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Chat-Interview mit Jennifer Jäger

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  • Chat-Interview mit Jennifer Jäger

    Am 13.01. um 19:00 findet in unserem Interviewchat (der Chat wird erst am 13.01 um 18:00 geöffnet) das Interview mit der Autorin und Lektorin Jennifer Jäger statt. Ihr seid herzlich eingeladen daran teilzunehmen. Kommt einfach in den Chat und stellt Eure Fragen.

    Liza Grimm ist das Pseudonym von Jennifer Jäger. Sie studierte in München Germanistik; erste Publikationen erschienen bei Impress. Nach ihrem Studium absovlierte sie ein Volontariat bei neobooks, inzwischen arbeitet sie als Lektorin.

    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

  • #2
    Ist das die gleiche Jennifer Jäger von der die Saphirtränen Reihe ist?
    I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

    Kommentar


    • Sora
      Sora kommentierte
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      Kurze Recherche, Fotos abgegleicht und ja: Das ist sie!

    • Liza Grimm
      Liza Grimm kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ja, das bin ich!

  • #3
    Hallöchen!
    Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich hier im Chat von euch mit Fragen gelöchert werden darf. Als Jennifer Jäger habe ich 2011 im Selfpublishing Bücher veröffentlicht, meine neueren Bücher erschienen allerdings unter dem Pseudonym (und Mädchennamen meiner Oma) Liza Grimm. Von 2011 - 2016 habe ich bei Selfpublishing-Anbietern (BookRix und neobooks) gearbeitet, 2017 war ich selbstständig und habe in der Zeit unter anderem als Chefredakteurin das Magazin Derselfpublisher herausgegeben. Ein weiterer Schwerpunkt war Social Media-Marketing.

    Mittlerweile bin ich Fantasy-Lektorin bei Droemer Knaur.

    Ihr könnt mich gerne mit sämtlichen Fragen rund ums Verlagswesen, Schreiben und Selfpublishing löchern und ich hoffe, dass meine Antworten zumindest ein bisschen hilfreich sind.

    Wir schreiben uns spätestens am 13.01.!

    Liebe Grüße
    Jennie (oder Liza. Da bin ich flexibel!)

    Kommentar


    • SaKi
      SaKi kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Herzlich willkommen!

    • VickieLinn
      VickieLinn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Willkommen im Forum, Jennie.
      Ich freu mich schon sehr auf das Interview. Danke für deine Zeit!

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Hallo Jennie! Schön, Dich schon vorab hier zu lesen. (Und schön, noch jemanden aus München hier zu haben.)

  • #4
    Echt ein super Interview! Aber mit mir war nur @In Genius dabei, der Rest war Team :/ Fand ich schade, machte es aber übersichtlicher vor allem für die interviewte.

    Kommentar


    • Julestrel
      Julestrel kommentierte
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      Peter war übrigens auch da

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Ich vermute mal es war jeder da, den es interessiert hat und der Zeit und Fragen hatte. Romantasy ist natürlich auch nicht jederfraus Thema.

      Nach wie vor finde ich es toll, was das WK Team auf die Beine stellt. Vielen Dank an euch.

    • VickieLinn
      VickieLinn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Es gibt ja immer noch die User, die nur zugucken und sich nicht zu Wort melden. Diese sind dann unsichtbar.

  • #5
    weltatlas: Vielen Dank für Deine Zeit! Wann fing es eigentlich bei Dir an, das Du Geschichten schreiben wolltest und was war die erste Geschichte? Erzähl uns darüber.
    Liza Grimm: Das hängt eng mit meinem Autorenpseudonym zusammen. Meine Oma heißt Elisabeth Grimm. Ihr Vater (also mein Uropa) hat mir als kleinem Mädchen immer erzählt, wir würden von den Gebrüdern Grimm abstammen. Deshalb wollte ich immer so tolle Geschichten erzählen wie er
    Spoiler: Ich bin nicht mit den Gebrüdern Grimm verwandt. Meine erste Geschichte, an die ich mich aktiv erinnere bzw. die ein Buch werden sollte, trug den Titel „Rache ist süß und der Mörder ist sauer“. Ich habe damals viel Fear Street gelesen."

    VickieLinn: Wie alt warst du bei der ersten Geschichte?
    Liza Grimm: Bei der Rache ist süß Geschichte? Uff... Ich schätze so 10? Sie existiert noch auf Diskette.

    weltatlas: Worum ging es in der Geschichte?
    Liza Grimm: Ich weiß leider nicht mehr viel... Aber ich erinnere mich daran, dass das erste Kapitel aus der Sicht des Mörders war.

    VickieLinn: Wie bist du dazu gekommen, „richtig“ zu schreiben? Gab es da einen Anlass?
    Liza Grimm: Nicht wirklich. Ich wollte einfach immer Geschichten erzähl en und habe das auch im Kindergarten schon für andere Kinder getan.

    Peter: Grimm als Pseudonym finde ich auch cool. War das der einzige Grund den Namen zu ändern? Die Saphirsachen laufen ja unter J. Jäger.
    Liza Grimm: Es hatte sehr viele persönliche Gründe. Unter anderem, dass mein Uropa leider verstorben ist.

    Alys II.: Und wann/warum hast Du Dich dann entschlossen, nicht nur für Dich zu schreiben, sondern so richtig eine Veröffentlichung angestrebt?
    Liza Grimm: Es gab für mich nie eine andere Motivation als das Veröffentlichen. Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich schreibe tatsächlich nicht um des Schreibens willen. Ich erzähle einfach gerne Geschichten - und irgendwie bin ich dann bei Wörtern gelandet. Aber ich würde genauso gerne Computerspiele entwickeln oder Filme drehen. Bei Jugendfreizeiten erzählen ich z.B. auch gerne Geschichten am Lagerfeuer oder bei Familienfeiern den kleineren Kindern."
    Alys II.: Kann ich nachvollziehen. Ob man mit dem Medium Film oder dem Medium Buch erzählt ist letztlich ähnlich.


    VickieLinn: Apropos für andere Kinder getan; du bist ja sehr aktiv für andere, mit" der Schreibnacht, deinem YT-Channel usw. Was ist deine Motivation?
    Liza Grimm: Ich habe mich in meiner Jugend mit meiner Leidenschaft zu Geschichten sehr alleine gefühlt. ca. 2010 bin ich dann auf BookRix gestoßen und habe dort Freunde gefunden, mit denen ich heute noch Kontakt habe. Mir ist es ein großes Anliegen, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass sie mit ihrer Leidenschaft (Schreiben bzw. Harry Potter) nicht alleine sind.
    Die Schreibnacht entstand auch aus einer spontanen Aktion mit diesen BookRix-Freunden.

    Peter: Was war deine Motivation von SP zu einem Großverlag zu wechseln? Was ist anders am Schreiben?
    Liza Grimm: Als ich Selfpublisherin war, war ich Studentin. Da hatte ich deutlich mehr Zeit für Marketing, Lektoratsorganisation, etc. Die Entscheidung für den Verlag fiel, als ich in eine Festanstellung gewechselt bin. Verlage nehmen einem als Autor sehr viel Arbeit ab. Mir hat diese Arbeit zwar prinzipiell Spaß gemacht, aber ich habe für mich entschieden, lieber mehr Bücher zu schreiben, als meine Schreibzeit zu kürzen und sie ins Marketing zu investieren.
    Am Schreiben hat sich also nur geändert, dass ich mich nicht mehr um Cover, etc. kümmern muss. Das entspannt mich.
    Peter: Ginge mir umgekehrt. Freut mich für dich."
    Liza Grimm: Inwiefern umgekehrt?
    Peter: Hört sich an, als wärst du zufrieden mit deinem Verlag.
    Liza Grimm: Sehr! Aber ich bin dort ja mittlerweile auch Lektorin - wenn ich was anderes sagen würde, wäre es seltsam. Haha
    Peter: Mich würde es verrückt machen, wenn ich nicht beim Covererstellen mitten drin wäre oder mir meine Lektorin nicht persönlich aussuchen könnte.
    Liza Grimm: Ah, das verstehe ich auch. Ich war ja sehr lange aktiv in der Selfpublisher-Szene (erst bei BookRix, dann neobooks, derselfpublisher) und
    denke, dass die Entscheidung zwischen Verlag und SP Typsache ist."
    Also ich sehe es gar nicht als Kampf SP vs. Verlag - für jedes Buchprojekt und jeden Autor gibt es eben mittlerweile einen Weg und das finde ich sehr schön.
    Peter: Ich sehe da auch keinen Konflikt.
    VickieLinn: Man hört öfter mal, dass man im Verlag kein Mitspracherecht hat. Wie ist es denn eigentlich z. B. bei der Entscheidung hinsichtlich Cover, Klappentext oder der Wahl von der Lektorin?
    Liza Grimm: Die Erfahrung kann ich nicht teilen. Ich hatte sehr viel Mit spracherecht und fühlte mich mit meinen Bedenken sehr ernst genommen. Aus Lektorensicht kann ich auch sagen, dass ich meine Autorinnen frage, ob sie einen bestimmten externen Redakteur für ihre Texte wollen.

    weltatlas: Gibt es ein Genre was dich reizt, in dem Du gern ein Buch schreiben würdest und es bisher noch nicht getan hast?
    Liza Grimm: Science-Fiction! Aber da arbeite ich gerade an einem Projekt. Ansonsten irgendwie auch Horror. Aber ich bin so zart besaitet, dass das wahrscheinlich nie passieren wird.
    weltatlas Was reizt dich an den Genre?
    Liza Grimm: An Science Fiction ganz klar: ich bin großer Doctor Who-Fan. Mich fasziniert die Vorstellung, kulturelle Unterschiede mithilfe von Aliens darzustellen.
    An Horror: ich habe einen Faible für Geister und schaue gerne Horrorfilme. Aber ich glaube ehrlich, dass ich das niemals als Buch umsetzen könnte.

    In-Genius: Nabend. Ich hab da auch mal eine Frage: Hast du ein bestimmtes Schreibritual oder tägliche/wöchentliche Ziele wie Wortanzahl um dein Schreiben in den Alltag zu integrieren? Oder geht das einfach so?
    Liza Grimm: Ich schreibe jeden Tag mindestens 500 Wörter. Meistens werde n es 1000 - 1500. Mir ist es wichtig, mich abends noch eine Stunde hinzusetzen und mir die Zeit zu nehmen.
    Wenn der Tag anstrengend war, werden es eben nur 30 Minuten - aber Schreiben muss sein!
    Alys II.: D.h. Du bist auch eher eine Abend-/Nachtschreiberin?
    Liza Grimm: Ich würde jetzt gerne sagen, dass es berufsbedingt ist - aber ich habe schon als Studentin lieber nachts geschrieben. Auch, wenn ich am Wochenende den ganzen Tag nichts vorhabe, setze ich mich erst hin, wenn es draußen dunkel ist. Irgendwie mag ich das. Dann noch Tee dazu und ich bin glücklich.
    Alys II.: Kenne ich ^^
    weltatlas: geht mir ähnlich.

    weltatlas: was hat Dich dazu veranlasst auch als Lektorin zu arbeiten?
    Liza Grimm: Ich wollte eigentlich immer Lektorin werden. Habe auch aus diesem Grund Germanistik studiert. Wahrscheinlich, weil ich so an noch mehr Geschichten mitarbeiten kann.
    weltatlas: was ist für dich persönlich wichtig als Lektorin, gibt es Dinge auf die du achtest in der Arbeit mit anderen texten?
    Liza Grimm: Offenheit. Mir ist es sehr wichtig, dass ich das Gefühl habe , mit dem Autor/der Autorin arbeiten zu können. Kein Text ist in der Rohfassung perfekt.
    Peter: Ist es als Autorin hilfreich, auch als Lektorin zu arbeiten?
    Liza Grimm: Es ist hilfreich und desillusionierend gleichzeitig. Hilfreich, weil ich weiß, worauf LektorInnen beim Einkauf achten - aber eben genau deswegen auch desillusionierend. Ich habe einige Ideen in der Schublade, von denen ich genau weiß, dass sie aktuell nicht verkäuflich sind.

    Alys II.: Hast Du einen Lieblingscharakter? - Nicht aus eigenen Werken, sondern aus Büchern von andern AutorInnen.
    Liza Grimm: EINEN? Boah, wie fies! Ich liebe Schmendrick aus „Das letzte Einhorn“. Seine Hintergrundgeschichte ist so schön tragisch."
    Alys II.: Gute Wahl

    Alys II.: Es gibt ja Autoren, bei denen schon eine Rohfassung sich sehr gut liest. Bei anderen sind die Texte noch ziemlich ungeschliffen. Mit welchen arbeitest Du als Lektorin lieber?
    Liza Grimm: Ui, das kann ich so pauschal gar nicht sagen. Natürlich mag ich es, wenn ein Text wenig Überarbeitung benötigt. Aber genauso spannend ist es, eine tolle Geschichte in eine noch bessere Form zu gießen.
    weltatlas: Gibt es, aus deiner Lektorinensicht, Dinge die Du Autoren raten würdest? Vielleicht auch, wenn sie einen Lektor suchen?
    Liza Grimm: Ich würde dazu raten, offen zu bleiben und Kritik anzunehmen. Bei der Suche nach einem Lektor/einer Lektorin ist es meiner Ansicht nach besonders wichtig, jemanden zu finden, dessen Expertise man schätzt. Dann fällt es viel leichter, Verbesserungsvorschläge anzunehmen.

    Julestrel: Wenn du dich zum Schreiben hinsetzt, blendest du da alles andere aus oder musst du alles, was ablenken könnte, irgendwie minimieren? (Internet aus, Handy weg, etc.)
    Liza Grimm: Japs, Internet aus, Musik aus, Handy weiiiiit weg und leise. Ich brauche absolute Stille. ODER ich sitze im Zug. Im Zug kann ich erstaunlich gut schreiben.

    Sora: Wie stehst du zu Autoren, die sich einen Lektor gar nicht leisten können? Sollten Sie ein Buch trotzdem Veröffentlichen dürfen oder sollten sie es, zum Schutz des selfpublisher rufe, nicht tun?
    Liza Grimm: Ich habe meine ersten Bücher damals auch ohne Lektorat veröffentlicht. Im Nachhinein würde ich das zwar anders machen, aber ich bereue es nicht (Funfact: Meine SP-Werke haben bessere Bewertungen auf Amazon als meine Verlagsveröffentlichungen). Ich denke, dass jeder Autor versuchen sollte, die Geschichte bestmöglich zu erzählen. Manchmal helfen da Beta-Leser schon
    sehr.
    weltatlas: Wieso denkst du haben die SP-Werke bessere Kritiken?
    Liza Grimm: Wenn ich das wüsste. Vielleicht liegt es an der Erwartungshaltung der LeserInnen.
    Peter: Ist denn die Lesergruppe die gleiche?
    Liza Grimm: Von meinen SP-Werken und den Verlagsbüchern? Japs. Gleiche Zielgruppe zumindest.

    VickieLinn: Wo du von Bewertungen sprichst. Liest du die Rezensionen (auf Amazon)? Denkst du sie haben eine Relevanz?
    Liza Grimm: Ich würde gerne sagen, dass ich sie nicht lese. Wäre aber gelogen. Es gibt lange Phasen, da halte ich mich an den Vorsatz... Aber eines Tages öffne ich dann doch Amazon, lese die Kritiken (natürlich die schlechten ganz besonders intensiv) und brauche danach nen großen Becher Eis (mit Keksteig!)

    Alys II.: Wie wichtig ist Deiner Meinung nach das Cover des Buchs für die Kaufentscheidung des Lesers?
    Liza Grimm: ENORM wichtig. Wobei es da einen deutlichen Unterschied zwischen Print und E-Books gibt, was die Ansprüche angeht. Bei E-Books muss zB der Titel auch im Thumbnail-Format lesbar sein. Das ist für das Print nicht so wichtig.

    Sora: Eine anonyme Quelle, die natürlich absolut und nicht deine Website ist, hat mir erzählt dass du relativ Fantasy lastig schreibst. Wie gehst du mit der sogenannten Lore um, also der Hintergrundgeschichte? Hast du quasi eine eigene Asgard Lore-Bibel oder hast du quasi alles an Hintergrundgeschichte bereits in deinen Werken einfließen lassen?
    Liza Grimm: Ich habe ein ganzes Notizbuch mit Hintergrundfakten. Mir war das wichtig, weil ich ja einiges aus der nordischen Mythologie bewusst abgewandelt oder ausgeblendet habe.

    weltatlas: wie gehst du an ein neues Projekt ran? Wie plottest du?
    Liza Grimm: Ich bin ein furchtbar schlechter Plotter. Wobei... Ich plotte gerne. Und viel. Und schreibe seeeehr ausführliche Kapitelexposés. Dann beginne ich mit dem Schreiben und die Geschichte eskaliert irgendwie.
    Ich habe Exposés zu meinen veröffentlichten Büchern hier- wenn ich die schreiben würde, wäre es ein neues Buch.
    weltatlas: Ist die Geschichte dann noch die, die du erzählen wolltest oder eine andere?
    Liza Grimm: Das sind dann beides Geschichten, die ich erzählen wollte. Es ist nur einfach so, dass meine Exposés beim Schreiben nicht mehr so durchdacht wirken. Irgendwie passen dann die vorhergesehenen Entwicklungen nicht mehr zu den Charakteren. Oder eine Hintergrundgeschichte erscheint mir plötzlich zu banal.

    Alys II.: Wenn ich noch nie ein Buch von Dir gelesen habe - welches Deiner Werke würdest Du mir als „Einsteiger“ empfehlen?"
    Liza Grimm: Hmmm ... „Die Götter von Asgard“ - das ist eine sehr klassische
    Heldenreise. Und die mag ich!

    Sora: Ziehst du Inspiration aus anderen Medien als Bücher? Filme? Videospiele?
    Liza Grimm: Mythologie! Ich bin ziemlich verrückt nach Märchen, Sagen, Legen den sämtlicher Kulturkreise. Japanische Geistergeschichten sind z.B. eeecht abgefahren!
    VickieLinn: Japanische Geistergeschichten? Also wird es doch mal Horror?
    Alys II.: Das dachte ich auch gerade.
    Liza Grimm: Neee, lese ich nur zum Einschlafen. Hahahaha
    VickieLinn: Zartbesaitet und dann so was zum Einschlafen lesen! Du bist hart drauf.

    In-Genius: Ich nehme mal an, du hast viele Ideen für Geschichten bei dir herumfliegen, spontane Einfälle und Notizen „die man immer schon mal machen wollte“. Wie entscheidest du, welche davon jetzt ein Buch werden darf und welche nicht?"
    Liza Grimm: Das ist jetzt total unromantisch, aber ich schreibe, was gekauft wird. Soll heißen: Ich pitche meiner Agentur mehrere Ideen, die gehen mit ausgewählten Ideen zu den Verlagen - und wenn eine Idee gekauft wird, schreibe ich sie auf.

    weltatlas: Gibt es denn eine Geschichte die du tatsächlich, abgesehen von verkaufszahlen und Verlagen, schreiben willst?
    Liza Grimm: Sehr oft. Ich habe eine Idee, die ich sehr gerne schreiben würde, weil sie meine Erfahrung mit Depressionen verarbeitet. Fantasy... Aber leider zuuuu abgefahren, als dass sie aktuell funktionieren würde.
    Ich habe auch den ersten Satz sehr oft im Kopf: Es war Mitternacht und die Sonne schien hell.
    Das erste Kapitel liest sich auch recht horrorlastig. Mit Figuren, die an der Wand hängen und so

    VickieLinn: Wie ich es verstehe, schreibst du momentan mehr die Geschichte, die sich gut verkaufen. Denkst du, du wirst die anderen Themen auch mal schreiben? Das mit der Depression würde mich sehr interessieren, auch wenn sie abgefahren findest. Vielleicht geht es deinen Leser*innen ja auch so.

    Liza Grimm: Ich schreibe (total unromantisch), um gelesen zu werden. Bzw. ich erzähle Geschichten, weil ich gerne Geschichten erzähle. Mir geht es da weniger ums Schreiben (finde ich sogar den „nervigsten“ Teil daran, irgendwie...) Tatsächlich glaube ich, dass die Depressions-Geschichte keine große Leserschaft begeistern könnte. Vielleicht ändert sich das mal, dann würde ich sie aufschreiben.

    Alys II.: Blöde Frage, aber: hast Du ein Lieblingsbuch? So richtig eines, das über allen anderen steht?
    Liza Grimm: @Alys II: Hmmm... Ja, tatsächlich habe ich das. „Das letzte Einhorn". Es ist auf so vielen Ebenen so schön, dass ich es immer wieder aus dem Regal ziehe.
    In-Genius: ein sehr gutes Buch!
    Julestrel: Wie findest du das Buch im Vergleich zum Film?
    Liza Grimm: Ich mag den Film, aber ich finde, dass der Film nicht einmal einen Bruchteil der Magie und der philosophischen Fragestellungen des Buches eingefangen hat.


    In-Genius: Hast du ein Vorbild beim Schreiben?
    Liza Grimm: Nicht wirklich. Es gibt viele AutorInnen, die ich bewundere, aber ein konkretes Vorbild habe ich nicht. Vielleicht ein wenig Sebastian Fitzek, weil ich es faszinierend finde, wie er nach so vielen Jahren und Bestsellern noch immer so lesernah wirkt.

    weltatlas: Wie würdest Du deinen Stil beschreiben? Und was würdest Du schreibtechnisch gern besser können?
    Liza Grimm: Rasant. Ich habe einen sehr schnellen Schreibstil und hüpfe von einem großen Plotpunkt zum Nächsten. Mit „langsamen“ Szenen tue ich mir sehr schwer. Das würde ich gerne besser können. Generell Charaktere."


    Alys II.: Von Andreas Eschbach stammt ja die Behauptung, dass man ca. alle 100.000 Wörter einen „Entwicklungsschritt“ macht beim eigenen Schreiben und besser wird. Du hast ja auch schon sehr viel geschrieben - kannst Du solche Beobachtungen bestätigen?"
    Liza Grimm: Ich würde behaupten, dass man mit jedem Lektorat lernt.

    weltatlas: Was machen für Dich gute Figuren aus? Worin liegt Deine Stärke beim Schreiben?
    Liza Grimm: Nachvollziehbarkeit und Einzigartigkeit. Da nehme ich als Bei spiel gerne Harry Potter und die zahlreichen Nebencharaktere, die so unfassbar gut ausgearbeitet sind. DAS würde ich gerne können.
    Ortsbeschreibungen. Ich beschreibe Orte super gerne und bekomme da auch das meiste positive Feedback meiner Testleser.
    Alys II.: @Ortsbeschreibungen: lehnst Du die an an reale Orte, die Du kennst? Machst Du Recherchereisen?
    Liza Grimm: Das mache ich tatsächlich so gar nicht. Also, Orte an reale Orte anlehnen. Recherchereisen mache ich trotzdem gerne. Aber eher, um Menschen zu beobachten.



    In-Genius: Arbeitest du lieber digital oder analog?
    Liza Grimm: Digital. Analog ist mir irgendwie zu langsam. Und ich verbessere so oft Dinge, dass ich analog ständig durchstreichen müsste...

    VickieLinn: Was hast du als Lektorin für dein eigenes Schreiben mitgenommen?
    Liza Grimm: Uff, gute Frage... Schwere Frage. Viele Kleinigkeiten. Die Einführung von Charakteren. Spannungsaufbau. Den Drang, den perfekten ersten Satz zu schreiben. Vor allem das mit dem perfekten ersten Satz ist echt anstrengend ...
    VickieLinn: Hehehe, nur Lektor*innen finden den ersten Satz wichtig, oder? Glaubst du , Leser*innen ist das eigentlich egal?
    Liza Grimm: Ich glaube, dass der erste Satz unterbewusst ganz viel darüber entscheidet, ob ein Leser das Buch letztendlich kauft oder nicht

    Alys II.: Wie hältst Du die spontanen Ideen fest, die einen unterwegs in der U-Bahn überfallen? Notizbuch, Diktiergerät?
    Liza Grimm: @Alys II: Ich tippe sie in meine Notizapp im Handy. Oder ich schreibe sie "in mein Notizbuch.

    weltatlas: Was wären drei Ratschläge die du unseren Usern gern mit auf den Weg gebe n würdest?
    Liza Grimm: Offen bleiben - für konstruktives Feedback und neue Dinge. Weitermachen - Schreiben kann schwer sein, Veröffentlichen noch schwerer; aber es lohnt sich. Netzwerken - es ist unfassbar, wie viel ein gutes Netzwerk ausmachen kann und wie viel man von anderen lernen kann; AutorInnen sollten keine Konkurrenz sein, sondern MitarbeiterInnen.

    In-Genius: Hast du schonmal alles umgeschmissen, weil dir auf halben Weg durch das Manuskript die perfekte Idee gekommen ist?
    Liza Grimm: Zum Glück noch nicht. Ich plotte zwar, um den Plot dann umzuwerfen, aber Anfang, Mittelteil und Schluss stehen von Schreibbeginn bis Überarbeitungsende felsenfest.
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

    Kommentar


    • Ena
      Ena kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Danke für's Teilen, ich lese immer gerne Autoren-Interviews^^

    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Earu, im reinen Chatlog sieht es noch unübersichtlicher als im eigentlichen Chat aus. Die Feinarbeit dauert leider immer etwas.

      Danke für Eure Resonanz.

    • Earu
      Earu kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Das kann ich mir - vermutlich zum Glück - nicht vorstellen. Das macht die Arbeit, die Fragen und Antworten sinnvoll zueinander zu bringen, umso wertvoller. So lässt es sich doch deutlich besser lesen als schon im Chat an sich.
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