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Freitagsinfusion #81: Blitz und Donner

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  • Freitagsinfusion #81: Blitz und Donner

    Passend zu den Geistesblitzen am Mittwoch zieht ein Gewitter auf. Ein richtiges starkes mit ohrenbetäubendem Donner, Sturmböen und sintflutartigem Regen (vielleicht sind ja auch ein paar Geistesblitze darunter). Schreibt eine kurze Szene, in der euer Protagonist oder eure Protagonistin in dieses Unwetter gerät. Wie reagieren sie und wo befinden sie sich? Sind sie allein oder ist jemand bei ihnen? Lasst es krachen!
    Selling dreams was all I knew. — Deine Lakaien, Where you are

  • #2
    Die Regenjacken eng um uns geschlungen verließen wir das Café durch den Hintereingang. Eine Windböe riss mich von den Beinen und schleuderte mich an die Hauswand. Ich rappelte mich auf und kämpfte mich gegen den Wind und den eisigen Regen zu dem Geländewagen, der in der Gasse hinter dem Café parkte.
    »Das ist doch ein Humvee, wo habt ihr den her?« Ich brüllte mit aller Kraft gegen den Wind an, um verstanden zu werden.
    »Den haben wir uns geliehen«, schrie Charly zurück und grinste mich breit an, während ich mit aller Kraft an der Tür zerrte.
    Aris startete den Wagen und ich sprang hinein. Der Motor röhrte auf und der schwere Geländewagen setzte sich in Bewegung. Aris schaltete das Licht nicht an. Es war dunkel, aber außer uns war niemand auf den Straßen unterwegs.
    Ein paar Querstraßen weiter bogen wir auf den Broadway ab. Ohne den Schutz der Hochhäuser schüttelte der Sturm den massigen Wagen hin und her. Aris’ Muskeln an den Unterarmen traten deutlich hervor, so fest klammerte er seine Hände um das Lenkrad.
    Wie ein Wasserfall strömte das Wasser über die Windschutzscheibe, und die Scheibenwischer schafften es nur für kurze Augenblicke, uns eine freie Sicht zu gewähren. Auf den Straßen stand das Wasser kniehoch und floss uns in einem breiten Strom entgegen. Ich dachte an die Obdachlosen, die sich geweigert hatten, die U-Bahn zu verlassen. Heute Nacht würden sie ersaufen wie Ratten.
    I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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    • Amilyn
      Amilyn kommentierte
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      Mir gefällt der Text wirklich sehr gut. Ich hätte mich jetzt übrigens gar nicht am ausgeschalteten Licht gestört, auch, wenn dort steht, dass es dunkel ist. Als sie auf den Broadway biegen, weiß man, dass sie (wahrscheinlich) in New York sind, und da wird man auch im Dunkeln gut ohne Licht Autofahren können (ich kann das sogar super auf dem Supermarktparkplatz runter zur Autobahn *hust*). Und den letzten Satz - na ja, da steh ich halt drauf Der ist bombig

    • Winterherz
      Winterherz kommentierte
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      Peter - okay, da fehlt mir dann das Detailwissen um dieses kurze Stück entsprechend zu beurteilen. Einerseits der Kontext der Geschichte (hielt Charly für einen Mann z.B.), anderseits das Wissen über das Fahrzeug im speziellen. Erstmal erscheint es mir ziemlich krass, kniehoch ist bei mir 50 cm, und ich bin eher klein...
      Da fällt mir noch auf, das einen vielleicht auch das Wasser umreissen kann, nicht nur der Wind... und das man bei Fallen ins Wasser fällt und ggf. komplett untertaucht... ich würde dann erstmal Fluchen wie ein Berserker. Sofern in der Gasse Wasser steht?
      Oder wurde sie nur na die Hauswand geworfen? (Von den Beinen reissen bedeutet für mich hinfallen.)
      Ich will dir den Text nicht zerreden, ich denk nur laut nach... das passiert ganz automatisch wenn ich mich mit einem Text auf der Ebene befasse. Vielleicht hilft es dir ja falls der Text etwas ausgebaut oder verfeindert werden muss.


      VickieLinn - Ich will ihn nicht unbedingt anders haben, ich wollte nur nachhaken auf Basis dessen, was ich als Leser vom kurzen Abschnitt wahrnehme. Wie Peter den Text später haben will muss er selbst wissen, ich finde es nicht gut ausgiebig Beispiele zu machen, denn ich würde selbst keine Beispiel 1:1 einarbeiten, solange ich es vermeiden kann.
      Ich meinte, Peter könnte mehr Details einarbeiten wenn ihm das wichtig erscheint, auch weil das in einer gewissen Dosis den Text lebendiger macht. Ich wollte aber auch anmerken, das ich es verstehen kann wenn er das nicht tun will, weil ein Text dann kompliziert werden kann.
      Jedenfall meiner Erfahrung nach. Der Text wird dann auch unbestimmt länger.

      Ich finde schon, das man breites Grinsen "hören" kann, besonders wenn man die andere Person gut kennt, denn die Stimme klingt dann auch anders. Wie weit lautes Rufen gegen den Wind das beeinträchtig, kann ich aber nicht sagen.


      Nochmal der Ausschnitt:

      »Das ist doch ein Humvee, wo habt ihr den her?« Ich brüllte mit aller Kraft gegen den Wind an, um verstanden zu werden.
      »Den haben wir uns geliehen«, schrie Charly zurück und grinste mich breit an, während ich mit aller Kraft an der Tür zerrte.
      (Anmerkung: "ich" im Nebensatz des Charly-Dialog wird bei unachtsamem Lesen ggf. Charly zugeordnet > Charly zerrt dann an der Tür.)

      Sitz Charly nun im Wagen (sagt Peter), dann muss sie nicht gegen den Wind anbrüllen (schreit (also sehr laut, brüllt)), eventuell sieht man das Grinsen weil der Wagen eine Innenraumbeleuchtung hat und die Frau die in den Wagen will für die Unterhaltung die Tür geöffnet haben muss.
      Falls man wenig sieht, wäre man aber nah dran um ggf. unterschiede in der Stimme auszumachen. (grinsen "hören").

      Dagegen spricht aber, dass die Frau das Cafe mit der Gesprächspartnerin Charly das Cafe verlassen hat (so scheint es mir), und sie allenfalls dabei sind, die Fahrzeugtüren gegen die Kraft des Windes zu öffnen (zerren an der Wagentür). Die/Der Fahrer/in ist schon im Wagen und wartet dort (Aris).

      Also ist Charly schon im Wagen, mit wem wird das Cafe verlassen (wir)? Ab wann beginnt die Unterhaltung (beim zugehen auf das Fahrzeug)? Wenn man nur diesen Abschnitt kennt, setzt sich das auf jeden Fall anders zusammen, jedenfalls für mein Empfinden. Oder zumindet beim der Spielraum es so zu interpretieren.

      Ich glaube aber, es hat keinen Sinn mit diesem kurzen Stück Text, was an Info fehlen oder unverständlich sein mag, und was nicht.

      Ich wollte Peter nur ein Anreiz geben, die Details ggf zu prüfen. Ich weiß als Leser ja nicht, was Peter weiß.


      Mal ein anderer Tip - wir sind aus Filmen gewöhnt, das man auch Nachts "alles" sieht, also alles was notwendig ist. Weil es für die Aufnahme eben immer ausreichend beleutet wird. So stellt man sich das dann ggf auch vor. Nur in echt sieht es eben anders aus, sofern da keine Laterne oder Lampe ist. Und auch dann ist nicht immer alles top ausgeleuchtet, vielleicht sogar im Gegenteil. Solche Dinge unerscheiden die Film-Realität von der echten - und der im Buch.

      Ich hoffe das klar ist das ich Peter nicht ärgern will damit.

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Winterherz

      Fühle mich keineswegs 'geärgert'.

  • #3
    Gewitter

    ... Talan schaute zurück, die dunklen Wolken kamen immer näher. Er trieb die Pferde an, weiter am Stand entlang, als es plötzlich donnerte und
    sofort ein heftiger Regen einsetze. Er kniff die Augen zusammen, und konnte in den Klippen voraus, ein dunklere Stelle wahrnehmen. Er drehte sich zu
    Luli und Retana die sich auf ihrem Pferd im Regen duckten, und versuchten Schritt zu halten. "Dort! Die Höhle!" Er deute mit dem Finger voraus auf die
    dunkle Stelle. Retana nickte und ermunterte die müde Stute zum Galopp. In diesem Moment erhellte ein Blitz auf dem nahen Meer alles um Sie herum.
    Die Pferde wieherten. Luuli schrie erschreckt auf, der krachende Donner folgte kurz darauf. Talan spürte wie ein Ruck durch sein Reittier ging, als es
    schneller wurde, direkt auf die rettenden Höhle zu. Als sie angekommen waren, sprang Talan herunter, und nahm die Zügel der beiden Pferde.
    Er ging voraus und führte beide über ein paar natürliche Stufen in die Höhle, als der nächste Blitz die Höhle erhellte.
    Der Donnerschlag folgte kurz darauf. Er hob Luuli, die sich mit weit geöffneten Augen die Ohren zuhielt, vom Pferd.
    Retana stieg ab, zog eine Decke aus Ihrer Satteltasche und begann dem Kind die nassen Sachen auszuziehen. Talan beruhigte die Pferde,
    nahm Ihnen die Sättel ab, und führte Sie weiter nach hinten in die Höhle. Er griff sich zwei weitere Decken aus seinem Sattel,
    breitete eine davon, auf dem sandigen Höhlenboden aus. Luuli in eine Decke eingewickelt, schaute immer noch mit großen Augen aufs Meer.
    Talan und Retana legten Ihre völlig durchweichte Kleidung ab, legten die verbleibende Decke um sich, und setzen sich zu Luuli.
    Talan legt seine Arme um die zitternde Retana und zog die Decke um Sie herum. "Schhh, alles gut, hier sind wir in Sicherheit."
    Retan nickte, schaute aus Meer hinaus, und griff nach seiner Hand. Sei blickten gemeinsam aus der Höhle, aufs offene Meer,
    wo im strömenden Regen der nächste Blitz einschlug. Luuli deutete aufs Meer und drehte sich mit einem breiten Grinsen zu Talan um.
    "Bei Tsundee, hast du den Blitz gesehen?" Der Donner krachte....

    Kommentar


    • #4
      Ich muss passen - tatsächlich fing alles auch mit einem Sturm an, der Traum, die Idee, aber dieses erste Kapitel ist auch das schlimmste - es leidet an Logikbrüchen und anderen Problemen die ich bisher nicht beseitigen konnte. Ich glaube ich werde es irgendwann komplett neu schreiben... Vielleicht bleibt es dann nicht länger das 1. Kapitel.
      Ich nehm die F-Infusion mal als Anstoß, vielleicht kommt ja noch was brauchbares heraus... Stürme faszinieren mich, es kommt auf jeden Fall mehr als einer vor.

      Kommentar


      • #5
        Mit dem letzten Schwung ließ Anne den kleinen roten Wagen ihrer Grandma auf den Seitenstreifen rollen. Durch die Windschutzscheibe hatten sie eine eindrucksvolle Sicht auf das Meer, über dem sich die Wolken wie riesige Eisberge auftürmten.

        "Wieso halten wir an?", fragte James.

        "Weil ..." Hol's der Teufel, sie bracht es nicht fertig, einen Priester zu belügen. Wenn sie ihm jetzt allerdings sagte, dass sie vergessen hatte zu tanken, konnte sie ihm auch gleich vorschlagen, sich nackt auf dem Altar seiner Kirche zu räkeln und anschließend in den Beichtstuhl zu pinkeln. Seine Reaktion dazu wäre zumindest ähnlich.

        In dem Moment entlud sich der erste Blitz aus den immer dunkler werdenden Wolken über dem Meer.

        "Hey, sehen Sie mal", sagte Anne und wies mit dem Kopf nach vorn.

        James folgte ihrer Aufforderung. Die Wolken bäumten sich höher auf. Als der nächste Blitz sekundenlang aufleuchtete und auf das Meer traf, sah Anne aus dem Augenwinkel heraus, wie James' Brust sich hob.

        "Ganz schön beeindruckend, was?", sagte sie und beobachtete ihn weiter.

        Er nickte. "Es ist eine der schönsten Verbildlichungen für das Wirken Gottes", sagte er. Er schien gefangen in dem, was er sah.

        "Ich will Sie ja nicht enttäuschen, aber ein Gewitter entsteht, wenn kalte Luft auf warme Luft trifft."

        James drehte seinen Kopf halb in ihre Richtung, ließ die Augen aber starr auf das Schauspiel über dem Meer gerichtet. Er lächelte auf eine Weise, die sagte, dass es sehr nett sei, mit ihr zu reden, sie aber leider überhaupt keine Ahnung habe.

        "Und wenn da jetzt gerade ein kleines Fischerboot kentert, mit Opa Murphy und seinem Enkel Paddy, die elendig in dem Fluten ertrinken?", fragte sie. "Ist das auch eine schöne Verbildlichung für die Existenz Gottes?"

        Diesmal sah er sie an, lächelte aber nicht. Diesmal schien es, als versuche er, aus ihr schlau zu werden.

        "Es ist Opas letzter Tag, bevor er sich zur Ruhe setzen will. Er hat Paddy endlich das Unternehmen überschrieben und will sich nun den schönen Dingen des Lebens widmen."

        "Ich glaube, Opa hat sich den schönen Dingen des Lebens bereits gewidmet, wenn er so lange gebraucht hat, um Paddy das Unternehmen zu überschreiben."

        "Und Paddy? Er ist jung, gerade mal einundzwanzig. Wieso sollte Gott wollen, dass er auf hoher See vom Blitz getroffen in die tosenden Wellen stürzt?"

        "Es gehört nicht zu meinen Aufgaben, Gottes Willen zu hinterfragen", sagte James. "Zu Ihren im Übrigen auch nicht."

        "Echt jetzt?" Anne verzog das Gesicht. "Paddys Frau ist schwanger."

        "Anne ..."

        "Mit Zwillingen!"

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        • AgiHammerKlau
          AgiHammerKlau kommentierte
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          Toll, gefällt mir.

      • #6
        Plitsch, platsch, plitsch, platsch. Langsam drang das stete Tropfen in ihr Bewusstsein und weckte sie aus ihrem Schlummer. Noch immer regnete es. Mit einem Seufzer drehte sie sich auf die andere Seite. Seit Tagen schon regnete es nun fast ununterbrochen.
        Plitsch, platsch, plitsch, platsch. Doch dieses Tropfen klang seltsam. Anders als das rauschende Prasseln des Regens. Wahrscheinlich war das Dach undicht. Stöhnend zog sie sich die Decke über den Kopf. Sie würde es morgen ergründen. Jetzt war es zu dunkel, und sie war zu müde, um aufzustehen und die Öllampe anzuzünden.
        Plütsch, plotsch, plütsch, plotsch. Die Decke dämpfte das penetrante Geräusch zwar, doch unseliger Weise war es nach wie vor hörbar und zerrte an ihren Nerven.
        Und es rief ein zu dieser Tageszeit höchst unwillkommenes körperliches Bedürfnis hervor.
        Dumpfes Donnergrollen übertönte für einen Moment das nervtötende Tropfen. Einen herzhaften Fluch grummelnd schlug sie die Decke zurück und öffnete die Augen just in dem Moment als ein von ohrenbetäubendem Krachen begleiteter Blitz den Raum erhellte. Entnervt blinzelte sie in die nun noch schwärzer erscheinende Finsternis. Es half alles nichts, der Drang wurde stärker, Dunkelheit hin oder her. Mürrisch setzte sie sich auf und schwang die Beine aus dem Bett. Ein unwürdiges Quieken entfuhr ihr als sie abrupt die Füße hochzog. Sie fingerte nach der Öllampe auf ihrem Nachtkasten und zündete sie an.
        Das Wasser stand mehr als knöchelhoch, und der Nachttopf schwamm in der anderen Ecke des Raumes.

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        • AgiHammerKlau
          AgiHammerKlau kommentierte
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          Wow, am Anfang hätte ich mit allem gerechnet, aber nicht mit diesem Ausgang!
          Danke

      • #7
        Der Himmel hatte sich tief dunkelgrau verfärbt und dem Tag alles Licht genommen. Tiefes Grollen durchbrach die unnatürliche Stille und fast schien es, die Götter selbst wären auf die Welt hinabgestiegen um Vergeltung zu suchen. Der Wind frischte deutlich auf und ließ seinen Umhang um ihn peitschen. Abgebrochene Zweige, Blätter und Staub wirbelten im entfesselten Wind umher, sodass er einen Arm schützend vor das Gesicht hob. Er wusste, das keine Zeit blieb, es nach Hause zu schaffen. Am Waldsaum Richtung Norden laufend, hielt er Ausschau nach der Hütte eines Bauern, die hier irgendwo sein musste, doch die Dunkelheit machte es ihm beinahe unmöglich, seine Umgebung zu erkennen. Plötzlich ließ der Wind nach und Gänsehaut breitete sich über seine Arme aus. Eine Sturmböe kam auf ihn zu, so heftig, das sie ihn beinahe umriss und einer Walze gleich, alles Gras auf ihrem Weg plättete. Sich mit aller Kraft gegen die Naturgewalt stemmend versuchte er Schritt um Schritt weiterzukommen, als es direkt über ihm ohrenbetäubend donnerte und kurz darauf ein Blitz folgte. Er schloss die Augen zu spät. Geblendet fiel er auf die Knie und hielt sich die Ohren, in denen Dutzende Glocken zu schlagen schienen. Noch während er auf dem Boden kauerte, begannen ganze Sturzbäche von Regen auf ihn niederzuprasseln. Schnell donnerte es wieder und ein Blitz schlug in ein nahes, abgeerntetes Feld ein. So schnell er konnte, kam er wieder auf die Beine und lief taumelnd weiter. Im Licht eines weiteren Blitzes glaubte er die Umrisse einer kleinen Hütte zu erkennen. Kaum hatte er sie erreicht, wollte er erleichtert die Tür öffnen. Abgesperrt. Grollender Donner rollte über ihn hinweg. Im strömenden Regen trat er entschlossen einige Schritte zurück. Nahm Anlauf. Mit voller Wucht, die linke Schulter voran, ließ er sich gegen die Tür fallen, die splitternd nachgab und landete mit einem dumpfen Krachen so heftig auf dem festgetretenen Boden, das ihm alle Luft aus der Lunge wich. Stöhnend richtete er sich auf, griff sich aber gleich darauf mit geweiteten Augen an den Rücken, auf dem in einem Futteral sein Bogen hing. Beruhigt stellte er fest, das er ganz war. Hier würde er das Vorüberziehen des Gewitters abwarten können.
        Zuletzt geändert von Nachtmahr; 11-08-2019, 21:34.
        Ich entwickel langsam eine Art Verfolgungswahn. Verfolgt von Ich-sollte-doch-schreiben.

        Storytelling is the power to connect people to what you care about. Anand Varma

        Kommentar


        • SaKi
          SaKi kommentierte
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          Nicht schlecht! Besonders mochte ich die Sturmböe, die ihn nach der kurzen Ruhe fast von den Füßen reißt. Gut dass er es letztendlich in Sicherheit geschafft hat.
          Aber kommt der Blitz nicht vor dem Donner? Auch wenn das Gewitter genau über einem ist, bewegt sich Licht immer noch in Lichtgeschwindigkeit und Schallwellen sind deutlich langsamer.

        • Nachtmahr
          Nachtmahr kommentierte
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          @Blitz vor Donner
          Kann gut sein SaKi. Ich habs bisher immer genau andersrum wahrgenommen.

        • SaKi
          SaKi kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Na ja, wenn das Gewitter genau über einem ist, sind es ja meist nur ein paar Millisekunden zwischen Blitz und Donner. Aber da der Blitz den Donner überhaupt erst auslöst und Licht sich immer schneller bewegt als Schall, kommt der Blitz tatsächlich zuerst. Aber wenn das Gewitter genau über einem ist, hat man in der Regel andere Sorgen als über Licht- und Schallwellen nachzudenken

      • #8
        The streets of Beelz City were unusually empty. Few people were daredevil enough to leave the warmth and safety of their homes and step out into the storm that had been raging for days. The rumbling thunder and pelting rain had become a constant background noise, and the citizens woke up and fell asleep to a blackened sky that was only illuminated by the occasional flash of lightning for a split second. Charlie sighed and stepped away from the window. He hated going out in this weather, but it couldn't be helped.
        As he was putting on his shoes, he heard footsteps, then his flatmate's voice, 'Where are you going?'. He looked around and spotted Cale's thin frame in the hallway, leaning against a wall.
        'Just grocery shopping,' Charlie replied and took his thickest coat from the rack.
        'We have food. You don't need to go out.'
        'Yeah, but ...' Charlie faltered, trying to think of a good excuse. In the end, he opted for being honest. 'I need a drink, at least a beer. And I can't have rice and frozen veggies for tea again. Aren't you sick of eating the same thing every day?'
        'Are you serious? You'll catch your death out there!' To Charlie's surprise, Cale sounded genuinely worried.
        'I'll catch a cold at worst. I think I can deal with that.'
        'Or you could get pneumonia and barely be able to breathe for a couple weeks,' Cale retorted. If his intention was to sound snarky, he failed, mainly because Charlie knew he believed what he was saying. 'You have no idea how miserable that is.'
        Charlie sighed. He knew Cale's fear was irrational, but he also knew that discussing it was pointless. Cale had admitted he was being irrational before, but he wouldn't give in now. Suddenly, the young demon's face lit up.
        'We could ask René if we can eat at his place. He loves to cook,' Cale added, doing a very poor job at hiding his excitement at the thought. Charlie gave his flatmate a defeated smile.
        'Well, okay then. But we should invite Rosita as well.'
        'Definitely! I'll ask them right away. See, you don't have to go out.' Cale pulled out his phone to type a quick text while Charlie took off his coat. It hadn't escaped him that Cale had conveniently focused on the food rather than the drinks he'd wanted to buy, just like he'd very much noticed that Cale, René and Rosita had all stopped drinking alcohol when he was around. If he asked them for glass of beer, wine or, God beware, liquor, they'd coincidentally be out of everything but soft drinks, tea and water. Charlie didn't know how to feel about that. He wanted to get angry at his flatmate for stopping him with his stupid anxiety, but something about his Cale's obvious relief and his happiness about dining with his crush made it hard to feel more than slightly annoyed. A thunderbolt exploded in the sky, making him flinch, and he decided that maybe it was better to stay in. A part of him mourned the cheap booze he'd wanted to buy, but another, suddenly much more dominant part decided that he actually liked the idea of dining with his new friends and seeing them happy. Even if it meant that his next drink had to wait a few more days.

        Kommentar


        • #9
          Wieder einmal muss M für meine Schreibübung herhalten.

          Es schüttet - aber so richtig. Gleichzeitig stürmte es derartig, dass es keinerlei Sinn machte sich unterzustellen.
          Und ausgerechnet bei diesem Sauwetter hatte die Bim ein technisches Gebrechen.
          Wann auch, wenn nicht jetzt?
          Selbstverständlich untersagten es die Vorschriften der Wiener Linien, die Fahrgäste zumindest bis zum Ende dieses Mistwetters drin bleiben zu lassen.
          Ohne sich weiter an dem allgemeinen Gemurre und Geschimpfe zu stören, hatte der Bimfahrer sie alle an die Luft, oder viel mehr ins Wasser, gesetzt.
          M war sich ziemlich sicher, diesen Scheißkerl grinsen gesehen zu haben, als sich die Tür hinter dem letzten Mitfahrer geschlossen hatte, während er drinnen im Trockenen hocken blieb.
          Eine neue Bim würde, wie sollte es anders sein, in absehbarer Zeit auch nicht auftauchen.
          Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als den restlichen Weg nach Hause zu latschen.
          Das Wasser stand mittlerweile knöcheltief, und seine sauteuren, angeblich wasserfesten Treter gaben den Kampf auf, und öffneten die Schleusen.
          War auch schon egal. Seine Klamotten waren bereits auf der untersten Stufe des Bim-Einstiegs komplett durchweicht gewesen. Was machten da nasse Füße noch für einen Unterschied?
          Schritt für Schritt stemmte sich M fluchend gegen den Wind. In dem Tempo kam er morgen erst nach Hause. Noch ein bisschen mehr Regen, und er konnte heim schwimmen.
          Eine Böe peitschte M die Wassermassen ins Gesicht, er sah kaum wo er hin trat. Er senkte seinen Blick auf den Boden, oder eher in den Fluss, und watete weiter, direkt mit der Birne gegen etwas Weiches.
          M hob den Kopf. Was zum – Oha!
          Vor ihm stand eine durchnässte Blondine, in weißem T-Shirt, mit Spitzenfigur - und sie trug keinen BH!
          So ein Unwetter hatte auch seine guten Seiten.
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          Österreichisch-Deutsch
          Bim - Straßenbahn
          latschen - gehen
          Ich bin nicht die Signatur, ich putze hier nur...

          Kommentar


          • Lia Roger
            Lia Roger kommentierte
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            XD Das Ende hätte ich nicht erwartet, nach der wunderbaren Tirade über den Fahrer (der arme kann ja auch nichts dafür, aber gegen irgendwen muss der Ärger sich ja richten) und das Unwetter ... das konnte ich richtig vor mir sehen und spüren.
            Na immerhin hat M noch was von dem Tag ... die Blondine tut mir aber leid. Die wird sich so dünn angezogen bestimmt eine Erkältung holen.

          • Jane Doe
            Jane Doe kommentierte
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            Es ist ein Sommergewitter, und sie hat es nicht weit

            Vermutlich bietet M ihr auch an, mit zu ihm zu kommen um sich aufzuwärmen

          • SaKi
            SaKi kommentierte
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            Hahaha, na da hat M ja mal wider Glück im Unglück gehabt an diesem Tag schöne Beschreibung des Wetters und der Gefühlslage und das Ende hab ich auch nicht erwartet Latschen sagt man hier bei uns (Berlin/Brandenburg) übrigens auch!
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