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Der Überarbeitungsthread

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    Der Überarbeitungsthread

    Wir alle stehen nach der ersten Rohfassung ja vor der Aufgabe, unseren Text zu einer möglichst perfekten Geschichte zurechtzuschleifen. Weil es eine ganze Menge gibt, worauf man da achten sollte, möchte ich jetzt hier einfach mal sammeln
    • was man beim Überarbeiten alles betrachten sollte
    • wie man diese Probleme jeweils angeht
    • wie man sich diese einzelnen Punkte am besten auf die Überarbeitungsgänge aufteilt

    Was man bearbeiten muss und die beste Reihenfolge kann ich hier im ersten Posting sammeln; die Tipps und Herangehensweisen für die einzelnen Probleme sind dann im Thread zu finden.


    Also los gehts! Worauf achtet ihr bei eurer Überarbeitung? (Bitte ergänzen!)
    • Inhaltliche Fehler/ Recherche
    • Plotstruktur
      • Bilden Anfang und Ende einen Gegensatz?
      • Macht der Charakter eine Entwicklung durch?
      • Ergibt die Handlung einen Sinn?
      • Gibt es Plotlöcher?
      • roter Faden
    • Szenenstruktur
      • Anknüpfungspunkte an den Handlungsfaden
      • Aufbau der Szene (Spannungsbogen)
      • Länge
      • Cliffhanger
      • Chronologie der Ereignisse
      • Ziel der Szene erreicht?
      • Alle Informationen vermittelt?
      • Ist der Einstieg interessant? Ist der erste Absatz wichtig?
    • Inhalt
      • Erfährt der Leser alles Wichtige, um dem Plot folgen zu können
      • Gibt es Abschnitte, die nichts zur Handlung, Stimmung oder Charakterisierung beitragen?
      • Gibt es Passagen, die langweilig sind?
      • Gibt es Passagen, die unklar beschrieben sind?
      • Stimmt das Tempo, der Wechsel aus actionreichen und ruhigeren Szenen?
      • Konsistenz von Ort, Zeit, Wetter ...
      • inhaltliche Anschlussfehler (wo hat der Held plötzlich das Schwert her etc)
      • Motive verstärken
      • Rule of Three
      • neue Ideen einbinden
      • können Fäden stärker verflochten werden?
    • Rechtschreibung + Grammatik
    • Stil
      • Wortwiderholungen
      • Schachtelsätze
      • Adjektivitis
      • schwache/ nicht treffende Wörter
      • klischeehafte Formulierungen
      • Satzanfänge
      • Satzmelodie
      • Satzlänge (zu lang, zu kurz, keine Variation)
      • Variation im Satzbau
      • Synonyme
      • Umgangssprache
    • Stimmung/ Ortsbeschreibungen
      • Vorstellung der Welt
      • Verortung der Szene
      • Etablierung der Grundstimmung/ Atmosphäre
      • anwesende Figuren handeln lassen
    • Szeneninhalt
      • Konstanz der etablierten Beschreibungen
      • Namen der Orte prüfen
      • vergangene Zeit (zwischen den Szenen) realistisch?
      • zurückgelegte Strecken (zwischen den Szenen) realistisch?
      • Wetter, Jahreszeit, anwesende Personen passend zur Chronologie?
    • Charakterisierung der Protagonisten
      • Verhalten sie sich immer ihrem Charakter entsprechend bzw logisch?
      • Wird ihr Charakter durch ihr Handeln deutlich?
      • Haben sie als POV eine markante "Stimme"?
      • hat der Protagonist eine besondere Art der Wahrnehmung, die bedacht ist?
      • Wird die Szene dem POV entsprechend beschrieben?
    • Charakterisierung des Antagonisten
      • Hat der Antagonist Ziele und Motivationen?
      • Handelt der Antagonist logisch?
    • Charakterisierung der Nebenfiguren
      • Haben die Figuren einen eigenen Charakter?
      • Eigene Ziele und Motive?
      • Eine markante Eigenschaft/ Äußerlichkleit, an der man sie sich merken kann?
      • Gibt es ggf. zu viele Nebenfiguren/ Figuren, die man zusammenlegen kann?
      • Charakterliste erstellen/ Namen durchgehend konstant?
    • Dialoge
      • nachvollziehbar und logisch aufgebaut?
      • inhaltlich relevant?
      • alle nötigen Informationen vermittelt?
      • erkennbar, welcher Charakter spricht?
      • natürliche, dem Charakter entsprechende Sprechweise?
      • abwechslungsreiche (aber nicht zu ausgefallene) Inquits?
      • Tempo
      • Verhältnis Dialog - Erzählung
      • passt die Körpersprache zum Gesagten bzw zu den tatsächlichen Gefühlen?

    Zuletzt geändert von Ankh; 30.11.2016, 13:22.
    Poems are never finished.
    Just abandoned.

    #2
    Irgendwie neig eich bei meinen Geschichten dazu, keinen wirklichen Antagonistne zu haben. Wenn, ist es die Situation, die der Antagonist ist. Ein Major des Militärs führt eine Militärfestung in den Bergen und wird durch ein ereigniss vom rest der Welt abgeschnitten. Wo ist da der Antagonist? Die Handlung dreht sich dann ums überleben. Bürger bunkern Lebensmittel, ob wohl diese gesammelt werden müssen. Leute sterben und es brechen Seuchen aus etc. Einen richtigen Antagonisten habe ich da z.b nicht.

    Achja, was beduetet "Adjektivitis"?

    Es wäre auch mal cool so zu wissen, in welchen Verhätlniss Action und ruhige Szenen stehen sollten

    Außerdem fehlt mir ne Davebones Markierung Fühle mich irgendwie hier angesprochen

    Kommentar


    • Davebones
      Davebones kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ja, solche Personen wird es in Forstfrau geben. Aber ich lege vor allem den Fokus auf die Situation und wie der Major (Oder Eher Private ) damit umgeht. Aber ob der bunkernde Bürger als Antagonist taugt, muss ich mal schauen. Wird er erwischt, was ihn zum Anta macht, wird er halt weggesperrt. Bei Zuwiderhandlung erschossen.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Nochmal: Sobald jemand entgegen der Ziele des Protas handelt, ist er ein Antagonist, per Definition. Der bunkernde Bürger ist ein Antagoist. Ob er für den Major ein größeres Problem ist oder eines, das der im Vorübergehen löst ist deine Sache, aber wenn du schonmal so ein Konfliktpotential hast, dann würde ich es auch ausnutzen. Zuerst findet der Major nicht heraus, wer die Lebensmittel unterschlägt, dann hat er Skrupel, den Mann zu verhaften, weil der allein 7 Kinder durchbringen muss, und schließlich steht er vor dem Konflikt, ob er den Mann überzeugen kann oder gar foltern wird, um sein Vorratsversteck zu finden. Zum Beispiel. Alle diese Dinge beschäftigen den Protagonisten, und der Antagonist hält dagegen. Daraus entsteht der Konflikt dieses Handlungsstranges. All das ist Teil seiner problematischen Situation, aber er entzündet sich eben am Handeln dieses antagonistischen Bürgers.

    • Kelpie
      Kelpie kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Adjektivitis ist ein zu verschwenderischer Umgang mit Adjektiven

      Edit: Vielleicht sollte man zwischendurch mal die Seite neu laden
      Zuletzt geändert von Kelpie; 27.11.2016, 17:28.

    #3
    Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Thread hier sehr ausschweifend wird ^^

    Die Frage, die mir in der Beziehung am wichtigsten ist, ist eigentlich die hier: Wie schaffe ich es, Dinge, die mir in einem kurzen Textabschnitt angekreidet wurden, im restlichen Roman im Alleindurchgang zu finden?

    Das wäre eigentlich extrem wichtig, denn man kann nicht erwarten, dass die Probeleser alle 300-3000 Seiten lesen und dabei immer und immer wieder dasselbe ankreiden. Es wäre gut, wenn irgendwann mal der Selbstlerneffekt einsetzt und man diese Fehler selbst findet.



    Zu deinen Punkten: Was bei mir 95% der Überarbeitung ausmacht sind die Stilfragen. Das geht bei mir dann wirklich ins Detail (Adjektive suche ich z.B. gar nicht mal explizit, da ich diesen "Hass" auf die nie so ganz nachvollziehen konnte):
    • Wortwiederholungen
    • schwache Wörter/nicht treffende Wörter
    • Satzanfänge
    • Zu lange Sätze/zu kurze Sätze
    • Falsche Satzmelodie im Kontext
    • Synonymsuche

    Bei der Szenenstruktur suche ich auch nach den Handlungsfäden und inwieweit sie wo wieder auftauchen.
    Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

    So nah, so fern.

    Kommentar


    • Kelpie
      Kelpie kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ankh, heißt, wenn die Sätze z.B. immer mit dem Subjekt anfangen - auch wenn es nicht immer dasselbe Wort ist. Oder viele Relativsätze. Oder viele temporale Nebensätze. Usw.

      Milch, es geht nicht darum, dass man immer etwas übersieht, sondern darum, dass man auch mal etwas findet. Nur weil ein Text niemals perfekt sein wird, sollte man sich nicht darauf ausruhen und gar nicht überarbeiten
      Was die Synonyme angeht: Es geht nie um Extreme. Klar muss man nicht alles umschreiben, aber wenn man merkt, dass man das richtige Wort nicht gefunden hat, dann sind Synonyme sehr hilfreich.

    • Davebones
      Davebones kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Kleiner Tipp von mir: Einfach teile des Textes via Google Translator, von Deutsch zu Deutsch "übersetzen" und anhören. Hilft auch enorm.

    • Kelpie
      Kelpie kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Oder den Text beim englischen, spanischen, russischen oder italienischen Sprecher reinkopieren und sich am Akzent ergötzen

      Aber guter Tipp, danke!

    #4
    Was mir hilft beim Überarbeiten ist, den Text eine Zeit lang liegen zu lassen. Je länger ich den Text liegen lasse, desto mehr liest er sich wie ein fremder Text und dann fallen mir die meisten Dinge besser auf.

    Beim Überarbeiten selbst nehme ich mir pro Durchgang nur gewisse Themen oder Merkmale vor, auf die ich besonders achte. Wenn es zB um Rechtschreibung und Grammatik geht, achte ich nur darauf; versuche ich die charakteristischen Merkmale meiner PoV-Stimme zu verstärken, achte ich nur darauf usw. Dabei gehe ich vom Großen ins Kleine, also vom Inhalt zur Rechtschreibung. Erst der Inhalt: stimmen die Szenen? machen die Handlungen Sinn? ist der rote Faden da? etc Dann zu den Beschreibungen: kann man sich die Orte vorstellen? kommt die Atmosphäre rüber? etc Dann in die Sprachanalyse: stimmt der Satzbau? stimmt die Rechtschreibung? etc
    Es macht nämlich keinen Sinn, erst die Rechtschreibung zu überprüfen, wenn man hier und dort noch Inhalt zufügen muss, Sätze umstellen will usw.

    Außerdem mache ich mir beim Plotten und beim Schreiben und beim Korrigieren eine Liste von Auffälligkeiten, um die ich mich kümmern muss. Also gibt es wichtige Motive, die ich deutlich schreiben will? Gibt es irgendwelche Schwierigkeiten oder späten Ideen, die gesondert betrachtet werden müssen? Hab ich Umgangssprache nur da eingesetzt, wo ich sie auch einsetzen wollte? und was für Fragen der spezifische Text und sein Schreibprozess so aufwerfen.
    Zum Beispiel in meinem Zagadka-Text musste ich sehr darauf achten, dass Tödchen wirklich auf seine besonderen Sinne reduziert wird und ich den Ort eben nicht "menschlich" beschreibe. Das wusste ich beim Plotten bereits und es hat mir Schwierigkeiten beim Schreiben bereitet und beim Korrigieren bin ich ganz besonders die Ortsbeschreibungen durchgegangen: Kann sich der Leser den Ort vorstellen UND macht es Sinn, dass mein Tödchen den Ort auf diese Weise beschreibt? Dank meiner Listenführung kann ich meinen Text für diese textspezifischen Schwierigkeiten Stichpunkt für Stichpunkt durchgehen.

    Es gibt auch Dinge, die mir immer wieder über mein Schreiben gesagt werden, die ich auch auf einer Liste habe und dann Stichpunkt für Stichpunkt durchgehe. Es gibt ja Auffälligkeiten, die macht man immer wieder, auch wenn man sie nicht für sein Schreiben haben will.
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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      #5
      Beim Überarbeiten selbst nehme ich mir pro Durchgang nur gewisse Themen oder Merkmale vor, auf die ich besonders achte.
      Diese Vorgehensweise hört man ständig und manchmal glaube ich, die einzige zu sein, die alles auf einmal macht. Ich verstehe zwar, dass man mit dieser Schritt-für-Schritt-Version sein Augenmerk jeweils auf ein Problem legt, aber irgendwie funktioniert das bei mir nicht. Mir fallen immer sehr viele Dinge gleichzeitig auf und auf einen Text, der rechtschreibtechnisch und grammatikalisch nicht tadellos ist, kann ich mich ohnehin nicht genug einlassen, um auf Charakterfragen usw. zu achten.
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      • Schneeregen
        Schneeregen kommentierte
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        Ich kann meinen Text auch überhaupt nicht sooft lesen. Ich mag es nicht, meine Texte zu lesen. Zumindest mehr als einmal in kürzester Zeit. Das liegt aber auch daran, dass ich dann zum überkorrigieren neigen würde. Und ich konnte Fehler niemals einfach liegen lassen, weil sie mir ja sofort ins Auge fallen
        Das meiste sehe ich aber gar nicht, da brauche ich Betaleser für.

        Generell sind meine Texte am Ende aber wenig verändert.

      • In-Genius
        In-Genius kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Die anderen Fehler fallen mir natürlich auf, blind bin ich nicht. Aber ich markiere die Stelle und arbeite daran später weiter. Ich kann nicht alley auf einmal machen ohne was zu vergessen, also unterteile ich mir alles in kleinere Aufgaben. Mir hilft das, anderen vllt nicht.

      • Maggi
        Maggi kommentierte
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        Also da ich auch wenig Lust habe, meinen Roman 27 mal zu überarbeiten, bei nur einem Durchgang aber zu viel verpasse, habe ich mich jetzt auf drei eingependelt.
        Im ersten Durchgang lese ich nur und verbiete mir explizit Tippfehler etc. zu korrigieren (manchmal gar nicht leicht). Da geht es nur darum, den Plot und dessen Rhythmus zu beurteilen. In diesem ersten Durchgang werden dann Szenen verschoben, gekürzt, ergänzt oder hinzugefügt.

        Im zweiten Durchgang ist bei mir Rechtschreibung + Stil + Ton, also alles sprachliche, dran.

        Im dritten Durchgang noch mal Rechtschreibung und Tippfehler, für alles was ich übersehen oder bei den Ergänzungen im zweiten Durchgang neu fabriziert habe.

      #6
      Zitat von Ankh Beitrag anzeigen
      [*]Gibt es Abschnitte, die nichts zur Handlung, Stimmung oder Charakterisierung beitragen?
      Ja, danke. "Stimmung oder Charakterisierung" wird nämlich gern mal sehr stiefmütterlich behandelt und ich als Verfechterin dessen wurde da bereits immer wieder belächelt (nicht af mein Projekt bezogen, sondern generell).

      -------------------------

      So, aber back to Topic. Was mir noch einfällt (weil ich selbst da mitunter ins Strudeln komme):

      -- Den Verlauf bzw. die Logik von Symboliken und Metaphern checken (roter Faden)
      -- Satzmelodie prüfen
      -- Prüfen, ob man die Erzählperspektive wie beabsichtigt einhält und ob es Stellen gibt, wo man eigentlich näher/distanzierter schreiben sollte

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        #7
        Kelpie, ich bin auch so jemand, der pro Durchgang nur eine gewisse Anzahl Dinge verbessert. Normalerweise arbeite ich mich von "grob" nach "fein" vor, da es für mich wenig Sinn macht, Rechtschreibung und Grammatik zu feilen, wenn noch Plotlöcher zu stopfen. Im Detail sieht das meist wie folgt aus:

        - erste Überarbeitung: da kümmere ich mich eigentlich nur um den Plot. Ich suche Löcher, überprüfe, wo die Handlungsstränge besser verflochten werden können, wo noch wichtige Infos fehlen, wo gekürzt werden kann bzw. wo was fehlt, etc.

        - zweite Überarbeitung: hier nehme ich mir meistens einen Charakter nach dem anderen vor und schau, dass die Entwicklung und Motivation konsistent sind

        - dritte Überarbeitung: Beschreibungen, Details und Stimmung, da ich das bei meiner Rohfassung meist komplett vergesse

        - vierte Überarbeitung: Feinschliff der Grammatik und Sprache


        Ganz streng getrennt sind diese Schritte bei mir nicht. Es kann z.B. sein, dass ich durchaus auch mal einen Absatz sprachlich überarbeite, wenn ich Beschreibungen einfüge oder was am Prota verbessere. Die erste Überarbeitung dauert bei mir mit Abstand am längsten (auch länger als die Rohfassung), dann wird es immer schneller.
        »Elezeis Blut schien in Aufruhr zu sein und brannte unerwartet kalt durch ihren Körper. Es war ein Gefühl, das nach Zerstörung dürstete.« – Blutgesang

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          #8
          Ich kann meinen Text auch überhaupt nicht sooft lesen. Ich mag es nicht, meine Texte zu lesen.
          Das geht mir gleich. Ich lese sie einmal, merke mir die Sachen an und beim zweiten Mal hüpfe ich nur von Markierung zu Markierung. Dann muss ein bisschen Zeit vergehen, ehe ich mir den Text erneut durchlesen kann.

          Aber ich markiere die Stelle und arbeite daran später weiter. Ich kann nicht alley auf einmal machen ohne was zu vergessen, also unterteile ich mir alles in kleinere Aufgaben.
          Naja, ich habe so eine ganze Tabelle mit Farben und Formatierungen für unterschiedliche Fehler. Die markiere ich dann beim Lesen einfach alle und am Ende des Kapitels schaue ich mir die Liste nochmal an und überprüfe, ob ich wirklich alles bedacht habe.
          Das einzige, was ich mit der Zeit jedes Mal aus den Augen verliere, sind die Namen. Die möchte ich eigentlich immer rausschreiben und in eine Tabelle einfügen, damit ich die Übersicht behalte, aber spätestens nach Kapitel 10 ist der Vorsatz vergessen und ich stelle bei Kapitel 20 fest, dass extrem viel fehlt.



          Ankh, mir sind gerade noch zwei Dinge eingefallen: Erstens tatsächlich das Sortieren von Namen und Orten, um so z.B. Änderungen im Namen aufzudecken (der Wirt Gustav in Kapitel 1 heißt in Kapitel 33 plötzlich Karl-Heinz) oder zu sehen, wenn man jemanden schon mal erwähnt hat usw.

          Und zweitens ... ich hab's vergessen, weil mich grad ne Ameise abgelenkt hat
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            #9
            Kelpie spricht was Wichtiges an: Der Überblick über Orten und Zeitpunkten etc. kann beim Schreiben verloren gehen. Also müsste bei der Überarbeitung überprüft werden, ob das reine Zeitvergehen logisch mit der Handlung verknüpft ist und die Ortsangaben Sinn machen.
            Also nicht, dass sie mittags am Nordpol stehen und zu Kaffee und Kuchen am Äquator sind, aber nur handelsübliche Pferde als Transportmittel haben. Oder dass sie im Dialog mal auf dem Sofa sitzen, mal in einer Bar sind und mal in der Dusche stehen - wenn sie nicht wirklich zu diesen Orten wechseln. Passieren die Handlungen auch wirklich in der Chronologie, die der Autor wollte oder wird montags über die Erinnerung an das spannende Abenteuer vom kommenden Freitag gesprochen?
            Dafür hab ich mir bei LP mittlerweile extra ne Tabelle angelegt, damit Ort- und Zeitangaben in den Kapiteln stimmen, weil ich selbst ständig durcheinander kommen -.- Unchronologisches Erzählen sucks.
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            • Julestrel
              Julestrel kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Für Wetter, Ort und Datum mache ich mir von Anfang an bei jeder Szene eine Notiz rein, damit ich das nicht verlier Dadurch spar ich mir das beim Überarbeiten und kann auch leichter sehen, wo ich welche Szene evtl. noch schieben kann.

            • In-Genius
              In-Genius kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Ja, mittlerweile mach ich das auch. Ich hab vorher vor allem Kurzgeschichten mit meistens einem Handlungsort und einem Handlungszeitpunkt geschrieben, da waren solche Notizen überflüssig. Aber in längeren Geschichten wechselt das viel häufiger und ich musste hart lernen, mir diese Notizen zu machen. Aber für die Ankhs allgemeine Liste schadet es sicher nicht, diesen Punkt aufzunehmen. So für Noobs wie mich

            • Dodo
              Dodo kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Oh ja, das lernte ich auch auf die ... naja... harte Tour. Erst habe ich Szenen verschoben und dann wimmelte es vor Anachronismen ... Ich nehme daher neben Ort, Zeit, Wetter, Personen explizit die Jahreszeit dazu ... Sonst stehen die plötzlich im Juli im Mäntelchen da ...

            #10
            So, hab mal upgedatet, ich hoffe, ich hab alles aus euren Kommentaren irgendwie untergebracht, wenn nicht, meckern! Macht weiter so!

            Da ist ja schon einiges zusammengekommen, ich denke, ich werde das irgendwann noch in "Päckchen" packen, was man sinnvoll gleichzeitig anschauen kann.
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              #11
              Mir ist jetzt im obersten Post aufgefallen: Die Dialoge wurden noch gar nicht erwähnt ...

              >> Ist der Dialog logisch, sinnvoll und nachvollziehbar (!) aufgebaut?
              >> Sind eine angemessene Anzahl an Inquits vorhanden und wiederholen sie sich nicht zu oft ("Er sagte", "Sie sagte", "sagte er", "sagte sie")?
              >> Ist bei vielen Charakteren während eines Wortwechsels erkennbar, wann welcher Charakter spricht?
              >> Klingt die Sprache im Dialog natürlich und nicht zu gestochen/gekünstelt?
              >> Haben die Charaktere einen eigenen Sprachstil (Jugendsprache, Dialekt, Akzent), der sie zu erkennen gibt?
              >> Ist das Verhältnis von Dialog und Erzählung in jedem Kapitel ausgewogen genug?
              >> Ist der Inhalt der Dialoge aussagekräftig genug oder nichtssagend?


              Falls mir noch etwas einfällt, meld ich mich per Kommentar unter meinem Post

              Kommentar


              • Ankh
                Ankh kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Danke, ich werd's gleich aufnehmen! Es ist aber auch okay, wenn du ein neues Posting aufmachst wenn dir noch was einfällt, denn die Kommentare werden schnell mal unübersichtlich.

              • Kelpie
                Kelpie kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Toller Beitrag. Gerade den Sprachstil zu überarbeiten, bedenke ich während des Schreibens kaum bis gar nicht, obwohl es mir ein Anliegen wäre.

              #12
              Ich überprüfe an den Szenen noch: Habe ich das Ziel der Szene erreicht? Welche Informationen sind eingebaut, sind sie notwendig?

              Für den allerersten (Ab-)Satz: Kann er gestrichen werden? (Das ist bei mir öfter einmal der Fall ...)

              Bei Dialogen: Passt eventuell beschriebene Körpersprache zu den wahren Gefühlen?

              Kommentar


                #13
                Weil ich das hier gerade sehe: Was ist die Rule of Three?
                Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

                So nah, so fern.

                Kommentar


                • Kelpie
                  Kelpie kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Eine der nordischen Mythen, ich komme gerade nicht drauf, welche es war, hat einen Viertakt. Eine schöne Mythe und alles, aber insgesamt fühlt sich die Struktur nicht glatt an. Es ist ein Mal zu viel ...

                  Die Drei ist finde ich auch eine gute Zahl, um anstelle einer nervigen Wiederholung eine stilistische Wiederholung einzubauen. Wenn man z.B. die Sätze: "Er roch nach warmem Leben. Er roch nach Wolle und Sand, Wind und Meer." hat, dann würde ich entweder einen der Sätze streichen oder einen dritten hinzufügen, der gleich beginnt. So, wie es dasteht, wirkt es fehlerhaft und unvollständig.

                • Davebones
                  Davebones kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Auf so große eriegniss,e wie das hingehen zu einem Ort, drei mal, habe ich gar nicht so gedacht. Da stört es sicher nicht.

                • In-Genius
                  In-Genius kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  In der Drei sieht man eben das Absichtsvolle: einmal ist keinmal, zweimal ist Zufall, aber drei ist Absicht. Für das Darstellen künstlerischer Absicht ist das ziemlich wichtig und die Rule of Three ist eben eine Möglichkeit, diese Absicht zu verdeutlichen.

                  Außerdem ist die Drei in vielen Kulturen eine heilige Zahl: Geburt - Leben - Tod ist d i e Dreiheit schlechthin und gibt jeder Kultur einen dreitaktigen Rhythmus. Genauso wie die Mondphasen: zunehmender Mond - Vollmond - abnehmender Mond, ebenfalls wichtig für viele Kulturen sind.

                  Es gibt aber noch andere wichtige Zahlen, beispielsweise die Sieben, die mindestens genauso häufig vorkommt: die sieben Aufgaben des Herkules, die sieben Todsünden, die sieben Geißlein und der Wolf etc.

                #14
                In diesem WK-Artikel: http://wortkompass.de/articles/11963...-und-testleser Geht es ja um Apha und Beta Leser. Alphas lesen ja ein unfertiges Manuskript, dass nur Grammatikalisch und Rechtschreiblich überarbeitet wurde. Wann kommen dann Beta-Leser? Sollte ich also all Überarbeitungspunkte in diesem Thread hier zwischen Alpha und Beta in einem Überarbeitungsdurchgang (Oder halt mehrere) durchgehen? Oder zwischen Beta- und Testleser?

                Kommentar


                • Davebones
                  Davebones kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Ankh Alles klar! Also erstmal das Optimum rausholen. Ist notiert. Und Erfahrung brauche ich wirklich, daher biet eich mich bei Leser-Suchen auch als Leser an

                • Ankh
                  Ankh kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Sorry, hab noch was ergänzt, ich hoffe, du hast es mitgekriegt ...

                  Hast du dir jetzt eigentlich einen Schreibratgeber gekauft/ zu Weihnachten gewünscht? Wahrscheinlich kann der dir ja dabei helfen, herauszufinden, worauf du beim Schreiben bzw Überarbeiten genauer achten solltest. Ohne zu wissen, worauf man gucken muss, hilft lesen allein auch nicht so viel; mit Sprachgefühl merkt man zwar, wo etwas hakt, aber woran das genau liegt, kriegt man am Besten raus, wenn man sein Handwerkszeug draufhat.

                • Davebones
                  Davebones kommentierte
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                  Ankh "etwas" Ja, ich habe mir "How to not writing a Novel" gewünscht. Ob ich es bekomme, steht in den Sternen, da ich mir vor einigen Wochen vorher schon etwas anderes gewünscht habe und ich jetzt nicht weiß, was man mir schenkt Mutter ist die einzige, die mir eben was schenkt, (Ich ihr natürlich auch) und da sie das Schreiben eh nicht so pralle von mir findet, mache ich mir erstmal nicht so die großen Hoffnungen. Ich würde es mir ja selbst holen, aber ich arbeite erst am Januar und muss meine Krone im Mund abbezahlen
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