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    SP oder Verlag?

    Nachdem die letzte Diskussion in dem Thread der Mittwochsfrage etwas vom Thema abgeglitten ist, hatte ich schon angekündigt, dass ich mal wieder einen SP vs Verlag Thread eröffnen werde.

    Wichtig: Ich bin überzeugter SPler und habe nur wenig Einsicht in die Arbeitsweise eines Verlags. Daher kann es schon sein, dass ich etwas SP-positiv rüberkomme.


    I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

    Douglas Adams

    #2
    CN: Langweiliges Zahlenzeug


    Stand heute: Ich würde mich als Midlist-Autor einsortieren. Jedenfalls, was meine Krimireihe betrifft. Die amazon Top 100 habe ich noch nie erreicht, höchstens mal leicht von unten angekratzt. Zwei der Bücher laufen in den Top 500, die beiden anderen in den Top 2.000. Also, gut gemeinte Midlist.

    Für SP spielt eigentlich nur der Bereich der eBooks aus finanzieller Sicht eine Rolle. Prints spielen nur eine Rolle fürs eigene Ego, damit wir was zum Signieren oder für das eigene Regal haben, und als Service für die Print-Leser*innen.


    Klein- und Kleinstverlage kämen für mich nicht infrage. Ich hatte Glück, das erste Buch selbst finanzieren zu können. Noch mehr Glück hatte ich, dass die kleine Romanze so gut lief, dass sie das nächste Buch finanzierte. So ist es bis auf einige Totalflops auch geblieben. D.h. ich brauche niemanden, der Cover, Lektorat und Korrektorat übernimmt. Daher sehe ich keinen Vorteil in Kleinverlagen.

    CN: Könnte als Selbstüberschätzung gedeutet werden.

    Marketingunterstützung erhält man in den seltensten Fällen. Außerdem bin ich so dreist, zu behaupten, dass ich das inzwischen genauso gut oder besser kann als der durschnittliche Kleinverlag. Amazon Ads ist kein Hexenwerk, meine FB Gruppe ist recht aktiv und der Newsletter hat heute die 250 Abonnentengrenze überschritten.
    250 hört sich erst mal nicht viel an. Statt der statistischen Öffnungsrate von 20% liegt sie bei mir konstant zwischen 75 und 85 %. (Das liegt an meinem tollen Content. (Scherz))

    Daher macht es wenig Sinn, auf den Großteil der Umsätze zu verzichten. Klar, man ist ein Einzelkämpfer und kann sich nicht in das wohlige Nest eines Verlags , der vielleicht noch in meiner Twitterblase aktiv und angesehen ist, kuscheln. Für Menschen, denen Honorare nicht so wichtig sind und die eine Wohlfühlumgebung schätzen, kann ein Kleinverlag ohne weiteres die beste Entscheidung sein.


    Publikumsverlage klingen für die meisten SPler erst mal super interessant.
    In dem letzten Thread wurde auf meinen Kollegen Bannalec hingewiesen, der mit einem starken Verlag im Rücken beeindruckende Zahlen hinlegt.
    Ist komplett richtig.
    Problematisch ist allerdings, dass in diesem Fall der Autor als Gewinnbringer ordentlich gepusht wird. Eine solche Zuwendung erhalten bei weitem nicht alle Autoren, schon gar nicht die Midlist-Autoren wie ich.
    Also vergebe ich Umsätze in der Hoffnung auf einen Schub in die stationären Buchhandlungen. Kann passieren, ist aber sehr risikoreich.


    Screenshot 2022-09-15 115426.jpg


    Der Anteil der Prints macht zurzeit etwa 14% aus, was im Bereich der Regionalkrimis bei SPlern (jedenfalls bei denen, die ich kenne) der Normalfall zu sein scheint. Klar kann es bei einem Verlag hier stark nach oben gehen. Aber ob die zusätzlichen 6-8% Honorare bei Prints, die Einnahmen von Kindle Unlimited ersetzen, ist äußerst fraglich.
    Im Gegensatz zu den traditionellen Buchhändlern ist Amazon ausgesprochen SP-freundlich.
    Die eBook Verkäufe, die exklusiv über Amazon laufen, machen etwas über 40% von meinem Umsatz aus. Hier gäbe es Zuwachspotential durch das Einbinden anderer Plattformen.
    ABER: 27% der Einnahmen kommen über KU, das ich dafür aufgeben müsste. Zusätzlich kommt der Amazon Bonus und die (kleinen) Zahlungen für Amazon Prime-Teilnahme noch dazu. Insgesamt kommt der KU-Umstz auf 45%. Das ich eine ähnliche Zahl bei Tolino oder einem Verlag erreiche, halte ich für ausgesprochen schwierig. Die meisten Autor*innen, die das in meinem Genre versucht haben, sind bald wieder zu Amazon zurückgekehrt.
    Daher wäre ich auch sehr vorsichtig, Amazon-Exklusivität aufzugeben.
    Glücklicherweise haben fast alle Publikumsverlage bereits einen/eine Auto*in für Frankreichkrimis. Daher werde ich kaum in die Verlegenheit kommen, hier eine Entscheidung treffen zu müssen.
    Es ist natürlich auch ein nicht zu unterschätzender Ego-Push, einen Vertrag bei einem Großverlag zu erhalten.

    Ein positiver Trend, der sich abzeichnet, ist die Übernahme des reinen Printgeschäfts durch Verlage. EBooks bleiben bei den SPlern. Das hätte seine Reize, auch wenn die Marge gering ist.

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    Douglas Adams

    Kommentar


    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Ich denke schon, dass man als Verleger reichlich Wind unter den Schwingen hat, wenn man die eigene Verlagsmaschinerie nutzen kann. Das soll sein Talent nicht mindern, nur glaube ich, dass sein Weg als "unbekannter" SPler ein anderer gewesen wäre. Durchaus so, dass sich ein Publikumsverlag für ihn interessiert hätte. Das könnte ich mir bei Peter btw auch vorstellen, aber, wie Peter Du ja selbst schreibst: wozu? (OK, viiiiel mehr Geld, aber hey, wozu?).

    • Milch
      Milch kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich glaube, dass man als Verleger mehr Schwung hat, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu sechsstelligen Zahlen führen kann, wenn es niemand lesen will. Ich glaube, der Vorteil war die Bereitschaft die Unsicherheit eines neuen Konzepts zu tragen und die Präsenz in der Buchläden. Man muss den Schwung auch nützen können, um zu fliegen.
      Fitzek hat sich mit nur wenigen Büchern in der ersten Auflage (im Tausenderbereich) durchgesetzt, das geht auch so. Wäre nur etwas steiniger gewesen,

    • Peter
      Peter kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Es ging mir in diesem Thread um meine Sicht auf SP vs Verlag.
      Wie andere Autor*innen das sehen, kann ich nicht beurteilen, da jeder unterschiedliche Voraussetzungen und Möglichkeiten besitzt, die seine Entscheidungen beeinflussen. Es ist halt eine sehr persönliche Entscheidung.
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