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    Ein Gast kommentierte 's Antwort.
    Bei der Heldenreise ist das der Punkt, wo der Held an der Schwelle des Todes (körperlich oder seelisch) steht, um wieder "neu geboren" zu werden.

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    Ein Gast kommentierte 's Antwort.
    Drehbuchautoren sollten Rückblenden sparsam einsetzen. Sonst verraten sie ihren Dilettantismus. In meinem Drehbuch, an dem ich momentan arbeite (Arbeitstitel: "Niemals vergessen, niemals vergeben") geht es um eine Jüdin, die erfährt, dass der KZ-Peiniger noch lebt. Sie will ihn töten. Zu Beginn erzähle ich ihr Trauma, dass sie seit dem Alter von 4 Jahren hat (mit ansehen zu müssen, wie die Mutter vergewaltigt und ermordet wird), und das ihr Verhältnis zu den Deutschen bestimmte. Am Ende wird sie begreifen, dass Rache keine Lösung ist. Ich habe nur fünf Szenen als Rückblende eingesetzt, um ihren Background zu erzählen.

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    Ein Gast kommentierte 's Antwort.
    Jede Hauptfigur braucht ein WANT und ein NEED. Das want ist das äußere, das need das innere Bedürfnis. Ein Beispiel: Ein erfolgloser Rennfahrer will ein Rennen gewinnen (sein want), aber vor allem, will er, dass sein Vater auf ihn stolz ist (sein Need, sein Defizit). Want und need können sich entsprechen, aber auch widersprechen, was wiederum Stoff für Figurenentwicklung gibt.

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    Ein Gast antwortete
    Als Drehbuchautorin kenne ich natürlich das Modell, wie viele andere. Das Thema wird zum Beispiel in "Chinatown" gleich zu Beginn (ich glaube bei Szene drei oder vier) verraten, indem der Protagonist, der Privatdetektiv Gilles zu einem Klienten sagt, dass man "reich sein muss, um mit einem Mord davon zu kommen". In meinem Drehbuch "Knips es aus" über drei Menschen, sagt die Mutter einer der Hauptfiguren, dass sie hoffe, ihre Tochter findet, wonach sie sucht (es ging darum, ihren Glauben mit ihren homosexuellen Gefühlen zu vereinbaren, und am Ende erkennt die Tochter, dass sie sich entscheiden muss). Ob man das Thema direkt oder indirekt anspricht, wichtig ist, dass dem Leser/Zuschauer bewusst sein muss, um was es geht.

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  • Victoria
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    Wenn ich es richtig erfasse, fahren wir schon eine Linie, was den Pinch 2 angeht. Das Problem ist die Art und Weise, wie Snyder diesen Beat beschreibt?
    Ich sehe "All is lost" als "All is lost, denkt sich der Protagonist, doch wenn er sich zusammenreißt und auch bereit ist, etwas zu opfern, kann er die Situation vielleicht doch noch wuppen, aber das weiß der Prota in diesem Moment noch gar nicht". Nur ist der kurze Titel dramatischer und einprägsamer. Ähnlich wie "NIE HÖRST DU MIR ZU!". XD
    Es muss die Waage zwischen Dramaturgie und Glaubwürdigkeit gefunden werden, wobei die Schwelle bei den verschiedenen Genres, aber auch zwischen Film und Buch anders liegen.

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  • Dodo
    antwortet
    MMn sollte man sich immer in Erinnerung rufen, dass diese Schemata, egal wie detailiert, nur Vorschläge sind, keine Zwangsjacke. Bewährte, aber nicht obligate Erzählstrukturen.
    Also keine Scheu vor Variationen oder unkonventioneller Erzähltechnik. Ich persönlich finde sie sehr hilfreich, eine Geschichte von Anfang bis Ende zu erzählen.
    Und selbst unkonventionelle Filme, z B 21 Grams oder Memento funktionieren nur, weil der Zuschauer den konventionellen Aufbau der Story kennt, erwartet, sucht und findet.
    Wenn ein Element durch etwas Eigenes ersetzt ist oder mit anderer Bedeutungsschwere betrachtet wird, ändert es nichts daran, dass eine zusammenhängende Story - auch wenn nicht unbedingt chronologisch, wenn man wie in den o. g. Filmen mit dem sonst eher lahmen Mittel Rückblende arbeitet - abgeliefert werden sollte.

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  • Milch
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    Diese Schemata, die hier vorgestellt werden, sind etwas filigraner als nur Anfang, Mitte und Schluss.

  • Ankh
    kommentierte 's Antwort
    Milch wenn du über etwas diskutieren willst, dann mach doch ein Thema dazu auf. Diskussionen über Inhalte sind auch interessant.

    Ich habe nichts gegen Schemata an sich. Eine Geschichte besteht aus Anfang, Mitte und Schluss, und auch wenn dieses Schema abgedroschen und vorhersehbar ist, würde einer Geschichte ohne Schluss eben doch etwas fehlen. Ich denke nicht, dass die häufige Verwendung und daraus resultierende Berechenbarkeit ein Problem ist, sondern eher, dass zu ausführliche Schemata den Blick von ebenfalls interessante Entwicklungen, die aber nicht ins Schema hineinpassen, ablenken. Sprich: Anstatt dass ich krampfhaft etwas in die Geschichte reinschreibe, was mein Protagonist verlieren kann, will ich mir Gedanken darüber machen, wie ich eventuell den Übergang zwischen 2. und 3. Akt auch spannend gestalten kann, ohne dass er etwas verlieren muss.

  • Milch
    kommentierte 's Antwort
    Ich plotte nicht.
    Und viele kritisieren diese Einheitsstruktur, weil sie Filme zu berechenbar machen.

    Ich glaube, wir sollten mal wieder über den Inhalt diskutieren.

  • Dodo
    kommentierte 's Antwort
    Ankh Im Prinzip ist es so, wie Du sagst. *grins* "Hätte ich früher meinen Schweinehund überwunden, wäre das Buch kürzer und ich hätte im all is lost nicht alles verloren." Nur darf die Auflösung eben halt nicht so offensichtlich sein, dass jeder Leser schon nach einem Drittel sagt: "Ja, aber... warum macht der Idiot nicht dies oder das?" Obwohl sie eben schon früher vorbereitet sein muss.
    EDIT: Das harte Erkaufen beginnt ja auch schon vor dem Tiefpunkt. Immer mehr wird aufs Spiel gesetzt, der Prota zum Handeln gezwungen, obwohl er nicht will, bis ... bis ... oh yeah, er an sich selbst wachsen muss, weil nix anderes mehr da ist.
    Zuletzt geändert von Dodo; 06.03.2017, 19:28.

  • Ankh
    kommentierte 's Antwort
    Dodo Okay, bei einem Verlust, der nicht unwiderbringlich ist, aber dessen Rückgewinnung hart erkauft wird akzeptiere ich, dass der sich auch als "Totalverlust" anfühlt. Mein Prota hat z.B. höhere Karriereziele, die sich in Rauch auflösen, und gibt sich am Ende mit weniger zufrieden, das er dafür umso mehr zu schätzen weiß.
    Aber für mein Gefühl ist nicht genug Raum am Ende, um dieses "hart erkaufen" glaubhaft darzustellen, schließlich sind wir knapp vor Schluss. Bei meinem Prota findet das "hart Erkaufen" daher schon teilweise vor dem Tiefpunkt statt. Was aber widerum bedeutet, dass er nicht alles verliert, sondern was in der Hinterhand hat, was ihm nur noch nicht vollständig bewusst ist.

    Vielleicht meinen wir schon das Gleiche. Ich kann mich einfach nur nicht mit dieser Formulierung anfreunden, dass "alles verloren!!!11" ist, nur damit der Held eine Szene weiter feststellt "oh warte, ich hab ja noch einen viel besseren Plan, der mir theoretisch die ganze Zeit offen gestanden hätte, wenn ich nur die Augen aufgemacht hätte, aber der mir jetzt, da ich ALLES verloren habe, glücklicherweise immer noch zur Verfügung steht."

  • Dodo
    kommentierte 's Antwort
    Ankh Ich hab' einen Prota, karrieregeil und plötzlich verknallt (schon in sich widersprüchliche Ziele, aus diversen Gründen). Beides ist am Tiefpunkt weg. (Und noch viel mehr). Er muss nun Dinge tun, die für ihn und den Leser überraschend sind. Es geht darauf noch so viel kaputt, aber am Ende ist eine hart erkaufte Rehabilitation da. Beruflich und, da ist er sich noch nicht ganz so sicher, vielleicht klappt's auch mit der Frau, die ebenfalls eine rabiate Entwicklung mitmacht. Traumjob und Traumfrau, aber beides lernt er unter neuen Gesichtspunkten zu schätzen. Und umgekehrt.

  • Dodo
    kommentierte 's Antwort
    Genau! Der alte Charakter wird zum "besseren" gezwungen, das ist die spannende Geschichte. Die Person scheitert insgesamt nicht. Bei einem Happy End.
    Und das Ziel ist nicht "schlecht" oder falsch, sondern erzähltechnisch noch nicht verdient ... Er bekommt kein neues Ziel, sondern überwindet seinen fast fatalen Fehler, WEIL ihn der Verlust von Perspektive (entweder zu Boden nagelt - unbefriedigendes Ende der Geschichte - oder) zum Helden aufschwingen lässt wie Phoenix aus der Asche. "Alles futsch" ermöglicht neuen Glanz. Und der Weg aus dem All is lost-Moment ist die packendste Entwicklung des gesamten Romans.
    Ein Happy End vorausgesetzt. Sonst halt Tragödie.
    Das bedeutet nicht, dass die alten Ziele falsch waren. Mein Prota will Chef werden und seine große Liebe bekommen, aber im All is lost ist beides unwiederbringlich weg - für den alten Prota. Er wird es niemals schaffen. Der neue schon, der den Leser hoffentlich überrascht. Auch wenn es nicht alles in Perfektion zu erreichen ist. Natürlich sollten Tote nicht wieder lebendig werden, falls welche da sind.

  • Mohnmuffin
    kommentierte 's Antwort
    Ankh Du sprichst da natürlich aus deinen persönlichen Preferenzen. Ich halte es für realistisch, dass mal eine weibliche Prota aus einem "Frauenroman" _nicht_ den Traumtypen findet. Wie du die Geschichte nun konzipieren willst, liegt ja an deiner Prämisse. Deine würde dann in Richtung "dream big work hard" gehen, meine eher so in die Selbstfindung, und danach legen sich ja auch die Geschehnisse aus.

    Wenn Lieschen beides behalten soll, müssen eben andere Umstände das Paradies erschüttern, zum Beispiel eine bevorstehende Insolvenz, eine auftauchende zweite Frau, der Tod des Chefs und die damit verbundene Ungewissheit der Firmenzukunft, solche Sachen eben. Es muss an der Wurzel greifen, darf aber nicht im direkten Angriff zerschmettern, was du am Ende behalten willst. Die zweite Frau, die wie seine Ehepartnerin wirkte, ist in Wirklichkeit nur die ruchlose Exfrau, und die Firma kann mit fleißiger Beihilfe von Lieschen gerettet oder sogar von ihr übernommen werden.

    Klar wäre das unglaubwürdig, wenn sie erst Mann und Job verliert und dann wiederbekommt. Deshalb würde ich die Dinge eben nicht zerschießen, sondern gehörig auf die Kippe stellen, indem du mit der Flinte knapp daneben zielst, und am Ende auflösen. Lieschen ist froh, dass Loverboy immer nur ihr gehörte und sie hat's bis nach oben geschafft.

  • Ankh
    kommentierte 's Antwort
    Verstehe. Aber in dem Falle ist ihr erster Job nur aus dem Plotgrund nicht ihr Traumjob (und der Typ nicht der Traumtyp), weil sie ihn ja eh im Tiefpunkt verlieren soll und hinterher was besseres kriegt.

    Und da frage ich mich dann, warum soll ich da um etwas fiebern, was sich am Ende eh als ersetzbar und nicht so super herausstellt? Worum soll Lieschen kämpfen und bangen, wenn der nächste Job und der nächste Typ gleich um die Ecke wartet, und beide sind auch noch besser? Klar, sie würde die beiden besseren nicht bekommen, wenn sie keine Entwicklung gemacht hätte. Aber das macht trotzdem alles Etablierte, worum es die ganze Geschichte lang eigentlich ging, in meinen Augen nichtig.

    Was wäre, wenn der Job wirklich ihr Traumjob wäre? Wenn der Kollege, mit dem sie eine Affäre hat einfach ein super Typ ist, mit dem ich sie als Leser zusammensehen will (denn mal ehrlich, von dem Typen der am Ende um die Ecke biegt weiß ich gar nichts, der geht mir sonstwo vorbei, während ich das halbe Buch mit ihr um Kandidat 1 gekämpft und gebangt habe)? Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll, aber mit wäre es lieber, wenn sie nach ihrer Entwicklung bekommt, was sie von Anfang an wollte und wofür sie gearbeitet und gestritten hat, als irgendwas anderes, angeblich Tolleres, Hauptsache Happy End. Nur, wenn ich will, dass sie am Ende den Job behält und mit dem Kollegen glücklich wird, was passiert dann im Tiefpunkt?
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