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Fehlerhafte Beschreibungen

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  • Fehlerhafte Beschreibungen

    Es begegnet mir sehr häufig in Manuskripten und Romanen, dass Autoren etwas atmosphärisch beschreiben möchten, dabei aber offensichtlich nur Standardsätze aus einer Situation herauskopieren und bedenkenlos in völlig andere Situationen einfügen. Dadurch ergeben sich sehr häufig Beschreibungen, bei denen Menschen, die Ahnung davon haben, stocken.
    Wir alle kennen wahrscheinlich am besten den Lebensraum, in dem wir leben. Bei der Beschreibung von Meer, Küsten oder Tiden würden mir vermutlich auch viele Fehler unterlaufen. Auf der anderen Seite fallen mir viele fehlerhafte Beschreibungen auf, wenn es um Gebirge geht.

    Daher meine Idee: Lasst uns doch eine Sammlung mit typischen oder gefundenen Beschreibungen eines Naturschauspiels, eines Gegenstandes, einer Tätigkeit o.Ä. starten, in der wir den Fehler vorstellen und erklären, wie es sich stattdessen verhält.

    Ich fange mal an:

    • Im Gebirge gibt es keinen roten Sonnenuntergang, vor allem nicht in den Tälern.
      Wenn die Sonne untergeht, ist der Himmel noch relativ klar. Die rote Himmelfärbung tritt ein, wenn die Sonne längst verschwunden ist.
    • Ein abnehmender Mond ist nicht abends zu sehen. Ein zunehmender Mond nicht in den frühen Morgenstunden.
    • Wind heult nicht, wenn es keinen Gegenstand, keinen Berg, kein Haus gibt, an dem er brechen kann. Er rauscht vielleicht, stürmt, kracht - aber er heult nicht.
    • Hier korrigiert mich, wenn mich meine Erfahrung trügt: Man wird in einem Gebirgswald keine Birken finden (außer in den Tälern).
    • In Eichenwäldern im Gebirge gibt es keine wirklich dicken Eichen, sie bilden große Ausnahmen und keine Regel.
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    Zuletzt geändert von Kelpie; 27-03-2020, 10:27.
    Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

    So nah, so fern.

  • #2
    Ich füge außerdem hinzu:
    • Regen: Sternenhimmel ist nicht zu sehen (viele werden die Augen verdrehen, aber das lese ich wirklich oft)
    • Laubbäume wachsen nicht an der Baumgrenze (same here)
    • Gewitter zur kalten Jahreszeit sind nur schwer möglich (ich sage nicht unmöglich)
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    Zuletzt geändert von Kelpie; 27-03-2020, 10:27.
    Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

    So nah, so fern.

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    • SaKi
      SaKi kommentierte
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      Tatsächlich hat es hier in Berlin schon im Winter an einem relativ kalten Tag gewittert. Da hab ich auch gedacht, ich hätte mich geirrt. Aber es waren definitiv Blitz und Donner. Womöglich waren die Luftmassen am Boden und hoch oben zu unterschiedlich 🤷*♀️

    • Kelpie
      Kelpie kommentierte
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      Ich habe es diesen Winter tatsächlich zum ersten Mal erlebt.

      Und dachte, die Welt geht unter

      Aber da sieht man eben, wie ungewöhlich das ist.

  • #3
    Ich finde den Thread richtig gut und grüble auch schon seit einem Tag (mit Unterbrechung) was ich hier posten könnte. Ich lese öfter fachlich ungenaue Beschreibungen. Etwas, was mich persönlich wirklich nervt ist die Bezeichnung: "Schwarzer Granit" ... da rollt sich innerlich alles auf. Es gibt keinen natürlichen schwarzen Granit - das sind andere Gesteine, die dem Verbraucher von Küchenarbeitsplatten aber oft nichts sagen. Da Granit für Langlebigkeit, Robustheit steht wird ein schwarzes Gestein dann schnell mal zum Granit, was ich teilweise in Fantasybüchern von Küchenarbeitsplatten übernommen wiederfinde.

    Sog. schwarzer Granit kann je nach Gefüge ein Basalt, Gabbro, Syenit ... etc. sein.

    Generell finde ich es auch schlimm, wie falsch oft Waffen gehalten werden. Dazu habe ich aktuell aber kein Beispiel. *Grübel*
    Zuletzt geändert von weltatlas; 27-03-2020, 12:34.
    Quintessenz: Bla.
    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
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      Kann man bestimmt auch ...
      Ich lese oft, dass das Gewicht einer Waffe unterschätzt wird und dann wird damit rumgeballert ... da würde man eher mit der Waffe umkippen oder in den Boden schießen, weil man das Gewicht nicht mehr halten kann. Auch wird oft der Rückstoß vergessen.
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    • Victoria
      Victoria kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      @Kelpie
      Das war dann wohl die Person, die das Koch-Game übersetzt hat, für welches ich als prrofreader angestellt war.
      Schlage das Fleisch weich. Zertrümmere das Ei.

      weltatlas
      Darf man sich darüber einen Thread in Userwissen wünschen?

    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Victoria, ich wüsste nicht, was ich dort schreiben könnte ... oft sind ja in SciFi auch irgendwelche abgedrehten Neuerfindungen, so dass das alles kaum noch eine Rolle spielt.

  • #4
    Der Thread ist super 😄
    • Jemand schwimmt durch einen reißenden Fluss
    • Zwar nicht gelesen, aber letztens in einem "mittelalterlichen" Film gesehen: Person schleudert die Armbrust hinauf und dem Angreifer wird durch den Bolzen das Schwert aus der Hand gedroschen (und fliegt natürlich mehrere Meter weit weg)
    Man sagt, dass ein Buch Einblick in das Innerste des Autors gibt ... wenn das stimmt, möchte ich mit mir nichts mehr zu tun haben.

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    • Kelpie
      Kelpie kommentierte
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      Das zweite ist witzig. Diese überdrehten Kampfszenen kommen leider viel zu häufig vor - zumindest ich bin kein Fan davon (siehe Legolas + diese Elbin im letzten Teil von "Der Hobbit" ...)

      Solche Flussszenen sind mir auch oft begegnet.

  • #5
    Eigentlich müsste man "fehlerhafte Recherche" schreiben. Die falschen Fakten werden ja richtig beschrieben.
    Interessanter Faden. Beim roten Sonnenuntergang bin ich hingegen misstrauisch: hängt die Färbung nicht von der Verschmutzung der Atmosphäre ab, also: warum sollte es im Gebirge keinen geben (z.B. Vulkanausbruch)? Ob das Tal noch in Sonnenlicht getaucht wird, hängt von der Himmelsrichtung ab; ansonsten ist es natürlich typisches "Alpenglühen". *grübel*

    Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
    Mark Twain

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    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
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      Wie meinst Du das? Ich kann leider nicht folgen. Geht es jetzt um die Reflektion des roten/blauen ... wie auch immer Lichts auf bspw. Eis? Oder ... ?

      Der sogenannte Albedo ist natürlich auf glatteren, hellen Flächen deutlich höher, als von dunkleren, weniger glatten Flächen. Deshalb können dann eisbedeckte Gipfel auch die Farben des Sonnenauf- bzw. Untergangs annehmen, so wie Kelpie sagt.
      Zuletzt geändert von weltatlas; 29-03-2020, 18:19. Grund: Tippfehler

    • Kelpie
      Kelpie kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich glaube, Vampirwurst meinte das Phänomen, für das z.B. der Rosengarten in Südtirol berühmt ist, die starke Färbung bei Sonnenuntergang.

      https://www.hotelrosengarten.it/typo...ab21f79015.jpg

    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ja, ich habe es mir stückweise dann zusammengepuzzelt. Das ist die sog. Albedo. Wie Du es im Grunde beschrieben hast. Manchmal stehe ich auch völlig auf dem Schlauch.

  • #6
    Ja, Logikfehler sind echt miese Spaßbremsen beim Lesen.

    Aber mal ehrlich. Wenn ich die Wahl habe zwischen naturwissenschaftlicher Akkuratesse und einer super atmosphärischen Beschreibung, die meinen Leserinnen ein Tränchen in die Augen drückt, fällt mir die Entscheidung oft ziemlich schwer.
    I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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    • #7
      Viele Dinge wissen aber weder Autor noch Leser. Bestimmte Allgemeinplätze werden hartnäckig weitervererbt. Es muss also nicht wider besseren Wissens geschehen. Man übernimmt gerne etwas, weil man im Grunde ALLES nochmal recherchieren müsste - und wer tut das schon. Wenn also behauptet wird, die Inuit hätten 300 Wörter für Schnee, so wird das nicht mehr hinterfragt, sondern als exotisches Beispiel einfach als wahr angenommen. Wenn es sich nur um kurze atmosphärische Einstreusel handelt, lässt es sich gut verschmerzen, dass die Rose Dornen hat oder der Wind über der Wüste heult. Schließlich wollen die Leser auch ein wenig beschissen werden, denn Lesen ist gewissermaßen Realitätsflucht. Die ganzen abstrusen "Fakten" und Methoden, die man in Krimis so liest, kann Otto Normalleser gar nicht nachprüfen und er akzeptiert sie, weil sie schon immer akzeptiert wurden.

      Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
      Mark Twain

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      • weltatlas
        weltatlas kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Sollte Bedarf an einer weiterführenden Diskussion über Sinn, Unsinn, Recherchebequemlichkeit der Autoren bestehen, dann bitte einen neuen Thread dazu eröffnen. Das hier ist OT in diesem Thread.

      • Milch
        Milch kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Wer weiß, wie viele Worte für eine Art Schnee es im Deutschen gibt.
        Dass Rosen Dornen haben und dass der Wind über die Wüste heult, kann man vielleicht hinwegsehen, selbst wenn es fehlerhaft ist, andere Sachen schmerzen mehr, trotzdem sollte man es schi versuchen, richtig zu machen. Und falsche Klischees sollte man ohnehin vermeiden, Abziehbilder wecken keine Atmosphäre.
        Ich frage mich, ob der Leser der Realität entfliehen will oder ob er nicht auch konsumiert, um mit der Wirklichkeit fertig zu werden.
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