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    Ich bräuchte hier mal eben einen Arzt...

    Mein Protagonist hat sich innerhalb einer halben Woche ein paar unterschiedliche Blessuren eingefangen:

    -Knöchel (links) vertreten (kein messbarer Schaden, nervt aber und tut manchmal weh)
    -Brustbein (oder Rippen, das ist eine ganz andere Frage, was besser zum Kampfhergang passt) angebrochen
    -Streifschuss am Oberschenkel (auch links)
    -Erfrierungen an der Haut (überall, wie ein schlimmer Sonnenbrand, keine Frostbeulen) + Unterkühlung

    Wie lange sollte er sich schonen, wann kann er wieder:
    -Spazieren gehen
    -Tanzen (Walzer, nur privat mit seinem Freund)
    -Reiten

    Und was sollte er in der Zwischenzeit beachten?

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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      SoraNoRyu So, jetzt bin ich am PC mit gescheiter Tastatur und kann mich ausführlich um Deine Fragen kümmern. Ich gehe mal davon aus, dass die Verletzungen auch in der Reihenfolge entstanden sind, wie Du sie geschildert hast.

      Knöchel: Wenn es weh tut, dann gibt es immer einen nachweisbaren Schaden. Auch Weichteilverletzungen sind "messbar" in dem Sinne, dass man sie als einen Unterschied zur unverletzen Situation wahrnimmt (z.B. durch den Schmerz). Ich schätze mal, mit "vertreten" meinst Du das, was umgangssprachlich auch als "verstaucht" bezeichnet wird, also medizinisch gesprochen eine Distorsion. Damit liegt ein Schaden an der Gelenkskapsel und/oder den Bändern vor, das kann eine Überdehnung sein oder ein Riss. Wie lange das weh tut, kannst Du ziemlich so festlegen, wie es Dir in Deinen Plot passt. Kann von 1-2 Tagen bis hin zu Monaten dauern. Als Faustregel der Behandlung wird der normale deutsche Orthopäde "Schonen, Kühlen, Hochlagern" empfehlen (aber keine Krücken oder komplette Entlastung des Beins!). Wenn der Patient dann noch nachhakt, für wie lange denn, dann kommt ein grummeliges "naja, so lange es halt weh tut" oder "so ungefähr 72 Stunden" hinterher. Evtl. bekommt der Patient einen stützende Knöchelbandage mit dick kühlender Creme drunter, oder eine sogenannte AirCast-Schiene.
      Wenn es so eine leichte Verstauchung war, dass der Patient sie nach kurzer Zeit schon wieder vergessen hat und unbedingt spazierengehen, tanzen (gerade Walzer ist schwungvoll und belastend) und reiten will, dann ... naja, dann war sie sehr leicht. So lange es noch weh tut, kommt der Patient auch nicht wirklich auf die Idee, das Tanzbein zu schwingen oder zu reiten.

      Zum Thema "Knochen angebrochen": Das ist sehr selten und gibt es so, wie es laienmäßig gemeint ist, fast nur bei Kindern in Form der sogenannten Grünholzfraktur.

      Brustbein gebrochen aka Sternumfraktur: Sehr selten, fast nur durch direkte Gewalteinwirkung auf das Brustbein möglich, deshalb gewöhnlich eine Verletzung beim Autounfall (Oberkörper gegen Lenkrad bzw. Airbag), manchmal auch bei aggressiven Kontaktsportarten (American Football z.B.). Je nachdem, wie "schlimm" die Fraktur ist (bestimmende Faktoren sind Lage und Verlauf der Fraktur, Ausmaß der Dislokation und Begleitverletzungen) wird konservativ (ohne OP) oder durch OP behandelt. Auch bei einer "nicht so schlimmen" Sternumfraktur würde ich als Ärztin in der Notaufnahme den Patienten einkassieren und erstmal stationär aufnehmen. Das ganze ist schmerzhaft, dauert lange (Wochen), bis es heilt, und ist komplikationsbehaftet. Keine geeignete Verletzung für einen Buch-Helden, der aktiv sein will.

      Rippen gebrochen: Passiert schnell mal bei einem Sturz, kann auch bei einem Kampf passiert. Wie sehr es weh tut und belastet ist auch ein klassisches "kommt drauf an". Eine Rippenserienfraktur (mehrere Rippen) mit instabilem Thorax kann lebensgefährlich sein, die klassischen zwei gebrochenen Rippen nach einem Sturz aufs Treppengeländer merken dagegen manche (schmerzunempfindliche) Patienten nicht mal. Man sieht nicht jede Rippenfraktur im Röntgen (tatsächlich gibt es Studien, die sagen, dass man bis zu 50% nicht sieht!), das macht aber auch nichts, weil die Diagnostik und Behandlung für Rippenfraktur und Rippenprellung die gleiche ist: Röntgen (nicht nur wegen der Knochen, auch wegen der Lunge), Ultraschall (wenn untere Rippen betroffen), den Patienten über die Notwendigkeit von Atemgymnastik zum Vorbeugen einer Lungenentzündung und deshalb notwendige Schmerztherapie aufklären. Insgesamt wird sich der Patient wahrscheinlich nicht fit fühlen. Reiten würde ich nicht, weil man die erforderlichen Oberkörperbewegungen nicht sicher durchführen kann. Tanzen auch nicht. Spazierengehen ist gut.

      Streifschuss am Oberschenkel: kann ich nicht pauschal beantworten. Das kommt darauf an, wo genau am Oberschenkel die Verletzung ist, wie tief sie ist (auch beim Streifschuss ist das verschieden), was für ein Projektil verwendet wurde, ob Kleidungspartikel in die Wunde hinein gelangt sind (meistens: ja), ob die Wunde sich entzündet ... hier sind alle Varianten von "ist nur ein Kratzer" bis hin zu "muss im OP versorgt werden und Patient liegt ein paar Tage im Krankenhaus" denkbar.

      Erfrierungen: oberflächliche Erfrierungen überall am Körper ohne weitere, weitaus ernstere Kälteschäden gibt es nicht. Eine oberflächliche Erfrierung nur der Haut kommt nur dann zustande, wenn der Patient lokal mit der Haut Kontakt zu einer sehr kalten Sache hatte oder ein Hautareal in kalter Umgebung (evtl. noch mit Windchill-Faktor dazu) frei liegt. Was meinst Du mit Frostbeulen? (Ich hake nach, weil dieser Begriff von medizinischen Laien auch oft umgangssprachlich falsch verwendet wird.)
      Unterkühlung ist auch so ein Sache. Wenn die meisten Leute sagen "ich bin unterkühlt", dann sind sie es medizinisch nicht, sondern ihnen ist einfach nur kalt und sie brauchen einen warmen Tee und eine Kuscheldecke. Eine leichte echte Unterkühlung würde man wahrscheinlich zumindest für eine Nacht im Krankenhaus behalten. Eine schwere echte Unterkühlung kann bedeuten, dass der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und beatmet auf der Intensivstation liegt.
      Unterm Strich kommt es auch hier sehr darauf an, was Deinem Protagonisten genau passiert ist, um zu beurteilen, wie einsatzfähig er für die gewünschten Aktivitäten ist.

      Ich hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter?

    • SoraNoRyu
      SoraNoRyu kommentierte
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      Vielen Dank für die ausführliche Antwort, das sagt mir schonmal, dass meine grobe Recherche wirklich nicht ausreichend war.

      Da der Charakter gegen ärztlichen Rat vor einer stationären Aufnahme flüchtet, werde ich den Bruch wohl eher zu einer Prellung abschwächen. Ich hatte mir da einen gewissen Spielraum reingeschrieben, aber im Grunde ging es darum, dass jemand versucht hat, meinen Protagonisten mit einem Pflock zu erstechen wie einen Vampir. Mein Protagonist hat sich gut verteidigt, aber er ist nicht super stark. Ich will, dass sich die Verletzung plausibel anhört, er sich aber noch gut bewegen kann. Ihn nur mit Abschürfungen und blauen Flecken davon kommen zu lassen, fühlt sich zu wenig an.

      Zu der Unterkühlung: Mein Protagonist war in einem begehbaren Gefrierschrank versteckt /gefangen. Er hatte nur seine Kleidung und eine dicke Daunendecke. Ich hatte mir angesehen, wie die Stufen der Unterkühlung ablaufen, habe aber keine wirkliche Ahnung, wie genau es ihm bei dieser Temperatur in welchen zeitlichen Ablauf mit welchen Folgen gehen würde.
      Den Streifschuss hat er sich im Froster durch seinen Decken Kokon zugezogen, danach war erstmal der Strom aus, es hat also etwas getaut.

      Wirklich exponierte Haut gab es also eher nicht, also muss ich da schonmal korrigieren. Nachdem er aus dem Froster befreit wurde, konnte er sich unter der Dusche aufwärmen (erst kaltes Wasser, dann zunehmend wärmer) und kam recht bald darauf endlich in die Notaufnahme.
      Zuletzt geändert von SoraNoRyu; 28.06.2021, 19:15.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      SoraNoRyu Ach, sieh das nicht so eng, wie sollst Du sowas denn auch als Nicht-Mediziner im Vorfeld "ausreichend" recherchieren? Genau deshalb fragst Du ja weiter. Außerdem ist es mit der medizinischen Genauigkeit in Büchern und Filmen etc. immer so eine Sache: wäre da alles medizinisch korrekt geschildert und würden die Protas sich immer brav an die Anweisungen ihrer Ärzt*innen halten, dann wäre der Plot schlicht und einfach stinklangweilig. Ein bisschen unglaubwürdig darf man in meinen Augen als Autor*in da schon sein.

    Gibt es irgendeinen Begriff für die Handhaltung, wenn man etwas sehr Großes greifen will und es gerade noch so eben mit Daumen und der Spitze des kleinen Fingers festhalten kann? Ich dachte an sowas wie "Spreizgriff", aber das ist es offenbar nicht.
    Poems are never finished.
    Just abandoned.

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    • Badabumm
      Badabumm kommentierte
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      Vielleicht irgendwas mit "Abduktion"? Ich kenne auch keinen Begriff für diese Handhaltung.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Für diese spezielle Art von Griff fällt mir kein eigener, üblicher Name ein. Aber der maximale Abstand zwischen Daumen- und Kleinfingerspitze ist die "große Handspanne", vielleicht kannst Du damit was basteln? https://de.wikipedia.org/wiki/Spanne...A4ngenma%C3%9F)

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Danke euch. Ich schreib das jetzt ganz anders.

    Ist "Frühstücksbar" (hoch)deutsch oder ein regionaler Begriff (aus ACH)?
    Weiß das jemand?
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

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    • Peter
      Peter kommentierte
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      War da auch erst auf dem falschen Fuß erwischt. Breakfast Club oder Bar war mir noch aus der Zeit in Amiland ein Begriff. Aber halt für ein Lokal.

      Frühstücksbar kenne ich für eine thekenartigen Anbau, der entweder die Küche abtrennt und dann nur auf einer Seite "sitzbar" ist, oder rechtwinklig angebaut ist. Wie Ankh schon sagte, da gibt es auch andere Begriff für. Ich wüsste so keinen allgemeingültigen.

    • Badabumm
      Badabumm kommentierte
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      Im Prinzip sind wir alle am Rätseln und stellen uns darunter jeweils was anderes vor. Scheint kein Begriff zu sein, der im Allgemeinwissen angekommen ist...
      Die Tendenz ist jedenfalls: erhöhter Küchentischbereich, der die Küche abteilt, am dem (US-) Kinder morgens ihre Corn-Flakes essen, während Mutti dahinter wirbelt und die Milch bereitstellt...

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Badabumm

      ist auch schon bei Ikea angekommen.

    Welche Verwendung könnte das Militär für eine*n Historiker*in haben?

    Ich muss irgendwie einer Historikerin einen Beraterjob beim Militär verschaffen. Sie sollte im Beraterumfeld (offiziell oder inoffiziell) eines Generals auftauchen und plausibel aufgrund ihres Geschichtswissens (oder ähnliches, sie hätte auch noch ein bisschen Philosophie und ähnlich alltagsnützliche Geisteswissenschaften im Angebot) gefragt sein.
    Das ganze in einem Setting etwa der europäischen Renaissance entsprechend.
    Always avoid alliteration.

    Kommentar


    • SoraNoRyu
      SoraNoRyu kommentierte
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      Es wäre einfach mehr Detaillwissen da. Ja, jeder gute General sollte die wichtigsten Strategien vergangener Kriege kennen, aber er sollte vor allem im Hier und Jetzt mit den aktuellen Waffen und Möglichkeiten hantieren können. Er muss seine Soldaten kennen, seine Waffen, sein modernes Kriegsgerät, und tausend mögliche Schachzüge im Kopf behalten.

      Es finden und fanden täglich tausende kleiner und großer Schlachten statt, und gerade die kleinen, unbedeutenden, mit denen sich nur ein Historiker beschäftigt, haben oft die interessantesten Tricks, Finten, Bluffs und Ideen. Einen Historiker zu haben, der sich NUR damit befasst, jede winzige vergangene Schlacht zu kennen, und die dafür alle parat hat, wenn man ihm ein Szenario präsentiert, wäre doch super - Outsourcing für mehr Festplattenkapazität, sozusagen, und handlicher als eine Bibliothek voller Bücher.

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Viele Territorialansprüche der katholischen Kirche des Mittelalters basierten auf der Konstantinischen Schenkung (4. Jahrhundert), eines Dokuments, das im 8. Jahrhundert auftauchte.
      Die Suche nach solchen Dokumenten, Verträgen, Schenkungen, etc., die einen Krieg "legalisieren" könnte die Aufgabe eines Historikers sein.

      Erst im 15. Jahrhundert konnte man nachweisen, dass es sich dabei um eine Fälschung handelte.
      Sollte der Historiker es mit der Ethik nicht so eng sehen, wäre er bei der "Erstellung" von plötzlich wiedergefundenen Dokumenten sehr hilfreich. Oder bei der Ermittlung der Echtheit eines Dokuments.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Danke an Euch alle. Sind alles prima Ideen, ich denke, damit kann man schon rechtfertigen, dass der General sie in seinem Beraterstab will. Gerade die Idee mit der Recherche für die Legalisierung von kriegerischen Aktivitäten kommt mir sogar gerade sehr gut zupass.

    1. Ist es eigentlich wirklich möglich, jemandem z. B. in einem Muffin Abführmittel zu verpassen, ohne, dass dieser es bemerkt? Also Muffin backen, Abführmittel reinspritzen, Schokoglasur drauf und ab dafür?
    Funktioniert das?
    Schmeckt man das?
    Riecht man das?

    2. Ähnliches zu Space-Muffins oder -Brownies. Jemand, der noch nie mit Marihuana versetztes Gebäck gegessen hat und auch nicht weiß, dass ihm eben solches vorgesetzt wird, wird es vermutlich nicht merken.
    Wie aber ist das mit jemandem, der da schon Erfahrungen hat? Könnte der das riechen oder schmecken, wenn er es ohne Information serviert bekommt?
    "You only cry for help if you believe there's help to cry for." - Wentwort Miller

    "How do I know what I think, until I see what I say?" - Howard Tayler

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    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Oder diverse andere Medikamente, bei denen Laktose als Füllstoff verwendet wird (also die meisten). Für einen Laktoseintoleranten ist das eine wirklich blöde Situation.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Kady Keine Sorge, hier kannst Du fragen wie man eine Leiche entsorgt und ich würde Dir dennoch nur schriftstellerische Absichten unterstellen. (Gilt genauso für alle anderen derzeit aktiven User*innen.) Ich füge solche medizinischen Warnungen bei derartigen Themen nur gerne an, weil man nie weiß, wer sich in Zukunft irgendwann im Forum anmeldet und das dann liest und eventuell auf dumme Ideen kommt.

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Kady
      Hier im Forum würd ich mir tatsächlich keine Sorgen machen. Suchmaschinen sind wieder was anderes. Was ich schon alles gegoogelt habe ... wenn solche Aktivitäten irgendwo genauer beobachtet und missverstanden werden ...

    Fällt jemandem eine konkrete historische Begebenheit ein, bei der es darum ging, eine Nachricht aus einer belagerten Stadt/Festung/etc. herauszuschmuggeln? Je weiter zurückliegend, desto besser.
    Es muss nicht zwingend eine militärische Botschaft gewesen sein, sollte aber irgendwie strategische Bedeutung für die Stadt und ihre Verbündeten gehabt haben. Muss nicht mal eine klassische Belagerungssituation sein, es reicht, dass eine Nachricht “durch Feindesland” geschmuggelt werden musste.
    Always avoid alliteration.

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    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Ich hab ein Beispiel mit einem Twist: Bei der (zweiten?) Belagerung von Konstantinopel haben sich einige christliche Mitglieder einer Versorgungsflotte mit Beibooten in die Stadt abgesetzt und Leo III Informationen über die Angriffspläne und die sonstige taktische Lage der Belagerer überbracht, woraufhin dieser dann einen eigenen Angriff startete.

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Belagerung von Senonae in Gallien.

      Nach der Schlacht von Brumath brach im Jahre 356 der Winter in Gallien ein, sodass der römische Feldherr Julian ein Winterquartier für sich und seine Soldaten suchen musste. Er wählte dazu die nahe gelegene Stadt Senonae. Aufgrund des geringen Nahrungsmittelangebots innerhalb der Stadt ließ der römische Feldherr sein Heer aufteilen und in den umliegenden Siedlungen unterbringen.
      Diesen Augenblick nutzten die Alamannen, die von der Aufteilung des römischen Heeres gehört hatten, und zogen im Herbst des Jahres 356 einen Ring um die Stadt Senonae.

      Verlauf
      Julian hatte für einen solchen Notfall vorgesorgt und bereits genug Lebensmittel in die Stadt bringen lassen, um seine Garnison für einige Monate ernähren zu können. Doch hatte er auch zu wenig Truppen in der Stadt, dass er einen Ausfall hätte wagen können. Er ließ Boten des Nachts durch die feindlichen Linien dringen und sie Nachrichten an die einzelnen römischen Truppenverbände außerhalb der Stadt schicken. Doch boten diese kaum bis keine Hilfe an. Vor allem der Heermeister Marcellus schickte trotz zweimaliger Bitte um Unterstützung keine Soldaten nach Senonae. Der Grund dafür war vermutlich der Neid des Generals auf die Erfolge Julians; so musste Julian mit der Garnison ausharren. Es kam zu einigen Scharmützeln an der Stadtmauer, die aber ohne große Erfolge auf beiden Seiten blieben. Nach den harten Wintermonaten mussten die schlecht organisierten Alamannen aufgrund von Lebensmittelmangel die Belagerung abbrechen und sich nach Norden zurückziehen. Damit hatte Julian die Belagerung für sich entschieden.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Ankh Badabumm Peter Danke, das gibt mir alles nochmal viel Futter für Recherche.

    In meinem aktuellen Projekt kommt ein Verleger, kein Publikumsverlag, eher so ein mittlerer , vor. Und ich kenne mich mit Verlagen so gar nicht aus.

    Wann wird ein Verlag ein Buch als einen Erfolg ansehen?

    Ab einer bestimmten Auflage? Aber wie viele?
    I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

    Douglas Adams

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    • Peter
      Peter kommentierte
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      Alys II.

      Anthologien sind natürlich ein schwieriges Geschäft.

      Das mit dem Longseller ist ein gutes Argument. Danke.

    • Badabumm
      Badabumm kommentierte
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      Vermutlich ist ein Erfolg, wenn es in die zweite Auflage geht, egal, wie groß die erste war. Die Auflagenhöhe stand auch schon mal vorne drin, aber seit zig Jahren sehe ich das nicht mehr. In Walter Moers "Stadt der träumenden Bücher" (TB, Piper) finde ich "35. Auflage" in einem Zeitraum von 2006 bis 2017. Das sind ca. 3,5 Auflagen pro Jahr. Offenbar druckt der Verlag kleine Margen, obwohl sich das Buch bekanntermaßen gut verkaufte. Man braucht nur die Menge verkaufter Bücher rauszukriegen.

      Die Verminderung der Auflagenhöhe ist aber seit Jahren Trend, weil gedruckte Bücher durch elektronische verdrängt werden. Es gibt zwar unglaublich viele (neue) Titel, aber die Splittung ist enorm. Das Angebot ist vielfältiger, aber die Risikobereitschaft geringer, vor allem, weil keine Lagerkapazitäten mehr da sind.

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Badabumm

      Der Trend zu kleineren Auflagen ist recht verständlich. Einerseits sind die Logistikdienstleistungen immer effizienter geworden, andererseits ist Lagerraum nur noch begrenzt verfügbar. Gedruckte Bücher sind gebundenes Kapital, das man gut vermeiden kann.
      Aus meiner Erfahrung ist - jedenfalls für einen kleinen SPler - die Talsohle der Druckkosten etwa bei fünfhundert Prints erreicht. Ab dreihundert ist der Preisunterschied schon vernachlässigbar, über fünfhundert tut sich nichts mehr. Nachdrucken geht schnell und in der Zwischenzeit hilft man sich halt mit dem Puffer, der bei den Verkäufern (amazon und die Grossisten) auf Lager liegt

    Ich hätt eine Frage an unsere Ärzte.

    Mir fällt in letzter Zeit bei Filmen vermehrt folgendes auf: Ein Mann bekommt mit einem Pistolen- oder Schwertgriff einen kurzen heftigen Schlag auf den Kopf und bricht (bewusstlos) zusammen. Oder jemand kriegt einen Handkantenschlag seitlich an den Hals, gleiches Ergebnis. Jetzt frag ich mich doch, ob das nicht sehr weit hergeholt ist. Oder ist es doch möglich?
    Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Dodo
      Bei solchen Szenen war der Schlag (soweit ich mich erinnere) meistens am Hinterkopf oder seitlich am Kopf. Ich erinner mich auch an einen Schlag ins Gesicht mit einem Gewehrgriff (was schau ich mir bloß für Filme an? ). Die Getroffenen liegen danach wie tot da, sind aber weggetreten. Klar, ein schwerer Schlag auf den Kopf, der zu ebenso schweren Verletzungen führt, kann sicher töten, aber das ist eher ein "Zack, rumms". Ich hatte also das richtige Gefühl: nicht realistisch. Mir fallen grad noch Szenen ein, wo Leute nach einem Faustschlag ins Gesicht genauso umkippen. Kann man denn überhaupt jemandem mit einem Schlag im Bereich des Kopfs (beliebige Stelle inkl. Gesicht), einfach die Lichter ausknipsen? Das einzige woran ich mich vage erinnere ist, das Schläge im Bereich der Schläfe tödlich sein können, aber das ist kein medizinisch fundiertes Wissen.

      Nee, ich hab nicht vor, das in einer Geschichte anzuwenden. Ich saß nur in letzter Zeit manchmal beim Film sehen so da und dachte: Kann doch gar nicht sein. Mir gings gar nicht so sehr um die Dauer der Bewusstlosigkeit, sondern darum herauszufinden, ob man jemanden tatsächlich mit einem einzigen Schlag, wie einen Mehlsack umfallen lassen könnte und derjenige auch nicht gleich wieder auf die Füße kommt (sondern eben ein bisschen träumt, paar Sekunden o.ä.).

      Danke Ankh. Ich seh es mir an.

      Alys II.
      Carotis. Da klingelt es bei mir @Carotismassage bei Tachykardie. So simpel wie in den Filmen dargestellt, sieht es in der Realität aber wohl nicht aus?

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Nachtmahr Doch, man kann jemanden ausknocken, klar. Aber nur ganz selten geht das nicht mit Kollateralschäden einher. Um das Licht für einen Moment länger auszuknipsen, braucht es meist schon einiges, und die Areale, wo man es leicht schaffen kann (wie den Karotissinus) sind recht gut geschützt, tief, unter Weichteilen, nicht so leicht in Alltagshaltung (schon gar nicht beim Kampf) zugänglich. Boxer und Schlägertypen sehen halt kaputt aus, weil es Gewalt braucht, um an den Lichtschalter ranzukommen.

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Dodo
      Verstehe, danke. Der Lichtschalter ... *lach* ... den übernehm ich in meinen Sprachgebrauch.

    Grüß euch, passt zwar nicht ganz in diesen Thread, aber ich wollte dafür keinen neuen aufmachen. Ich hab folgende Frage: Wenn ich einer Agentur das Exposé, die Kurzvita und die Leseprobe schicke,

    gebe ich die drei Dokumente extra in den Anhang,
    oder füge ich diese zu einem Dokument zusammen (was mir am sinnvollsten erscheint)?
    Ich hab auch gelesen, Exposé und Kurzvita zusammenzufügen und die Leseprobe als zweites Dokument mitzuschicken.

    Ich hoffe meine Frage ist nicht allzu dämlich (und unnötig)

    Lg Alvias


    Man sagt, dass ein Buch Einblick in das Innerste des Autors gibt ... wenn das stimmt, möchte ich mit mir nichts mehr zu tun haben.

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    • Alvias
      Alvias kommentierte
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      Vielen Dank! Gut dass ich gefragt habe, ich wär sonst am Holzweg geblieben (auf den Homepages hab ich bisher auch nichts dazu gefunden)

    • Badabumm
      Badabumm kommentierte
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      Man findet solche Hinweise auf Bewerbungstipp-Seiten. Denn im Grunde ist das Anfügen von Zeugnissen oder Lebenslauf ein ähnlicher Vorgang, wenngleich dort in der Regel Pdf-Dateien gewünscht sind. Aber eigentlich sollten Verlage ihre Einsendungswünsche auf ihren Seiten stehen haben.

    • Alvias
      Alvias kommentierte
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      Badabumm daran hab ich gar nicht gedacht, im Grunde ist es ja eine Bewerbung 🤔
      Die meisten Agenturen schreiben auf ihren Websites nur, was sie haben möchten, aber nicht wie (eine einzige hat stehen gehabt, wie sie den Anhang benannt haben möchte). Und bevor ich in ein Fettnäpfchen trete (auch wenn das glaub ich nicht so ausschlaggebend ist) frage ich lieber hier nach 😁

    Hat von euch jemand Erfahrungswerte, wie die Kosten für Sensitivity-Reading liegen?

    Beziehen die sich auf das gesamte MS oder nur auf die relevanten Teile.
    Wenn man tief in die Diversität eintaucht, braucht man sicher mehr als nur eine Person.
    Eine junge , hyperaktive, non-binäre PoC wird auch nicht unbedingt viel über den alten, männlichen Araber mit Autismus, der im Rollstuhl sitzt, aussagen können. Vermute ich mal, so aus dem Bauch heraus.
    I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

    Douglas Adams

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    • Peter
      Peter kommentierte
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      Victoria

      Hatte ich auch so verstanden.

      Ich habe ein recht diverses und eingespieltes Team unter den Testleser*innen und im Lektorat, sodass mir ein Überfliegen ausreichen würde. Die Figur ist zwar eine der beiden Hauptfiguren, kommt aber nicht in jeder Szene vor.

      Ein zweites "Lektorat" können finanziell nur die wenigsten SP-Titel tragen. Nicht unverständlich, dass viele Autor*innen dann doch auf weiße cis Menschen zurückgreifen.


      Kleine Anekdote am Rande: Tochter hat ihr erstes Research Project an der Uni: Gender and Social Diversification.
      Da kann ich dann auch etwas Expertinnenwissen abgreifen.
      Wahnsinn, wie schnell die Kinder groß werden und plötzlich erwachsen sind. Genieß die Zeit.

    • Lasjajel
      Lasjajel kommentierte
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      Edit
      Zuletzt geändert von Lasjajel; 16.09.2021, 08:59.

    • Peter
      Peter kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Lasjajel

      Die kleine Anekdote ist genau das, eine kleine Randnotiz eines Papas, der froh ist, seine Kinder durch unser Schulsystem bekommen zu haben. War auch tatsächlich speziell an Victoria , die ein paar unserer gemeinsamen Texte kennt. Da war das Kind 12.

    Schon wieder ich. An alle Köch*Innen!
    Mein Prota ist leidenschaftlicher und hochambitionierter Hobbykoch (ich weiß nicht, wieso ich ihm diese Eigenschaft verliehen hab, ich kann da nur auf fast null Eigenerfahrung und fehlendes Interesse zurückgreifen). Jetzt ist er auch noch sehr verliebt und will für die störrische Angebetete etwas kochen, aber mit Rührei wird er da wohl nichts reißen.
    Ich brauch etwas, das nach wenig aussieht, aber dem Könner verrät, dass die Küche während und nach der Zubereitung garantiert einem Höllenpfuhl gleicht. ...

    Kommentar


    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Dodo
      Falls dein Prota auf so was Wert legt, kann er wie ein professioneller Koch die Mise en place vornehmen. Dabei werden alle für die Zubereitung benötigten Arbeitsgeräte und Zutaten in der idealen Anordnung am Arbeitsplatz aufgestellt, bevor das eigentliche Kochen beginnt. Das wäre vor allem wegen der Ordnung und Systematik ein guter Kontrast, wenn du als Ergebnis seiner Kochbemühungen das genaue Gegenteil planst.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Nachtmahr Schöner Aspekt, das passt zu ihm. Füge ich noch ein.
      Er legt tatsächlich ein perfektes Ergebnis hin, es soll nur für Leser*innen klar sein, dass er sich ein relatives Bein ausgerissen hat bei seinem Menü, raffiniert und aufwändig. Die Mise en place ist ein schönes Tüpfelchen, das zeigt, dass er wirklich, wirklich gern kocht. Eigentlich ist er vollen Herzens sehr häuslich.

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Mit "Ergebnis seiner Kochbemühungen" meinte ich den Zustand der Küche danach. Mise en place = absolute Ordnung und Systematik, Zustand nach dem Kochen = Ist die Küche noch zu retten? Freut mich, wenn es dir nutzt.

    Wie sieht eine antike Göttin aus? Bitte keine ernsthaften und durchdachten Antworten, sondern nur überzogene Klischeevorstellungen. (Muss für eine Buchwerbekampagne ein möglichst "göttliches" Foto von mir machen und grüble, was ich mit Photoshop und Faschingsfunduskostümen hinkriege ...)
    Always avoid alliteration.

    Kommentar


    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Wie Meg aus Disneys „Hercules“. 😁

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      OK. Nackte Haut, Bettlaken als Toga und Apfel in der Hand kriege ich hin. Weinblätter und Golddeko schafft Photoshop. Eine Lyra vielleicht auch. Die Katze weigert sich leider, vor meinem Gesicht zu posieren, da wird es wohl griechisch bleiben müssen. Danke für Eure Anregungen!

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Vergiss den "Goldschmuck" nicht. Ohrhänger, eine Halskette die was hermacht ...

    Nur ein Detail: Der „Seidenschrei“ - Google sagt, der entstünde durch Reiben zwischen den Fingern. Ich dachte immer, der entsteht bei Seide an Seide reiben … Kaum zu fassen, aber das ist gerade wichtig für meinen Text, und ich hab gerade keine Seide bei der Hand. Weiß es jemand von Euch?

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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Ich habe auch mal gelernt, das sei das Geräusch, das entsteht, wenn man Seide auf Seide (fest) reibt und Profis würden daran echte Seide erkennen (allerdings könne man Gefühl und Geräusch von Seide inzwischen recht gut faken.) Allerdings denke ich, dass zB Crepe de Chine sich sicher anders anhört als Rohseide oder Charmeuse. Kaum zu glauben, aber ich habe es nie ausprobiert. Kann ich heute Abend daheim mal probieren.

    Ich hab eine Frage an die Reiter unter uns. Es geht um eine einwöchige Reise zu Pferd.

    Details:
    -Sommer
    -ebenes Gelände, steppenartige Landschaft wechselt sich mit Grasflächen ab
    -kein schweres Gepäck außer Waffen und Proviant
    -kein Galopp

    Wenn die Reiter nur tagsüber unterwegs sind und abends rasten, wie viele Kilometer in der Stunde schafft ein Pferd? Welche Gangart entspricht eher dem normalen Bewegungsprofil, heißt, wären sie eher im Schritt oder Trab (locker oder schnell?) unterwegs bzw. mit welcher Gangart halten die Tiere eher 7 Tage durch und werden nicht aufgerieben? Auch wichtig: Wie viele Stunden am Stück können sie laufen, wodurch die Häufigkeit der Pausen unterm Tag bestimmt wird?

    Vielen Dank im Voraus.
    Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Naja, aktiv reiten ... das war mal. Leider.
      Dein Plan klingt für mich gut. Bei guten Straßen und wenig Gepäck sind sicher auch 30 km am Tag drin. (Wichtige Städte/Handelszentren aus der mittelalterlichen Zeit sind oft ca. 30 km voneinander entfernt. Was man eben so als normale Tagesetappe ohne besondere Vorkommnisse schafft.)

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Alys II.
      Zumindest hast mal aktiv geritten.

      Besteht bei 30km am Tag eine höhere Gefahr, die Pferde zu erschöpfen, sodass sie die nächsten Tage weniger Strecke zurücklegen können, weshalb es esser wäre bei 20 - 25km zu bleiben? In diesem Fall sind es erfahrene Reiter, aber wie ist es eigentlich generell, wenn man länger reitet? Auf welche Weise und wo machen sich längere Ritte bemerkbar? Zum Beispiel mit Gesäß- und Rückenschmerzen?

    • Badabumm
      Badabumm kommentierte
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      In Western sieht man ab und zu, dass ein zweites Pferd mitgeführt wird. Entweder es ist ein Packpferd (wo dann normalerweise die Leiche des Ganoven drüberhängt), aber es kann auch ein Ersatzpferd sein. Ein unbepacktes Tier, das die gleiche Strecke mitläuft, ist weniger erschöpft als eines, das Sattel, Reiter, Gedöns und Gewehr tragen muss. Also ist ein Wechsel vom erschöpften zum weniger erschöpften Tier eine Option, wenn man unbedingt durchgehend reiten muss.

    CN Herz, Tod
    Bedeutet Herzstillstand eigentlich immer, dass man (klinisch) tot ist?
    Die Ärzte sagen etwas von Herzstillstand, wurde aber wiederbelebt; und in den nächsten Kapiteln redet die Perspektivfigur vom Tod, obwohl sie keine genaueren Infos von den Ärzten bekommen hat.
    Später sagt auch diese Perspektivfigur, dass man XY nichts mehr von seiner Nahtoderfahrung ansieht … Ist Nahtoderfahrung nicht so was Psychisches? Spirituelles?
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    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

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    • Victoria
      Victoria kommentierte
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      Danke für die ausführliche Antwort. Ich hoffe, es ist okay, dir gleich weitere Fragen zu stellen.


      Die Situation ist so:
      Protagonistin sitzt im Warteraum, dann kommen die Eltern des Patienten (bester Freund von der Prota) raus und geben ihr weiter, das die Ärzte gesagt haben: "Er hatte einen Herzstillstand, wird aber wieder okay."
      Die Prota denkt sich: Herzstillstand? Er war tot? XY hat ihn getötet? (XY ist eine Person, die den besten Freund zu sehr, sehr viel Alkohol gezwungen hat.)

      Ein paar Wochen später sehen sich Prota und bester Freund wieder. Sie denkt sie fast wörtlich: "Man sieht ihm seine Nahtoderfahrung nicht an."

      ---
      Dank einer Erklärung nehme ich an, dass es okay ist, wenn die Protagonistin in der ersten Szene so dramatisch vom Tod redet. Sie ist ja auch sehr emotional. Mir ist es persönlich dennoch nicht angenehm, es so stehen zu lassen, weil es durch die Perspektivfigur so wirkt, als wäre ihre Schlussfolgerung medizinisch – aber vielleicht ist es nur mein Eindruck. Was denkst du dazu?

      Beim zweiten würde ich das Wort Nahtoderfahrung ersetzen. Welches würde denn passen?
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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Und um weiteren Missverständnissen vorzubeugen: die postmortalen Organentnahmen zu Transplantationszwecken erfolgen an einer Leiche nach zweimaliger, unabhängiger Bestätigung des _Individualtodes_ durch Neurologen, die darauf spezialisiert sind. Dass das Herz da noch schlägt, hat nichts mit Leben zu tun, sondern mit Herz-Lungen-Maschine und einem unglaublichen Feuerwerk an Medikamenten ...
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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      @Victoria
      Bei dieser Sache mit "hatte einen Herzstillstand, wird aber wieder ok" cringe ich innerlich immer noch, auch wenn das Hörensagen durch die medizinisch nicht geschulten Eltern ist und die Prota selbst es dann emotional dramatisiert zu "er war tot".
      Die Leute stellen sich das immer so vor, dass bei einer Reanimation der Patient tot ist, dann einmal kurz ein Reset gemacht wird, dann bleibt der Patient vielleicht noch einen Nacht zur Überwachung im Krankenhaus, und dann geht es schon wieder heim und am Nachmittag gibt's Kaffeeklatsch mit Oma und am nächsten Tag geht der Patient wieder zur Arbeit.
      Wer reanimiert werden musste, ist aber schwerstkrank oder schwerstverletzt. Direkt nach der erfolgreichen Reanimation ist der Patient intubiert beatmet und katecholaminpflichtig (also: Maschinen helfen ihm atmen und Medikamente halten seinen Kreislauf aufrecht, und der Patient ist in einer tiefen Narkose) auf der Intensivstation und niemand kann sagen, ob er Folgeschäden hat oder überhaupt überleben wird. Kein Arzt der Welt sagt in dem Moment, der wird wieder ok. Und keine Eltern der Welt sagen das, die Eltern sitzen nämlich gerade Rotz und Wasser heulend am Bett des Patienten und fragen sich, ob ihr Junge überhaupt überlebt und ob er dann evtl. einen Hirnschaden hat etc.
      Und auch, wenn alles gut läuft und der Patient sich rasch erholt, dann ist er noch ein paar Tage auf Intensiv. Und dann gewöhnlich noch ein paar Tage auf Normalstation. Und eventuell muss er danach auf Reha. Er wird mit Sicherheit danach verändert aussehen, zumindest für Leute, die ihn gut kennen - also ich find's unglaubhaft, dass ausgerechnet sein beste Freundin findet, dass man ihm gar nix anmerkt. (Ok, diese nicht eintretende Veränderung kann natürlich ein wesentliches Fantasy-Plotelement sein. Ich meine es jetzt nur vom realen medizinischen Standpunkt her. Wenn es unbedingt erforderlich ist, dass die Prota eben genau das denkt ... kann sie nicht einfach denken, "krass, diese Erfahrungen haben ihn kaum geprägt"?)
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