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Freitagsinfusion 12/21: Ganz schön ängstlich xD

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    Freitagsinfusion 12/21: Ganz schön ängstlich xD

    Keine Sorge, um eure Autor*innen-Sorgen wird sich gekümmert … nach bestem Wissen und Gewissen! Und zwar von euren eigenen Romanfiguren.
    Schreibt einen Dialog – egal in Roman- oder Drehbuchform –, indem ihr von euren Ängsten und Sorgen berichtet und ihr gut zugeredet bekommt. Falls ihr keinerlei Sorgen oder Ängste oder sonst was habt. Kein Problem. Ich wette, eure Figuren können euch bestens was einreden.


    pexels-ekaterina-bolovtsova-4051134.jpg

    Foto von EKATERINA BOLOVTSOVA von Pexels
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

    #2
    Na toll.


    Tom (holt einen Kaffee für uns drei) und setzt sich an den runden Tisch. Er kommt sofort zur Sache.
    Tom: Ist es nicht ein bisschen sehr viel Sex?
    Natalie: Also, mich stört's nicht.
    Tom: Ich meine es ja auch nicht persönlich, my darling. Ich meine, für die Story. Wir wirken ja, als wollten wir nur das eine.
    Natalie (räuspert sich): So wie ich es verstanden habe, reden wir uns beide zu dem Zeitpunkt gerade ein, dass wir nur das eine wollen, damit wir uns nicht mit Gefühlen abplagen müssen.
    Tom: Ich hab aber Gefühle.
    ich: Mal ganz entspannt, Leute. Deine Gefühle bring ich hoffentlich rüber, Tom. Und deine auch, Nat.
    Natalie (macht zufrieden eine Ich hab's dir doch gesagt-Geste zu Tom)
    Tom: Ja, aber ... Was, wenn sich das total peinlich liest?
    ich: Müsste das nicht meine Sorge sein?
    Tom: Nicht nur, aber, ja, müsste es.
    ich: Ist es aber nicht. (Nur ein ganz klitzekleines bisschen).
    Natalie: (neckend) Tom hat nur Sorge, dass er schlechte Noten bekommt. Ts. Als bekäme er die von den Erotikszenen.
    Tom: (redet laut über Nat hinweg) Wieso lässt du deine Mom dann nicht die Pilotenstory lesen?
    ich: Äh ... Oh ... was, so spät schon? Ich muss euch weiterschreiben.
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      #3
      "Also wann, sagtest du, hat dir jemand in den Arsch getreten?", fragt mich der rothaarige Punk, der meinen Blutdruck misst.
      "Niemand hat mir in den Arsch getreten", sage ich leicht verwirrt.
      "Das ist vermutlich das Problem", sagt der weißhaarige Punk mit der Augenklappe, der in der Tür lehnt und missbilligend die Arme verschränkt hat.
      "Seid ihr nicht hier, um mich aufzubauen?", frage ich, nun etwas gereizt.
      "Du solltest ein bisschen mehr Sport machen. Das ist auch gut für die Psyche", sagt der Kerl, der dauernd mit dem Kopf gegen das Tripeldecker-Windspiel stößt. Mann, zwei Meter sechs sind wirklich verdammt riesig. Aber nicht weit genug oben, dass mir sein Blick auf meine Coronaröllchen entgeht.
      "Vielen Dank auch", sag ich. "Ich geh schon täglich spazieren."
      "Das ist vermutlich das Proble-em", summt der weißhaarige Punk und kramt ein Päckchen Zigaretten hervor.
      "Und aufgehört zu rauchen hab ich auch", fauche ich in seine Richtung.
      "Das ist sehr vernünftig", sagt der Elf mit dem spülwasserblonden Pferdeschwanz und klopft mir aufmunternd auf die Schulter.
      "Au", sage ich.
      "Immer noch die Schulter?" Der rothaarige Punk rollt sein Blutdruckdings zusammen.
      "Die Spaziergänge helfen ein bisschen", sage ich. "Und der Sitzball. Aber ich schätze, dass ich immer noch zu viel am Schreibtisch sitze."
      "Wie viel kannst du da schon sitzen, wenn du erst zwei Szenen geschrieben hast", sagt der weißhaarige Punk.
      "Ich habe gerade eine tolle Idee für eine Szene, in der ein Rettungswagen im Graben landet", sage ich. "Die sollte ich unbedingt gleich mal runterschreiben."
      "Ich finde, du solltest dich schonen", sagt der spülwasserblonde Elf schnell. "Ich meine, deine Schulter. Geh doch ne Runde spazieren oder so. Das ist auch gut für die Psyche."
      "Ihr wisst schon, dass ich euer medizinisches Wissen hauptsächlich ergooglet habe?", sage ich. "Ich bin nicht sicher, ob ich überhaupt auf euch hören sollte."
      "Warum sind wir dann hier?" Der rothaarige Punk scheint leicht beleidigt, und es tut mir auch schon wieder leid, das gesagt zu haben.
      "Ich wollte einfach jemanden, der mich aufmuntert", sage ich. "Weil ich mal wieder an mir zweifle. Und der Verlag sich nicht meldet."
      "Oh, keine Sorge", sagt der spülwasserblonde Elf. "Um den Verlag kümmert sich Yokai schon."
      "Er macht was?!" Ich schaue in die Runde. Der Kerl, der immer an meinen Tripeldecker stößt, deutet zum Fenster. Draußen steht ein Typ mit blonden Strähnchen und telefoniert. Sein Blick ist dabei so ernst, als ordert er gerade einen Luftangriff auf Friedberg.
      "Nein! Stopp!" Ich winke hektisch aus dem Fenster. Der Typ mit den Strähnchen winkt freundlich zurück und telefoniert weiter.
      "Vielleicht seid ihr nicht ganz die richtigen Leute, die sich um meine Probleme kümmern sollten", sage ich. "Wie wäre es, wenn ihr jetzt geht und was Sinnvolles tut und ich versuche, noch ein bisschen zu schreiben?"
      "Wir haben halt gerade nichts anderes zu tun", sagt der spülwasserblonde Elf.
      "Das ist das Problem", sagt der weißhaarige Punk und zündet sich eine Zigarette an.
      Poems are never finished.
      Just abandoned.

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      • Nachtmahr
        Nachtmahr kommentierte
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        Stimmt, kommt drauf an. Nee, ich wollt schon wissen, was du dir darunter vorstellst.

      • Victoria
        Victoria kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Hach, die arme Ich-Person …

        (Spülwasser ist blau? 🤣)

      • Ankh
        Ankh kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Victoria Was, blau? Irgendwas mach ich falsch mit meinem Spülwasser

      #4

      Wir sitzen alle um ein Lagerfeuer versammelt im Wald. Außer dem Wind in den Blättern und einem Tier im Unterholz ist nichts zu hören. Thaes blickt gedankenverloren in die Flammen, während ich Orell beobachte, der ein langes Gesicht macht.
      »Was ist los?«, frage ich. Orell blickt auf.
      »Du sagtest, das die Menschen unsere Geschichte nicht mögen könnten.«
      »Ja, das ist möglich. Nicht jedem wird sie gefallen.«
      »Aber wie kann das sein? Keiner hat je so viel erlebt, wie er«, sagt Orell und deutet mit der Hand auf Thaes, der sich nicht rührt.
      »Das stimmt, aber trotzdem muss es nicht jedem gefallen. Außerdem ... ich brauch noch mehr Material. Es reicht noch nicht für alle Bücher.«
      »Nein? Hm ... lass mich etwas darüber nachdenken.«

      Wieder starren wir alle wie gebannt in die Flammen, bis ...
      »Die Nymphen!«, ruft Orell aus. »Wir könnten noch einmal zu den Nymphen reiten d-«
      Weiter kommt er nicht, weil Thaes neben ihm heftig zusammenzuckt und ihn aus großen Augen anstarrt.
      »Nein! NEIN! Nie wieder betrete ich das Land der Nymphen! Nur über meine Leiche.« Er unterstreicht seinen Protest mit einer endgültigen Geste.
      »Was sie auch fast geschafft hätten.«
      »Was?«, fragt mich Orell.
      »Du scheinst unter Gedächtnisschwund zu leiden, mein Freund«, erwidert Thaes an meiner Stelle gereizt. »Diese Furien hätte mich beinahe umgebracht, als wir das letzte Mal dort waren. Und mit letztes Mal meine ich wirklich letztes Mal. Nie wieder!«
      »Schon gut, beruhige dich mein Junge.«
      »Dich möchte ich mal sehen, wenn eine Horde Nymphen dich unter Wasser zieht und -« Er bricht ab und erschauert. »Lass dir etwas anders einfallen Orell.«
      »In Ordnung«, erwidert der belustigt.

      Stunden vergehen, der Mond wandert am Himmel über uns hinweg, die Sterne verblassen allmählich. Orell rührt sich, öffnet den Mund, scheint etwas sagen zu wollen, es sich dann aber wieder anders zu überlegen. Dann ...
      »Ich würde sagen, wir überlegen uns das mit den Nymphen noch einmal«, sagt er enthusiastisch und mit erhobenem Zeigefinger. »Thaes ist inzwischen viel weiter und könnte die Nymphen in - wie heißt dieses Zeug, das es in eurer Welt gibt? Das in dem Fisch ist?«
      »Sardinenbüchsen?«, antworte ich zögernd.
      »Genau. Thaes könnte diesen Fischweibern diesmal dermaßen heimleuchten, das sie danach in Sardinenbüchsen passen.«
      Wir beide sehen Thaes an, der wiederum wie erstarrt Orell ansieht. Nur sein zuckendes Unterlid verrät, was in ihm vorgeht.
      »Keine! Nymphen!«
      Man sieht Orell die Mühe an, nicht laut zu lachen. Als er sich wieder im Griff hat, sieht er mich einigermaßen gefasst an und beginnt seine eigentlichen Vorschläge zu erklären. Thaes hört ihm genauso gebannt zu wie ich. Nur das er zunehmend entsetzter aussieht.
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      Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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