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Mittwochsfrage #57 - Political (Über)correctness

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  • Mittwochsfrage #57 - Political (Über)correctness

    Wiedermal ein ThemaInnen was mich beschäftigt.

    Anhand meines Textes wurde neulich der Finger (einer überaus geschätzten Testleserin) auf ein Paar stellen gelegt die nicht politisch korrekt sein dürften. Es ging gar nicht um "ändere das!", sondern um eine sensibilisiertere Wahrnehmung und wie weit die political (über)correctness gehen kann. Ein spannendes Thema.
    In meiner Geschichte stöhnt der Prota beim aufstehen wie ein Mann "im fortgeschrittenen Rentenalter" (Nicht jeder Rentner stöhnt. Ich kenne selbst ausschließlich fitte Rentner. Oha, ich fange an mich zu rechtfertigen). Außerdem ist mein Prota Pharmakologe und wählt stellenweise ein Medikament aus, um sein Gefühlsleben zu beschreiben bzw. wünscht er sich es einnehmen zu können, um seine Gefühle zu nivellieren.
    Darüber wippt und wuppt mal das eine oder andere Dekolletee. Genaugenommen zweimal. Eins in einem sexistischen Computerspiel und ein anderes, weil es zur Romanfigur passt. Sie hat ein wippendes Wesen.

    Mein Prota ist anscheinen politisch nicht ganz korrekt und hat das Potential eines "auf die Füßetreters". Natürlich bleibt die Frage: Ändern oder nicht?




    Wie sieht es in Euren Geschichten aus?
    Was bedeutet für Euch politisch unkorrekt (pu)? Wo fängt es für Euch an?
    Sind Euch Stellen in Euren Romanen bewusst, die pu sind? (vielleicht auch erst jetzt)
    Schreibt Ihr absichtlich pu? Wenn ja, was wollt Ihr damit erreichen?
    Vermeidet Ihr alles pu? Wenn ja, aus welchem Grund?
    Freude ist nur ein Mangel an Informationen.

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

  • #2
    Spannende Thema und eines, das mir auch immer wieder Bauchschmerzen bereitet.


    Meine Figuren sind teilweise ganz bewusst aus üblen Klischees heraus entstanden. Sie leben in einer politisch unkorrekten Welt und sind selbst nicht immun dagegen, vorurteilsbeladen zu sein. Sie müssen damit leben, dass andere in ihnen zuerst dieses Klischee sehen und sie entsprechend behandeln und gelegentlich verletzen, und sie haben auch nicht unbedingt ein Patentrezept oder eine gesunde Art, mit diesen Verletzungen umzugehen.

    So weit kann ich mich also zurücklehnen und alles ganz bequem auf die miese Welt und die fehlerbehafteten Figuren schieben, über die ich da schreibe. Aber natürlich gibt es da noch eine andere Ebene, die ich rechtfertigen muss, nämlich das, was ich als Autor da vermittle und das, was ich beim Leser damit hervorrufe. Und da wird das Eis dann schnell dünn.


    Was ich versuche, ist zu zeigen, dass diese Figuren mehr als Klischees sind, dass in jeder Person ein interessantes und liebenswertes Wesen zu entdecken ist, wenn man bereit ist, hinter die plakative Fassade zu gucken. Dass es Gründe hat, warum unangenehme Zeitgenossen manche unangenehme Eigenschaften haben, und dass es lohnend sein kann, sie zu akzeptieren oder wenigstens darüber hinwegzusehen.
    Ich will sie aus ihren Schubladen herausholen und zur Betrachtung stellen und hoffentlich erreichen, dass der Leser sie hinterher nicht wieder in die Schublade hineinsteckt, sondern sie lieb gewinnt und sich auf den Schreibtisch stellt, auch wenn sie es nicht schaffen, ihre Fehler vollständig abzulegen.

    Umgekehrt will ich auch zeigen, dass es lohnt, anderen ihre Vorurteile und Fettnäpfchen nachzusehen. Ihnen Zeit zu geben, ihre Fehleinschätzung einzusehen und zu bereuen, und ihnen die Verletzungen, die sie einem auf dem Weg dorthin zufügen, zu verzeihen. Dass niemand perfekt ist und nicht alles richtig machen muss, um dennoch ein guter Mensch und ein guter Freund sein zu können. Dass eine Dosis zynischer Humor manchmal gesünder ist als eine endlose Reihe Auseinandersetzungen.

    Nur das ist der Punkt, an dem ich regelmäßig ins Zweifeln gerate. Ich kann (und will) nicht jemandem, der beleidigt wurde, vorschreiben, wie er mit der Beleidigung umzugehen hat. Schon gar nicht, wenn ich nicht einmal Teil der beleidigten Schubladenabteilung bin, aber auch sonst bin ich nicht der Sprecher meiner eigenen Schubladen, dem alle zustimmen müssen. Ich will nicht den Eindruck erwecken, Dinge über den Kopf von Betroffenen hinweg zu entschuldigen.

    Ich will dem Leser meine Philosophie erklären, wie ich mit solchen Dingen umgehe. Aber natürlich habe ich trotzdem die Befürchtung, dass jemand sich daran stößt, dass ich jemanden verletze, der sich mit dem Beleidigten identifiziert und es als anmaßend empfindet, dass ich es dem Beleidigenden letztendlich durchgehen lasse. Also ja, ich habe Gründe politisch unkorrekt zu sein. Aber ich bin mir nicht sicher, ob diese Gründe rechtfertigen, dass ich riskiere, jemanden zu verletzen. So wichtig es mir ist, für Nachsicht für die Füßetreter zu werben, mir ist es wichtiger, damit nicht erst recht meine Hacken in fremde Zehen zu bohren.

    Natürlich bleibt die Frage: Ändern oder nicht?
    Tja, da sind wir schon zwei mit der Frage
    If I could read your mind love
    What a tale your thoughts could tell
    Just like a paperback novel
    The kind the drugstore sells
    -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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    • #3
      Ich achte wenig auf political correctness, weil ich denke, dass es die in den meisten Fällen gar nicht gibt. Man kann es nicht jedem recht machen.
      ​​​​​​
      Was mich aber dennoch oft stört ist Pauschalisierung. Wenn eine bestimmte Gruppe von Charakteren über einen Kamm gesichert werden, auch wenn sie eigentlich alle unterschiedliche Charaktere sind, z. B. Wenn alles Frauen sind oder alle schwarz.
      Um das nicht zu haben reicht mir dann oft auch einfach schon eine bunte Vielfalt an charakteren und ich bin zufrieden.

      Ansonsten, wie in dem Beispiel mit dem Rentner, wo man nicht direkt ein Gegenbeispiel hat, kann man es sicher auch relativieren indem man darauf eingeht, dass man es nicht pauschalisieren kann, entweder durch den charakter selbst oder einen anderen Charakter.
      ​​​

      Kommentar


      • #4
        Was bedeutet für Euch politisch unkorrekt (pu)? Wo fängt es für Euch an?

        Die Schwerfälligkeit des Begriffs Politische Korrektheit beruht vermutlich auch darauf, dass Toleranz, Meinungsfreiheit (incl. Geschrei wegen vermeintlicher Zensur) und Antidiskrimierung um die Deutungshoheit für diesen Begriff ringen. Ich selbst würde mich der Wikipediadefinition anschließen (für D), dass es sich um eine Sensibilisierung im Sprachgebrauch handelt, der Minderheiten schützen will und sich der Anti-Diskriminierung verpflichtet fühlt. Das ist aber mehr als schwammig ... Schon ich selbst bin in meiner Wahrnehmung selbstverständlich auch eine Minderheit, weil es mich nur einmal gibt und meine Belange nicht immer genug Beachtung finden.

        Ich denke, es geht hauptsächlich darum, dass man sich (als Autor und als Mensch) nicht zum Sprachrohr minderheiten-, menschen- und lebensverachtenden Gedankenguts macht.
        Das heißt aber nicht, dass man dieses Gedankengut nicht darstellen darf. Hier beginnt der Tanz auf dem Drahtseil.
        Die Anwendung von PU kann einen witzigen, erhellenden Effekt haben, aber eben auch einen beleidigenden.
        Satire lebt davon. Satire bewegt sich, wenn sie gut ist, aber auf der "guten" Seite der Beleidigung, indem sie auf möglichst intelligente, witzige Art Eigenschaften von Personen oder Personengruppen übersteigert bloßstellt, die tatsächlich vorhanden sind. Schlechte "Satire" ist einfach nur rassistisch, sexistisch, populistisch, idiotisch motivierte Beleidigung - das ist der Moment, wo es für mich die Grenze des Annehmbaren überschreitet, weil es einfach nur noch auf dämliche Weise verachtend ist (egal, wie sehr das entsprechende z B Staatsoberhaupt diese Verachtung "verdient").

        Im Gegenzug dazu finde ich es albern, hinter jeder zunächst(!) oberflächlichen, klischee-haften Darstellung einer Frau, eines Mannes, einer Berufsgruppe, *irgendetwas einsetzen* dem Autoren gleich niedere Beweggründe zu unterstellen. Die Trennung zwischen Figur und Autor ist beim Lesen essentiell. Wichtig finde ich, dass man den Figuren Schwächen zubilligt. Dem Autoren aber nicht, der muss mit diesen Schwächen umgehen, kritisch sein, "Lösungen" anbieten.

        Die Beispiele, die Weltatlas genannt hat, zählen für mich nicht zu den minderheiten-, menschen- oder lebensverachtenden Gedanken. Ich kenne die Textstellen, da ist für mich keine Frauen-auf-äußere-Merkmale-reduzierende Konnotation, kein Rentnerbashing erkennbar, und Medikamente kommen auch ungeschoren davon, wenn man davon absieht, dass Zimtkaugummi verdächtig oft gelobt werden.

        Wie sieht es in Euren Geschichten aus?

        Ich halte es nicht für politisch inkorrekt, eine Person als erstes über Äußerlichkeiten einzuführen - so geschieht es auch im wahren Leben (in einer vom Sehsinn dominierten Welt eine lebenswichtige Notwendigkeit). Dann sollten, hoffentlich, weitere entscheidende Eindrücke und Modifikationen folgen, die den Umgang mit der Person und deren Einordnung bestimmen.

        Wie sieht es bei mir aus?
        Mein Paläontologe z B schert sich nicht um religiöse Gefühle anderer. Er fällt gerne aufgrund des ersten Eindrucks ein Urteil (und so). Tatsächlich hält er Frauen und Männer für gleichberechtigt und gleichbefähigt, doch ihm fällt irgendwann auf, dass er - aufgrund unüberlegten Verhaltens, also Blödheit - herabwürdigend herüberkommt. Das ist von mir nicht so geplant gewesen, aber ich lasse es ihm als nebensächlichen Charakterentwicklungspunkt durchgehen.

        Meine Figuren besitzen relativ häufig einen vermeintlichen Migrationshintergrund. Darüber denke ich aber nicht nach; es ist für mich einfach die Welt, die ich erlebe. Ich verwende das nicht als Mittel, politisch korrekt zu sein.


        Sind Euch Stellen in Euren Romanen bewusst, die pu sind?
        Nein, eigentlich nicht. Ich diskutiere diese Themen ja, wenn sie mir bewusst werden.
        Tatsächlich fiel mir allerdings auf, dass ich im Professorenpanel meines Museums nur zwei Frauen habe. Das ändere ich nicht. Es spielt für meine Geschichte keine Rolle, und dummerweise spiegelt es die derzeitige Gesellschaft.

        Schreibt Ihr absichtlich pu? Wenn ja, was wollt Ihr damit erreichen?
        Nein, nicht absichtlich. Aber Menschen sind so, und wenn ich es bei meinen Figuren bemerke, versuche ich, es zu "diskutieren". Es macht die Figur lebendig, vielleicht lächerlich, aber, wie ich hoffe, menschlich und interessanter als eine moralinsaure Figur mit reinweißer Weste.

        Vermeidet Ihr alles pu? Wenn ja, aus welchem Grund?
        Nein. Meine Figuren leben nicht in der besten aller Welten.

        Ändern oder nicht?
        Beleidige ich unbeabsichtigt tatsächlich jemanden im RL, eine Minderheit, jemanden, der sich nicht wehren kann - das ist die Frage, die ich mir stelle. Wenn ja, muss ich eine Gegenposition und -darstellung einflechten. Sollte der Punkt für die Geschichte nicht notwendig sein, dann würde ich ihn auch vollständig streichen.
        Zuletzt geändert von Dodo; 11-04-2018, 15:25.

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        • #5
          Political Correctness ist Kampfbegriff der Rechten. Ich halte Sensibilität für Minderheiten für wichtig, aber man kann es, wie man anhand der Gorminger-Debatte sieht, auch übertreiben.
          Meine Figuren sind manchmal auch komplexer und fehlerbehafteter, allerdings hoffe ich, dass man zwischen den Zeilen meine humanistische Grundhaltung spürt.
          Wie man anhand von Büchern wie "Unterwerfung" sieht, ist es kein Hinderniss, Eisen anzupacken, wobei der Autor es versteht, alles etwas in der Schwebe zu halten.

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          • Ankh
            Ankh kommentierte
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            Dodo mir ging es, als ich die Figuren entwickelt habe darum, dass ich es genauso scheußlich finde, krampfhaft jedes Klischee zu vermeiden. Ich wollte zeigen, ja, es gibt auch schwarze Drogendealer, und wir machen die Welt auch nicht besser, wenn wir so tun, als gäbe es sie nicht. Vielleicht war da auch die Lust, zu provozieren, dass der Leser denkt "das kann sie doch jetzt nicht so bringen! ", und ihn dann zu überzeugen, doch, das kann ich, und es ist okay. Der erste Teil, die Leser zum Schlucken bringen, ist einfach. Der zweite Teil, das "ist okay", ist scheiße schwer, und ich bin noch nicht abschließend überzeugt, ob ich es kann (danke, dass du es mir zutraust!). Was ich weiß ist, dass wenn ich am Ende vom Okay nicht abschließend überzeugt bin, dann fliegt die Provokation auch ohne Kompromisse raus.

          • Dodo
            Dodo kommentierte
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            Ankh
            Gerade deine Figuren übersteigen das Klischee. Wie Du sagtest, es gibt halt mehr als das einfache, flache Abziehbild; bei Dir gibt es das als (notwendige?) Facette der Figur auch, aber nicht in der bösartig-plakativen Form. Es drängte sich mir jedenfalls nicht auf. Würde man mich fragen, wäre es nicht "dauergeiler Latino", was mir als erstes zu Scratch einfiele.
            Vielleicht, weil Du Deine Figuren magst und sie durch Klischee-Anteile nicht zerstörst. Da schimmert der Autor durch.

          • Ankh
            Ankh kommentierte
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            Danke Dodo das ist beruhigend Das ist es, was ich anstrebe, dass die Figuren mit ihrem Klischee selbstbewusst umgehen und darüber hinaus mit ihm oder trotz ihm einfach liebenswert sind.

        • #6
          Ich halte, ehrlich gesagt, nicht viel von übermäßiger politischer Korrektheit. Wenn es eine meiner Figuren tut, wird es der Leser merken. Wenn eine meiner Figuren politisch besonders inkorrekt ist, wird der Leser es merken. Meine Beschreibungen sind entsprechend der PoV-Figur gefärbt.

          Was ich in letzter Zeit öfters bei deutschen (nicht bei übersetzten) Romanen gelesen habe, sind diese "neuen" Wörter wie Studierende, damit man auch bloß keiner Studentin aufs Füßchen tritt, wenn man sie im Sammelbegriff "Studenten" grob vermännlicht. Ich könnte da jedesmal schreiend im Dreieck springen, wenn ich so was lese. Also solcherlei politisch superkorrekter Wörter würde es bei mir auch nicht im noch so neutralsten Text geben, auch nicht bei entsprechenden PoV-Figuren. Irgendwo hört's bei mir dann auch auf

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        • #7
          Meine Charaktere haben alle zahllose Fehler, aber ich achte generell darauf, wie diese Fehler meine potentiellen Lesern schaden könnten, und wie ich trotzdem zeigen kann, dass man isch an ihnen kein Beispiel nehmen soll.
          Denn ich sehe "Political Correctness" als genau das an: Rücksicht nehmen darauf, was meine Worte anstellen können. Und da ich eine diverse Lesergruppe ansprechen möchte, und nicht nur den weißen Mann aus der Mittelklasse, nehme ich mir das schon zu Herzen.

          Rassismus, z.B., lasse ich aus meinen Romanen raus, solange es keinen wirklich sinnvollen Grund dafür gibt - davon gibt es in der realen Welt schon genug, also brauche ich es nicht in meinen fiktiven Welten fortzuführen.
          Es gibt noch genug andere Dinge, die ich einbauen kann, die keinen realen Einfluss auf Minderheiten hat. (Ich schreibe kein Contemporary, da wäre das natürlich wieder anders zu handhaben - in unserer Welt so zu tun als existierte Rassismus nicht wäre genauso schlimm).

          Und die Sprache, die wir verwenden, ist nunmal doch Einflussreicher als man zunächst denkt, und leider vor allem Unterbewusst.

          Darum achte ich auch darauf, wie ich mich ausdrücke. Beispielsweise gehe ich sicher, nicht nur die Hautfarbe von Nicht-Weißen Charakteren, sondern wenn dann allen Charakteren zu beschreiben, weil Weiß nicht der Default sein sollte. Oder ich informiere mich über die langanhaltenden, negativen Tropes, die sich um Charaktere einer Minderheit ständig ansammeln - und entschließe mich dann, diesmal vielleicht nicht den homosexuellen Charakter umzubringen, oder den Juden geizig zu machen, oder die Gansterrolle mit einem Schwarzen zu versehen. (Und ja. man kann trotzdem all diese Stereotypen und Tropes verwenden, wenn man sich davor bewusst macht, was das Problem mit ihnen ist und dann das Problem umgeht. Meistens funktioniert das mit mehr ausgearbeiteten Charakteren der gleichen Minderheit aber anderen Persönlichkeiten).

          Klar kann das alles zu weit gehen. Was ich schon alles auf tumblr oder in anderen Ecken des Internets zu dem Thema lesen musste war teilweise einfach nur noch lachhaft. Aber es spricht in meinen Augen nie etwas dagegen, sich Gedanken über das Thema und die Auswirkungen des eigenen Handelns zu machen, bevor man sich für einen Weg entschließt.

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          • #8
            Wie sieht es in Euren Geschichten aus?
            In meinem 1. Roman spiele ich ja bewusst mit pc und pu, weil das eben auch Thema für manche meiner Charaktere ist, und ich versuche, den Leser da nicht zu sehr in ne Richtung zu führen (er soll sich ruhig selbst ein Bild machen).

            Ich überlege mir beim Schreiben aber schon generell, wie etwas auf den Leser wirkt. Das heißt aber nicht, dass ich mir pu verbiete -- man müsste auch erst mal definieren, was nun bereits darunter fällt.

            Was bedeutet für Euch politisch unkorrekt (pu)? Wo fängt es für Euch an?
            Für mich fängt ernstzunehmende pu da an, wo Codes gebraucht werden, die eindeutig dem (Neo-)Nationalsozialismus, der Misogynie, der Fremdenfeindlichkeit, dem Linksextremismus, etc. zuzuordnen sind. Und zwar nicht aus Unwissenheit oder dummen Spruch heraus, so etwas sehe ich nicht so krass, wenn ich den Menschen dahinter kenne (hab mal nen männerdominierten Job mitgemacht, da härtet man ab xD [ich weiß, das klingt jetzt auch sexistisch, aber es gibt halt noch immer Berufe, die, na ja, nicht so auf Frauen zugeschnitten sind ^^] ), sondern aus einer tiefen Überzeugung heraus (und wenn mir was zu weit geht, sprech ich denjenigen meist auch direkt drauf an, denn ich steh nicht auf Diskriminierungen.)

            Sind Euch Stellen in Euren Romanen bewusst, die pu sind? (vielleicht auch erst jetzt)
            Ja, so etwas ist mir immer bewusst, weil ich mich mit der Thematik ohnehin sehr viel befass(t)e, u.a. auch im Studium.

            Schreibt Ihr absichtlich pu? Wenn ja, was wollt Ihr damit erreichen?
            Wenn ja, dann weil mein Charakter eben misogyn oder fremdenfeindlich oder sonst was ist -- nicht weil ich als Autor so denke (man kann von Charakteren eh nicht automatisch auf mich schließen), sondern weil er halt plottechnisch so ist. Das gleiche gilt für pk.
            Je nachdem, worüber mein Plot handelt und wie meine Charaktere ticken, und was der Plot behandeln soll, sind sie halt mehr oder weniger pk. Die Ziele sind da nicht immer gleich, das einzige Ziel das bislang immer gleich blieb ist, dass ich ohne erhobenen Zeigefinger schreiben möchte und der Leser selbst entscheiden können soll, was er gut findet und was nicht, weil ich genau das wichtig finde.

            Vermeidet Ihr alles pu? Wenn ja, aus welchem Grund?
            Nein. Ich reflektiere darüber, aber ich verbiete es weder mir, noch meinen Charakteren bzw. Antagonisten, sonst könnte ich auch kaum mehr authentische (kritische) Geschichten schreiben.

            Aber wie oben schon erwähnt -- man müsste definieren, was pu ist, eben weil die Grenzen für jeden anders sind. Wenn ich an der Uni bin, ist das generische Maskulinum in meinem Studiengang bereits pu (in manch anderen übrigens nicht, soweit ich mitbekam) -- für mich persönlich ist es aus div. Gründen korrekt. Wenn ich einen "Mohr im Hemd" bestelle, dann, weil das die offizelle Bezeichnung ist und ich Lust auch heißen Schokonusskuchen habe und sicher nicht, weil ich im Kaffeehaus mal eben Lust auf Fremdendiskriminierung kriege, dennoch wäre es für einige mittlerweile pu.

            Ich finde, es kommt einfach immer auf den Kontext an, wer etwas warum sagt. Und selbst da kann es noch Differenzierungen geben. Und genau diese Differenziertheit finde ich auch in Romanen erfrischend.
            "Lasst uns ohne Vorurteil urteilen." (Kant)

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            • #9
              Ich finde, man muss bei dem Thema stark trennen, ob man als Autor politisch inkorrekt ist oder ob es die Romanfigur bzw. der PoV ist. Und vor allem, wie man damit umgeht. Rassismus, Diskriminierung, Sexismus etc. sind genauso ein handwerkliches Mittel wie eigentlich alles beim Schreiben. Gezielt eingesetzt, kann ich damit etwas zeigen oder beim Leser eine Reaktion erzeugen.

              Etwas anderes ist, wenn ich als Autor unbewusst politisch inkorrekt bin. Das kann immer passieren, aber dann sollte man diese Stellen bei Hinweis von Lesern ändern. Wenn ich z.B. ein Buch lese, in dem man (unabsichtlichen) Sexismus spürt, lege ich es meist recht schnell weg. Mich nervt so etwas einfach, weil es heutzutage nicht sein muss.

              Wie man mit entsprechenden Hinweis oder Kritik umgeht? Vielleicht genauer nachfragen, warum es sie stört. Wenn die Leser das Gefühl haben, es ist einfach so und ohne Grund politisch inkorrekt, dann raus damit. Vor allem, wenn es die Handlung nicht beeinflusst. Wenn es den Charakter unsympathisch macht, was ich als Autor erreiche wollte, dann bleibt es drinnen.

              Notfalls würde ich mir hier mehrere Meinung einholen, v.a. von den Gruppen, die es betrifft. Und ansonsten schon beim Schreiben etwas Feingefühl und gesunden Menschenverstand walten lassen
              Dunst verschleierte den Himmel, wo heute keine Krähe im Wind tanzte. Heute gehörte er Alba allein. - Irrlichtfeuer

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              • #10
                Für meine Figuren spielt das wegen des Genres keine Rolle. Die Diskussion oder Sorge um politische Korrektheit wäre da fehl am Platz.

                In meinem geplanten Gegenwartsroman werde ich das sicherlich anschneiden, aber wie, weiß ich noch nicht. Vermutlich nicht allzu positiv, weil ich mittlerweile die politische Korrektheit für so ziemlich das "unkorrekteste" unserer modernen Welt halte. Mich nervt diese Hypersensibilität aller möglichen Minderheiten (häufig selbsternannten Minderheiten) und Kleinstgruppen zutiefst an, vor allem, weil es meistens nicht diese Minderheiten sind, die auf ihr Recht pochen, sondern irgendwelche Personen, die mit dieser Minderheit nicht mehr verbindet, als ach so viel Mitgefühl und Respekt.
                Ich könnte mich auch einigen Minderheiten zurechnen, erklären, warum ich diffamiert werde und künftig verlangen, dass die Leute Begriff A und Begriff B vermeiden, weil ich mich sonst beleidigt fühle.

                Mal ehrlich, wenn jemand sich angegriffen fühlt, weil sich sein Gegenüber nicht 100% neutral geäußert hat, dann sollte sich dieser Jemand mal die Frage stellen, ob vielleicht etwas mit seinem Selbstwertgefühl nicht stimmt. Es kann nicht sein, dass 99% der Menschen auf sprachlichen Zehenspitzen laufen müssen, um 1% der Gesellschaft nicht auf die Füße zu treten. Ich hab echt nichts gegen, wenn man Menschen Recht und Wohlbefinden einräumt, aber nur solange ich da nicht in meinem eigenen Wohlbefinden eingeschränkt werde. Und da wurde mit dieser politischen Korrektheit mittlerweile bei mir mehr als eine Grenze eingerannt.
                Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

                So nah, so fern.

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                • Julestrel
                  Julestrel kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Für meine Figuren spielt das wegen des Genres keine Rolle.
                  Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass das Genre bei politischer Korrektheit egal ist. Klar können Romanfiguren politisch inkorrekt sein, aber es kommt immer darauf an, wie ich es als Autor präsentiere und einbaue.

                  Nehmen wir z.B. den Sexismus. Ja, ich kann einen Macho schreiben, der nur hinter dem einen her ist. Oder eine Frau, die Männer als minderwertig betrachtet. Das kann ich so machen, dass dem Leser klar ist, dass es eben die Sicht dieses Charakters/PoVs ist – oder ich kann meine Meinung als Autor einfließen lassen und damit Leuten vor den Kopf stoßen.

                  Wo nun die Grenze bei political correctness ist und wie feinfühlig man da sein sollte, ist wieder eine ganz andere Frage

                • magico
                  magico kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Hundertprozentige Neutralität gibt es sowie nicht, weil die Welt nun mal nicht neutral ist. Wäre sie es, würde es sie schon gar nicht mehr geben. Bzw. nur noch als leblosen Steinklumpen.

                  So ... wo habe ich denn jetzt mein Zigeunerschn... ähm Sinti und Roma-Schn... nein, Schnitzel mit indoarischen Minderheiten-Bezug?

                • Mona
                  Mona kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Es ist halt nicht nur so, dass Sprache die Gesellschaft prägt, sondern vor allem auch so, dass die Gesellschaft die Sprache prägt. Wie bei allem eine Wechselwirkung. Und die Frage ist, ob man manche Wörter einfach den Intoleranten überlassen möchte und seinen eigenen Sprachradius damit einschränkt bzw. einschränken lässt, oder ob man für eine positive Besetzung eines Wortes eintritt, um es nicht den Verachtenden zu lassen.
                  Ich vermute mal, es kommt auf das Wort an (natürlich verwende auch ich nicht Wörter, die als sehr diskriminierend gelten. "Neger" z.B. kommt in meinem Sprachschatz nicht vor, es gibt aber in Wien das Wort "neger", das wiederum absolut keine Bedeutung zu ersterem Wort hat).
                  Und für mich kommts auch immer auf den Kontext an. Im Gespräch ist der Inhalt eh drittrangig, zuerst kommt Stimmlage, Mimik und Gestik. Und damit kann man auch eine politisch sehr korrekte Wortwahl absolut demütigend rüberbringen. Habe ich selbst erlebt, als ich mit einer Transsexuellen mal shoppen war. Ich hätte manche Verkäufer am liebsten … Grrr. Aber ich konnte ihnen nix anhaben, weil sie ja nichts Böses geäußert haben … Das Verhalten hingegen war einfach nur fies. So subtil-fies.

                  Wenn mir nun andererseits jemand, wo ich sehe, der ist tolerant, erklärt, er habe einem „Gehandicapten“ über die Straße geholfen, werd ich ihn sicher nicht für die Wortwahl verurteilen, auch wenn „Handicap“ ein wirklich sehr diskriminierendes Wort ist (und ich persönlich es daher auch nicht verwende, es reißt mich jedes Mal, wenn ich es wo lese.)

                  Ich würde also sagen, die Motivation hinter Worten zählt als Erstes. Und das bedeutet für mich, andere nicht zu diskrimieren, anderen ihre Freiheiten zu lassen und notfalls einzuschreiten. Und anderen ihre Freiheiten zu lassen, bedeutet für mich auch, der Sprache Freiheiten zu lassen, nicht den Tätern. Texte, die mir sprachlich zuwider sind, ignoriere ich dann halt. Pech für den, der es geschrieben hat.

              • #11
                Es ist wichtig zwischen PU einer Figur und PU des Autors zu trennen.

                Ich möchte keinen Roman lesen, in dem der Autor (mit der Figur als Sprachrohr) diskriminierende Gedanken verbreitet. Dennoch gehört PU in eine Geschichte integriert dazu. Nur eine Utopie könnte politisch korrekt sein – aber selbst da gibt es die bösen pu Figuren –, deshalb finde ich es normal, wenn PU in der Romanwelt und in den Figuren steckt. Trotz alldem bin ich der Meinung, dass man als Autor nicht die Verantwortung auf die Figuren schieben kann ("Die Figuren sind halt so, und deshalb schreibe ich sie so").

                Erstens sollte deutlich gemacht werden, dass die PU zur Figur gehört (und nicht zum Autor). Ganz ohne Erklärung und Zeigefinger, sondern durch geschicktes Schreiben.

                Zweitens bin ich der Meinung, dass man sich die Entscheidung zu PU bewusst machen und das Thema behandeln sollte. Es muss nicht das Hauptthema, sollte aber zumindest verwertet sein. Für mich ergibt es zum Beispiel keinen Sinn, eine rechtextreme Figur einzuführen, wenn gar nicht auf das Thema Rechtsextremismus eingegangen wird; wenn der Protagonist auf eine Figur trifft, die rechte Gedanken vertritt/auslebt, und weiter nichts passiert – keine Gedanken um das Thema, keine Auswirkungen auf den Protagonisten, egal ob positiv oder negativ. Das finde ich ungenügend.
                Wozu macht man das als Autor? Nur um zu zeigen, dass es Rechtsextreme in der Welt gibt? Dass die Welt "schlecht" ist? Man nimmt doch auch keine Szenen in den Roman, die weder die Handlung noch die Charakterentwicklung vorantreiben oder für die Dramaturgie völlig unwichtig sind. Für PU gilt dasselbe wie bei jedem anderen Bestandteil im Roman. Sie sollte sinnvoll eingebettet sein.

                Drittens sollte man sich in einigen Genres überlegen, in welcher Form man PU einbringen möchte. In Gesellschaftskritik, Satire oder in "höherer Literatenliteratur" ist der Leser im Denkmodus – behaupte ich mal –, während der Leser bei Strandlektüre nur genießen möchte. Auch bei Roman(ze)n für jüngere Leser würde ich pu Gedanken bei den Protagonisten einschränken. Dort werden die Protagonisten selten infrage gestellt (siehe Punkt 2), sondern existieren, um angehimmelt zu werden. Selbst wenn Eigenschaften vom Autor als schlecht markiert worden sind, können diese Eigenschaften als cool und nachahmungswert angesehen werden. Da ist es mir egal, wie sehr man sich als Künstler sieht und auf seine Meinungs- und Künstlerfreiheit pocht … *Blick auf die Debatte zur Echo-Verleihung*

                Was pu ist, ist eine schwierige Frage. Ich hab mal in einem Interview mit einem Comedian gelesen, dass er auf die Reaktionen des Publikums eingeht. Merkt er, dass die Satire dem Publikum zu pu ist, schaltet er einen Gang zurück – im umgekehrten Falle halt umgekehrt. Als Autor muss man sich leider vorher überlegen, wie das Publikum sein könnte (Verlag, Agentur und Lektor helfen).
                Jeder Mensch hat eine andere Grenze, und man kann trotz sensiblen pu Schreiben immer irgendjemanden auf die Füße treten. Dennoch bin ich für Achtsamkeit statt der Scheiß-egal-Haltung. Bei Entscheidungsproblem muss man sich auch hier fragen: Ist es die Mehrheit der Testleser oder eine Einzelperson, die wegen ihres individuellen Hintergrundes diese Empfindung hat?

                In meinen Romanen kommt PU vor. Diskriminierung, die die Figuren erleben, aber auch Diskriminierung, die sie ausleben. Da es bei mir oft Thema des Romans ist, wird es auf verschiedenen Weisen behandelt. Es kann sein, dass die Figur ihre pu Handeln überdenkt, aber auch, dass sie Vorwürfe von PU an andere Figuren zurücknimmt. Und manchmal ist nicht daran zu rütteln; festgefahrene Meinungen gibt es auch.
                Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
                die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
                die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
                die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

                Jack Kerouac

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                • #12
                  In unserem Autorenverein hier vor Ort gab es einmal eine ähnliche Debatte. Für eine Lesung schrieb ein Mitautor über M&Ms, ein vermeintlich unverfängliches Thema, bis er auf die verschiedenen Farben der Schokolinsen einging … Die Beschreibung der braunen, gelben und roten M&Ms hatte äußerst rassistische Untertöne. Wir sprachen ihn darauf an, ob das Absicht sei, aber er war des Tones unwissend und bestand darauf aus Prinzip nichts Rassistisches zu schreiben. Da ging Autorintention und Leserinterpretation hart aneinander vorbei. Am Ende beließ er seinen Text wie gehabt.



                  In meinem eigenen Schreiben ist politische Korrektheit selten ein Thema, einerseits halte ich mich für einen meist guten und verständnisvollen Menschen und zweitens spielt es meist für die Liebesdramen keine Rolle. Meistens, manchmal eben doch, gerade wenn ich Figuren (be)schreibe, die nicht weiß sind. In meinem Langzeitprojekt LP gibt es afro-amerikanische Figuren, manche davon als Perspektivträger. Da überlege ich als weißer Europäer schon dreimal öfter, wie ich das ansprechend schreibe.
                  Ähnliche Überlegungen habe ich auch angestellt, wenn ich über Mobbing oder Vergewaltigung schreibe. Bei derart sensiblen Themen, denke ich, sollte man als Autor die eigene Absicht klar vor Augen haben (sonst auch, aber hier wohl besonders).
                  … Da fällt mir gerade auf, bei dem Thema Homosexualität mache ich mir diese Gedanken nicht. Meine Liebesdramen sind meistens schwul, aber es geht eben nicht primär ums Schwulsein sondern um das Liebesdrama. Ich bevorzuge eben männliche Figuren - manchmal frage ich mich dann, ob ich frauenverachtend schreibe, weil Frauen meist nicht vorkommen, aber nicht immer machen mehr Figuren in einem Liebesdrama Sinn, nur um eine Quote zu erfüllen. Und dann schaue ich mir die Frauenfiguren an, die in meinen Texten vorkommen, und denke mir, das alles in Ordnung ist. All meine Figuren sind erst einmal Persönlichkeiten, ihr Geschlecht spielt nur eine tertiäre Rolle - es ist nicht komplett unwichtig, aber es ist nicht dominant.
                  Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
                  to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
                  A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
                  You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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