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Freitagsinfusion #103: mieser Charakter

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  • Freitagsinfusion #103: mieser Charakter

    Passend zur Mittwochsfrage die Freitagsinfusion:

    Nimm Deine/n Protagonist/in und gibt ihm/ihr eine Angewohnheit, die Du selbst total eklig oder abstoßend findest. Alles von A wie Arschkratzen bis Z wie Zähne-mit-der-Gabel-reinigen ist erlaubt. Schreib eine Szene, in der Prota diese Angewohnheit auslebt, und in der er/sie trotzdem sympathisch rüberkommt.
    Always avoid alliteration.

  • #2
    Es trifft zwei Hauptfiguren aus unterschiedlichen Projekten. Meine Polizistin und meinen Pathologen.
    Ich fürchte, man merkt, dass ich kein Kopfkino in meinem Kopf zugelassen habe.
    Achtung, eklig. (Finde ich).


    „Deri?“ Kata schniefte lautstark. Die Flurdielen knirschten leise. Sie näherte sich seiner Zimmertür.
    „Hau ab.“ Er wollte ihr auf keinen Fall begegnen, wenn sie eine Rotznase hatte.
    „Deriiiii!“, näselte sie und wankte wie ein schnoddernder Zombie in sein Zimmer.
    "Raus“, schrie er und sprang auf sein Bett.
    „Was ist bei euch da oben los?“, rief seine Mutter aus ihrem Arbeitszimmer.
    „Kata ist eklig“, brüllte Derek.
    „Mein Gott! Sie hat nur einen Schnupfen!“
    Er konnte das genervte Augenrollen seiner Mutter heraushören und auch, wie sie ihre Arbeitszimmertür schloss und ihn seiner fiesen kleinen Schwester überließ.
    Dabei war Kata für eine zwei Jahre jüngere Schwester eigentlich mehr als OK. Sie hatte ihn erst kürzlich beim Onanieren und bei sehr feuchten Küssen mit seiner Inzwischen-nicht-mehr-Freundin ertappt und nicht damit erpresst oder sonstwie verraten, sich nicht einmal lustig gemacht, sondern nur - quasi ein Abbild ihrer Mutter - die Augen gerollt und die Tür wieder zugemacht.
    Aber wenn sie Schnupfen hatte …
    Sie hatte die Macht, die sie mit Nasenschleim über ihn hatte, schon vor vier Jahren entdeckt, als sie zehn und er zwölf waren. Jetzt grinste sie breit, stieg mit fiebrigen Augen auf sein Bett, und zog genüsslich und geräuschvoll den Rotz aus allen Nebenhöhlen zusammen.
    Er sprang vom Bett wie D’Artagnon auf dem Rückzug vor den Schergen Richelieus, und Kata setzte nach, drückte ihn an die Wand. Sie wusste, dass er keine Mädchen schubste. Auch keine Schwestern. Shit! Derek drehte das Gesicht weg und kniff die Augen fest zu.
    Kata, trotz Erkältung erfahrenes Karatekid, hebelte ihm die Beine weg, und er knallte auf den Boden. Sie setzte sich auf ihn. „Halloooo großer Bruder“, trällerte sie mit voller Nase.
    „Bitte, Kata, es ist nicht witzig!“ Er machte den entscheidenden Fehler, er öffnete die Augen.
    Sie schnaufte, und zwei elastische, schillernde Schleimfäden hingen aus ihren Nasenlöchern, baumelten bedrohlich über seinem Gesicht. Er wollte in Tränen ausbrechen. Sie wollte auch, dass er das tat. Er tat’s nicht.
    Kata grinste und zog die Rotze mit einem lautstarken Schlurp wieder in ihre Nase. Über das Geräusch musste sie lachen.
    „Nochmal?“, fragte sie.
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    • Jane Doe
      Jane Doe kommentierte
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      Iiiih, sehr bildhaft beschrieben

      War schön, mal wieder von Kata zu lesen.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Jane Doe Oje, ja, ich hab noch ...

    • SaKi
      SaKi kommentierte
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      Ich kann das nicht liken, das ist zu eklig Aber gut geschrieben ist es

  • #3
    Uäh!

    Tier duckte sich gerade noch rechtzeitig. Die Kiefer des Höllenhundes verfehlten seine Kehle, und das Biest krachte hinter ihm in eine Vitrine mit griechischer Töpferkunst.
    Kid schrie auf. "Oh Erdmutter, die Vasen! Du hast sie kaputtgemacht!" Er hob vorsichtig den Kopf aus der Deckung und schielte nervös auf ein kleines Öllämpchen, das beim Aufprall der Bestie wie durch ein Wunder heil geblieben war und nun prekär an der Kante eines zersplitterten Glasregalbodens verharrte.
    "Ich?! Das war der Köter!" Tier zog seine Uzi und pumpte eine Runde Blei in den muskulösen Fellberg, der sich soeben aus den Scherben regte. Ein Querschläger ließ das Öllämpchen in eine rötliche Staubwolke zerplatzen.
    "Aber – aber, wir können hier drin doch nicht kämpfen, all die unersetzlichen Sachen!"
    "Okay, weißt du was? Geh hin und erklär den Viechern, dass wir das Ganze lieber nach draußen verlegen wollen. Ich bin sicher, sie haben dafür Verständnis." Tier warf das Magazin aus und drückte ein neues in die Waffe. Er fuhr herum, als Scratch mit einem Schrei und einem Hechtsprung hinter einer Vitrine in Deckung ging und jagte seinem Verfolger eine Salve in den Pelz. Es war schwer auszumachen, ob er das Biest tödlich getroffen hatte, zumindest aber hatte er seine Koordination empfindlich gestört, denn statt über die Vitrine hinwegzusetzen, trug sein Schwung es mitten hinein. Die Vitrine zerbarst und kleine ägyptische Figürchen regneten auf den blankpolierten Marmorboden.
    Von der Halle her ertönte das Knurren weiterer Höllenhunde.
    "Rückzug!", donnerte Tier. Er packte Kid an der Schulter, der soeben einige Bruchstücke der Vasen vom Boden aufklauben wollte, drückte ihn hinter sich und wich dann zurück zum Durchgang zur Mittelalterabteilung. Tonscherben knirschten unter ihren Sohlen und wurden zu Staub zermalmt.
    Zu seiner Linken rappelte sich Scratch aus seinem Trümmerhaufen auf. Er griff sich einen Armvoll der Figürchen, bevor er sich ebenfalls rückwärts zum Durchgang zurückzog.
    Kids Hoffnung, dass er die heilgebliebenen Artefakte schützen wollte, zerschlugen sich ebenso wie die Figürchen, als er begann, sie den langsam und knurrend vorrückenden Höllenhunden an den Kopf zu werfen.
    "Nein, nicht die Uschebtis!"
    "Die was?" Eine Fayencefigur zersplitterte an der Schnauze eine Höllenhundes, woraufhin dieser drohend fingerdicke Reißzähne entblößte.
    "Uschebtis, das sind Grabbeigaben in Form von Dienern, die den Ägyptern im Jenseits –"
    "Erklär's mir später, okay?" Scratch warf sein letztes Uschebti, hastete dann in den nächsten Raum und zog Kid mit sich.
    Tier blieb in der Tür stehen und mörserte Warnschüsse vor den Pfoten der Critter in den Marmorboden. Die Höllenhunde verschwanden aus seinem Sichtfeld, schlichen aber im Schutz der Vitrinen weiter vorwärts. Wo immer einer ihrer Leiber aufblitze, pflanzte Tier eine Salve.
    "Wir müssen den Durchgang verbarrikadieren!"
    "Schon dabei. Verdammt Kid, pack mit an."
    Kid zögerte nur kurz, dann fasste er sich und half Scratch, einen massven mittelalterlichen Bauernschrank von der Wand zu zerren. Das Ding kippte und landete krachend im Durchgang. Irgendetwas darin knirschte, aber alles in allem schien er recht intakt zu bleiben.
    "Und jetzt?"
    "Verteidigen." Scratch riss einen Narwalzahn von der Wand und hockte sich hinter den Schrank, bereit, den ersten Höllenhund, der sich in seine Nähe wagte, zu harpunieren. Kid sah sich hastig um und zog eine Hellebarde aus den Handschuhfingern einer Ritterrüstung. Die waren immerhin zum Kämpfen gemacht, dabei konnte nicht viel kaputtgehen, oder? Allerdings hantierte er wohl ein wenig zu hastig, denn die Rüstung schwankte und löste sich dann mit einem ohrenbetäubenden Scheppern in ihre Einzelteile auf.
    Tier nutzte den Moment, in dem der Krach selbst die Höllenhunde zurückzucken ließ, und flankte über die Schrankbarrikade.
    "Das reicht nicht", stellte er mit einen kurzen Blick auf die Verteidigungsanlagen fest.
    "Solange sie sich nicht hierher trauen, ist doch alles gut." Scratch spähte an der Spitze des Narwalzahns entlang in die verwüstete Antikenabteilung.
    "Ja, aber vielleicht sollten wir die Pause nutzen, um Land zu gewinnen. Wo sind Feist und Yokai?"
    "Weltkultur." Kid deutete hinter sich. "Treppe rauf."
    "Dann los!"
    Die drei lösten sich aus ihrer Deckung und hasteten zur Treppe am hinteren Ende des Saals. Sie hatten den Raum zur Hälfte durchquert, als die ersten Höllenhunde über die Barrikade sprangen und auf sie zuhetzten. Ihre Krallen klackerten und ihre Pfoten rutschten auf dem Steinboden aus, und doch holten sie rapide auf.
    Tier jagte dem Vordersten einige Kugeln in die Brust. Mit der anderen Hand griff er eine mannhohe Vitrine und stieß sie der herannahenden Meute entgegen.
    Eine Flutwelle aus venezianischem Glas krachte auf den Boden und schoss als winzige glitzernde Splitter in alle Richtungen. Es hielt die Höllenhundmeute lange genug auf, dass sie die Treppe erreichten konnten, bevor die ersten Viecher sie erreichten.
    Zähne schnappten dicht neben Kids Schenkel aufeinander. Er quiekte und überwand vier Stufen auf einmal. Neben ihm schoss etwas Weißes vorbei; er konnte gerade noch Scratch ausweichen, der auf der Treppe stehengeblieben war und soeben den Narwalzahn in den Rachen des Höllenhundes versenkte. Scratchs Muskeln spannten sich, als er sich gegen den muskulösen Hund stemmte und ihn auf Abstand hielt. Das Vieh wand sich am Ende des Zahns, seine glühenden Augen waren kugelrund und Blut mischte sich in seinen Geifer. Kid stieß mit der Spitze der Hellebarde nach ihm, um ihn weiter weg zu stoßen, aber die Bestie gab nicht nach und schüttelte sich so heftig, dass der Zahn schließlich zerbrach.
    Scratch warf ihm den Rest an den Kopf und wich zurück. Kid wedelte verzweifelt mit seiner Hellebarde hin und her, um die inzwischen drei Höllenhunde auf dem Treppenabsatz am Vordringen zu hindern. Eines der Tiere schnappte nach der Stange und zermalmte das Holz mit einem kurzen Knacken zwischen seinen Kiefern.
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    So, das muss ertsmal reichen. Ich hoffe, ihr habt genauso gelitten wie ich


    If I could read your mind love
    What a tale your thoughts could tell
    Just like a paperback novel
    The kind the drugstore sells
    -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      weltatlas Vielleicht ist meine Szene auch einfach vergleichsweise harmlos. Ich habe ja nichtmal konkrete einzigartige Dinge benannt, mit denen du dich identifizieren könntest. Ich stelle mir nur bei solchen Dingen den armen Restaurator vor, wie er Scherben zusammensucht, weil er vielleicht doch noch was retten kann, und dann ist ein Teil der Scherben auch noch zu Pulver zermalmt und der Teil ist für immer weg und gestern war er noch da wie die letzten 2000 Jahre auch und hargh!

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Mir ist gerade aufgefallen (bei diesem Beitrag und bei Ankhs anderem Thread):
      ich habe am Ende meines aktuellen Plots geplant, ein wirklich altehrwürdiges, geradezu heiliges Bauwerk in Schutt und Asche zu legen. Und die Person, die das tun muss, liebt dieses Bauwerk und die ganze Historie und Tradition, für das es steht. Ich dachte immer, das muss doch für jeden Leser klar sein, was da für ein Opfer gebracht wird und in welche Bedrängnis ich diese Person damit bringe.
      Aber so langsam wird mir klar, dass dem wohl nicht so ist. Nicht jeder fand es schlimm, als Palmyra zerstört wurde oder Nôtre Dame brannte. Also wird das auch nicht jede_r Leser_in nachvollziehen können.

    • SaKi
      SaKi kommentierte
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      Ich hab eher mit Kid, Scratch und Co. mitgefiebert, auch wenn ich durch Kids POV schon mitgelitten hab. Aber nicht, weil ich selbst so furchtbar gelitten hätte, weil diese Artefakte zerstört wurden, sondern weil Kid so gelitten hat. Es ist schon furchtbar, dass da antike Schätze zerstört werden und ich möchte nicht in der Haut der Restauratoren, der Museumsleitung, von Historikern oder anderen involvierten Personen stecken … dennoch hat es mich mehr mitgenommen, als Notre Dame brannte. Vielelleicht ist es tatsächlich so, dass es eindrücklicher wird, wenn Dinge konkret benannt werden. Andererseits waren Scratch mit seiner Walzahnharpune und Tier mit seiner Uzi zu ablenkend (Ich will weiterlesen!!)

  • #4
    Krasse Aufgabe. Das kann ich nicht! Das geht einfach nicht. Ich müsste dann auf 2–3 Normseiten im schönsten infodumpigsten (falschen) Show don't Tell schreiben, wie sich jemand die Pickel ausdrückt und in der Nase popelt. Und am besten sich noch einen zähen Popel aus der Nase zieht, um es an einem Gegenstand (in einer öpffentlichen Einrichtung) zu schmieren.
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

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    • Victoria
      Victoria kommentierte
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      Ankhs Text fand ich spaßig. Ich habe kein Problem mit dem Zerstören. Einzig mit Ekligem.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Alys II. Naja, du kannst nicht in einer Aufgabe verlangen, dass wir was schreiben, das uns schwerfällt, und dich dann wundern, dass es uns schwerfällt

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ankh Die Planung dieser Aufgabe lief wahrscheinlich nach dem Motto "Wie kann ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage" (bzw. lese, was ich schreibe.)
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