwirklicht und was später irgendwann kommt und was vielleicht nur für einen flachen Witz reicht. Machst Du das nach dem Bauchgefühl? Nach Marktwert? Suchst Du den Ratschlag von jemandem mit Lesegeschmack?
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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich frage mich, ob es es die Handlung, Stimmung oder den Charakter voranbringt. Ist es nur reines Schmuckwerk, muss es weg. Das ist auch mein Prinzip für Besitz.Ich habe nichts, was nicht schön UND nützlich ist. Ein Ding muss für mich beides beinhalten, sonst trenne ich mich davon. So halte ich es ebenso mit Szenen.
      Das kann dem Leser durchaus mal anders erscheinen - manche sagten mir bei einem Roman, dass sie in der Mitte den Faden aus den Augen verloren hätten, doch am Ende merken sie, dass genau die Szenen, welche so völlig unnötig erscheinen, enorme Wichtigkeit hatten.

  • #16
    Gibt es etwas, das du im Leben unbedingt einmal ausprobieren möchtest ?

    Kommentar


    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Hmmmh - ich würde gern mal fliegen, gibt da so Gleiter und so. Aber ich hab schreckliche Höhenangst. Ich würde sie gern überwinden und die Freiheit genießen.

  • #17
    Bevor unsere Zeit um ist:

    Der Entstehungsprozess eines Buches ist für mich wie ein kleiner Urknall. Man muss so vieles auf die Reihe kriegen, die Emotionen im Zaum halten (und den Kopf auf den Schultern), Kriterien der Verlage beachten, nebenbei stellt einem das Leben hier und da ein Bein, von der Suche nach einem Agenten oder Verlag fang ich gar nicht erst an. Dabei als Autor ruhig Blut zu bewahren, sich nicht entmutigen zu lassen und weiterzumachen, ist nicht immer leicht. Hast du irgendwelche Geheimtipps, mit denen sich diese Zeit besser überstehen lässt?
    Ich entwickel langsam eine Art Verfolgungswahn. Verfolgt von Ich-sollte-doch-schreiben.

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    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Das läuft bei mir ehrlich gesagt immer so ab, bis ich so schlimm Hunger habe, dass es nicht mehr geht. ^^°

      Im Genre mal wieder nicht so festgesetzt, der Protagonist nicht menschlich (was die Beschreibung seines Verhaltens ungemein spannend für mich macht), das Setting SciFi und Magie in einem, aber kein ShadowRun-Abklatsch (was es zu einer Herausforderung macht, mich kurz und präzise zu fassen), mit überhöhten Lösungen unserer aktuellen Weltprobleme - und dann noch mit Situationskomik. Mein Kopf raucht!

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Ich hab beim Schreiben meist etwas neben mir stehen, das nicht auslaufen, verderben oder verschüttet werden kann (nur keine Chips). Da wird dann nebenbei ein Haps gegessen.

      SciFi mit Magie ist ja auch nicht gerade eine alltägliche Mischung. Klingt gut. Was den rauchenden Kopf angeht: Das ist normal, wenn er auf Hochtouren arbeitet (der Feuerlöscher ist hoffentlich griffbereit). Aber mehr kann man sich als Autor doch kaum wünschen, oder? Das es rund läuft, die Ideen überquellen und die Tastatur mitmacht.

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      In-Genius
      Genau da hänge ich gerade mehr oder weniger. Band zwei von dreien. Das ist der Punkt, an dem das Schreiben zur Fleißarbeit und zum Kampf mit dem eigenen Durchhaltewillen wird.

  • #18
    Die eine Stunde ist leider schon vorbei. Es kann dennoch gern auf die restlichen Fragen und Antworten eingegangen werden.

    Vielen Dank Enrico für Deine Zeit und vielen Dank für Euer Engagement!

    Schönen Sonntag noch an Euch.
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich bedanke mich ebenfalls für das Interview und werds Vickie gleichtun.

      Schön, dich kennenzulernen Enrico.

    • In-Genius
      In-Genius kommentierte
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      Gerade diese ausführlichen Antworten sind toll. Dankeschön!

    • E.F. von Hainwald
      E.F. von Hainwald kommentierte
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      Sorryyyyyyy - ich hätte gern noch schneller getippt.
      Also.... habe ich eigentlich, dann war ich damit beschäftigt Buchstabendreher zu korrigieren.

      Wer will, kann mich ja gern auch so mal auf den sozialen Medien oder via Mail löchern. Wer auf den Buchmessen ist und mich sieht, quatscht mich an!

      Vielen Dank an das Team vom Wordkompass für die Möglichkeit! <3
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