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Sherlock Holmes - Eine Studie in Scharlachrot von Sir Arthur Conan Doyle

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  • [Rezension] Sherlock Holmes - Eine Studie in Scharlachrot von Sir Arthur Conan Doyle

    Sherlock Holmes – Eine Studie in Scharlachrot von Sir Arthur Conan Doyle
    Neuübersetzt von Gisbert Haefs, erschienen im Weltbild Verlag 2005, Ebook

    Inhalt: Es wird das erste Zusammentreffen von Dr. Watson und Sherlock Holmes beschrieben, wie Watson Holmes kennenlernt und schließlich wie sie ihren ersten gemeinsamen Fall lösen.

    Endlich habe ich mich an eine Geschichte von Sherlock Holmes getraut. Ich hatte immer befürchtet, dass es sich sehr altbacken lesen wird und die Tatsache, dass es aus der Ich-Perspektive (meine unliebsame) von Watson beschrieben wird, hat mich immer davon abgehalten. Aber nun bin ich in den Besitz von den (Kurz)romanen gekommen und muss sagen, dass dieser hier mir sehr gut gefallen hat.
    Die Sprache ist nicht altbacken, hat aber den Charme des Altertümlichen. Das liegt daran, dass die Charaktere teilweise Wörter benutzen, die für uns nicht mehr so gebräuchlich sind und dass die Sprache allgemein etwas gehobener wirkt. Der Stil übermittelt schon etwas dem Flair aus London von 1880 rum. Ich bin in die Atmosphäre eingetaucht und habe mich nach wenigen Seiten sehr daran gewöhnt.

    Inhaltlich ist das Buch in zwei Teile aufgesplittert.
    Im ersten Teil lernt vor allem Watson erst einmal den etwas eigentümlichen Holmes kennen und weiß anfangs gar nicht, was der überhaupt so richtig treibt. Dabei hat es das Buch geschafft, dass ich diesen Teil im Endeffekt am spannendsten fand wie Watson versucht hat den Charakter und die Eigenheiten von Holmes aufzudecken. Watson entwickelt ja eine gewisse Faszination auf Holmes und diese hat sich auf mich übertragen. Ich war nach kurzer Zeit genauso gewillt wie der Herr Doktor mehr über den Detektiven zu erfahren. Dabei muss man ja sagen, dass Holmes schon eine sehr eingebildete Persönlichkeit ist. Keine Frage, er ist genial in dem was er tut, aber muss er das so arrogant äußern?
    Manchmal konnte ich nur die Augen darüber verdrehen und dachte mir, dass er den Nebensatz hätte auch stecken lassen. Dennoch konnte ich ihn auch nicht lange böse sein, da der Sherlock viel zu interessant ist.
    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich dem Buch nicht ganz folgen konnte, als es zu ihrem ersten Fall ging. Sherlocks Gedankengänge sind doch manchmal zu abstrakt und ich stand dann genauso im Dunkeln wie Watson. Aber vielleicht war das auch so gewollt.

    Der zweite Teil begann seltsam und hatte schonen komischen Titel mit „Die Heiligen“. Denn da gab es einen Perspektivenwechsel zu einem auktorialen Erzähler und es wurde über einen Mann und ein Mädchen berichtet, die scheinbar hoffnungslos in der Wüste verloren waren bis ein paar Mormonen sie aufsammelten (und das Ganze spielte auch noch in Amerika). Allerdings bestand die Bedingung, dass sie sich ihrer Religion, obwohl ich es eher als Sekte ansehe, anschließen mussten.
    Anfangs hatte ich wirklich geglaubt, ich lese jetzt ein anderes Buch, weil diese Geschichte mit der von Holmes und Watsons Ermittlungen nichts mehr zu tun hatte bis Namen auftauchten, die mir aus dem ersten Teil bekannt waren.
    Letzten Endes hatte das alles seinen Sinn ergeben und es war auch eine interessante Lösung wie Doyle erzählte, wie der Mörder zum Mörder wurde, ohne dass er diesen in einen ewiglangen Monolog enden ließ.

    Apropos Monolog, da gab es dennoch einige. Ob es nun Holmes war, der selbstgefällig seine Gedanken erläuterte oder die anderen Ermittler oder der Mörder, der erzählte wie er es letzten Endes angestellt hatte. Diese Monologe gingen seitenlang, waren allerdings wie kleine Geschichten in sich beschrieben. Einerseits haben sie mich zwar nicht gelangweilt, andererseits bin ich mir noch nicht sicher, ob ich sie wirklich gut finden soll.
    Doch muss ich sagen, dass die Geschichte mich durchweg gefesselt hat. Dabei war für mich wie gesagt die ersten Kapitel vom Kennenlernen zwischen Watson und Holmes am besten, da Watson auch auf die Eigenheiten von Holmes eingegangen. Er hat den Charakter des Detektivs wahrhaft zum Leben erweckt.

    Fazit: Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Zwar habe ich schon vermutet, dass mir an sich der Plot gefallen wird (da Krimi und interessante Figuren), aber war ich skeptisch wegen der Sprache. Da ich Sherlock an manchen seiner genialen Schlussfolgerungen nicht ganz folgen konnte, ziehe ich einen Wortkompass ab und lande somit bei guten vier Wortkompassen.



    P.S.: Was ich doch jetzt fast vergessen hätte, lobenswert zu erwähnen sind die hübschen Zeichnungen im Buch. Passend zur Handlung und lockern das meiner Meinung nach auf. Da fand ich es echt schade, dass ich es als Ebook gelesen habe. Sowas habe ich dann doch lieber als Printausgabe in der Hand.

  • #2
    Wie schön, noch ein Holmes-Leser hier. Es sind halt doch Klassiker.

    Ich wollte das ja schon lange mal wieder lesen. Es sind nicht alle Holmes-Geschichten gut, aber gerade die Studie in Scharlachrot mag ich sehr.

    Kommentar


    • zickzack
      zickzack kommentierte
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      Ja, ich habe mich mal rangewagt und bin positiv beeindruckt.

  • #3
    Ich habe auch die Neuübersetzung gelesen und war vor allem beeindruckt, dass so viel Inhalt auf so wenig Seiten erzählt werden konnte, vor allem, da ja das Buch auch noch aus praktisch zwei verschiedene Geschichten besteht. Hat mir auch echt gut gefallen

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    • zickzack
      zickzack kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ja, das fand ich auch sehr gut. Kann sich so mancher Autor von heute eine Scheibe abschneiden und sich mal auf das wesentliche konzentrieren, statt drum herum zu schwafeln (*hust* ich schließe mich da selbst nicht aus).

  • #4
    Das ging mir damals ähnlich, dass ich erst einmal völlig erstaunt war, dass da mittendrin eine ganz andere Geschichte anfängt. ich dachte schon, ich habe einen Fehldruck erwischt XD Mir persönlich hat die Geschichte deshalb auch nicht so gut gefallen wie andere Sherlock Holmes-Geschichten, vielleicht einfach deshalb, weil da eben über längere Zeit kein Sherlock Holmes auftritt
    If I could read your mind love
    What a tale your thoughts could tell
    Just like a paperback novel
    The kind the drugstore sells
    -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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    • Gerlinde24
      Gerlinde24 kommentierte
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      Es sind zwei Geschichten in einem Buch. Um das Motiv des Täters aus dem ersten Teil zu verstehen, muss man den zweiten Teil lesen, wo die Vorgeschichte erzählt wird.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Gerlinde24 Naja, das wurde mir dann auch irgendwann klar Aber zuerst hab ich eben dumm aufs Cover geguckt, ob ich noch das richtige Buch in der Hand hatte, weil es eben so gar nichts mehr mit England und Sherlock Holmes zu tun hatte.

  • #5
    Zitat von Alys II. Beitrag anzeigen
    Wie schön, noch ein Holmes-Leser hier. Es sind halt doch Klassiker.

    Ich wollte das ja schon lange mal wieder lesen. Es sind nicht alle Holmes-Geschichten gut, aber gerade die Studie in Scharlachrot mag ich sehr.

    Dieses ist das wohl am schwierigsten zu verfilmende Werk von Sir Arthur Conan Doyle, weil es zwei separate Handlungsstränge hat. Zum einen der Mordfall, und zum anderen die Vorgeschichte. Mormonen mochten das Buch nicht, wegen der negativen Publicity für ihre Religion.
    Ich selbst hatte mich mal daran versucht, ein Drehbuch zur Studie in Scharlachrot zu schreiben, bis ich begriff, dass man die Morde nicht ohne die Vorgeschichte verstehen kann.

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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Mir gefällt ja die Adaption des Themas in der neuen Sherlock-Serie mit Cumberbatch/Freeman - wobei das ja bewusst keine direkte Umsetzung ist, sondern die Studie in Scharlachrot bewusst frei interpretiert. Ist für mich ein gelungenes Beispiel dafür, dass ein Drehbuch auch mal drastisch von der Buchvorlage abweichen darf. Es wird dadurch eine andere Geschichte, aber nicht zwingend eine schlechtere.

    • Gerlinde24
      Gerlinde24 kommentierte
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      Alys, ich bin in der Beziehung wohl traditionalistisch. Für mich sollte ein Autor sich verpflichtet fühlen, sich so eng wie möglich an der Originalvorlage eines Buches zu halten, so, wie es Steve Knowles bei den Drehbüchern zu Harry Potter tat.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Ich finde, es geht beides, je nachdem, was mit dem Drehbuch bezweckt wird. Soll der Film das Buch möglichst werksgetreu umsetzen, dann muss natürlich auch das Drehbuch entsprechend geschrieben werden. Man kann aber genauso das Buch frei interpretieren - der Film ist dadurch nicht mehr oder weniger künstlerisch wertvoll als das Buch.
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