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15. Türchen

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  • 15. Türchen

    Schreibte eine Glosse zum Thema Heiligabend oder wahlweise Weihnachtsbaum.


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    Quintessenz: Bla.
    Kontakt: administrator@wortkompass.de

  • #2
    Ja ja, Heiligabend ...

    letztes Jahr hab ich mir schon geschworen bei dem ganzen Tamtam nicht mehr mitzumachen. Und heuer? Alles vergessen?
    Scheint so. Eigentlich hätte das Ganze auch noch einen guten Grund, es nicht zu tun. Mit der Art wie wir da eine Geburt feiern. Tschisus!
    Aber so, zerstören wir auf der anderen Seite eine ganze Welt.
    »Black Fridays for Future« sozusagen. Egal. Lasst uns das mal verdrängen. Lesen wir lieber Märchen.

    Apropos Märchen, nächstes Jahr geht Ali Baba und die 40 Räuber an den Start. Die hatten, in Schina, an einem Tag den Umsatz den Amazion in einem Quartal hatte!!!!
    Da kommet ja mal was auf und zu. Haha.

    Also, ist alles noch gar nicht so schlimm, es geht noch schlimmer!
    Am Anfang, wollen DIE den Antagonisten Zahlando schlucken, zum warm werden. Und dann, dann wird es erst spannend. Wir können im Endkampf konsumieren, bis der Planet kippt. Denn schlechtes Wetter und unangenehme Umwelt, mal ehrlich, die gibt es ja nur draußen. Bei mir drinnen – ich sags euch - ist es schön heimelig. Der Kohleofen dampft. Und wenn ich mal raus muss, hat mein SUV Allrad und Sitzheizung.

    Na denn. Frohes auspacken!
    Ein schönes Fest noch, wünscht euch

    Fred Boomer

    Ach ja, das Happy End fehlt noch: Ali Baba schenkte - am Ende - der schönen Sklavin die Freiheit und verheiratet sie mit seinem Vetter.

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    • #3
      Gemäß den Angaben Schätzungen des statistischen Bundesamtes gibt es derzeit 12306 Kommunen in Deutschland. Dementsprechend gibt es, höchstwahrscheinlich, auch rund 12300 Weihnachtsbaumverkäufer. Letzterer Wert beruht freilich auf einer persönlichen Schätzung der Autorin. Manche LeserInnen mögen hier empört einwenden, dass es sehr wohl Dörfer gäbe, deren Bevölkerung sich das festliche Nadelgestrüpp noch selbstgeschlagen aus dem eigenen Wald besorgt. Dem möchte ich die größeren Städte mit Weihnachtsbaummärkten (im süddeutschen Raum natürlich auch gerne: Christbaummärkten) an jedem Supermarktparkplatz entgegensetzen.

      In den meisten Orten eröffnen besagte Märkte bereits Ende November, was mich als Kind immer in großes Staunen versetzte: in unserer Familie war es Tradition, den Weihnachtsbaum erst am Morgen des 24.12. in das Wohnzimmer zu holen und gemeinsam zu schmücken. Wer um alles in der Welt benötigte schon Ende November einen Weihnachtsbaum? Tatsächlich scheint der frühzeitige Erwerb desselben jedoch inzwischen unumgänglich. Nicht nur zahllose Restaurants, Banken, Krankenhäuser und Kaufhäuser schmücken sich frühstmöglich mit der nadelnden Pracht, auch in Privathaushalten ist das grüne Wunderding immer öfter bereits am ersten Adventssonntag anzutreffen. Und muss, Fussbodenheizung und trockenem Raumklima sei Dank, oft kurz vor den eigentlichen Feiertagen ausgetauscht werden.

      Nach wie vor ist die Nordmanntanne das beliebteste Modell der Deutschen, mit einem Marktanteil von gut 75 Prozent. Einen seriösen zweiten Platz auf der Beliebtheitsskale erreicht stetig die Blaufichte, deren Nadeln aufgrund einer bostigen Starrheit gerne stechen, dafür aber gut geeignet sind, schwere Dekorationsgegenstände zuverlässig zu halten. Die Rotfichte dagegen, einst "der" Weihnachtsbaum schlechthin, kann sich nur noch aufgrund ihres günstigen Preis-Leistungs-Verhältnissens auf dem dritten Platz behaupten. Weit abgeschlagen folgen Edeltanne, Kiefer und andere Grünlinge für Individualisten. Das Yoga-Studio um die Ecke hat seinen Ficus dekoriert, während in einer Münchner Klinik im Arztzimmer ein Weihnachtsbambus gesichtet wurde.

      Interessant ist auch das Phänomen des zunehmenden Weihnachtsbaum-Tourismus. Experten diskutieren auf den Wintermärkten bei Glühwein und Bratwurst, wo der beste offentlich zugängliche Weihnachtsbaum zu finden sei, und verabreden sich für die gemeinsame Zugfahrt dorthin. Dortmund gilt in diesem Jahr als Favorit für Größe, bekommt aber Punktabzüge für die künstliche Zusammenstellung des Mega-Baums aus mehreren Einzelbäumen. Jedenfalls muss man dem Dortmunder Stadtrat hier wohl zur einer sinnvollen Haushaltspolitik gratulieren, da die Anziehungskraft des Baums und ein entsprechendes Umsatzplus auf dem zugehörigen Weihnachtsmarkt durch den Erwerb Dutzender, preisgünstiger (siehe oben!) Rotfichten bewerkstelligt wurde. Weitere spannende Weihnachtsbäume findet der geneigte Weihnachts-Binnentourist z.B. in Bendorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde, wo ein über 6 Meter hoher Baum aus Kornflaschen errichtet wurde, oder in Bad Kissingen in Unterfranken, das mit einem baumförmigen Weihnachtswunder aus 4500 Bierkästen aufwarten kann. In diesem Sinne: eine beschwingte Weihnachtszeit und Prosit Neujahr!
      Always avoid alliteration.

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      • #4
        Alle Jahre wieder

        Auch dieses Jahr war ich wieder für Sie vor Ort, um von den Zuständen im Einzelhandel kurz vor Weihnachten zu berichten. Unter Einsatz meines Lebens, habe ich mich Heiligabend in verschiedene Supermarkt- und Discounterfilialen gewagt. Wie zu erwarten, herrschten Chaos und eine niedrige Hemmschwelle beim Einsatz von Gewalt vor. Beunruhigende Szenen waren vor allem in den Bereichen Süßwaren, Knabberartikel, Brot und Alkohol zu beobachten. Der Streit zweier Kunden um die letzte Packung Paprikachips, eskalierte schnell und machte den Einsatz von SEK Beamten nötig, die nach kurzem und erbittertem Eingriff dem Konflikt ein Ende setzen konnten (fünf leicht, ein schwer Verletzter). Mitarbeiter des Roten Kreuzes versorgten die Wartenden in den langen Kassenschlangen mit Getränken und kümmerten sich um jene, die entkräftet zusammenbrachen. Diese wurden ungeachtet ihres Protests, ihren Platz in der Schlange zu verlieren, auf Tragen zum Versorgungszelt getragen. Mitarbeiter an den Kassen mussten regelmäßig aufgrund starker Erschöpfung ausgetauscht werden. Neben Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, kam es auch zu kleineren Scharmützeln, als diverse Kunden versuchten, ausverkaufte Artikel aus den Einkaufswagen anderer Kunden zu entwenden. Nach Ladenschluss fällt die Bilanz der Geschäftsführer gewohnt düster aus: die Ladengeschäfte benötigen nach dem Ansturm der Massen eine Sanierung. Für Aufsehen sorgte allerdings die Meldung einer Discounterfiliale, in der unter einem Regal ein einsames Bund Radieschen gefunden wurde, das von der Horde Kunden übersehen wurde. Der Mitarbeiter, der es fand, befindet sich zur Zeit in psychologischer Betreuung.
        Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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        • #5
          Weihnachtsbaum (arbor natalicia) traditionell mit mundgeblasenen Kugeln, geschnitzten Holzfiguren, Kerzen und oder Lametta behangen soll die Adventszeit verschönern, um für eine anheimelnde Vor- und schließlich Weihnachtszeit zu sorgen.
          Doch wer macht sich während der besinnlichen Zeit schon Gedanken über eine Artgerechte Haltung von Weihnachtsbäumen?

          Schlagwort: Massenbaumhaltung.

          In besagter Haltungsform von Tannen, Kiefern und Fichten fristen Bäume ein etwa 30 Jahre andauerndes, klägliches Leben. Durch das schnelle Wachstum des Stammes verformen sich die Wurzeln, so dass sie oft nicht mehr stabil stehen und das Gewicht des Baumes halten können. Oftmals verdursten die Bäume, weil sie nicht ausreichend gewässert wurde. Die drückende Enge von dreißig Quadratmetern pro Baum, führt oft zum stressbedingten Abwerfen der Nadeln. Dieses qualvolle und von Anspannung geprägte Leben ertragen die Bäume nur durch den massiven Einsatz von Pestiziden, insbesondere Cyprodinil.
          „Besinnen wir uns! Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass der Abbau unserer Massenbaumhaltung endlich vorangeht!“, sagt Ewald Koschanski einer renommierten Forschergruppe aus der gleichnamigen Baumschule in Berlin Steglitz. „Pflanzen und Menschen sind sich in einem Punkt sehr nahe. Beide eint eine starke Abneigung gegen Stress. Pflanzen trifft es als standortgebundene Geschöpfe jedoch besonders hart, da sie in Stresssituationen nicht einfach flüchten können.“

          Denken sie also daran, werte Leser, wenn sie den Stumpf ihres Weihnachtsbaums in einen Ständer zwängen und die Zweige mit bunten Lichterketten strangulieren, nachdem sie die Nordmanntanne aus dem engen BDSM Verkaufsnetzt befreit haben.

          Ihnen allen ein schönes Fest.
          Neuer Stadtkurier.
          Quintessenz: Bla.
          Kontakt: administrator@wortkompass.de

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          • #6
            Heiligabend ist das Ding überhaupt. Und alles, was darauf hinausläuft, muss gut vorbereitet sein. Muss.

            Ich tu mein Bestes, um so wenig wie möglich damit in Berührung zu kommen, und im Laufe meiner Lebensjahre habe ich meine Taktik der Ignoranz perfektioniert. Im Supermarkt gehe ich mit Tunnelblick durch die Gänge und greife zielsicher nach Bio-Hafermilch und regionalem Gemüse, anstatt mich darüber aufzuregen, dass Lebkuchenherzen und Spekulatius schon im September ausliegen, obwohl noch über 30 °C sind. Ich fühle mich auch nicht mehr unter Druck gesetzt, bei der Aufrüstungspolitik in der Nachbarschaft mitzumachen – die fetten Kränze an die Eingangstüren genagelt, Seiffener Schwibbögen gut sichtbar auf dem Fensterbrett. Ich bin Erwachsen, ich muss da nicht mitmachen!

            Denkste.

            15. Dezember, Vormittag.
            Ich öffne den Briefkasten und mir quillt die Weihnachtspost entgegen. Zumindest keine Rechnungen (mittlerweile kommen die online) und keine Drohbriefe (noch kommen die online). Ich fange an zu sortieren. Fröhliche Kund*innen wünschen mir eine frohe Zeit, Geschäftspartner*innen erinnern mich daran, wie gut die Zusammenarbeit doch sei, und erinnern mich gleichzeitig daran, dass es in diesem christlichen Lande Konvention ist, sich in der Weihnachtszeit was Gutes zu Wünschen. Und das nicht nur als Akt der Kundenbindungsdingens.

            Zitat von Apostelgeschichte 20,35
            Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.
            Leute denken an mich. Sie zeigen, wie gerne sie geben. Es freut mich ehrlich, dass sie an mich denken, aber ich freue mich auch genauso über eine WhatApp-Nachricht – auch wenn da jetzt das Facebook-Logo integriert ist –, aber dieser Zwang zu geben, erzeugt leichten Druck. Gib’s den Autor*innen! Gib’s den Verlagsleuten! Gib’s den Nachbar*innen! Gib’s ihnen allen! Ja! Und vergiss die Menschen im Wortkompass nicht! Adventskalender! Weihnachtskugeln! Likes! Weil »wir« Ankunft des Herren würdigen … Wir, das sind weltatlas und ich, die eine engere Bindung zu חנוכה (nein, nicht die Haselnussschnitte) und 春節 (nein, nicht der Cocktail mit Club Mate und Rum) haben sollten/könnten, wenn wir im christlichen Deutschland leben würden.

            Geh doch zurück, wo woher du kommst!
            Ja, wohin denn? Ich weiß, dass ich Ur-Berlinerin ich zur Minderheit gehöre und auch von Menschen aus Hamburg, Dresden, Leipzip … jaja, und ausm Schwabenland verdrängt werden. Aber ich geh nicht weg hier. Trotz des ganzen Weihnachtskrams.

            Irgs. Das hätte ich wohl nicht sagen dürfen. Nicht das mit dem weggehen, sondern Weihnachtskram. Ist wohl eine Diffamierung von etwas, was anderen Leuten wichtig ist. So wichtig, dass sich Leute auf Twitter aufregen, wenn sie anderen Leuten etwas »Grüß Gott« oder »Frohe Weihnachten« oder »Gesundheit« zurufen, aber keine Antwort bekommen. Deutschland ist ein freundliches Land. Da kann man doch schon was erwarten oder? Ich mein, wenn ich durch die Straßen laufe und meine Umgebung mit »Allahu akbar« grüße, kommt auch sofort eine Reaktion. Geben und Nehmen, Leute.

            Fazit: Ich bereite mich vor. Ich lerne diese Weihnachtssprüche, die man sich – je mehr, desto näher die Frist naht – gegenseitig an den Kopf wirft. Ich schreibe Weihnachtspost, damit andere Leute nicht denken, dass ich sie vergessen habe oder undankbar bin. Ich esse Dominosteine, weil »Frist« und »Frust« nur einen Buchstaben trennen. Lasse die Weihnachtsgeschenke in meinen Amazon Locker schicken. Antworte auf »Wie geht’s dir?« mit »Muss, muss«; auf »Wie feiert ihr denn bei euch?« mit »Wir legen 8 Glückkekse in einen Kreis, und sobald der Gong ertönt, hauen wir mit der Faust drauf« und auf die ernste Frage »Hast du schon alle Weihnachtsgeschenke?« mit einem hysterischen Lachen.

            Ich nehme mir vor, nächstes Jahr rechtzeitig anzukündigen, dass ich Self-Care anstatt Weihnachten feiere. Ist zwar noch keine Religion, aber es gibt schon einige Leute, die über Achtsamkeit und psychische Gesundheit predigen.

            Bis dahin,
            frohe Weihnachten und Muss, Muss!

            Eure Victoria
            Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
            die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
            die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
            die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

            Jack Kerouac

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            • #7
              X-Mas in da house

              Oder zumindest kurz davor.

              Wer von euch in diesem Jahr noch nicht zu "Last Christmas" total abgedancet ist, sollte das tun, und zwar ASAP! Wenn nämlich am Vierundzwanzigsten mit der Spießer-Family unterm Baum der Song "Stille Nacht, heilige Nacht" auf der Blockflöte geträllert wird, ist wieder nur good old German angesagt. Und von dancen auch keine Spur. Nur so chillen und zu viel vom Chicken mit schwerer Soße, und das ist meistens voll lame.

              Dann heißt es, Pokerface aufsetzen, wenn die Hälfte der Partypeople mal wieder nicht eure Amazon Wishlist gecheckt hat, und ihr so einen weirden Christmaspulli geschenkt bekommt. Das kann echt tierische Probs geben, wenn ihr nicht auf Enttäuschungen vorbereitet seid. Am besten macht ihr noch schnell einen Online-Workshop im Method Acting, Fachbereich: Christmasleuchten in die Augen zaubern. Geht eigentlich aber auch mit echten Emotions, wenn die Tränen mit voll der crazy Freude verwechselt werden. Muss jeder selbst wissen, wie er den WTF-Moment hinkriegt: spontan oder mit Prep.

              Wenn das gelaufen ist, bleibt nur noch die Frage: Sissi oder Die Hart? Klar, die ganzen Loser wollen Die Hart wieder nur ungestreamet mit deutscher Synchro gucken. Mega-strange, wenn ihr schon aus zwei anderen Movies die reale Stimme von Bruce Willis gewohnt seid. Dann lieber Sissi, das gibt's nur in einem Release. Damit könnt ihr ja auch 'ne andere Sprache lernen. Österreichisch FTW! Voll die Challenge.

              Also, hangt on! Ihr kriegt das hin. Und am Ende seid ihr eh die Winner! Wir sehen uns dann spätestens zum New Years Cosmo in der Cocktail-Lounge.

              Bye, Leute!

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              • Amilyn
                Amilyn kommentierte
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                Ach, Mist, die hätten "Stille Nacht" nicht trällern sondern performen sollen 😅

            • #8
              Ich mache es mal kurz und schließe diesen Thread mit einem Zitat von E. H. Bellermann: "Man kann immer wählen zwischen Wählen und Nichtwählen." Viel Spaß.
              Quintessenz: Bla.
              Kontakt: administrator@wortkompass.de

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