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Weltenfrage #18 - Körperkult, Scham und Freizügigkeit

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    Weltenfrage #18 - Körperkult, Scham und Freizügigkeit

    Im weitesten Sinne ein gesellschaftliches Thema, möglicherweise recht aktuell. Worum geht es in dieser Frage?

    Nachdem ich meine Welt kreiert hatte stellte ich bei der Ausarbeitung der Wesenheiten fest, wie viel Aufmerksamkeit ich deren Physiognomie gab. Und! Das war nicht beliebig. Als ich genauer darüber nachdachte spielt das äußere Erscheinungsbild eine wichtige gesellschaftliche Rolle und war/ist somit plottrelevant. Meine Kriegerin ist groß, gorillastark und wirkt wie ein Ork. Eine andere Figur ist klein, filigran und wirkt zerbrechlich. Andersrum könnte es nicht funktionieren. Stelle ich mir meine Kriegerin jetzt zart vor, hätte sie das sechste Lebensjahr nicht überlebt und wenn doch, wäre sie für immer eine Gemiedene.
    Das heißt, das Aussehen passt sich entweder der Gesellschaftlichen Norm an oder nicht. Wenn nicht hätte meine Figur Probleme.
    Gleichzeitig ist es in der Welt der Kriegerin wichtig das zur Schau zu stellen, was sie hat. Muskeln werden betont, es wird gepost, um bedrohlicher zu wirken etc., aber Nacktheit ist verpönt, man könnte ja körperliche Mängel sehen.
    Ganz anders in einem anderen Volk, dort ist es usus nackt rumzulaufen, aber nur mit bedeckter Nase. Als ein Geschöpf dieser Welt nun ihr Volk verlässt muss sie sich zwangsläufig verhüllen, um das Schamgefühl der Anderen nicht zu strapazieren, was wiederum einengend für sie selbst ist.






    Wie wichtig ist Euch die Physiognomie Eurer Völker, speziell Eurer Figuren?
    Spiegelt die Äußere Erscheinung/Kleidung/Frisur etc. die gesellschaftlichen Normen wieder und, wenn ja, wie?
    Wie schambehaftet und/oder Freizügig ist Eure Gesellschaft? Worin äußert sich das?
    Wie wichtig ist das Aussehen zwischen den Figuren, in deren Beziehungen/Kommunikation miteinander?
    Welchen Einfluss hat vielleicht auch die Religion?
    Wie bewusst geht Ihr in der Planung Eurer Projekte auf diese Punkte ein?
    Nein das war ich nicht.
    Ach so, das!
    Ja, das war ich.

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

    #2

    Wie wichtig ist Euch die Physiognomie Eurer Völker, speziell Eurer Figuren?

    Ich habe ein paar grundsätzliche Sachen festgelegt, was "übliche" Hautfarbe, Augenfarbe und Haarfarbe der Menschen in verschiedenen Regionen betriff.
    Ganz klischeehaft ausgedrückt: wie die "typischen" Leute aus Estland (helle Haut, helle Augen, dunkle Haare), Schottland/Irland (helle Haut, zur Rötung neigend, und braune bis rotblonde Haare), und Süditalien (bräunliche bis braune Haut, dunkle Haare, dunkle Augen). Wichtig ist mir dabei aber, diese Klischees auch zu durchbrechen. Es gibt ja auch dunkelhäutige Schotten und blonde Italiener.
    Aus den Erwartungshaltungen der Leute ergeben sich ein paar schöne Szenen, wenn z.B. jemand in der Kneipe blöd angequatscht wird als "der ist aber nicht von hier", nur weil er blond ist - dabei ist er wirklich ein Einheimischer. Ansonsten reite ich auf dem Aussehen der Charaktere aber nicht so arg herum.

    Spiegelt die Äußere Erscheinung/Kleidung/Frisur etc. die gesellschaftlichen Normen wieder und, wenn ja, wie?

    Ja, das auf jeden Fall. Es gibt keine vorgeschriebene Kleidung oder Haartracht, die jemand eines bestimmten Standes tragen müsste. Aber natürlich begegnet man dem zerlumpten Tagelöhner anders als der Dame in Samt und Seide.

    Wie schambehaftet und/oder Freizügig ist Eure Gesellschaft? Worin äußert sich das?

    Wenig freizügig in der Kleidung, das liegt aber am kühlen Klima. (In den Badehäusern ist Nacktheit aber kein Problem.) Die Gesellschaft ist weder besonders prüde noch besonders sexualisiert. Es gibt Bordelle und Straßendirnen, und letztere erkennt man an ihrer Kleidung, die eine "anständige" Frau nie anziehen würde.

    Wie wichtig ist das Aussehen zwischen den Figuren, in deren Beziehungen/Kommunikation miteinander?

    Da sich zwischen den Protagonisten eine Romanze entwickelt, ist es natürlich wichtig, dass sie sich gegenseitig attraktiv finden. Mir als Schreiber war es aber ein Anliegen, dass sie sich nicht wegen ihrem Aussehen verlieben.
    Ansonsten spiele ich noch ein bisschen mit einem Makel/Stigma, das ein Charakter hat. Deshalb schrecken viele Leute erstmal vor ihm zurück, was ihm die Kommunikation natürlich manchmal erschwert.

    Welchen Einfluss hat vielleicht auch die Religion?

    Man erkennt die Anhänger verschiedener religiöser Orden an ihrer Tracht. Und die Religion hat natürlich einen gewissen Einfluss auf die generelle gesellschaftliche Moral, und damit auch auf die Freizügigkeit der Menschen. Darauf gehe ich aber nicht sehr ein.

    Wie bewusst geht Ihr in der Planung Eurer Projekte auf diese Punkte ein?

    Gar nicht mal so sehr, weil es für den Hauptplot nicht so wirklich relevant ist.
    Es gibt einzelne Szenen, wo die Physiognomie einer Person wichtig ist, da muss ich das natürlich planen - der dürre, unsportliche Bibliothekar wird sich nicht aus dem Fenster abseilen können, und der dickliche, ältere Bürger wird einem flüchtenden Dieb nicht hinterherrennen.
    Oder Szenen, in denen die Moral/Freizügigkeit/Sexualität dann doch wichtig wird. Wenn die bedrohte Dame nicht will, dass sich ein Leibwächter bei ihr im Schlafzimmer aufhält - weil das moralisch unangemessen wäre, obwohl es unter dem Sicherheitsaspekt absolut sinnvoll wäre.
    Always avoid alliteration.

    Kommentar


      #3
      Wie wichtig ist Euch die Physiognomie Eurer Völker, speziell Eurer Figuren?
      Sie ist nicht unwichtig. Größe, Farben, Anteil an Muskeln Kleidung - all das sind Kommunikationswege. Das ist in jeder Kultur der Fall, nur was die einzelnen Dinge bedeuten (lange Haare = Schönheit oder = Weisheit?) ändert sich von Ort zu Ort und von Zeit zu Zeit. Aber auch da gibt es allgemeingültige Aspekte, die überall gleich gelesen werden.
      Entsprechend notiere ich mir Haar- und Augenfarbe, die allgemeine Körperform wie Größe, Muskelanteil etc. und auch den bevorzugten Kleidungsstil. Dabei versuche ich jeder wichtigen Figur eine individuelle Note zu geben, sodass bestimmte körperliche Merkmale zur Identifikation genutzt werden können und das Bild auch für den Leser plastischer machen.
      Allerdings beschreibe ich meine Figuren meist nicht, wenn sie das erste Mal auftreten, sondern streue diese Informationen irgendwann irgendwo im Text ein, wenn sie am meisten Sinn machen.

      Wenn ich mir eigene Wesen ausdenke, ist die Physiognomie noch wichtiger als bei normalen Menschen. Wir alle wissen, wie Menschen aussehen und bestimmte körperliche Eigenschaften müssen nicht extra erklärt werden. Wenn ein Mensch 2,20 Meter groß ist, wissen wir einfach, dass das selten ist. Bei selbst erschaffenen Wesen/Völkern sieht das anders aus. Es braucht Mittelwerte um dann das Besondere angehen zu können. Wenn man ein bestimmtes Bild durch diese Wesen transportieren will oder ihnen bestimmte Eigenschaften als Gesamtmenge zuordnen will, hilft gutes Design viel weiter.

      Spiegelt die äußere Erscheinung/Kleidung/Frisur etc. die gesellschaftlichen Normen wieder und, wenn ja, wie?
      Bei meinen Nomaden im PloMo hatte ich das gerade erst, wo eine der wichtigen Figuren durch ihre äußere Erscheinung ein bestimmtes Bild von sich projizieren will/muss, um den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen, denen sie eigentlich nicht entspricht. Das heißt, diese Figur macht sich dezidierte Gedanken über diese Dinge in genau diesem Rahmen.
      Ansonsten ist die äußere Erscheinung, wie oben gesagt, ein Kommunikationsweg, dem sich niemand entziehen kann. Beim anlegen meiner Figuren überlege ich daher, welchen gesellschaftlichen Status ihnen zugesprochen wird und wie sich das in Kleidung etc. äußern würde. Das ist meist relativ einfach, wenn die Geschichte in moderner, westlicher Kultur spielt. Es ist ein bisschen weniger einfach, wenn man andere Zeiten oder Orte als Setting hat oder sich gleich selbst eine Kultur ausdenkt, da man sich über dieses Verhältnis und was als Ausdruck für was und warum gilt, erst überlegen muss - und es sehr leicht ist, an dieser Stelle in Stereotype zu treten, die vielleicht nicht nötig wären. Zum Beispiel was Farbe als Ausdruck für Luxus bedeutet: je nach Zeit und Ort ist das eine andere Farbe (von Gold einmal abgesehen) und das aus anderen (oft herstellungstechnischen) Gründen. Auch können religiöse Hintergründe die Bedeutung von Farbe beeinflussen.

      Wie schambehaftet und/oder Freizügig ist Eure Gesellschaft? Worin äußert sich das?
      In meinen RPGs ist das oft ein Thema, wenn wir in einem nicht modernen Setting spielen - meist bedeutend, dass die "neue" Gesellschaft offener mit gewissen Dingen umgeht, weil wir als Spieler bestimmte kulturelle Taboos der Jetztzeit für unsinnig halten.
      In meinen Geschichten passiert das allerdings weniger.

      Wie wichtig ist das Aussehen zwischen den Figuren, in deren Beziehungen/Kommunikation miteinander?
      In der Regel habe ich einen sehr kleinen Cast, wo es mehr auf die Persönlichkeiten ankommt und das Aussehen nur eine romantische Relevanz im Sinne des Schwärmens hat.
      Das liegt allerdings an meiner Weltsicht, die Äußerlichkeiten für irrelevant auf persönlicher Ebene hält. Gesellschaftlich ist das Äußere ein Kommunikationsweg, aber zwischen besten Freunden ist das nicht wirklich relevant. Wenn meine Cast größer werden und die persönliche Ebene zwischen Figuren reduziert wird, würde das wohl eine größere Rolle spielen.

      Welchen Einfluss hat vielleicht auch die Religion?
      Im Moment noch keine. In unserer Welt haben bestimmte Religion einen großen Einfluss auf das Äußere ihrer Gläubiger, allerdings ist Religion in meinen Geschichten bisher nicht von solch einer alltäglichen Wichtigkeit.
      In RPGs kommt das allerdings schonmal vor, gerade was religiöse Taboos angeht.

      Wie bewusst geht Ihr in der Planung Eurer Projekte auf diese Punkte ein?
      Wie gesagt, das Aussehen wichtiger Figuren ist mir wichtig und wird in bestimmten oder besonderen Punkten festgehalten. Da spielen auch kulturelle Normen und gesellschaftliche Erwartungen eine Rolle, um mit dem Aussehen der Figur genau das Bild zu transportieren, dass es transportieren soll. In der Regel ist es aber kein Punkt, der ein Thema der Geschichte ist, weshalb ich dies zwar bewusst plane, aber eher marginal in die Geschichte einbaue.
      Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
      to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
      A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
      You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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        #4
        Vorsicht, lang!

        Die Frage ist simpel, gleichzeitig auch provokant: warum eigentlich tragen Frauen in über 90% aller Kulturen Röcke?

        Wenn es Zufall wäre, welche Riten, Gepflogenheiten oder Vorgaben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickeln, sollte es genausoviel Kulturen geben, in denen Männer Röcke und die Frauen Hosen tragen. Es gibt zwar Kulturen, in denen auch die Männer Gewänder oder Röcke tragen, aber das Gegenteil, nämlich nur Hosen für die Frauen, gibt es dort nicht.

        Heute gilt eine solche Festlegung als erziehungs- und kulturabhängig, aber dem stimme ich nicht uneingeschränkt zu. Geht man nämlich von einer beliebigen Entscheidung aus (wenn wir die Kulturen als sehr beliebig und erziehungsbasiert betrachten wollen, was Regeln und Gebräuche betrifft), so sollte ja auch dieses Phänomen beliebig austauschbar sein. Offenbar gibt es aber einen inhärenten Grund, warum sich alle Kulturen auf dieser Welt für diesen Weg entschieden haben, egal auf welchem Kontinent sie wohnen und welche anderen schrägen Riten, Gebräuche oder Glauben sie ausprägen.

        Genauso erzwingen biologische oder geografische Verhältnisse Kulturregeln. Aber auch ziviliationseigene Vorgaben (z.B. Sesshaftigkeit) sind Gründe für logische Verhaltensweisen.
        Es gibt nur wenige Ausnahmen, z.B. in Nepal, Grönland, China oder Persien, aber tatsächlich wird auch darüber ein Rock getragen.

        Welcher Grund ist dafür verantwortlich? Dieser Grund müsste doch im Menschsein selbst liegen.
        Erst die westliche Kultur im 20. Jahrhundert verdrängt den Rock. Gibt es also etwas, was die westliche Kultur von allen anderen unterscheidet? Kann man überhaupt von einer "westlichen Kultur" sprechen? Merkwürdigerweise betrachten wir die westliche Kultur auch schon mal als "entmenschlicht", weil sie ja für all unsere Entfremdungs-Probleme verantwortlich ist. Manche hängen auch an der Vorstellung einer "reinen, ursprünglichen" Menschheitskultur, die wir verloren haben, sozusagen dem "edlen Wilden".

        Man darf aber dabei nicht vergessen, dass "ursprüngliche" Kulturen viel stärker reglementiert sind. Dort ist niemand "frei". Dort hat alles seinen unverrückbaren Platz, der nie in Frage gestellt wird. Eigentlich sind es Diktaturen. Der "edle Wilde" lebt im eigenen Käfig. Ob das wirklich erstrebenswerter ist..?

        Ist es ein Rollenbild, das überall auf der Welt ähnlich ist? Mit Sicherheit ja, aber wieso erzwingt dieses Bild die herrschende ( ) Mode? Ist der Rock demnach die Manifestation einer gesellschaftlichen Rollenverteilung? Wenn ja, warum? Soll der Rock etwas verdecken, was gesellschaftlich tabu ist? Überall auf der Welt?

        Einige Forscher sagen, dass Kleidung für Frauen insbesondere die Aufgabe hatte, ihre Mobilität einzuschränken. Demzufolge müsste z.B. in der Bronzezeit, in der Frauen vermutlich eine größere Rolle spielten, dieses Dogma nicht zutreffen. Diese Einengung ist insbesondere bei einigen Völkern offensichtlich, dazu gehören z.B. die "Langhalsfrauen", das Korsettschnüren und das chinesische Verkrüppeln der Füße, zusätzlich zum Kimono, der auch nur Trippelschritte zulässt. Interessanterweise kämpften auch Soldaten in Kimonos - einschränken muss der also per se nicht.

        Das fiel mir beim Durchblättern diverser Kostüm- und Trachtenbände (für den Weltenbau) auf. Jetzt bin ich unsicher: angenommen, ich kleide die Damenwelt nun in Hosen - muss dann die Gesellschaftsstruktur zwangsläufig eine ganz andere sein? Bis auf wenige Ausnahmen gibt es dafür kaum Beispiele. Wenn also der Rock ein Automatismus ist, der sich aus dem menschlichen Verhalten und seinem Denken und seiner Geisteswelt ergibt (was bei allen Menschen gleich sein sollte), kann ich ihn in einer ausgedachten Kultur nicht ändern, weil er nur ein Symptom wäre.

        Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
        Mark Twain

        Kommentar


        • SaKi
          SaKi kommentierte
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          Dann gäbe es doch eine ganz einfache Lösung: Ändere es eben nicht. Lass die Frauen in deinem Computerspiel Röcke tragen. Dann wirst du nicht unplausibel in deinen Augen.

        • Dodo
          Dodo kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Wenn ich mir etwas ausdenke, kann ich sogar Naturgesetze aufheben. Röcke für
          Frauen zählen nicht zu Naturgesetzen.
          Mr Morris misst die von ihm beleuchtete Welt an der Reichweite seiner Scheinwerfer. Wie jeder Mensch. Als Nichtangehöriger einer Kultur reicht die Ausleuchtung nicht weit und erlaubt keine allgemeingültigen Aussagen für die gesamte
          reale und erst recht nicht für eine fiktive Welt. Sprich: nicht in den Beobachterfehler verfallen, eigene Mode- und Wertvorstellung universell als Blaupause oder Rockschnittmuster anzuwenden.

        • weltatlas
          weltatlas kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Ich möchte gern für Thesen/Behauptungen (1. 2/3 Deines Textes) entweder eindeutige Belege haben (Quellenangaben) oder den Hinweis "Meine eigene, ganz persönliche Meinung". Deine Meinung ist mir nahezu egal und darüber muss ich nicht diskutieren. Sind es wissenschaftliche Thesen kann man sich auf dieser Basis austauschen und sie sind eine Breicherung für alle.

          Also, bitte kennzeichnen, bevor man sich hier in irgendwelche pseudowissenschaftliche Diskussionen verstrickt.

          Ansonsten: Ein Rock ist die logischste erste Kleidungsform. Männer/Frauen in fast allen Kulturen trugen eine Art Rock, Lendenschurz, irgendwas um die Hüfte, was herab baumelte. Simpel herzustellen. Röcke waren lange Zeit _für jeden_ Maß der Dinge.

          Hosen haben sich oft dort verbreitet, wo viel geritten wurde (eine Theorie) und/oder dort, wo es kalt war (noch eine Theorie).

          Für Menschen musste Kleidung vor allem zweckmäßig sein, bis sie dann religiöse und gesellschaftliche Rollen bekamen.
          Wenn man eine eigene Welt erschafft, liegt es an dem eigenen Geist/haltung, wie sie aussehen soll.

          Fertig.
          Zuletzt geändert von weltatlas; 30.06.2021, 02:11.

        #5
        Merkwürdig, nur von mir will man immer Quellen für das Offensichtliche. Muss ich belegen, dass die meisten Autos vier Räder haben oder die meisten Vögel fliegen können..?

        Also gut, neben ca. zehn Reisebeschreibungen von Darwin, Twain, Humboldt, Kotzebue u.a., die jetzt wegen mir sowieso keiner nachliest, hätte ich Carl Köhler, "A history of costume", Dover N.Y. anzubieten. Dort beginnt die Trennung zwischen "richtigen" Hosen und Röcken ungefähr bei den Skythen und Parthern. Bei den Ägyptern, Phöniziern und Persern hatten beide Geschlechter ursprünglich knöchellange Wickelröcke. Aber auch bei den Kulturen, die nur Röcke tragen, wird angemerkt, dass die der Frauen immer lang bleiben und aus feinerem Stoff sind, die der Männer in der Regel mit der Zeit kürzer werden.
        Da nun Europa nach der Antike vom sinnesfeindlichen Christentum dominiert wird, ist es kein Wunder, dass von nun an die Geschlechtertrennung regelrecht einzementiert wird. Bis auf einige Beispiele im Baltikum und Skandinavien ist sofort klar, zu welchem Geschlecht man gehört.
        Wäre vielleicht anders verlaufen, wenn das Römische Reich länger überlebt hätte.

        Ebenfalls im Dover-Verlag erschien "Historic costumes in pictures" von Braun und Schneider. Da dies zwischen 1861 und 1890 entstand, wirkt natürlich der Kolonialgedanke auf die Auswahl. Dennoch gibt es bei den 1450 Kostümen keine Ausreißer aus der Norm.

        Wer es aktueller will: "1000 Families" von Uwe Ommer im Taschen-Verlag (2000), das 1000 Fotos von Familien aus aller Welt enthält. Bis auf die schon angesprochene westliche Kultur mit vorwiegend Hosenkleidung trifft das Phänomen auch dort zu.

        Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
        Mark Twain

        Kommentar


        • Victoria
          Victoria kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Das liegt daran, dass es Schwierigkeiten gibt, deinem Text zu folgen. Was ist persönliche Meinung, was ist wissenschaftlich belegt, was ist wissenschaftlich veraltet, worum geht es eigentlich? Ist es ein Meinungsaustausch? Eine Beobachtung? Ein Versuch zu polarisieren?

          Wenn es Quellen gibt, wäre es für mich auch einfacher, einzusteigen. So lese ich ein paar Aussagen, die mir komisch vorkommen – wenn es 1 Satz wäre, würde ich es selbst recherchieren, aber es sind sehr viele Aussagen, die man erstmal sortieren muss. Ich hab nämlich gerade 15 Minuten damit verbracht, um 6 Wörter von dir zu recherchieren. Und zwar auf deutsch und japanisch. Um festzustellen, dass es wahrscheinlich Übersetzungsfehler gibt und eine sehr eurozentrische Sicht.

        • weltatlas
          weltatlas kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Sorry, aber wie soll man deine Fragen beantworten, wenn Du davor einen Wust an irgendwelchen persönliche gefärbten Infos aufschreibst, die man schlecht auf Richtigkeit überprüfen kann ... bei allen Anderen erkenne ich was eigene Meinung ist und was recherchiert wurde. Du schreibst leider alles so hin, als wären es unumstößliche Tatsachen. Aber die meisten sind bei näherem Nachfragen eher Meinungen und falsch recherchierte Sachverhalte (siehe X Beine).

        • Alys II.
          Alys II. kommentierte
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          Darwins "Voyage of the Beagle" lese ich zufällig gerade, vielleicht stolpere ich ja über die Passagen, auf die Du Dich beziehst. Twain habe ich auch vollständig im Regal stehen und kann gerne nachlesen.

          Du findest es merkwürdig, dass immer "nur von Dir" Quellen gefordert werden, für das "Offensichtliche".
          Das liegt ganz einfach daran, dass es Dein üblicher Kommunikationsstil ist, Dinge, die Dir offensichtlich erscheinen, als unumstößliches Faktum darzustellen. Unter Druck kommen dann ein paar handverlesene Quellennachweise zustande, die sich locker mit ein paar ebenfalls handverlesenen Quellen für die Gegenmeinung kontern lassen. (Beispielsweise Boucher, Francois, "20,000 Years of Fashion: The History of Costume and Personal Adornment" oder Roberts, J.M, "The Illustrated History of the World", welche beide die Meinung vertreten, dass der Rock historisch gesehen über alle Kulturen hinweg das Standard-Kleidungsstück für Männer war.)
          Keiner von uns beiden ist Expert*in für modehistorische und kulturanthropologie Fragen. Wir können uns hier gegenseitig Quellen an den Kopf hauen, bis uns beiden die Nase blutet, und doch wird nie eine*r von uns "Recht haben".
          Aber ja, wenn Du das nächste Mal wieder eine Meinung als Faktum präsentierst, dann werde ich wieder nach harten Quellen fragen.
          (Und ja, ich zitiere englische Quellen, wie Du auch. Offenbar ist Dein Englisch ja doch nicht so schlecht, wie Du sonst immer so gerne behauptest - Du liest immerhin für englische Sachbücher! Aber wie sagt man so schön, hier gehen wir off topic ...)

          Badabumm, Du bist kein dummer Mensch. Im Gegenteil. Du weißt genau, auf welche Knöpfe Du drücken musst bzw. welche Themen Du ansprechen und welche Thesen Du aussprechen musst, um einen Großteil der Nutzer*innen hier auf die Palme zu bringen. Einen Mehrwert für das Forum hat das nicht, und es geht sowieso kaum mehr jemand der User*innen auf Deine Aussagen ein.
          Es antworten nur die Mods/Admins, die sich verpflichtet fühlen, provokante Aussagen zu kontern um damit eine gewisse Sachlichkeit im Forum zu wahren. Auch das weißt Du; denn wie gesagt, dumm bist Du nicht. Ich kann also nur spekulieren, dass es Dir Freude bereitet, durch diese Art der Kommunikation andere Leute beschäftigt zu halten und somit Macht auszuüben. Und ganz ehrlich, ich hoffe, dass ich mit dieser Spekulation falsch liege - denn wenn ich richtig liege, dann tust Du mir echt leid.
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