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Ihr könnt Euch auch wieder für das Camp NaNo eintragen. Alles weitere folgt.

Ab 01.06. startet das Spiel "Stille Flaschenpost". Wir laden Euch herzlich dazu ein.

Ich möchte mal wieder an unseren Stammtisch erinnern, der jeden Freitag und Samstag zwischen 16:00-3:00 geöffnet ist.
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Zeichensetzung bei der zitierten Rede

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  • Poser Zeichensetzung bei der zitierten Rede

    Das Schreiben an sich ist schon anstrengend genug. Nun gibt es auch noch Rechtschreib- und Grammatikregeln, die einem das Leben schwermachen. Am schlimmsten sind aber die Kommata, die mal benutzt werden müssen, mal benutzt dürfen, mal empfohlen werden, mal weggelassen werden können …
    Zum Glück gibt es bei der direkten Rede feste Regeln!

    Die Inquit-Formel (lateinisch „er sagt“) bezeichnet die Einheit von Nomen oder Pronomen mit einem Verbum dicendi oder credendi. Die wörtliche Rede steht in Anführungszeichen. Auch beim Gedankenzitat kann man Anführungszeichen benutzen.

    Folgt nach der zitierten Rede – ob ausgesprochen oder als Gedanke –, wird mit einem Komma abgetrennt und klein weitergeschrieben. Nach einem Ausrufe- oder Fragezeichen folgt Anführungszeichen und Komma! Nur der Punkt wird vom Komma ersetzt.

    .
    Inquit: »Direkte Rede.« »Direkte Rede«, Inquit.
    Hans sagt: »Guten Tag.« »Guten Tag«, sagt Hans.
    Hans ruft: »Guten Tag!« »Guten Tag!«, ruft Hans.
    Hans fragt: »Hallo?« »Hallo?«, fragt Hans.
    Hans denkt: »Was für ein mieser Kerl.« »Was für ein mieser Kerl«, denkt Hans.
    Hans denkt: »Was für ein mieser Kerl!« »Was für ein mieser Kerl!«, denkt Hans.
    Hans fragt sich: »Ist das ein mieser Kerl?« »Ist das ein mieser Kerl?«, fragt sich Hans.
    .

    .
    Aber da Gedankenzitate mit Anführungszeichen mit der direkten Rede verwechselt werden können und ohne jegliche Auszeichnung der Erzählstimme ähneln, ist man auf die Kursivierung oder die Auszeichnung mit einfachen Anführungszeichen (Zweites laut Duden falsch) ausgewichen.

    .
    grammatikalisch typografisch
    richtig »Ist das ein mieser Kerl?«, fragt sich Hans.
    richtig Ist das ein mieser Kerl?, fragt sich Hans.
    richtig Ist das ein mieser Kerl?, fragt sich Hans.
    unsinnig »Ist das ein mieser Kerl?«, fragt sich Hans.
    (kursiv und Anführungszeichen)
    falsch nach Duden
    (findet man aber trotzdem)
    ›Ist das ein mieser Kerl?‹, fragt sich Hans.
    ..
    Steht eine Inquit-Formel zwischen zwei Reden, muss überlegt werden, ob die beiden wörtlichen Reden zwei verschiedene Sätze sind. In dem Fall wird mit einem Punkt abgeschlossen und groß weitergeschrieben. Wenn die wörtliche Rede ein Satz ist, der durch eine Inquit-Formel geteilt wird, wird der Einschub mit Kommata abgegrenzt und danach klein weitergeschrieben.

    .
    »Abgeschlossener Satz«, Inquit. »Abgeschlossener Satz.« »Unterbrochener«, Inquit, »Satz.«
    »Hallo?«, fragt Hans. »Ist jemand zu Hause?« »Das kommt daher«, erklärt Hans, »dass du deine Nase schnäuzt, bevor du das Taschentuch überhaupt gezückt hast.«
    .
    Achtet aber bitte darauf, dass dieser Stil ein Trend aus den USA ist und bei konservativen Leuten nicht gern gesehen wird. Diese Schreibweise ist auch eine häufige Fehlerquelle. Daher sollte man den Einschub höchstens dann benutzen, wenn die wörtliche Rede unterbrochen wird. Ansonsten sollte man wie beim obigen Beispiel mit einem Punkt abschließen und einen neuen Satz beginnen.

    Bei Verben, die nicht für die Figuren- oder eine Gedankenrede benutzt werden, werden ganz normale Sätze gebildet. Bei Reihenfolge von Subjekt und Prädikat wird nicht umgedreht!

    .
    Aussagesatz. »Direkte Rede.« »Direkte Rede.« Aussagesatz.
    Er reicht ihr die Hand. »Guten Tag!« »Guten Tag.« Er reicht ihr die Hand.
    »Unterbrochener«, Einschub, »Satz.«
    »Ich heiße nicht nur Heinz Erhardt«, der Dichter machte eine theatralische Pause, »sondern Sie auch herzlich willkommen.«
    .
    Falsch:
    »Das kommt daher«, schüttelt Hans den Kopf.
    Kopfschütteln macht auch keinen Laut. Vielleicht klack klack, wenn die Wirbel nicht gut sitzen, aber auf keinen Fall flüstern die Knochen »Das kommt daher«. Bei lachen oder grinsen gehen die Meinungen auseinander. Kann man Wörter grinsen oder versteht man grinsen als grinsend reden? Ich überlasse es euch.
    Zuletzt geändert von VickieLinn; 26-05-2017, 10:12.
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

  • #2
    Hallo,

    das ist eine tolle nachvollziehbare Auflistung, die mir endlich mal verdeutlicht hat, wie das mit den Einschüben funktioniert. Danke dafür!

    Jetzt hätte ich aber noch eine Frage dazu: Wie würde denn die Zeichensetzung bei Zitaten in der direkten Rede funktionieren. Also wenn jemand eine Weisheit zum Besten gibt, e.g. „Quidquid futurum est summum, ab imo nascitur (Publilius Syrus)“, zitiert er mir.

    Würde man es kursiv schreiben oder auch in Anführungszeichen setzen?


    Liebe Grüße ^__^

    Kommentar


    • VickieLinn
      VickieLinn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Wie meinst du das denn mit den Klammern? Wie würde "er" es denn konkret sagen?

      Je nachdem, was du willst, gibt es viele Möglichkeiten. Aber da es keine doppelten Anführungsstriche in doppelten Anführungsstrichen gibt, wird bei doppelter Wiedergabe die einfachen benutzt.

      »Quidquid futurum est summum, ab imo nascitur«, zitiert er mir Publilius Syrus.
      »›Quidquid futurum est summum, ab imo nascitur‹«, zitiert er mir Publilius Syrus. ← würde ich nicht machen
      »Wie Publilius Syrus sagte: ›Quidquid futurum est summum, ab imo nascitur‹.«
      »Quidquid futurum est summum, ab imo nascitur«, zitiert er mir Publilius Syrus. ← würde ich nur machen, weil es nicht deutsch ist.

    • Lyriksoldatin
      Lyriksoldatin kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      VickieLinn

      Ah, verstehe!

      Um ehrlich zu sein, hatte ich mir tatsächlich nie Gedanken gemacht, wie das mit der Klammer konkret gesagt werden soll. Variante 2 gefällt mir sehr gut. Auch Variante 4 ist gut im Zuge der Fremdsprachen.

      Was ich nur problematisch finde, ist, dass der Ich-Protagonist ja gar nicht weiß, dass das Zitat von Publilius Syrus ist und daher auch nicht denken kann, dass "er" ihn zitiert. Daher die Klammern. In diesem Sinne wäre Variante 3 die beste. Also Dankeschön für den kompletten Fundus!

      lG

    • VickieLinn
      VickieLinn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      In dem Fall wäre tatsächlich nur Variante 3 logisch möglich.
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