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Ihr könnt Euch auch wieder für das Camp NaNo eintragen. Alles weitere folgt.

Ab 01.06. startet das Spiel "Stille Flaschenpost". Wir laden Euch herzlich dazu ein.

Ich möchte mal wieder an unseren Stammtisch erinnern, der jeden Freitag und Samstag zwischen 16:00-3:00 geöffnet ist.
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Freitagsinfusion #57 - Perspektive

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  • Freitagsinfusion #57 - Perspektive

    Nutzt hier die Möglichkeit einer kuzen Perspektivübung. Nehmt Euch einen Absatz aus Eurer Geschichte und schreibt diesen in die jeweils anderen Perspektiven um. Also: schreibt Ihr personal? Dann nutzt jetzt auktorial und ich-Perspektive. Schreibt ihr auktorial? Dann nutzt personal und ich-perspektive ...

    Wichtig ist das Ihr die "Heilige Dreifaltigkeit" der Erzählperspektiven einmal durchexerziert habt.

    Viel Spaß!

    (Für alle die keinen eigenen Text posten wollen gebe ich hier ein Thema für einen Absatz vor: Euer Prota hat Migräne uns muss einen Drachen töten.)
    Zuletzt geändert von weltatlas; 11-01-2019, 12:37.
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

  • #2
    Ich-Perspektive:

    "Drachentöten leicht gemacht" steht auf dem Do-it-yourself-Buch, aber im Moment habe ich jede der Lektionen davon vergessen. Ich stehe am Eingang der Drachenhöhle, und höre das Biest im Inneren schnarchen. Es ist der ideale Moment. Heute Abend wird er aufwachen, und dann wieder das Dorf terrorisieren. Wird Scheunen anzünden, Schafe fressen, und vielleicht auch Schlimmeres. Also muss ich es jetzt tun. Leider kann ich mich im Moment auf nichts anderes konzentrieren als auf den hämmernden Schmerz in meiner rechten Kopfhälfte. Und die Morgensonne. Ihr Licht ist so hell, dass es in meinen Augen sticht.
    Wo waren nochmal die drei Schwachstellen im Drachenpanzer? Am Bauch, unter den Flügelansätzen, und ...? Die Blaskapelle, die gerade unter meiner Schädeldecke ein Konzert aufführt, verbietet jede Erinnerung an Schwachstelle Nr. 3. Ich gehe einen Schritt vorwärts und kämpfe gegen die Übelkeit an. Wenigstens wird es im Inneren der Höhle dunkel sein.

    Personal:

    Georg "Drachentöter" Schmied stand im Eingang der Drachenhöhle. Aus dem Inneren drang ein leises Schnarchen hervor. Der Drache musste schlafen. Georg sammelte sich und versuchte sich an alles zu erinnern, was er über das Töten der Bestien wusste. Und er wog ab, wie er vorgehen sollte. Rein äußerlich betrachtet war dies der idealer Moment. Der Drache schlief und erwartete sicherlich keinen Angriff. Tief in seinem Inneren wusste Georg aber, dass er heute nicht auf der vollen Höhe seiner Kräfte war. Seit Tagen schon quälte ihn heftiger Kopfschmerz, gepaart mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Der Kampf würde schwer werden. Dennoch siegte Georgs Pflichtgefühl. Er durfte sich nicht von persönlichen Problemen ablenken lassen, hier ging es um mehr. Er riss sich zusammen und trat in die Höhle ein.

    Auktorial:

    Beide waren sie nicht auf der Höhe ihrer Kräfte. Im Eingang der Höhle stand der tapfere Ritter, der sich trotz seiner höllischen Kopfschmerzen nicht von seiner Aufgabe abbringe hatte lassen. Und im Inneren, auf seinem Berg aus Gold, schlief der Drache gerade ein. Nach einer langen Nacht, in der er eine ganze Herde Schafe gefressen hatte, war er träge und schwerfällig, und sicherlich nicht kampfbereit. Während seine Augen zufielen hoffte er inständig, dass heute kein Drachentöter vor seiner Höhle auftauchen würde. Doch für diesen Wunsch war es schon zu spät. Gerade hatte Ritter Georg seine ersten Schritte in die Höhle hinein gemacht.
    Always avoid alliteration.

    Kommentar


    • #3
      Personal:
      Vor seinen Augen flimmerten gezackte Linien, in einem strahlenden Weiß, manchmal in ein schrilles Lila hineinwabernd. Er schloss die Augen, das Flimmern blieb. Das passte jetzt aber gar nicht. Draußen der Drachentöter. Drinnen der Drache. Ganz drinnen: Kopfschmerzen.
      In diesem Moment setzten die Kopfschmerzen ein, zogen vom Nacken des heldenhaften Drachentöters durch dessen gesamten Schädel wie marodierende Horden und wummerten schließlich hinter seinem linken Auge. Er drückte auf die Augenwinkel, wohl wissend, dass es nicht half, aber andererseits schadete es auch nicht, und er blieb nicht untätig. Das Tageslicht blendete ihn ungnädig. In der Höhle war es dunkel. Er braucht nur den Drachen ummetzeln, dann könnte er den Anfall aussitzen. Vielleicht war der Drache ja alt, krank und schwach. Das Vieh starb bestimmt bald von allein.
      Doch als die Übelkeit, die sich in seinem Magen breitmachte, aufstieg, hatte er verloren. Er rannte in die Höhle und übergab sich, direkt neben dem fetten Untier.
      Der Drache stob überrascht eine Flamme durch sein Nasenloch aus. "Sag mal", sagte er.
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      Ich-Perspektive:
      O nein. So ein Skotom war eigentlich wunderschön, und ich konnte den Anblick manchmal sogar unter einem künstlerischen Gesichtspunkt genießen. Aber bitte. Doch nicht jetzt! Ich hatte einen Drachen zu töten.
      Da. Kopfschmerzen. Ging schon los. Das Tageslicht stach in meine Augen, ein blendender Schmerz. Der zaghafte Gesang der Vögel verwandelte sich in eine Kakophonie, einen hallenden Höllenlärm in meinem Schädel, der langsam zu einer Schraubzwinge wurde. Drückte. Langsam. Unaufhaltsam. Mein Nacken verspannte sich, und keine Massage der Welt konnte das aufhalten. Der Druck hinter dem linken Auge nahm zu, wummerte allmählich stärker werdend gegen den Augapfel, bis ein Messer in diesen hineingestoßen wurde. Und herausgezogen und sofort wieder hinein. Ich drückte gegen den Augenwinkel, das half nicht, aber trotzdem tat es mir gut. Tränen suchten einen Fluchtweg, liefen über meine Wange oder rannen durch den Tränennasengang in meine Nase und als klare Flüssigkeit hinaus. Ich lief aus, alles wollte diesen Schmerzen entkommen. Der Druck in den Kieferhöhlen schien das Mittelgesicht absprengen zu wollen - o ja! Bitte! Dann würden die Zahnwurzeln nicht mehr wie Folterknechte stochern und wummern, und der Überdruck in meinem Schädel könnte über die erweiterten Fissuren entweichen!
      Diese Helligkeit! Ich konnte so nicht arbeiten. Ich brauchte Dunkelheit, Ruhe und Dunkelheit. Ich blinzelte zur Höhle hinauf. Höhle! Dunkelheit!
      Drache.
      Ach leck mich.
      Wenn ich in so einer Höhle leben müsste, ohne gesunde frische Luft, ohne Sonnenlicht (na gut, ohne Sonnenlicht hatte gerade seine Vorteile), ohne Vitamin D ... Der Drache musste schwach sein, nur blasse Haut und Gummiknochen, ausgemergelt vom Skorbut, mit kribbelnden Füßen und zuckenden Augen. Den mach ich fertig.
      In meinem Magen ballte sich übellaunige Luft zu einem Brechreiz zusammen, stieg langsam die Speiseröhre hinauf. Luft? Ich hatte vorhin noch ein halbes Schwein gegessen. Wieso hatte ich das getan? Das war widerlich! Ich gab auf! Bff-äh.
      Mit fünf Schritten war ich in der Höhle. Dunkel. Kühl. Ruhig. Ich kotzte.
      Lehnte mich gegen die kühle Wand. Aus der kam ein Funken. "Sag mal", sagte die Wand.
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      Auktorial:
      Er stand vor der Höhle und bekam im unpassenden Moment eine Migräneattacke. Schließlich rannte er in die Höhle und spuckte dem Drachen vor die Füße. "Sag mal", sagte dieser.
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      Kommentar


      • Dodo
        Dodo kommentierte
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        "Flimmerskrotum, ja? Erzählen Sie mehr ..." *Notizblock zück*

      • Vampirwurst
        Vampirwurst kommentierte
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        Ich habe ehrlich gesagt auch Skrotom gelesen ^^"

      • Dodo
        Dodo kommentierte
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        Vampirwurst "Scheint eine Epidemie zu sein" *bleistift anspitz*

    • #4
      Ich-Perspektive (personal):
      Ich musste den Drachen töten! Ich musste die Ehre meiner Familie wiederherstellen. Nun stand ich vor der Höhle, das Schwert fest in beiden Händen. Die Aufregung kribbelte mir hinter der Stirn; so atmete ich durch und trat ein.

      Personal:
      Lolo musste den Drachen töten! Sie musste die Ehre ihrer Familie wiederherstellen. Nun stand sie vor der Höhle, das Schwert fest in beiden Händen. Die Aufregung kribbelte ihr hinter der Stirn; so atmete sie durch und trat ein.

      Auktorial:
      Lolo musste den Drachen töten. Sie musste die Ehre ihrer Familie wiederherstellen. Als sie vor der Höhle stand – ihres Sieges gewiss –, ahnte sie nicht, dass ihre Schwertkünste nicht zum Einsatz kommen würden, weil eine Migräneattacke sie niederstrecken würde.

      Ich-Perspektive (auktorial):
      Ich musste den Drachen töten. Ich musste die Ehre meiner Familie wiederherstellen. Dann stand ich vor der Höhle – meines Sieges gewiss –, und ahnte nicht, dass meine Schwertkünste nicht mal zum Einsatz kommen würden. Scheiß Migräne, sag ich euch.

      Zum Glück verstand Drachi , dass sein Feuer ziemlich hell war und aufgehört zu spucken; er legte mich stattdessen hin und reichte mir eine Paracetamol.
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      Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
      die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
      die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
      die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

      Jack Kerouac

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