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Mittwochsfrage #44: Überraschung!

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  • Mittwochsfrage #44: Überraschung!

    Überraschung!



    Kennt ihr das auch? Da denkt man sich die schönste Geschichte aus, plant alles bis ins kleinste Detail … und dann kommt so eine launische Figur daher und will so gar nicht das machen, für das ihr sie geschaffen habt. Ich könnte mir da ja jedes Mal die Haare raufen.

    Wie ist das bei euch, tanzen eure Figuren euch auf der Nase herum? Oder stehen sie alle stramm in Reih und Glied?
    Und wie schafft ihr es, solche vorlauten Figuren zu bändigen?
    "Alles, was wir brauchen, ist Glaube, Vertrauen und Feenstaub."
    (Peter Pan)

  • #2
    Das ist bei mir fast schon eine Standardsituation. Meine Figuren machen brav alles mit und dann kommt etwas, wo sie sich weigern, zu funktionieren.

    Im besten Fall, was erfreulicherweise fast meistens zutrifft, brauchen sie einfach einen kleinen Umweg. Dieser kleine Umweg verändert die Geschichte zu einem Teil. Das gefällt mir nicht, weil es bedeutet, dass fast jede Geschichte nicht genau so abläuft, wie ich es will, sondern sich etwas um die Fixpunkte herumschlängelt. Es funktioniert zum Glück trotzdem, aber ich finde das sowas von zum Kotzen, wenn ich schon wieder eine Geschichte fertig habe, die nicht genau so verläuft, wie ich es geplant habe. Und an allem ist diese fiese eine Figur, meistens auch noch eine der Hauptfiguren, schuld!

    Im schlechteren Fall, den ich gerade bei meinem NaNo-Roman erlebe, sträubt sich eine Hauptfigur vehement gegen ihr vorgesehenes Schicksal. Ok, ich muss zugeben, dass dieses Schicksal dann auch nicht so einfach zu erreichen ist, weil es aufgrund der vorherigen Ereignisse einfach nicht zu der Figur passen will. Bei meinem NaNo-Roman will sich meine eine Prota also ums Verrecken nicht in den einen Typen verlieben. Na ja, jetzt doch schon so ein Bisschen, aber sie braucht verdammt lange dazu. Wie soll sie da wenigstens mit ihm noch während des Romans zusammenkommen? Oder, wenn das schon nicht und heiraten eben auch keine Option ist, weil sie so viel länger braucht, um auf den Trichter zu kommen, dann soll doch am Ende wenigstens für den Leser klarwerden, dass die sich kriegen.

    Bei so langwierigen Geschichten wie einem Roman kann ich durch Verschieben der Szenen noch ein wenig retten, was sonst unrettbar wäre. Bei Kurzgeschichten muss ich die leichte Veränderung hinnehmen, solange die Geschichte doch noch das ausdrückt, was geplant war. Letztlich kam nie eine schlechte Geschichte dabei heraus, wenn meine Figuren sich quer stellten. Dafür darf ich ihnen dann noch dankbar sein.

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    • #3
      Ich finde es schön, wenn eine Figur ihren eigenen Willen hat. Denn das heißt für mich, sie ist lebendig und so definiert, dass sie ein starker Charakter ist. Deswegen versuche ich auch ungern, sie zu ändern. Wenn es geht, ändere ich lieber den Plot als die Figur.

      Allerdings gibt es Momente, in denen die Figuren schwer handhabbar werden. Dann ist der starrköpfige Charakter so stur, dass er den Plot in eine Sackgasse fährt, der schwache Charakter suhlt sich lieber in selbstgebauten Problemen, statt die Plothindernisse anzugehen, und den Adrenalinjunkie juckt es, etwas so selten dämliches zu machen, dass der Autor die Deus-Maschine anwerfen müsste, um ihn da wieder rauszuholen.

      In so einem Fall, in dem ich Charakter oder Plot so verbiegen müsste, um dem anderen gerecht zu werden, überlege ich mir, ob der Charakter überhaupt der Richtige für den Plot ist und umgekehrt. Ich habe schon Charaktere genommen und in einen völlig anderen Plot gesteckt, weil der besser zu ihnen passte, bzw. ich habe einfach drauflos geschrieben um zu sehen, wie sie sich entwickeln, ohne Angst, dass sie mir die Geschichte versauen. Und für den ursprünglichen Plot habe ich mir dann jemanden überlegt, der besser passt.

      Manchmal genügt den Figuren aber auch schon eine kleine Outtake-Szene, in der sie sich ausleben können. Der Sturkopf kann rumzicken, der Schwächlich darf Drama Queen spielen, soviel er will, und der Adrenalinjunkie vollführt ein paar Stunts, aus denen ich ihn dann notfalls per Autorennoteingriff rette. Sieht ja keiner. Wenn sie sich so ausgetobt haben, dann kann ich normalerweise leicht meinen ursprünglichen Plot weiterschreiben, ohne, dass die Figuren sich querstellen. Das ist wie bei realen Menschen, manchmal muss es raus, und dann ist auch wieder gut, und sie können sich zusammenreißen. Und die Episoden, wo sie rumspinnen, muss der Leser ja später nicht sehen.
      If I could read your mind love
      What a tale your thoughts could tell
      Just like a paperback novel
      The kind the drugstore sells
      -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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      • Earu
        Earu kommentierte
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        Das ist richtig. Ich würde auch nur ungern eine Figur in ihrem Charakter ändern, nur damit sie dem Plot nachkommt. Da sind mir die Umwege lieber, die der Handlung hoffentlich noch mehr Tiefe verleihen und sie logischer erscheinen lässt.

    • #4
      Im der Entwicklung der Figuren und des Plots wird jedes Mal eine Menge über den Haufen geworfen, umgeplant und wieder fest gezurrt. Hier können die Figuren sich entwickeln, rumzicken und sich austoben. Erst wenn der Plot steht, geht es ans Schreiben, und dann wird nur noch ganz selten etwas geändert.
      Ich bin der Meister der Geschichte und nicht eine Kindergärtnerin, die sich mit rotzfrechen Gören rumschlagen muss.
      I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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      • #5
        Das will ich einmal erleben, dass meine Figuren alles machen, was ich will *grummel*.
        Aber ich weiß schon, woran das liegt, nämlich an der nicht vollendeten Charakter- und Plotentwicklung. Wenn man sich halt noch ein paar Hintertüren offenlässt, schlupfen die Typen einfach hindurch und benehmen sich, wie sie gerade wollen.
        Das kostet mich natürlich den letzten Nerv und es ist wie Achterbahnfahren, aber bis jetzt haben die Figuren und ich noch jedes Mal im letzten Moment die Kurve gekriegt und es ist was Vernünftiges rausgekommen.
        Aber irgendwann!! ist meine Plot- und Charakterentwicklungstechnik so ausgefeilt, dass keiner mehr entwischen kann!! Ich arbeite dran!!
        Komm mal in der schreibscheune.de vorbei!

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        • Ankh
          Ankh kommentierte
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          Peter na, da stecke ich noch in der 900-Seiten Phase Ich weiß auch nicht, ob ich meinen Perfektionismus überwinden könnte, etwas zu veröffentlichen, in dem Stellen stecke, mit denen ich nicht glücklich bin. Aber du hast recht, dass der Wunsch, überhaupt mal zu veröffentlichen da ganz gut Zunder unterm Hintern machen dürfte.

        • Peter
          Peter kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Ankh

          Malen, schreiben, musizieren, etc. kann man sehr gut für sich selbst machen und daran jede Menge Freude haben. Veröffentlichen ist ein Aspekt, der mit der kreativen 'Arbeit' nicht unbedingt etwas zu tun haben muss. Für einige ist das ein Ziel, für andere eher irrelevant. Persönliche Präferenz.

        • Zwielicht
          Zwielicht kommentierte
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          Ja, ich bin (wie weiter unten schon erwähnt) auch in der 900-Seiten-Phase. Bzw. beim Flughafen Für mich beißt sich das nicht mit dem Wunsch, zu veröffentlichen ... im Gegenteil, nur für mich selbst würde ich nie nie nie diesen Aufwand veranstalten. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung wird kommen, das steht außer Frage. Aber eben nicht, bevor ich nicht alles rausgeholt hab, was mMn geht.

          Außerdem benutze ich den Trick mit dem Mehrteiler. Band 1 MUSS irgendwann fertig (und veröffentlicht) werden, damit Band 2 entstehen kann.
          Zuletzt geändert von Zwielicht; 11-01-2018, 13:48.

      • #6
        Ich bändige die Figuren am liebsten gar nicht. Auch wenn sie mir einen Strich durch den Plot ziehen. Ich plotte zwar, um überhaupt voranzukommen, aber nicht allzu detailliert - eben weil die Figuren irgendwann die Details übernehmen.
        Das gibt durchaus manchmal Vollbremsungen, wenn ich merke, die verrennen sich in etwas. Aber meistens kann man selbst aus dem, was man dann streicht, etwas Gutes mitnehmen. Wenn es zu dem geplanten Ziel passt, finde ich schon einen Weg, meinen Figuren ihren Weg zu erlauben. Und meistens ist der Querfeldeinlauf interessanter als die asphaltierte Autobahn. Ich freue mich eigentlich, wenn die Figuren aus dem fahrenden Wagen springen.

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        • Earu
          Earu kommentierte
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          Genau. So dachte ich gestern Abend noch, ich müsste von meiner Horror-KG einen Teil neu schreiben, damit die Geschichte endlich gruselig wird und meine Prota sich vielleicht endlich so verhält, dass man als Leser schreien will, dass sie "da nicht reingehen soll". Heute sah das wieder ganz anders aus. Da hatte ich mich mit meiner Prota ausgesöhnt und ich konnte an der Stelle weitermachen, wo ich gestern aufgehört hatte.

      • #7
        Die Frage richtet sich an Plotter. Eigentlich haben die Figuren Vorrang und aus ihnen sollte man den Plot entwickeln.

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        • Dodo
          Dodo kommentierte
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          Wenn die Geschichten nichts mit der Figur zu tun haben, könnte sie sie ja nicht erleben.

          Aber man könnte auch eine andere Agentengeschichte schreiben. Cambridge Spies. Oder die LeCarré-Figuren. James Bond "lebt" nicht. Er erlebt das Abenteuer für den Leser (Zuschauer), der sich vielleicht auch für die Figur interessiert, aber nicht viel von ihr bekommt. Ist ja nicht schlimm. Ist eben eine handlungs- bzw. action-orientierte Geschichte. An der Figur wird nicht viel gewerkelt, aber an der Handlung, die sie erlebt. Der Autor startet halt mit einer relativ einfachen Figur - man kann sie James Bond nennen oder Lisa Müller, egal - und einer "komplexen" Handlung.

        • Milch
          Milch kommentierte
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          Ich habe noch nie einen James-Bond-Film ganz gesehen, denn es langweilt mich eher.
          Eine Figur muss der Geschichte ihren Stempel aufdrücken.

        • Dodo
          Dodo kommentierte
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          ... aber Millionen andere langweilt es nicht. Trotz fehlender Tiefe der Figur. - Ich bin ebenfalls kein Fan, muss aber auch keiner sein, um anzuerkennen, dass man Storytelling, hier dann eben eine flache Abenteueraneinanderreihung, auch ohne Charakter (nicht ohne definierte Figur!) erfolgreich betreiben kann.

      • #8
        Nein, mir tanzen die Figuren nicht auf der Nase rum. Aus einem einfachen Grund: Plot und Figuren entwickeln sich gleichzeitig. Deswegen habe ich vorher keinen vollkommen festen Plan, wo die Figuren hinsollen. Zumindest hatte ich bislang nie ein Problem damit, dass eine Figur etwas sollte und total dagegen gearbeitet hat. Natürlich passt nicht alles immer sofort, aber ich musste keine Figur in einer vorgefertigte Rolle pressen und ebenfalls keinen Plot komplett wegen einer Figur umwerfen.
        Ich komme aus Ironien.
        Das liegt am sarkastischen Meer.

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        • #9
          Ich passe lieber den Plot an die Figuren an als umgekehrt. Wie hier schon geschrieben wurde: Wenn die Figuren so lebendig und dreidimensional sind, dass sie ihren eigenen Kopf haben, kann das mMn für die Geschichte nur gut sein. Handlungsmotivationen werden glaubwürdiger, Plotpoints fühlen sich organischer an.

          Da ich zwar ein grobes Plotgerüst für das große Ganze hab, aber detailliert nur ganz kleine Etappen plotte, kann ich auch ganz gut Rücksicht darauf nehmen, was die Figuren vorhaben. Wenn eine sich jetzt allerdings so weit aus dem Fenster lehnt, dass ich in der Konsequenz das grobe Gerüst umschmeißen müsste, würde ich der Figur schon auf die Finger hauen. Oder irgendeinen Deal mit ihr machen, damit sie das lässt.

          Also doch eher Kindergärtnerin als Meister. Definitiv
          Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind.

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          • #10
            Das Bild, das ich vor Augen habe, ist ungefähr so, wie ein ... sagen wir mal als Beispiel, wie ein Flughafen.
            Während der Machbarkeitsstudie und der Entwurfsplanung, also Struktur und Plot, kann sich jeder nach Belieben austoben und seine kleinen Eigenheiten ausleben, aber irgendwann muss alles zusammenpassen. Sobald der erste Spatenstich getan ist, das erste Kapitel geschrieben ist, kann nichts mehr geändert werden, ohne dass es einen Rattenschwanz an anderen Änderungen nach sich zieht, die kaum noch zu übersehen sind, und der hypothetische Flughafen wird niemals fertig werden, sondern eine Jahrhundert-Baustelle, also rein hypothetisch.

            Ist jetzt natürlich etwas weit hergeholt, aber ich hoffe, ihr könnt euch ein Bild machen.

            I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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            • Peter
              Peter kommentierte
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              Zwielicht

              Das ist doch ein erstrebenswertes Ziel.
              Das kann ich entweder durch mehr Arbeit in der Planung oder durch sehr viel mehr Arbeit während der Bauphase erreichen. Ich bin faul und bevorzuge die erste Variante.

            • Zwielicht
              Zwielicht kommentierte
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              Peter das wechselt sich bei mir ab. Ich plane wie besessen, aber da der Flughafen sich ständig als NOCH komplexer herausstellt als gedacht ... und eben auch so unendlich viele Möglichkeiten bietet ... muss ich nachplanen. Immer wieder, und interessanterweise mit zunehmender statt mit nachlassender Begeisterung

            • Peter
              Peter kommentierte
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              Zwielicht

              Kenne ich gut. Mein erster Roman sollte eine nette überschaubare Fantasy Geschichte werden. Inzwischen hat sie 900 Normseiten, Dutzende von 'wichtigen' Figuren und der Weltenbau wird auch immer komplexer. Um sie abzuschließen bräuchte ich mindestens nochmal 1.000 Seiten und den Rest meiner verbleibenden Lebenszeit.

          • #11
            Hm, bei mir gibt es eigentlich zwei Situationen: Entweder die Figur springt in eine Bresche, wo die Geschichte eh nur mäßig dicht ist und füllt sie mit ihren Ideen auf - darüber freue ich mich dann. Oder aber sie macht irgendwas, was an dieser Stelle überhaupt nicht passt - und das geht mir schwer auf die Nerven.

            Kürzlich ist mir ein Mädel entwischt, das auf einmal wie verrückt mit dem Bruder ihres Lovers rumgeflirtet hat. Und während ich sie "Flittchen"-schreiend zurückgezerrt habe, hat sie dem Kerl noch Kusshände zugeworfen. Letztendlich ist sie mir fast ausgebüchst, hat es schwer bereut und Rotz und Wasser geheult. Woraufhin ich in meiner höchsten Güte gesagt habe, dass ich ja glücklicherweise nur die Szenen in den Papierkorb zu verschieben brauche.
            Naja, ganz so ist es nicht gewesen. Aber als ich diese Szenen erneut gelesen habe, fand ich sie so grauenvoll, dass es da überhaupt keinen Diskussionsbedarf mehr gab. Sie sind rausgeflogen, meine Figur ist wieder auf dem rechten Weg und alles ist gut. Das einzige, was sich verändert hat, ist, dass es eine gewisse neue Spannung zwischen ihr und diesem Bruder gibt und die finde ich eigentlich ganz passend.
            Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

            So nah, so fern.

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            • #12
              Ist das nicht normal, dass die Figur das machen?
              Ich habe meistens einen Kandidaten dabei, der gar nicht mit sich reden lässt und dann die Geschichte in eine ganz andere Richtung treibt. Ich finde es nicht schlimm, da ich ja eh nicht weiß, was am Ende rauskommt. Meistens sind die.. äh nennen wir es mal... Impulse auch gut so, aber manchmal könnte ich die entsprechende Figur auch erwürgen, da sie den Plot dort hintreibt, wo es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Dann versuche ich es mit Bestechung. "Schau mal, wenn du jetzt lieb bist, bekommst du dann am dies und das."
              Muhahaha, bloß blöd für denjenigen wenn ich mich dann doch nicht an die Abmachung halte.
              Bedeutet, im Prinzip mag ich solche eigenwilligen Figuren, da sie zu meinen Geschichten passen, aber wenn sie etwas machen, was mich wirklich verzweifeln lässt, dann hasse ich. Ich denke mal, das ist eine gesunde Hass-Liebe.

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              • #13
                Zitat von Milch Beitrag anzeigen
                Die Frage richtet sich an Plotter. Eigentlich haben die Figuren Vorrang und aus ihnen sollte man den Plot entwickeln.
                Finde ich nicht.
                Ich bin auch ein Plotter. Die Idee für die Handlung steht, aber ich plotte als Erstes die Figur: ihre Charakterentwicklung und die psychologischen Zusammenhänge. Danach wird der Plot für diese Figur gebaut, und schließliches beides in Wechselwirkung zu Ende geführt. Im Kopf (oder in den Notizen) ist alles vorbestimmt, ehe ich anfange zu schreibe. Deshalb passiert es mir nicht, dass die Figur in eine völlig andere Richtung will, sodass der Plot nicht mehr passt.

                Dennoch leben Figur und Plot. Ich kann meine Figur nicht zu allen Sachen überreden. Wenn sie z. B. partout nicht einem alten Opi den Sitzplatz anbieten will, dann soll ihm der Platz eben von aggressiven Jugendlichen genommen werden. Hauptsache er steht.
                Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
                die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
                die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
                die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

                Jack Kerouac

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                • Dodo
                  Dodo kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Ich denke, ab einer gewissen Seitenzahl kann der Pantser nicht mehr jedem Impuls / Bauchgefühl folgen, und ein guter Pantser merkt das. Der hat dann auch Kämpfe mit seinen Figuren.

                • Milch
                  Milch kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Figuren und manche Geheimnisse sind ja eigenermaßen ausgearbeitet und eine Grundidee, worauf es hinausläuft, ist auch verhanden, aber nicht genau wie.

                • Schneeregen
                  Schneeregen kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Dodo ja spätestens in den letzten Kapiteln müssen die Fäden zusammen laufen. Das habe ich feststellen müssen, dann muss man zumindest für das Ende einen Plan haben, damit alles schon Sinn ergibt.

              • #14
                Vor dem Plot hab ich den Charakter. Mit ihm plane ich was alles passieren kann. Aber nur Grob um ihm einen Handlungsraum zu geben. In der Regel klappt das Wunderbar und mein Prota muss sich nicht verbiegen und kann in seiner Rolle aufgehen. Aber es sind meistens meine Antagonist die sich immer gegen ihre Ziele stellen.
                Einer sollte den kranken Prota einfach nur ins Bett bringen um den Guten vorzuspielen. Was macht er, er nutzt die Situation aus obwohl ich ganz was anderes geplant habe.

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                • #15
                  Verschieden und - Was für eine schöne Frage Sophie .

                  Figuren die mir näher sind, die ich besser greifen kann machen weitestgehend das, was ich mir so denke. Sie sind schlicht vorhersehbar für mich. Figuren, die ich nicht so gut emotional verstehe haben manchmal irgendweche Anwandlungen, da sie mal eben etwas ganz anderes machen, als geplant. Aber, sie lassen sich auch nicht in etwas reinzwingen, sondern müssen sich im Text ausleben, um so besser verstehe ich sie.
                  Ich glaube es war Ankh, die mir den Tipp gegeben hatte sich die Figuren einfach mal in irgendwelchen nicht romanrelevanten Szenen austoben zu lassen. Die Idee fand ich ziemlich (Füllwort kann nach Belieben gestrichen werden) gut. Das bringt mir die Figur deutlich näher und sie überraschen mich nicht mehr so sehr.

                  Ansonsten ... Was Logiker ärgert, nennt man Überraschung ... oder so.
                  Freude ist nur ein Mangel an Informationen.

                  Kontakt: administrator@wortkompass.de

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                  • #16
                    Früher hatte ich Charaktere die gemacht haben, was sie wollen. Weil ich einfach nur nach Lust und Laune Charaktere und Geschichten gebaut habe ohne Konzept und ohne genauen Plan. Auch waren die Charaktere generell sehr impulsiv.

                    Da ich mich jetzt ganz anders mit meinen Geschichten auseinandersetze passiert das überhaupt nicht mehr. Natürlich sind Figuren auch immer noch lebendig und in meinen Überlegungen tauchen während dem Schreiben auch immer wieder neue und andere Wege auf, aber das ist nichts das ich nicht will. Ich will Logik und es führt eigentlich immer wieder dahin zurück wohin ich wollte, sonst habe ich vorher einen groben Fehler gemacht und das wäre ohnehin eine Sackgasse gewesen.
                    Ansonsten wenn ich etwas von den Charakteren will bekomme ich das meistens auch, wenn auch vllt nach ein paar Anläufen.

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                    • #17
                      Meine Figuren überraschen mich eigentlich eher weniger. Vielmehr kommen die Überraschungen eher beim Ausarbeiten der groben Plotpunkten, die beim Planen super logisch waren und sobald man mehr Details hat, nicht mehr funktionieren. Das können zwar auch die Charaktere sein, aber normalerweise nicht, in dem sie ein Eigenleben haben.

                      Deswegen habe ich auch keine gute Idee, wie man so ein Problem in den Griff kriegen könnte – falls man es überhaupt will Generell bin ich aber der Meinung, dass lebendige Charakter der Geschichte nicht schaden, solange es sich in Grenzen hält. Wenn sie natürlich den ganzen Plot sprengen ... wobei da natürlich die Frage ist, ob der Plot überhaupt von Anfang an zu ihnen gepasst hat.
                      Dunst verschleierte den Himmel, wo heute keine Krähe im Wind tanzte. Heute gehörte er Alba allein. - Irrlichtfeuer

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