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    Psychologischer Druck als Autor

    So einen Thread, hatte ich GLAUBE ICH auch in der SWS bevor diese geschlossen wurde:

    Wie geht euer Umfeld damit um, dass ihr Autor werden wollt, oder generell gerne schreibt?

    Ich weiß nicht, wie viel ich in der SWS bereits erzählt habe, aber bei mir war es für einige Zeit eine Formgewordene Hölle, da ich, krankehitsbedingt noch zuhause wohne (Mit Anfang 20 noch okay.). Leider ist meine Familie überhaupt nicht glücklich damit, dass ich meine Zeit mit dem Schreiben aufbringe. Das JobCenter unterstützt mich wiederum nach besten kräften, was ich super finde. Aber zuhause ist es ein Krieg. Der gipfelte damit, dass man mir das Geld für einige, "Unbedeutender" medikamente nahm (Kortison für die Collitis Ulcerosa, Insulin für die Diabetes, was aktuell sogar noch anhält!) Die meisten Argumente bezogen sich auf das mangelnde Geld. "Als Schreiber verdienste eh nichts, also gewöhn dich dran, keine Medikamente mehr zu bekommen" das ich aktuell eine Befreierung für Rezepte habe macht es zumindest erträglich. Ich habe zwar nie Aspirin, aber bald wieder Insulin, die Botschaft soll ich ja lernen. Dann pegelte es sich wieder ein. Familie, also mutter und Geschwister ignorierten mich und meinen Beruf und ich konnte eine Zeitlang weiter schreiben, ohne Probleme. Und in dieser Zeit machte mein Lyr mit die größten Verbesserungen durch. Doch jetzt ist hier mal wieder die Hölle los. Kleiner Bruder hat einen künstlichen Darmausgang und ich werde wieder angesprochen, wenn es darum geht Geld ins Boot zu holen. Dass ich vor nicht mal zwei Wochen noch vor Schmerzen Bewusstlos wurde und ins Krankenhaus gebracht wurde (Was man hier im WK verfolgen konnte) ist auch ersmtal zweitrangig. Ich habe glück, dass mir die Ärzte Cortison im KH verschrieben haben, und ich sie somit auch mitnehmen kann und aktuell auch, in sehr hohen dosierung, mit wöchentlichem Blutbild nehmen kann. Meine Arbeit als Florist kann ich natürlich erstmal nicht nachgehen und das weiß das JobCenter auch und ist da ganz gelassen. Nur habe ich halt noch den unfassbar starken Druck zuhause, dem Ort wo ich schreibe, meine kreativität ausleben will. Wie geht ihr mit solchem Druck um und was tut ihr, um andere davon zu überzeugen, dass Schreiben keine vergeudete Mühe ist? Ich mein, ich habe nicht alles geopfert um zu schreiben. Die Ausbildung zum Florist ist fest geplant für 2017.

    #2
    Ich habe viele Menschen bei dem Weg zum Autor begleitet. Es ist ein steiniger Weg und für Außenstehende wird dein Erfolg selten genügen. Mit dem Schreiben wirst du kaum Geld verdienen. Selbst die Autoren mit den Verträgen bei Großverlagen haben immer noch einen richtigen Job oder einen Partner, der Geld verdient. Für die meisten Autoren ist es ein Zuverdienst (schreiben würden sie so oder so). Ich würde dir empfehlen, es erst mal nur als Hobby zu sehen. Trotz Ausbildung kannst du immer noch schreiben. Nur dein Zeitmanagement muss geändert werden. Und wenn du am Ende noch ein bisschen Geld herausschlagen kannst, ist doch super.

    Aber Schreiben ist nie vergeudete Mühe. Ich (und auch die anderen im Forum) haben verfolgt, wie viel Zeit und Herzblut du in Lyr gesteckt hast. Das allein ist es schon wert.
    Bleib dabei – auch wenn es nur ein Hobby ist – und sei geduldig. Du dich wirst Schritt für Schritt deinem Ziel nähern. Und wer weiß, vielleicht wirst du ja doch noch hauptberuflich Autor.
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

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      #3
      Ich bin bei Vickie. Ich glaube, man sollte es vermeiden, das Schreiben als seinen Beruf zu sehen, solange man noch nicht richtig dickes Geld damit verdient. Solange ist es eben nur ein Hobby (wenn auch eines, das sehr viel Platz einnimmt und eine große Bedeutung hat), im besten Fall ein Dazuverdienst. Auf keinen Fall sollte man sein Leben an die Zukunft Schriftsteller hängen, davon kann ich jedem nur abraten (ist nicht unbedingt an dich adressiert).

      Ansonsten kenne ich diese Widerstände aus meinem Umfeld nicht. Die meisten wissen gar nicht, dass ich schreibe, was daran liegt, dass ich keine Lust habe, auf die Frage "Worum geht's?" zu antworten - keine Ahnung wieso. Meine Familie weiß Bescheid und nimmt's gelassen, meine Mutter liest meine Texte auch, redet mit mir eventuell auch über Inhaltliches oder andere Schreibereignisse.
      Dass die Familie sich komplett querstellt, kann ich da nicht so ganz verstehen, weil Schreiben in meinen Augen zumindest ein sinnvolles Hobby ist. Andere Leute verbringen ihr Leben damit, zu gamen, auf sozialen Netzwerken zu versauern, Youtube-Videos oder Sendungen zu schauen - damit sollten Eltern ein viel größeres Problem haben, weil das wirklich verschwendete Lebenszeit ist.
      Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

      So nah, so fern.

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        #4
        Ich hänge es gar nicht erst an die große Glocke.


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          #5
          Ja, früher musste ich halt immer 10€ dafür hergeben für die Medics, Geld, das man mir dann einfahc nicht gab (12 Monate Insulin ... war echt nicht nice) aber seit der befreiung alles tutti. Aber diese dummen kommentare al Á  "Anstatt was sinnvolles zu tun" seitens Familie kotzt so an. Was soll ich tun: Bewerbungen schreiben? Habe schon viele fertig. Sowohl "Muster Bewerbungen" als auch "Manuelle", speziell für bestimmte Firmen. Sie los schicken? Mit dem Zusatz "Bitte erst öffnen. wenn ich aus dem A*****och nimmer blute"? Ich bin halt noch, wenn alles wie geplant läuft 6 Monate flach, ich schaffe es ja selten weiter als bis zum jobcenter. öffentliche Verkehrsmittel sind die hölle. Wenn ich dann am PC bin und dann Schreibe, UND daran spaß habe, ist das für mich best-Case. Dieses "Damit will ich Geld verdienen" kam ja nicht mal von mir. irgendwie hat sich in der Familie dieser Gedanke festgelegt, das alles, was man tut für den lebensunterhalt sein muss. Wie eine Zecke, hat sich der Gedanke festgebissen. Drück dagegen, und sie sprüht dir ihr Gift ins Blut.

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          • Davebones
            Davebones kommentierte
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            Mein Diabetes nennt sich ModY-3. Ein gendeffekt. ich habe eigeninsulin, aber eben zu wenig. Mein Arzt ist ein Guter mann, er ist jung, exzentrisch und sehr ... offen in seiner Aussprache. Es gab gepsräche mit meiner Mutter, wo ich ernsthaft gedacht habe, er springt sie an und verprügelt sie, weswegen sie sich nen neuen Arzt gesucht hat. (Ich aber net) Mein Blutzucker gerät nur in extremsituationen auf über 200 mg/l, daher konnte ich einige Zeit gut auskommen.

          • Badabumm
            Badabumm kommentierte
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            Wieder was gelernt. Sozusagen ähnlich wie Diabetes Typ 2, der ja auch noch Eigenproduktion hat und bei dem es mit Diät, manchmal Tabletten und ausreichend Bewegung in den Griff zu bekommen ist..

            Deinen Arzt könnte ich mir gut in einer Geschichte vorstellen. Hört sich nach einem interessanten Menschen an.

          • Amilyn
            Amilyn kommentierte
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            Also, das ist trotzdem sch... Was sind denn das für Leute?

          #6
          Bei mir ist es so, dass meine Familie sehr geduldig ist. Aber da ich schon recht lange an einem Projekt arbeite *hust*, gibt es Phasen, wo sie auch nur noch die Augen verdrehen. Ich kann es gut verstehen aus ihrer Sicht, weil manch andere Dinge -- von außen betrachtet -- dafür mitunter auch ein bisschen gelitten haben.
          Am ehesten verstehen es noch Leute, die ebenfalls künstlerisch tätig sind. Ich habe einen Musiker in meinem Umfeld, der ebenfalls sehr perfektionistisch ist, und wir beide können uns gegenseitig immer das Herz ausschütten .
          Aber prinzipiell kann ich über mein Umfeld/meine Familie wirklich nicht klagen. Sie waren und sind mehr als geduldig mit mir.

          Ich glaube halt, das Grundproblem beim Schreiben ist, dass es eben von vielen nur als "Hobby" gesehen wird, als "Phase", die wieder vorbeigeht oder als etwas, das man halt so "mal nebenbei" betreibt. Mein Jobcenter z.B. würde mich sicher nicht dabei unterstützen. Für die ist auch ein Studium nur ein Hobby ^^.
          Das Schwierige ist halt öfter mal -- ging mir zumindest so -- klarzumachen, wie anstrengend das Schreiben auch sein kann. Da fallen dann Sätze wie "Na schreib halt was und schick es ab." ^^ -- Und wenn ich dann mit Sprachmelodie beachten, kleine Grammatikfehler ausbessern, Genre-Problem, Recherche o.ä. komme, wurde ich schon mitunter ziemlich schief angeguckt von Nicht-Schreibern (oder auch von den "Phasen-Schreibern").
          Ich würd es in meinem Fall (noch) nicht als Beruf bezeichnen weil ich -- abgesehen vom Texten ne Zeit lang nebenbei -- noch nicht damit Geld verdient hab. Aber man kann das Schreiben als Berufung bezeichnen, und eine Berufung kann zu einem Beruf werden -- und umgekehrt.

          Wie ich damit umgehe? -- Brav die Klappe halten, wenn irgendjemand in meinem Umfeld genervt ist, und das Forum hier vollposten -- oder meine tapferen Testleser quälen .

          Ich gebe deinen Eltern recht, Dave, dass die meisten Autoren nur schwer vom Schreiben (zumindest was Romane angeht) leben können. Also ist ein Plan B (in deinem Fall die Floristik) sicher nicht verkehrt. Und je nachdem, wo es besser klappt, kann man dann ja mehr das eine oder das andere fokussieren.

          LG
          Mona

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            #7
            Ich kann da meinen Vorrednern nur zustimmen:

            1. Wenn deine Familie dir Medikamente verweigert, sieh zu, dass du da ausziehst. In so einem Fall bekommst du sicher auch Unterstützung vom Amt für diesen Schritt. Bevor es um "Autor sein oder nicht?" geht, sollte erstmal deine Gesundheit bzw. die bestmögliche Einstellung deiner Krankheit Priorität haben.

            2. Hab einen Plan B. Oder besser, hab einen Plan A, sprich Brotjob, bis du tatsächlich Bücher verkaufst, und zwar nicht nur eins, sondern so regelmäßig, dass sich abzeichnet, dass du davon leben kannst. Wenn dir das Schreiben Spaß macht, dann ist auch der noch so doofeste Brotjob erträglich, weils ja nicht das einzige ist, womit du deine Zeit verbringst. Zur Not im Callcenter oder sowas, wo du körperlich nicht viel tun musst (weiß jetzt nicht, inwiefern genau du eingeschränkt bist). Aber das Amt scheint da ja recht kooperativ zu sein.

            3. Wenn deine Familie kein Verständnis für dich aufbringen kann, dann ist das bitter, aber wird sich wohl auch nicht mehr großartig ändern. Nimm es dir nicht zu Herzen (ich weiß, das ist leicht gesagt ...). Es ist dein Leben, und deine Entscheidung, was du draus machst. Ich hab in meiner Familie auch eine Person, die mir das Leben schwer macht. Ich ignoriere sie, so gut es geht. Zum Glück habe ich auch Menschen, die mich unterstützen und ermutigen. Wie viel man genau von dem preisgibt, was man schreibt, es eventuell zu lesen gibt und diskutiert, hängt davon ab, wie wohl man sich bei der jeweiligen Person damit fühlt. Ich freu mich z.B. drüber, wenn meine halbe Familie meinen Stadtführer kaufen will, aber meine "5 sexy Sanitäter unter der Dusche" häng ich jetzt nicht an die große Glocke ...
            Poems are never finished.
            Just abandoned.

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            • Davebones
              Davebones kommentierte
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              Nen Plan A, also die Floristik hatte ich ja vor Lyr, da bin ich auch recht entspannt. ich werde also eher nicht auf der Straße landen, weil ich seit Monaten die theoretik der Floristik lerne.

            • Ankh
              Ankh kommentierte
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              Na, das klingt doch super. Dann kann deine Family auch einfach mal die Klappen geschlossen lassen, oder redest du denen rein, was sie in ihrer freizeit machen dürfen?

            #8
            Ich hänge meine Schreiberei auch nicht an die große Glocke. Wie Kelpie mag ich es übrigens auch nicht, wenn man fragt, worum's geht. Nicht, dass ich meine Ideen selbst für total bescheuert halte, aber ich will halt auch nicht dieses "Aaaahhh, interessant" hören, und man sieht, dass da gerade gar nichts beim Gegenüber angekommen ist.

            Meiner Mutter sage (und zeige!!) ich nichts mehr, seit sie vor tausend Jahren mal eine Hanni-und-Nanni-Geschichte von mir gelesen und mich ausgelacht hat, weil ein grandioser Plottwist von mir der Nervenzusammenbruch einer Volleyballspielerin war. Klar hört sich das jetzt total bekloppt an, aber was wusste ich als Kind schon, was ein Nervenzusammenbruch ist?

            Jedesmal, wenn ich bei meinem Vater auf das Gespräch komme, dass ich schreibe, kommt der auf die grenzgeniale Idee, wir könnten zusammen ein Kinderbuch schreiben. Er liefert die Idee, und ich müsse nur noch ausformulieren und illustrieren. Dass meine Ambitionen über ein 10seitiges Bilderbuch hinaus gehen, hält er für vollkommen unrealisierbar.

            Dafür ist mein Mann viel zu zuversichtlich. Der ist der Meinung, ich hätte schon längst mein letztes Projekt veröffentlichen können. Als ich ihm neulich ein Buch von Sabrina Qunaj unter die Nase gehalten habe (die ja in der SWS angemeldet war) und gesagt habe, dass sie in dem Forum von der 12-Bücher-Frau war, sagte er: "Und offensichtlich veröffentlicht die sogar was!"

            Und einmal hab ich den Fehler gemacht, meinen Notizblock mit in die Krabbelgruppe zu nehmen ... Das Ende vom Lied war, dass eine von den Super-Mamas gesagt hat: "Ei ja, die Negerhure hab ich ja auch gelesen." (In unserem Kaff hat wohl mal eine Frau ihre Erlebnisse aus den 50ern oder so aufgeschrieben, als sie ein Kind von einem Schwarzen gekriegt hat. Das Buch heißt wohl Die Negerhure. Ich kenn's nicht.)

            Also, alles in allem ... halte ich lieber den Rand

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            • Mona
              Mona kommentierte
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              Worum geht's denn? (Kleiner Scherz^^)

              Das mit der Hanni-Nanni-Geschichte find ich echt süß .

            #9
            Wow, also die Geschichte ist echt heftig. Meine Eltern würden mir nie - aus welchem Grund auch immer - meine Medizin streichen, wenn ich sie brauche. Eigentlich sollten Eltern wollen, dass es einem so gut wie möglich geht, egal welche Entscheidungen man trifft. Ich kann die Geschichte zumindest ein bisschen nachempfinden, weil ich auch schon seit 3 Jahren dauerhaft krank bin. Die akute Phase ging sehr lange und jetzt leide ich noch ziemlich unter den Folgeerscheinungen, weshalb ich gerade wieder Zuhause lebe und außer schreiben nicht viel machen kann. Meine Eltern sind aber sehr tolerant und freuen sich, dass ich etwas habe, das mich beschäftigt und ein Ziel, das ich verfolgen kann. Sie haben auch ziemliches Vertrauen in mich und seit meine Mutter etwas von mir gelesen hat, ist sie auch nicht mehr skeptisch. Ich denke, weil sie weiß, dass ein Studium immer noch meine oberste Priorität ist, sobald ich wieder studieren kann. Wenn es aber vor allem um Geld geht, Dave, kannst du dich ja mal nach Heimarbeit-Jobs umsehen. Ich habe in den letzten beiden Jahren für eine Firma als Online-Redakteur von Zuhause gearbeitet und da teilweise 300-400€ im Monat bekommen. Manchmal findet man im Internet solche Jobs, die man von zuhause erledigen kann und ich musste nichtmal persönlich vorstellig werden, sondern das konnte über Skype abgewinkelt werden. Dieser Job hat mir ein Stück Unabhängigkeit gegeben und meine Familie finanziell entlastet, aber das war auch wirklich ein Glückstreffer. Generell macht mir bezüglich des Schreibens niemand Druck und niemand in meinem Umfeld belächelt das. Vielleicht, weil ich das alles sehr realistisch betrachte und man merkt, dass ich das nicht als lustigen Zeitvertreib durch die rosarote Brille sehe. Ich mag es zwar nicht besonders, wenn man mich darüber ausfragt, aber mir ist es lieber, wenn jemand neugierig ist als wenn man sich darüber lustig macht.

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            • Mona
              Mona kommentierte
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              Stimmt, quasi unerbetenen Verkauf am Telefon stell ich mir auch schlimm vor, würd ich auch nicht unbedingt machen wollen. Aber bei Umfragen verkauft man ja nix, ich konnte das zumindest mit meinem Gewissen gut vereinbaren xD. Muss man halt aushalten, dass man zeitweise dennoch übel beschimpft wird (und trotzdem freundlich bleiben muss) und gleichzeitig die Gesprächspartner bei Laune halten ^^. Aber es gibt dafür dann auch Gesprächspartner, die einfach nur lieb sind. <3 Und man bekommt nen guten Einblick in die gesellschaftliche Stimmung. Zumindest wenn man was im Sozialforschungsbereich wählt.

            • Davebones
              Davebones kommentierte
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              Es gibt ja auch Support-Callcenter, wo man angerufen wird. Das ist wohl eher mein ding

            • Mona
              Mona kommentierte
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              Ja, stimmt, das wäre auch ne Möglichkeit.

            #10
            Also in Bezug auf deine Geschichte, Davebones, kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich denke, dazu ist schon alles gesagt worden. Vor allem ankh brachte es ziemlich auf den Punkt: wenn sie dir den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten verweigern ... sieh zu, dass du Land gewinnst. Und gute Besserung!

            Zum Punkt mit dem Schreiben und mir ... eigentlich hatte ich mich schon mal recht ausführlich dazu geäußert. In der Schreibwerkstatt hatte ich einen Blogbeitrag mal geschrieben, wie es mit dem Schreiben und der äußerlichen Akzeptanz ist. Ich weiß gar nicht, ob man da noch zurückgreifen kann. Aber wer noch in der SWS gemeldet ist, kann sich gerne mal hinklicken, wenn der Blog noch da ist. War in der SWS unter demselben Namen aktiv.

            Auf jeden Fall waren die Reaktionen, vor allem zu Anfang, eher deprimierend, frustrierend. Die Familie, letztlich waren es nur die Eltern, die von meinem Traum als Schriftsteller wussten, nahm es mit verstecktem und doch unübersehbaren Lächeln hin, die Kollegen aus der Schule hatten ehrlich gesagt nur Hohn und Spott dafür übrig, dabei hatte ich es nicht mal vielen erzählt. Einer, das weiß ich noch, sagte: "Was willst du? Bücher schreiben? Dann bist du ja einer von denen, die den ganzen Tag in der Bude sitzen, Vorhänge zu, Kopf zugedröhnt, Bart lang bis zum Boden, jeden Tag vor dem Computer!" Es ist nicht der genauer Wortlaut, aber im Großen und Ganzen stimmt das zu.
            So sah ich mich gezwungen, mich diesbezüglich verdeckt zu halten, schürte vielleicht damit die Scheu und das Misstrauen, die ich heute noch gegen die meisten Menschen hege ...

            Wie gesagt, war ich in meiner "Anfangszeit", so um 2005, stur der Meinung, als erfolgreicher Autor berühmt zu werden und schnell Geld zu machen. Ein Buch schreiben? Das kann doch nicht schwer sein? Das kann ich auch? Gott sei Dank bin ich von diesem Trip herunter und habe die Realität rechtzeitig erkannt, um erstmal "richtige" Arbeit auszuüben. Eine Ausbildung zu machen, einen "sicheren" Job zu haben, um überhaupt erstmal Geld zu machen. Und obgleich ich ab und an meine Arbeit verfluche und mir wünsche "ach, wäre ich doch ein berühmter Autor, dann bräuchte ich das nicht machen" (ich weiß, töricht!), so denke ich an anderen Tagen, dass ich froh sein kann, arbeiten und geldverdienen zu können.

            Mittlerweile habe ich auch einen guten Draht zu einem ehemaligen Mitschüler, der sich ebenfalls als Autor versucht und die Reaktionen meiner Eltern sind positiver und sie begann sogar noch fantastischere Bilder heraufzubeschwören, als ich ihnen erzählte, dass eine meiner Geschichten für eine Ausschreibung angenommen wurde. Es war ganz schön schwierig, sie von ihrem hohen Ross herunterbekommen! Wer hätte das gedacht?

            Es ist halt sein schmaler Grad zwischen Freude und Frust, zwischen Kreativität und beschämender Ideenlosigkeit, zwischen Lust und Ablehnung! Manchmal denke ich, es ist die Hölle auf Erden, warum habe ich überhaupt mit dem Mist begonnen und dann wieder, wenn es läuft und man zufrieden mit dem Geschriebenen, fühlt man sich ein wenig erhabener. Ob das alles dann gut für die Psyche ist? Wohl eher nicht ...

            Man muss alles ein wenig gelassener sehen. Das geht natürlich nur, wenn man finanziell unabhängig davon ist. Sich um einen "richtigen" Job erstmal umschauen, darauf konzentrieren, daneben aber literarisch weitermachen. Man sollte sich selbst kein Druck machen, wenn vielleicht schon von außen her genug auf einen kommt. Ich gehe es momentan auch eher ruhig an, obgleich ich seit gut zwei, drei Jahren in einer Phase stecke, in der mir ohnehin selten was gefällt, was ich schreiben. Aber ... ich habe ja Zeit und noch paar Jahre vor mir ... hoffe ich.
            It's my life, don't you forget, caught in the crowd, it never ends! (Talk Talk)

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              #11
              Ich habe übrigens bis vor einer Weile jahrelang nichts mehr geschrieben, weil ich einfach gedacht habe: 'Wird ja eh nichts.'

              Ich hatte ja immer tausend Sachen angefangen und nie fertig geschrieben, irgendwann hatte ich einen Collegeblock voller so langsam verblassender Bleistiftkritzeleien - immer so zwei bis drei, manchmal sogar fünf Seiten. Die Ideen dahinter geistern immer noch in meinem Kopf rum, bei manchem weiß ich aber gar nicht mehr, was ich mir dabei gedacht hab. Weil ich ja immer einfach drauflosgeschrieben hab (und da ich mittlerweile festgestellt hab, dass ich nicht gerade der Discovery-Writing-Typ bin), kam ich also nie weit und dachte, ich habe einfach, wie bei so ziemlich allem, nicht wirklich den Willen, es durchzuziehen. 'Na ja, dann ist das wohl so, kannste nix machen, so bist du halt', dachte ich.

              Dann habe ich eine Frau aus meiner (leider ehemaligen) WoW-Gilde kennengelernt, die sagte, sie würde gerade ein Buch schreiben. Und was soll ich sagen? Dass ich jetzt hier bin und die Rohfassung meines zweiten Projekts fast fertiggeschrieben habe, habe ich schlicht und einfach schnöder Eifersucht zu verdanken 'Wie? Die schreibt ein Buch...? Das war doch immer mein Ding! Ich bin die, die Bücher schreibt!' Und dann hab ich mich ausnahmsweise mal mit der Materie beschäftigt, bevor ich angefangen hab, loszuschreiben, und es läuft gut. Genau zu der Zeit hat meine Freundin, mit der ich als Jugendliche immer in unserer Küche rumgesessen und die besagten Collegeblöcke vollgeschrieben hab, zufälligerweise auch wieder mit dem Schreiben angefangen, und es ist wirklich motivierend, wenn man jemanden hat, der dasselbe will. Abgesehen von Euch. Es ist so gut, nicht alleine dazustehen. Es geht nicht mal vorrangig um die technische Hilfe, die ich von Euch bekomme, sondern darum zu wissen, dass Ihr diese seltsame Sache mit dem Bücherschreiben auch macht. So verliere ich nicht den Mut. Ihr seid so toll für mich und wisst es gar nicht

              Ich möchte gerne irgendwann Bücher veröffentlichen. Ich weiß, dass es vielleicht nicht klappt, aber gleichzeitig denke ich auch: 'Also echt ... Der Schrott, den ich gerade lese, ist veröffentlicht worden?!? Dann würde es ja wohl mit dem Teufel zugehen, wenn ich keinen Verlag finde!' Ich muss nicht unbedingt so viel Geld damit machen, dass ich sorglos davon leben kann, ich muss nicht mal bekannt werden. Aber ich möchte dem ein oder anderen eine Freude mit meinen Geschichten machen (na ja, ihnen eher ein paar Tränchen rausquetschen ). Und die Sache ist ja einfach die: wenn man's nicht versucht, kann man's auch nicht schaffen. Ich hab genug nicht versucht. Ich finde, es reicht langsam.

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              • Mona
                Mona kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                "echt ... Der Schrott, den ich gerade lese, ist veröffentlicht worden?!?" -- Denk ich mir manchmal auch. Und wenn das dann noch ausgezeichnet wird ... denk ich dann ... soooo schlimm kann mein Rumgeschreibsel auch nicht sein. Oder es ist doch alles einfach Geschmacksache xD

              • Schneeregen
                Schneeregen kommentierte
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                Wie wahr... Ich möchte einige Bücher den Autoren gerne um die Ohren schlagen.

              • Amilyn
                Amilyn kommentierte
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                Ich denke sogar manchmal, klar ist vieles Geschmackssache, aber ich bin z. B. seit einer Weile bei lovelybooks unterwegs, und da gibt es das ein oder andere Buch, dass von fast allen 5 Sterne bekommen hat, von dem ich gedacht habe: "Echt jetzt...??" Oder ich lese da Rezensionen über Bücher, die ich auch gelesen habe und frage mich stellenweise, ob die dasselbe wie ich gelesen haben. Aber ich habe auch langsam das Gefühl, dass ich mittlerweile auf andere Dinge achte wie ein "Nicht-Schreiber-Leser", sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

              #12
              Da meine Tochter auch Diabetes hat, allerdings Typ 1, treibt mich die Vorstellung, jemandem das Insulin zu verweigern die Wände hoch.
              Sieh zu, dass du dort wegkommst. Aber das haben dir ja schon die meisten gesagt.

              Sieht aus, als hätte ich mit meinem Umfeld recht viel Glück. Meine (enge) Familie liest meine Geschichten gerne und unterstützt mich dabei auch. Lucky me. Vor zwei Jahren habe ich mir ein festes Budget gesetzt, dass ich für mein Hobby verbrauchen darf (Lektorat, Korrektorat, Cover, etc.). Wenn das weg ist, schreibe ich nur noch für mich selbst.

              Als meine Tochter (12) mir letztes Jahr erzählte, dass sie auch Autorin werden will, wollte ich ihr zeigen, was für ein hartes Geschäft das ist, und wie wenig dabei rüberkommt. Wir haben gemeinsam eine niedliche Romanze geplottet. Ich habe sie geschrieben und sie hat sie solange gelesen und verbessert, bis wir beide zufrieden waren.
              Wahrscheinlich hat unsere Lektorin sich schlapp gelacht *grins*, aber irgendwann ist sie doch fertig geworden und wir haben sie vor 5 Wochen veröffentlicht.
              Leider habe ich darüber meine eigenen Projekte etwas in den Hintergrund gestellt.

              Jetzt freut sie sich, dass sie sich das Taschengeld etwas aufbessert, aber der Gedanke vom Schreiben zu leben ist vom Tisch. Und das finde ich als Vater auch gut so.
              Nebenbei schreiben wir allerdings hobbymäßig am zweiten Band weiter.



              I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

              Douglas Adams

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              • Badabumm
                Badabumm kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                und wir haben sie vor 5 Wochen veröffentlicht.
                Gibt's ne ISBN und einen Titel? Auch gerne in einer PN.

              #13
              Zum Verhalten deiner Eltern sage ich nichts, das könnte daneben gehen. Das habe ich schon bei deinem Post damals in der SWS gedacht (auch in Hinblick auf die Katze, Überforderung hin oder her).

              Was mich betrifft, so bin ich anfangs auch nicht ernst genommen worden. Allerdings hatte ich auch diese absolut naiven Gedanken davon, täglich fleißig zu schreiben, ein bisschen drüber zu korrigieren und dann wäre es das ja. Das war also sogar berechtigt, trotzdem ist es nicht schön, seitens seiner Eltern eine solche Reaktion zu bekommen. Es war eher ein Blick und ein paar vorsichtige Worte, aber zwischen diesen unsichtbaren Zeilen stand eine ganze Menge.
              Seit ich mich allerdings mit der Materie auseinander setze, sieht es anders aus. Ich gehe für mich davon aus, nicht vom Schreiben leben zu können. Auch ich glaube, dass man dafür tatsächlich entweder einen guten tragenden Job oder einen Partner braucht, der das stabile Gehalt in den Haushalt bringt. Beides ist im Augenblick nicht zu erwarten. Das hindert mich nicht daran, trotzdem das Ziel Verlag via Agentur zu haben, selbst wenn es dann nur um einen Zuverdienst geht.
              Ich betrachte die Schreiberei für mich als mehr als ein Hobby, aber das liegt vielleicht an meiner Interpretation des Wortes. Hobbys sind für mich etwas, das ich gelegentlich mache, wenn die Zeit passt, aber nicht unbedingt etwas, das ich tatsächlich täglich umsetze und für das ich anderes nach hinten stelle. Deswegen sehe ich mich auch nicht als Hobbyschreiber.
              Ich erhalte heute auch keine massive Unterstützung, aber auch keine negativen Reaktionen mehr. Ich kann meinen Eltern davon erzählen, ab und zu kommen auch interessierte Nachfragen, aber eher selten, eben weil es ein langfristiger Prozess ist und das bei meinen Eltern auch so angekommen ist.
              Im Freundeskreis wissen es ein paar, aber es ist nicht wirklich ein Thema zwischen uns. Eine Freundin, die auch mein Writing Buddy ist, schreibt selbst, mit ihr habe ich diesbezüglich auch regen Austausch (wöchentliche Telefonate für den Austausch, zusätzlich auch mal zwischendurch, je nachdem wie es sich ergibt).

              Als Anfang Zwanzigjähriger hast du es natürlich nicht ganz so leicht aus deinem Umfeld rauszukommen. Dem Jobcenter gegenüber bist du bis fünfundzwanzig gebunden, aber möglicherweise lassen sich durch die Umstände (Stichwort Medikamente) trotzdem Wege finden. Versuche sie.
              Ich komme aus Ironien.
              Das liegt am sarkastischen Meer.

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                #14
                Ich denke, man muss mit sich selbst im Reinen sein und sich mit Menschen umgeben, die einen respektieren und akzeptieren. Klar ist es ratsam auch noch eine andere Einnahmequelle zu haben, als das Schreiben. Ich sehe das Schreiben nicht nur als ein Hobby, sondern als meine Berufung. Trotzdem arbeite ich darauf hin Lektorin oder Dozentin zu werden. Jeder in meinem Umfeld weiß, dass ich schreibe und mein Ziel ist, hauptberuflich Autorin zu sein. Mein Vater ignoriert es, wie er auch meinen Bachelorabschluss ignoriert hat und der Meinung ist, dass ich mit sechs Stuidenfächern eine faule Studentin bin (wie alle Studenten). Finde ich eine unangebrachte Meinung und kann er sehen, wie er will. Meine Mutter und alle anderen Bekannten dagegen unterstützen mich sehr, fragen nach, wollen was lesen, schicken mir auch mal Verlagsseiten oder andere Anregungen zum veröffentlichen. Da ist zwar keiner dabei der selbst schreibt, aber trotzdem freue ich mich darüber. Es kommt eben auch drauf an, wie man sich gibt. Jeder weiß, dass ich in meinem Leben was erreichen werde, also stößt so eine "brotlose Kunst" klar auf weniger Ablehnung. Gleichzeitig wurde mir auch schon gesagt, dass meine Ernsthaftigkeit und Begeisterung zu diesem Thema einen überzeugt, dass ich es schaffen werde. Menschen, die so reagieren, gibt es, man muss ihnen nur begegnen und wie man selbst ist, beeinflusst den eigenen Bekanntenkreis. Klar kann man dazu auch "vernünftigere" Meinungen haben, aber wie und wie oft man das kundtut unterscheidet sich auch. Kein Mensch, der es gut mit einem meint, wird einem das Schreiben ständig schlecht reden, sich höchstens sorgen machen, wie man sonst noch Geld verdienen kann. Und Menschen, die es nicht gut mit einem meinen, sollte man nur bedingt in seinem Leben behalten.
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                Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)

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                  #15
                  Ehrlich gesagt ist das nichts, was ich mit Hinz und Kunz teile. Warum auch? Das ist etwas, dass ich in meiner Freizeit tue, wenn ich alleine bin und darüber erstatte ich meinem Umfeld normalerweise keinen Bericht, egal ob ich in der Zeit schreibe, Serien gucke oder Computerspiele spiele. Meine Eltern wissen das natürlich und haben dazu eine neutrale bis positive Position. Ein paar engen Freunden habe ich ebenfalls davon erzählt, aber reden tue ich darüber nur, wenn sie von sich aus nachfragen, woran ich gerade arbeite und auch dann versuche ich es kurz zu halten.

                  Fazit: Wenn man es niemandem auf die Nase bindet, kann man auch keine blöden Kommentare ernten. Und wenn ich mich austauschen will, dann habe ich dazu meine Schreibbuddys und Foren. Das deckt jeden Bedarf.

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                    Mir geht es da eins zu eins wie dir, Maggi. Wahrscheinlich verstehe ich deshalb schon den Threadtitel nicht.
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