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Die Highlandsaga - Band 2 - Die geliehene Zeit von Diana Gabaldon

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  • [Rezension] Die Highlandsaga - Band 2 - Die geliehene Zeit von Diana Gabaldon

    Inhalt: Durch einen Zufall und Neugierde gelangt Claire durch die Steine (am Craigh na Dun) 200 Jahre zurück, ins tiefe 18. Jahrhundert in Schottland. Dort muss sie sich erst einmal zurechtfinden, wird mit James Fraser verheiratet und darf zunächst nicht verraten, woher sie wirklich stammt (erster Band).
    In diesem Buch versuchen Claire und Jamie zusammen die Geschichte zu verändern. Claire weiß durch die Geschichte, dass Schottland untergehen wird, wenn sich die Engländer und Schotten zur entscheidenden Schlacht in Culloden treffen, damit entschieden wird, wer auf dem Thron sitzt. Verzweifelt versuchen sie zusammen dieses Ereignis zu verhindern, um die Freiheit Schottlands und das Leben in den Hochlandclans zu bewahren. Doch wird ihnen der Kampf gegen die Geschichtsschreibung gelingen?

    Puuh, schwierig dieses Buch zu beurteilen, da ich echt zwiegespalten bin.
    Wenn wir uns mal den Aufbau des Buches anschauen. Erster und letzter Teil, die aber fast zu vernachlässigen sind, spielen in der Gegenwart (1968). Da hat mir eigentlich ganz gut gefallen, dass in diesem Teil nicht nur aus der Ich-Perspektive von Claire geschrieben wurde, sondern ein großer Teil vom Reverend Roger. Das war wirklich sehr angenehm und ich habe mich gefragt, warum das nicht im restlichen Buch genauso gehandhabt wird? Warum bekommt Jamie keine eigenen Perspektive oder eine andere wichtige Figur? Davon abgesehen, fand ich die zwei Teile aber sehr langgezogen. Da hätte man auch kürzen können, aber das setzt sich im ganzen Buch fort. Kein Wunder, dass das Buch wohl als Printausgabe über 1000 Seiten hat (ich habe es als Ebook gelesen).

    Da ich ja vorher die Serie „Outlander“ im Fernsehen angeschaut habe, kannte ich die Handlung im Groben schon. Wenn man Buch und Serie vergleicht, fällt auf, dass die Serie sich erstens ziemlich am Buch gehalten hat, aber dennoch natürlich den Fokus teilweise auf andere Dinge gelegt, die man bildlich gut darstellen konnte und die einfach die Zuschauer berühren. Ob man das nun gut oder schlecht findet, sei da hingestellt. Fakt ist, dass mir schon in der Serie Längen aufgefallen sind, besonders als die Geschichte im ersten Teil, der in der Vergangenheit (18. Jahrhundert ca. 1746-48) gespielt hat, wo sich Jamie und Claire in Frankreich aufgehalten haben. Da dachte ich beim Schauen schon, dass sich das aber zieht und beim Lesen war es leider noch schlimmer. Es war fast ein Grund, das Buch abzubrechen, da sich da die Autorin in unnötigen Details verloren hat. Und die Perspektive ist hier ein ganz entscheidender Punkt. Was in der Serie noch gut gelöst wurde, dass man sich da nicht auf die Ich-Perspektive versteift hat, sondern dort Handlung gesetzt hatte, wo sie auch hingehörte, verfehlt dies im Buch. Claire kann nun einmal als Frau nicht überall dabei sein, was zur Schlussfolgerung hat, dass sie vieles passiv besonders von Jamie erzählt bekommt. Sie hat auch ihre Abenteuer, aber ich wäre zu gern direkt bei Jamie dabei gewesen. Man hat das zwar durch „erlebte Rede“, ich hoffe man nennt das so, versucht hinzubekommen, in dem Jamie teilweise erzählt hat, teilweise ist man in seinem Kopf gehuscht, aber das war einfach nicht dasselbe.
    Doch kaum sind die Beiden von Frankreich und den lästigen Bällen und den aufgetackelten Leuten weg, zurück nach Schottland, nahm bei mir die Spannung wieder zu. Vielleicht waren es auch die Figuren, die mir in Schottland besser gefallen haben, als die in Frankreich. Da gab es zwar zum Beispiel Maitre Raymond, der mysteriöse Apotheker, und Fergus den sie als Ziehsohn aufgenommen haben, aber ansonsten fand ich allein schon die Namen so verwirrend, dass ich die dauern durcheinander brachte. Aber gut, das war in Schottland auch nicht besser, als es Richtung Schlacht ging. Da könnte ich jetzt auch nicht jeden Namen zuordnen, aber in Schottland ist einfach was passiert. Da war auch das Feeling im Buch ganz anders.
    Wenn ich nur den Frankreichteil bewerten müsste, dann hätte ich mich mit 2 Wortkompassen schon schwergetan, aber Schottland würde ich gute 4 Wortkompasse geben.

    Dennoch möchte ich erst noch etwas zu den Figuren sagen, bevor ich zu meinen schlussendlichen Fazit komme.
    Die Beziehung zwischen Jamie und Claire wurde intensiver. Wieder sind sie in diesem Band durch Höhen und Tiefen gegangen, die sie gestärt und noch enger aneinander gebunden. Beide sind tolle Figuren, aber welcher bei mir wirklich jedes Mal Spannung aufruft und wenn nur sein Name fällt ist Jack Black Randall. Er ist zwar echt ein Ekel, aber kaum tritt diese Figur auf, nimmt er einen Raum und Platz ein, das man es gar nicht glauben mag. Er ist für mich DER Nebencharakter, der für mich die beiden Bücher ausmacht. Für mich strahlt er eine ähnliche Faszination aus wie Severus Snape aus Harry Potter (auch wenn mir da Severus am Ende noch sympathischer ist) und das soll mal was heißen. Randall hat für mich am Ende auch den Frankreichteil noch erträglich gemacht. Ohne ihn wäre ich restlos verloren gewesen in diesen vielen Details.

    Des Weiteren muss ich sagen, in der Serie wurde ja auch angekreidet, dass die Sexszenen ziemlich detailliert und häufig waren. Dem kann ich durchaus zustimmen, aber von der Häufigkeit nimmt sich dem Buch nicht viel. Auch wenn hier meistens abgeblendet wird, aber auch nicht immer. Manchmal geht auch die Autorin hier ziemlich ins Detail. Hmm, ich konnte zwar verstehen, dass sie damit ausdrücken wollte, dass sich Jamie und Claire aneinander festhalten, um das durchzustehen, aber sie hat es auch teils einfach übertrieben. Wäre sie am Anfang lieber mehr auf Jamies Verarbeitung eingegangen, denn
    die Vergewaltigung von Jack Randall ist schließlich kein Pappenstil. Irgendwie fand ich, dass die das in der Serie besser umgesetzt haben. Hier ist das an mir vorbeigegangen und ich hatte mich schon irgendwann gewundert, warum er nicht mit Claire schlafen wollte, warum er mit diesen Bissspuren nach Hause kam.
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    Fazit: Letzten Endes möchte ich dem Buch 3 Wortkompasse geben. Die Ich-Perspektive sehe ich in dieser Reihe immer noch als großes Manko und ich frage mich, warum man das nicht so aufsplitten kann. Das würde dem Buch guttun und automatisch Spannung geben.
    Der Schottlandteil hat sehr viel wieder herausgerissen und ich freue mich auf den dritten Band, auch wenn ich erst einmal pausieren werde und mich anderen Werken widme. Ich hoffe dennoch, dass sich im dritten Band weniger Längen befinden, obwohl ich daran nicht wirklich glaube. Im ersten war es ja schon so, wo es mich aber weniger gestört hat, da ich dadurch noch die Charakter entdecken konnte. Da hatte es dem Ganzen Tiefe gegeben. Hier war es einfach nur… langatmig.

    Zuletzt geändert von zickzack; 14-01-2018, 12:12.
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