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Freitagsinfusion #104: Eine Zutat fehlt!

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  • Freitagsinfusion #104: Eine Zutat fehlt!

    Zwei eurer Figuren sollen/wollen/müssen kochen oder etwas anderes tun, das einer Anleitung folgt und spezielles Zubehör erfordert. Aber, oh Schreck, eine wichtige Zutat oder ein wichtiges Teil fehlt! Zeigt uns, warum das ein Problem ist und wie eure Figuren damit umgehen!

    Bonus: Macht einen Feel Good Friday draus und baut eure Lieblingsgrundzutaten aus der Mittwochsfrage in die Szene ein
    »… and he wonders if that is what people look for in a partner or a friend: the part of themselves that is missing.«
    ― Rachel Joyce, Perfect

  • #2
    Gekocht wird nicht.


    Chuck Drinkwater lehnte mit gestreckten Armen am Dach des kupferfarbenen Ford Ranger, die Beine leicht gespreizt, und ließ den Kopf entspannt hängen. Er lehnte nicht das erste Mal so an seinem Auto.
    Remy tastete ihn nach Waffen ab und versuchte, den süßlichen Geruch von Marihuana - oder Stinktier - zu ignorieren, den Chuck ausdünstete. In Höhe der Hosentasche spürte er einen Widerstand. „Was ist das?“
    „Mein Genital, Inspector.“ Chuck schnaufte höhnisch.
    Ärgs. Remys Hand zuckte zurück, und unwillkürlich wischte er seine behandschuhten Finger an seiner Hose ab. „Corporal Hendricks, lesen Sie ihm seine Rechte vor.“ Er griff nach der Acht an seinem Koppel, die andere Hand lag auf Chucks Rücken, damit der Kerl spürte, dass er besser keinen Unfug machte.
    Bev griff in ihre Brusttasche und runzelte die Stirn. „Äh, vorlesen?“
    Sie lasen die Rechte bei den Mehrfachtätern immer vor, damit sie nicht versehentlich im Freistil ungeschickt oder uneindeutig formulierten. Oder etwas vergaßen. Erfahrene Kriminelle merkten das.
    Bev grinste ihm zu. Nicht amüsiert, sondern gestresst und entschuldigend. Sie hatte die kleine Karte nicht dabei. Remy klimperte mit den Handschellen, um anzudeuten, dass er gerade keine Hand frei hatte. „Meine ist in meiner Hosentasche.“
    Chuck lachte einmal.
    „In welcher?“, fragte Bev ohne falsche Scheu.
    „Links.“
    Bev steckte ihre Hand in Remys linke Hosentasche.
    „Oder rechts“, sagte Remy. Er wusste es nicht genau, und mit Bevs Fingern in seiner Hose fiel es ihm auch nicht mehr ein.
    „Links jedenfalls nicht“, sagte sie, und in ihrer Stimme schwang ein amüsiertes Glucksen mit. Sie zog ihre Hand heraus und schickte sich an, in die rechte Tasche einzutauchen.
    „Ich mach schon.“ Entnervt ließ Remy Chuck los, verlor die Handschellen und fingerte in der Hosentasche herum. Kein Kärtchen. Links? Auch nicht. Remy tastete seinen Oberkörper und die anderen Hosentaschen ab.
    Er hatte die Karte offenbar in der anderen Hose. Er hob die Handschellen auf.
    „Oh, Leute“, sagte Chuck. „Heute noch?“
    Remy und Bev wechselten einen Blick.
    „Charles Drinkwater, wir verhaften Sie wegen Überschreiten des Tempolimits, Widerstand gegen die Staatsgewalt, illegalen Mitführens von Waffen und unter dem Verdacht der Wilderei und des Führens eines Fahrzeugs unter Drogeneinfluss“, begann Remy.
    „Du stehst selbst unter Drogeneinfluss, du Zombie“, nuschelte Chuck.
    „… sowie Beleidigung … Sie, äh, haben das …“ Remy kam ins Schleudern. Dabei hatte er den Text schon tausend Mal runtergeleiert. Aber eben geleiert.
    „Sie haben das Recht, sich unverzüglich mit einem Rechtsbeistand zu beraten“, sprang Bev hilfreich zur Seite.
    „Genau, Recht“, sagte Remy.
    „… und wurde soeben darüber in Kenntnis gesetzt. Ähm.“
    Kurzes Schweigen.
    „Sie haben das Recht …“, half Chuck.
    „Sie haben das Recht“, sagten Remy und Bev gleichzeitig, und darum verstummten beide.
    „Nach dir“, sagte Remy.
    „Alter vor Schönheit“, erwiderte Bev.
    „Leute!“, mahnte Chuck.
    „Sie haben das Recht!“, übertönte ihn Remy, „die Rechtmäßigkeit Ihrer Festnahme unter den Gesichtspunkten des Habeas Corpus-Akts überprüfen zu lassen und, sollte die Festnahme unrechtmäßig sein, unverzüglich freigelassen zu werden.“
    „Yo!“, sagte Chuck.
    „Haben Sie Ihre Rechte verstanden?“, beendete Bev die relevanten Abschnitte der Sektion 10 der kanadischen Charter of Rights and Freedoms.
    Chuck grinste bösartig. „Nein. Ich möchte Euren Gospelchor gern noch mal hören.“
    Es war sein Recht.

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    Kommentar


    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Danke dafür. Ich hab gerade Tränen gelacht. Und hoffe, die Szene schafft es in den Roman.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Alys II. Ich überlege, meinen bisherigen Einstieg zu ändern ...
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