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Weltenfrage #21: Familienbande

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  • Weltenfrage #21: Familienbande




    Hintergrundgeschichte von gefühlt 99% aller Protagonisten: sie haben keine Familie. Unser Held steht mutterseelenallein auf weiter Flur, hat niemanden, der sich um ihn sorgt, und ist somit frei, auf die Heldenreise zu gehen:

    Der Ermittler in einem Krimi ist entweder notorischer Single, oder geschieden und hat maximal ein Kind, zu dem er kaum Kontakt hat (Sam Spade: Single. Kurt Wallander: geschieden. Miss Marple: Single).

    Bei jugendlichen Protas ist der/die Prota gerne verwaist, falls es noch Restfamilie gibt, dann mag sie Prota nicht. Oder Prota ist ein Scheidungskind, und das noch vorhandene, alleinerziehende Elternteil ist so überarbeitet, dass es Prota nicht als Hilfe zur Verfügung steht. (Harry Potter: Waise und ekelhafte Restfamilie. Bella Swan: Scheidungskind mit inkompetenten Eltern. Meggie Folchart: Mutter fraglich verstorben, Vater wird entführt. Sansa und Arya Stark: Eltern tot, Rest der Familie sucht nicht nach ihnen.)

    Sci-Fi-Helden sind natürlich auch einsame Wölfe. (Perry Rhodan: Familie tot, auch, weil Perry so gut wie ewig lebt. Arthur Dent - falls er noch Familie hatte, ist sie nach der Zerstörung der Erde tot. Dr. Susan Calvin scheint weder Familie noch Freunde zu haben und lebt für ihre Arbeit.)

    Es gibt natürlich das spezielle Genre der Familien-Sagas - die "Buddenbrocks" zum Beispiel. Wenn man davon aber weg geht, dann ist der Held aber meist familienlos bzw. die Familie unterstützt ihn nicht. Die seltenen Fälle, in denen das nicht zutrifft, stechen direkt heraus. Donna Leons Brunetti-Reihe fällt mir da ein - ein Komissar mir funktionierendem Familienleben ist eine Seltenheit.

    Es hat Vorteile, wenn der Held keine Familie hat. Er ist freier in seinen Entscheidungen, kann gehen, wohin er will, und hängt auch nicht so sehr an seinem eigenen Leben. Den Plot kann man mit so einem Helden rascher vorantreiben als mit einem, der jeden Sonntagnachmittag Oma im Altersheim besucht. Aber ist es realistisch, dass so viele Helden keine Familie haben?

    Haben Eure Protagonisten Familie?
    Und wenn ja, spielt diese Familie in der Geschichte eine Rolle - oder sorgt Ihr dafür, dass die Familie so bald wie möglich aus dem Bild verschwindet?
    Hat Euer Protagonist eine Familiengeschichte (Fluch, Vermächtnis, das geerbte Schloss), die ihn prägt?
    Zuletzt geändert von Alys II.; 15-04-2019, 11:54.
    Always avoid alliteration.

  • #2
    Haben Eure Protagonisten Familie?
    Natürlich. Mein Character-Sheet hat die einzelnen Punkte: Familie, Liebhaber, Freunde, Haustier, und Feind (manchmal auch noch Rivale) und ich bestehe darauf, dass zumindest die Hälfte dieser Punkte einen Namen (also eine Vorstellung von der Figur) habe.
    In meinem Langzeit-Rapper-Projekt hat jede bis auf eine Figur eine Familie, mit Namen und charackterlichen Stichwörtern. Der Protagonist hat zwar tatsächlich dieses Klischee, dass er und seine Familie nicht klarkommen, aber das ist wichtig für seine charakterliche Entwicklung. Er ist ein verdammt armes Schwein und das Fehlen einer Familie illustriert dies gut. Seine Freunde nehmen den Platz einer Familie dann ein.
    In meinem PloMo-Projekt sind die vier Hauptfiguren verwandschaftlich miteinander verbunden und die Vater-Tochter-Dynamik ist sehr wichtig für die Geschichte. Die Geschwister sind ebenso wichtig wie die Freunde und manchmal überschneiden sich diese Rollen.
    In meinem Todes-Zyklus kommen vor allem Liebespaare vor, aber eine Mutter-Sohn-Beziehung ist wichtiger Bestandteil der übergordneten Handlung. Man muss aber sagen: Familienbeziehungen unter Göttern funktionieren ein wenig anders

    Für meine Kurzgeschichten hingegen sehe ich das nicht so streng. Wenn auf fünf Seiten Geschichte kein Wort zur Familie gefallen ist, ist das in Ordnung. Es passen halt nur so viele Wörter in den Rahmen.

    Und wenn ja, spielt diese Familie in der Geschichte eine Rolle - oder sorgt Ihr dafür, dass die Familie so bald wie möglich aus dem Bild verschwindet?
    Das kommt auf die Figur an. Wie oben beschrieben sind die Familienbeziehung manchmal integraler Bestandteil des Plots und manchmal muss die Familie sterben, damit die Geschichte überhaupt erst anfangen kann.

    Hat Euer Protagonist eine Familiengeschichte (Fluch, Vermächtnis, das geerbte Schloss), die ihn prägt?
    Bei meinen Octopus-Girls ist das tatsächlich so
    Normalerweise hat die Familiengeschichte nicht so besonders viel Auswirkungen auf die Handlung. Aber es kann schonmal vorkommen, dass die eine Figur die Königskrone erben soll und aus dem Geschichtsunterricht wissen wir alle, was an Familienschleim daran festklebt. Eigentlich versuche ich meine Geschichten aber so aufzubauen, dass der Konflikt in der Figur selbst liegt und nicht auf ihr abgeladen wird.
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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    • #3
      Haben Eure Protagonisten Familie?
      Und wenn ja, spielt diese Familie in der Geschichte eine Rolle - oder sorgt Ihr dafür, dass die Familie so bald wie möglich aus dem Bild verschwindet?
      Hat Euer Protagonist eine Familiengeschichte (Fluch, Vermächtnis, das geerbte Schloss), die ihn prägt?


      Die Familien meiner Protagonisten spielen meist eine große Rolle, sei es im Hintergrund oder als Impuls- (Trauma-)Geber.
      Mein Pilot verneint seine Familie, mein Paläontologe hat eine Tochter, der Polizistenzauberer kämpft gegen seinen Bruder, der Pathologe ... OK, der hat noch am wenigsten mit seiner Familie am Hut, jedenfalls beim derzeitigen Stand der Story, und der bald weiter zu erschaffende Offizier eines totalitären Staates hat KEINE Familie, was Teil seines persönlichen Problems sein wird ...


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      • #4
        In meinem Genua-Projekt dreht sich sehr viel um die einzelnen Familien, die ja sozusagen die konkurrierenden Parteien bilden.
        Mein Prota ist zwar kein Teil so einer Partei, hat aber trotzdem Familie und sieht in ihr auch seine oberste Priorität. Das wären also seine Frau, sein jüngerer Bruder und seine zwei Söhne bzw. ein weiterer ist gerade unterwegs.
        Meine restlichen Protas sind alles Familienmitglieder zwei großer Adelsfamilien, die sich immer mal wieder verbünden oder gegeneinander kämpfen, wie sie gerade bockig sind, oft auch innerhalb der Familie, alles sehr kompliziert, aber gerade deswegen sind die einzelnen Beziehungen so wichtig. Da gibt es Brüder, Vettern, Onkel, manche sind eng miteinander verbündet, andere verfolgen nur ihre eigenen Ziele.
        Einer von Walder Frey´s Söhnen hatte mal gesagt, dass man in seiner Familie nur seinen Vollgeschwistern trauen sollte. Das passt bei mir auch schön rein, die Männer aus dem 15. Jhd. haben ihre Frauen teilweise wirklich nur als Zuchtstuten benutzt. Die bringen zehn Kinder zur Welt, sterben dann mit Anfang, Mitte dreißig und dann wird die nächste adelige Tochter geheiratet. Mein zweiter Prota ist der Spross so einer Konstellation und hat einen riesenhaufen Verwandtschaft, von der man nicht mal der Hälfte trauen kann.

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        • #5
          Ja, haben sie und sie beeinflussen die Handlungen des Protas - vor allem die Mütter und eigenen Kinder.

          Und ja, sie haben eine Familiengeschichte.
          1. Prota: Seine Familie muss den Tod eines Kindes/Bruder (des Protas) verkraften.
          2. Prota: Er muss damit umgehen, das seine Eltern ihn verkauft hatten.

          Wenn man einen vielschichtigen Prota schreiben will spielt die Familie/soziale Umfeld eine entscheidende Rolle, ob man sie nun konkret mit einbezieht oder sie einfach Schatten werfen lässt.
          Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

          Kontakt: administrator@wortkompass.de

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          • #6
            Haben Eure Protagonisten Familie?
            Ja.

            Und wenn ja, spielt diese Familie in der Geschichte eine Rolle - oder sorgt Ihr dafür, dass die Familie so bald wie möglich aus dem Bild verschwindet?
            Ersteres.

            Hat Euer Protagonist eine Familiengeschichte (Fluch, Vermächtnis, das geerbte Schloss), die ihn prägt?
            Ähm ... Kann man so sagen, ja.

            Zitat von weltatlas Beitrag anzeigen

            Wenn man einen vielschichtigen Prota schreiben will spielt die Familie/soziale Umfeld eine entscheidende Rolle, ob man sie nun konkret mit einbezieht oder sie einfach Schatten werfen lässt.
            Das sehe ich genauso.

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            • #7
              Haben Eure Protagonisten Familie?
              Ja, wenn sie rein passt.
              Einer meiner liebsten Protas hat keine (mehr), und das ist auch wichtig, sonst würde er zuhause bleiben und ich müsste mir einen anderen Prota suchen. Aber tatsächlich könnte ich da noch ein bisschen mehr auf die Vergangenheit mit der Familie und deren Beziehung eingehen...hm...

              Und wenn ja, spielt diese Familie in der Geschichte eine Rolle - oder sorgt Ihr dafür, dass die Familie so bald wie möglich aus dem Bild verschwindet?
              Ja, auf jeden Fall. Vor allem die fürsorglichen Familien kann man ja super dazu verwenden, dem Prota schlimmes anzutun
              Was ich nicht tue: eine Familie hinzustellen, und dann so bald wie möglich die ganze Truppe loszuwerden. Entweder hat der Prota schon keine mehr wenn die Geschichte anfängt, oder die Familie bleibt für die ganze Geschichte (mehr oder weniger) erhalten. Protas mit dem Tod eines lieben Menschen, der sonst nichts in der Geschichte beizutragen hat, zu motivieren, gefällt mir einfach nicht.

              Hat Euer Protagonist eine Familiengeschichte (Fluch, Vermächtnis, das geerbte Schloss), die ihn prägt?
              Keiner meiner bisherigen Protas...obwohl einer einen Freund vom toten Bruder "erbt", der die Geschichte ins Rollen bringt. Und zwei andere Protas haben sehr politisch aktive Familien, was natürlich auch jeweils sehr unterschiedlich prägend ist. Aber nichts altes, geschichtliches.

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