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Lohnt sich ein Vertrag bei Klein- und Kleinstverlagen noch?

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    Lohnt sich ein Vertrag bei Klein- und Kleinstverlagen noch?

    Ich habe heute Morgen zufällig gelesen, dass Libri sein Sortiment bereinigen und etwa 25% der Titel von Kleinverlagen streichen will.
    Das bedeutet, dass diese Titel im stationären Buchhandel unsichtbar werden. Für den Leser bleibt dann nur noch der Gang zu amazon und der Autor/Verlag hat erneut einen Vertriebskanal weniger.

    Ein Argument weniger für Kleinverlage, falls einem Ruhm und Reichtum wichtig sind.

    Edit: Vielleicht ist es auch nur ein Sturm im Wasserglas, falls es sich um Bücher handelt, die sowieso am Leser vorbei geschrieben wurden, und so gut wie nie nachgefragt werden.
    Zuletzt geändert von Peter; 16.08.2019, 09:28.
    I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

    Douglas Adams

    #2
    Ich finde schon, dass es sich noch lohnt. Die meisten Leser kaufen über Amazon, auch wenn viele darüber schimpfen. Die Leute, die es besser wissen, kaufen direkt beim Verlag oder dem Autor. Außerdem denke ich, dass große Verlage die Autoren kleinerer Verlage ebenfalls im Auge haben. Wieso sollten sie das nur mit Selfpublishern tun? Bei Kleinverlagsautoren weiß man doch direkt, dass der Autor Regeln befolgen kann.

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    • Peter
      Peter kommentierte
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      Am liebsten kaufe ich beim Buchhändler meines Vertrauens. Beim Verlag zu kaufen, finde ich auch OK. Beim Autor zu kaufen, ist problematischer.
      Ich verkaufe keine Bücher auf meiner Webseite. Der Aufwand ist mir zu hoch: Bücher drucken lassen, Rechnungstellung, Eingang kontrollieren, Rücknahme bei Nichtgefallen, Gutschriften oder Rückzahlung organisieren, und irgendwann findet das Finanzamt, dass du nicht mehr zu den Freiberuflern gehörst, sondern ein Gewerbe anmelden musst. Und das alles für die drei Euro Marge. *wildes Kopfschütteln*
      Ich liebe es, dass amazon mir das alles abnimmt.

      Als ich noch jung war, war das Befolgen von Regeln nicht unbedingt eine Eigenschaft, die ich bei einem Autor geschätzt habe.

    • Earu
      Earu kommentierte
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      Peter Ich habe da keinen Buchhändler meines Vertrauens. Im nächsten Ort gibt es einen Thalia, der "Bilder einer Ausstellung" nicht fand, als ich es vor Weihnachten schnell bestellen wollte. Es war bereits veröffentlicht, das eBook hätte ich über Amazon kaufen können, aber ich wollte die Printversion, die noch nicht onlline zu bekommen war. Keine Ahnung, was schief gelaufen ist, dass Thalia es nicht in der Auflistung fand. Ich musste es letztlich bei meinem Verleger kaufen, was länger dauerte, mir aber billiger kam, da ich den Autorenrabatt bekam. Dieses Weihnachtsgeschenk gab es verspätet, wobei das kein Beinbruch war. Sollte ein Dankeschön für meine Krankengymnastiktherapeutin sein. Das darf man auch erst im neuen Jahr schenken, wenn es zeitnah passiert. Es gibt dann noch einen normalen Buchladen in dem Ort, aber die Parkplatzsituation ist nicht gerade besonders. Ich habe auch einfach nichts, das mich dorthin zieht. Deshalb kaufe ich über Amazon oder, wenn ich weiß, dass Autor bzw. Verlag in den nächsten Monaten auf einer Veranstaltung sein wird, auf die ich auch gehe, mache ich mir eine Liste und kaufe dann erst die Bücher.

      Ich selbst habe auch keinen Onlineshop auf meiner Homepage. Ich habe auch nicht vor, das zu ändern. Auf den Messen, auf denen meine Verlage nicht vertreten sind, nehme ich zukünftig vielleicht ein paar Bücher mit, aber ich erwarte keine Massenverkäufe. Spntankäufe fallen doch eher gering aus.

      Da ist jetzt die Frage, welche Regeln du damit meinst. Termine und feste Vorgaben sollte man schon möglichst einhalten. Bei anderem erwarte ich Spielraum. Aber ich bin da auch sehr eingeengt aufgewachsen.

    #3
    Ich muss auch gestehen, ich kauf vieles über Amazon oder Medimops, und ich freu mich immer, wenn dann so ein Kleinverlag-Buch aus dem Umschlag purzelt.
    Seit unser Buchladen um die Ecke sich in ein Café mit Büchern auf Display (ehrlich, nur noch ein ... 20stel der ehemaligen Auswahl) gewandelt hat, geh ich da nicht mehr hin. Und mir ist nie aufgefallen, dass Kleinverlage in den großen Ketten sichtbar vertreten wären ... Aber vielleicht hab ich auch nicht darauf geachtet.

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    • Peter
      Peter kommentierte
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      Sind sie nicht.

      Es geht mehr um die Bestellbarkeit. Die ist nicht mehr gegeben, wenn Libri die Titel aus dem Sortiment wirft.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Ach so, es geht denen um die Vorratshaltung?

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Dodo Es geht wohl um Vorratshaltung und den Kleinverlagen ein bestimmtes Geschäftsmodell aufzudrücken. Die Marge ist beim PoD natürlich niedriger, als beim Auflagendruck.
      Andererseits: Was nützt mir ein preiswert gedrucktes Buch, das sich nicht verkauft?

      Kann Libri eigentlich aus wirtschaftlicher Sicht gut verstehen.

    #4
    Okay. Es scheint Libri nicht darum zu gehen, Bücher im Nirwana verschwinden zu lassen.

    Bücher von Kleinverlagen, die wie Blei in den Regalen liegen, sind wohl zurückgeschickt worden, und sollen aus dem Programm gelöscht werden.

    Statt dessen sollen die Verlage gezwungen werden, diese "No-Seller" über BoD (ist mit Libri verbandelt) on Demand drucken lassen. Dann wird Libri sie auch wieder in ihr Verzeichnis aufnehmen und ausliefern.
    Also: Verschlanken der Logistik + zusätzliches Geschäft für BoD.
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    Douglas Adams

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      #5
      Hmm, wenn ich schon mal ein Buch kaufe (ich lese jetzt viel als Ebook aus Platzmangel und da es leichter in der Hand liegt), da gehe ich entweder in eine Buchhandlung, meist Thalia da es hier gar keine kleinen Buchhändler mehr gibt, glaube ich zumindest oder kaufe online bei Thalia. Von Amazon halte ich nicht viel, daher wird das konsequent gemieden.
      Beim Verlag direkt kaufen, würde ich prinzipiell schon, allerdings... da müsste ich mich ja bei jeden Verlag einzeln anmelden. Das finde ich schwierig, da ich schon lieber gesammelt meine Bestellung machen möchte.
      Da ich immr recht gezielt in eine Buchhandlung gehe und bereits weiß, was ich kaufen möche, kann ich auch gar nicht sagen, ob Kleinverlage bei uns gut platziert sind oder nicht. Auch ist es so, dass ich selten auf den Verlag achte beim Kauf

      Wirtschaftlich verstehe ich das schon, wenn Unternehmen keine Bücher im Regal liegen haben wollen, die sich nicht verkaufen lassen und sie dann sagen: Schluss, wollen wir nicht mehr, die nehmen Platz weg und ist auch brachliegendes Geld. Aber das ist ja wie immer so, die Kleinen müssen darum kämpfen gesehen zu werden, während die Großen eine Werbung schalten und die Leute darauf natürlich anspringen.
      Ob das dann noch lohnenswert für einen Autor ist, überhaupt bei einem Kleinverlag zu veröffentlichen, kann ich schwer beurteilen. Das kommt wahrscheinlich auf jeden Einzelnen drauf an, was er genau mit der Veröffentlichung bezweckt.

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        #6
        Zitat von Peter Beitrag anzeigen
        Bücher von Kleinverlagen, die wie Blei in den Regalen liegen, sind wohl zurückgeschickt worden, und sollen aus dem Programm gelöscht werden.

        Statt dessen sollen die Verlage gezwungen werden, diese "No-Seller" über BoD (ist mit Libri verbandelt) on Demand drucken lassen. Dann wird Libri sie auch wieder in ihr Verzeichnis aufnehmen und ausliefern.
        Also: Verschlanken der Logistik + zusätzliches Geschäft für BoD.
        Ich finde, das ist eine Schweinerei. Ich kann verstehen, dass Libri das Geld nicht in Form von schlecht verkäuflichen Büchern ins Regal legen will. Gar kein Thema. Ich kann da auch nachvollziehen, dass sie diese Bücher an die Verlage zurückschicken und das bereits bezahlte Geld zurückverlangen. Das ist definitiv nicht schön für die Verlage. Egal, ob großer oder kleiner Verlag, dieses Geld ist bereits verplant oder sogar investiert. Ein großer Verlag könnte das vielleicht noch ganz gut wegstecken, aber es trifft natürlich die kleinen Verlage mit ihren Nischenprodukten bzw. die nicht mit einem Fingerschnippen Geld für Werbung ausgeben können, die die Leser anzieht. Aber dieser Hintergedanke, dass diese Verlage mit BoD arbeiten, damit die Bücher wieder gelistet werden ... Das ist ungerecht. Das ist Vetternwirtschaft der übelsten Sorte, da man sich dagegen kaum wehren kann. Was hindert Libri denn daran, die Bücher prinzipiell im Programm zu haben und on Demand beim Verlag zu bestellen? Das hier ist das Ausnutzen einer annähernden Monopolstellung, nachdem das Vertrauen in KNV aktuell nicht so groß sein dürfte und dann nur noch ein weiterer Mitbewerber als Buchgroßhändler in Deutschland zu finden ist.

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          #7
          Ich kenne mich mit "Drucken auf Nachfrage" nicht aus, glaube aber, dass das lange dauert und erst ab einer Mindestbestellmenge lohnend ist. Dann wäre eine Direktbestellung beim Verlag sinnvoller - solange noch Bücher da sind. Dass man sich aber überall anmelden muss - auch mit Adresse und Konto - empfinde ich als den größten Hinderungsgrund. Ich bin mit meinen 40 Foren schon reichlich überfordert, wo ich mich oft nur wegen einer Frage anmelden musste... Wenn ich nur ein Buch x von Verlag y bestelle, brauche ich jedesmal eine Anmeldung... Das ist wirklich bescheuert.

          Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
          Mark Twain

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          • Peter
            Peter kommentierte
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            Genau.
            amazon bieten mWn keine Hardcover über KdP an, nur TBer.

            Und es scheint ja nur um Bücher zu gehen, die so selten verlangt werden, dass Print on Demand die "bessere" Lösung für Libri darstellt.

            Problematisch ist halt, was die Verlage mit den bereits gedruckten Büchern machen, die sie nicht mehr über Libri vertreiben können. Also im eigenen Webshop oder über amazon verkaufen, scheint die einzige Lösung zu sein.

          • Badabumm
            Badabumm kommentierte
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            Die kommen dann irgendwann ins sogenannte "moderne Antiquariat" für 1,99 das Stück. Leider gibt es das nicht mehr in dem Maße wie früher (es gab Buchhandelsketten, die auf sowas spezialisiert waren). Vor allem für großformatige Bücher und Bildbände, die sonst 98 Euro kosten, war das eine echte Fundgrube. Der "Taschen"-Verlag hat diese Nische entdeckt und bietet günstige Kunstbücher in Massen an...
            Ansonsten bleibt nur der Ramschtisch vor dem Buchladen...

            Aber hier sprechen wir ja vorrangig um reine Textwerke. Da ist Digitaldruck ebensogut geeignet. Mag sein, dass die Pigmenttinte oder Toner nicht so gut sind wie Druckerschwarz, aber ich habe selbst mit meinem stinknormalen Tintenstrahler gute Ergebnisse erzielt. Der Nachteil: die Tinte oder der Toner sind nicht immer wasserfest, und ich kann kein gutes Offsetpapier benutzen, also fallen doppelseitige Bildwerke ohnehin weg. Bebilderte doppelseitige Bücher im Digitaldruck sind glänzend und wirken oft wie Plastik. Der Unterschied zwischen Schön- und Widerdruck bei Text ist hingegen minimal.

          • Earu
            Earu kommentierte
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            Es trifft ja überwiegend die kleinen Verlage. Die nehmen möglichst viele Messen mit, sodass zu Amazon und eigenem Webshop noch der Verkauf vor Ort hinzukommt. Am besten läuft das, wenn man eine Lesung gehalten hat. Da kaufen die Leute eher auch mal ein Buch, von dem sie sonst lieber die Finger gelassen hätten. Ging mir mit "German Kaiyu" so. Riesige Monster sind nicht so mein Fall, aber nach der Lesung war ich von dem Buch überzeugt und habe es gekauft. Diesbezüglich finde ich Messen und vor allem Lesungen mittlerweile echt klasse. Man hat zwar nur eine relativ kleine Menge an Leuten, die man mit den Lesungen trifft, aber es lohnt sich scheinbar trotzdem. Sonst würden die kleinen Verlage sich die Standgebühren und die Reisekosten von einer Messe zur nächsten sparen. Man muss aber auch den Mut haben, am Stand zu stehen und die Leute anzuquatschen, um noch das ein oder andere Buch zusätzlich verkaufen zu können.
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