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Mittwochsfrage #262: Glaubt Ihr das?

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    Mittwochsfrage #262: Glaubt Ihr das?

    Diese Frage wird freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Victoria , die mein leeres Hirn mit ihrem Geistesreichtum füllte. Merci.
    Nun zur Frage, gefiltert durch das Dodo-Medium:

    Wie realistisch müssen Eure Storys sein?
    Wie ausführlich ist Euer Realitätscheck, bevor Ihr eine Idee, eine Szene, eine Explosion, ein Faktoid als Fakt an Eure Leser bringen wollt?
    Was erwartet Ihr als Leser von einem Autor, der von Euch erwartet, dass Ihr seinen Figuren und seiner Story folgt und den Zweifel im Tiefkühlschrank lasst?
    Wann bricht für Euch - als Schreiber und als Leser - die Suspension of Disbelief zusammen? Könnt Ihr darüber hinwegsehen, sogar verzeihen?



    #2


    Wie realistisch müssen Eure Storys sein?
    Ich schreibe Fantasy, aber wehe irgendwo steht ein Spinnrad, an dem sich jemand stechen kann. Es muss alles in sich schlüssig sein und mit den Gesetzen der entsprechenden Welt funktionieren.

    Wie ausführlich ist Euer Realitätscheck, bevor Ihr eine Idee, eine Szene, eine Explosion, ein Faktoid als Fakt an Eure Leser bringen wollt?
    Ähm ... ich habe eine Exceltabelle mit Bevölkerungszahlen des gesamten Kontinents angelehnt an Bevölkerungszahlen zu historisch ähnlichen Zeiten in den klimatischen Bedingungen.
    Ich glaube ich stecke relativ viel Zeit in die Recherche und habe inzwischen auch eine ziemlich gut ausgebaute Welt, andererseits leidet auch der Schreibfortschritt ein wenig darunter.

    Was erwartet Ihr als Leser von einem Autor, der von Euch erwartet, dass Ihr seinen Figuren und seiner Story folgt und den Zweifel im Tiefkühlschrank lasst?
    Gut ausgefeilte Figuren, mit denen ich mich identifizieren kann und mit denen ich mitfiebere.

    Wann bricht für Euch - als Schreiber und als Leser - die Suspension of Disbelief zusammen? Könnt Ihr darüber hinwegsehen, sogar verzeihen?
    Das ist sehr stark abhängig von der Art der Geschichte und dem Schreibstil. Je ernster Regeln innerhalb einer Geschichte festgelegt sind, desto kritischer werde ich sie auch betrachten - unabhängig vom Genre. Ich kenne einige Bücher in denen der Hauptfigur immer wieder von anderen Personen Charaktereigenschaften zugesprochen werden, die aber nie beschrieben werden. Das finde ich unglaubwürdiger (vor allem wenn es aus Autor*innensicht auch so beschrieben wird, nicht als Stilmittel nur von anderen Charakteren), als eine Figur, die plötzlich in einer Fantasywelt auftaucht, Magie lernt und sich mit Drachen anfreundet.
    Außerdem: Wenn es um gefährliche Aussagen geht.
    CN Gift:
    Ich bin z.B. immer noch entsetzt davon, dass in einem Buch sinngemäß die Aussage 'keine Sorge, ich hab nur die Beeren der Tollkirsche verwendet, nicht die giftigeren Teile der Pflanze, damit schlafen sie nur' gefallen ist. Nein, verdammt, die Früchte können genauso tödlich sein und das Zeug wächst am Wegesrand, falsche Informationen können hier tödlich enden.
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      #3
      Wollen wir ehrlich sein, die Welt von Familie Feuerstein ist nicht realistisch. Dinos und Menschen lebten nicht zum gleichen Zeitpunkt auf der Erde. Trotzdem habe ich daran Freude.

      Ich habe Schwierigkeiten, wenn alles zu sehr einem Rätsel untergeordnet wird und die Figuren zu kalt wirken.
      Und wenn es der Welt an Phantasie mangelt, also der Charme fehlt und alles zu klischeehaft ist.
      Zuletzt geändert von Milch; 23.11.2022, 22:55.

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        #4
        Wie realistisch müssen Eure Storys sein?

        Okay, sagen wir so, ich wünschte, ich hätte die Lockerheit, sie weniger realistisch zu schreiben als ich es tue.

        Wie ausführlich ist Euer Realitätscheck, bevor Ihr eine Idee, eine Szene, eine Explosion, ein Faktoid als Fakt an Eure Leser bringen wollt?

        Kommt auf die Idee/Szene/Whatever an. Meistens will ich verstehen, was da passiert, und recherchiere eben so lange, bis ich ein gutes Gefühl dabei habe. Prinzipiell will ich erreichen, dass jemand, der sich damit auskennt, beim Lesen keine Kopfschmerzen bekommt, weil er seine Stirn auf die Tischkante hauen muss. Kann natürlich trotzdem passieren. Panik bekomme ich dann, wenn mir zwei Experten was komplett Gegenteiliges erzählen (für mein Verständnis zumindest), weil das bedeutet, dass ich's entweder überhaupt nicht kapiert habe (und die zwei sich tatsächlich doch einig sind) oder ich es nie allen recht machen kann.

        Was erwartet Ihr als Leser von einem Autor, der von Euch erwartet, dass Ihr seinen Figuren und seiner Story folgt und den Zweifel im Tiefkühlschrank lasst?

        Das ist dann der nächste Schritt, bei dem ich mich als Autor schwer tue: Wenn man weiß, wie's eigentlich funktioniert, aber mit Selbstbewusstsein aufgrund der Rule of Cool übertreibt oder was komplett Absurdes passieren lässt.
        Wenn ein Autor das bringt, bewundere ich das. Normalerweise spürt man ja den Unterschied zwischen schlampiger Recherche und bewusstem Bruch mit der Realität sehr schnell. Das erste ist furchtbar, das zweite: Yay, gib mir mehr!

        Wann bricht für Euch - als Schreiber und als Leser - die Suspension of Disbelief zusammen?

        Eigentlich gar nicht. Ich weiß ja von Anfang an, dass es Fiktion ist. Es kann höchstens der Moment kommen, wo ich überzeugt bin, dass es schlechte Fiktion ist Aber unrealistisch heißt ja nicht schlecht, gerade in den Genres, in denen ich mich so bewege.

        Könnt Ihr darüber hinwegsehen, sogar verzeihen?

        Über schlecht recherchierte Fiktion? Ich ... hab da so einen Fetisch Natürlich reg ich mich drüber auf (gern zusammen mit anderen), aber das heißt nicht, dass ich kein Vergnügen dabei empfinde, eine wirklich schlimme Badfic zu lesen und zu zerreißen.
        Poems are never finished.
        Just abandoned.

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          #5
          Wie realistisch müssen Eure Storys sein?
          Die innere Logik muss stimmen, also in der Geschichte vorhanden sein.

          Wie ausführlich ist Euer Realitätscheck, bevor Ihr eine Idee, eine Szene, eine Explosion, ein Faktoid als Fakt an Eure Leser bringen wollt?
          Ich versuche es, so realistisch wie möglich zu bleiben und erwarte das auch von einem Buch. Manchmal runzel ich auch die Stirn, aber ganz ehrlich, die echt Wahrheit ist oft doch langweilig. Ich weiß selbst, dass Autos nicht so schnell explodieren, aber ohne Explosionen macht die Verfolgungsjagd weniger Spaß. Natürlich frage ich mich, wer hinter den Avengers aufräumt, wenn sie ganz New York zerlegt haben, aber ohne macht der Film nur halb so viel Spaß. Natürlich wäre es klüger, wenn der Geheimagent einer geheimen Alienjäger-Organisation die Aliens in einer abgelegenen menschenleeren Siedlung in die Falle lockt, anstatt mitten in der Stadt auf Konfrontation zu gehen, aber ganz ehrlich: wer will das sehen? Natürlich frage ich mich, eine Frau auf der Flucht, nachdem sie von ihrem besten Freund hintergangen wurde, Bock auf Sex mit der hübschen Agentin hat, aber will ich bis zum Ende des Buches warten, wenn alles vorbei ist? Nicht wirklich.

          Was erwartet Ihr als Leser von einem Autor, der von Euch erwartet, dass Ihr seinen Figuren und seiner Story folgt und den Zweifel im Tiefkühlschrank lasst?
          Ich will nicht für dumm verkauft werden. Wenn die Logik offensichtlich aus Bequemlichkeit ignoriert wird, stört mich das.

          Wann bricht für Euch - als Schreiber und als Leser - die Suspension of Disbelief zusammen? Könnt Ihr darüber hinwegsehen, sogar verzeihen?
          Wenn die Lesefreude auf der Strecke bleibt. Wenn der Prota ganz offensichtlich im Kampf sterben müsste, will ich nicht, dass harte Fakten ignoriert werden (Oberschenkelarterie gerissen? Kein Problem, verbluten ist für Anfänger). Das ist mir wichtig. Ansonsten sehe ich über kleine Logikfehler hinweg, wenn sie gut verpackt sind und die Realität absolut nicht leserfreundlich ist.
          Unter den Masken (2021) - Booksnacks/dp DigitalPublishers
          Nordfriesentote (2021) - Twentysix

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            #6
            Wie realistisch müssen Eure Storys sein?

            Die Geschichten mit Drachen, Kobolden, Magie oder der Liebe auf den ersten Blick haben schon deutlich mehr Spielraum als die Krimis. Bei den letzteren achte ich ziemlich auf Realitätsnähe, da sie mir sonst von den Leser*innen um die Ohren gehauen werden.
            Die Straßenpreise für Koks im Paris müssen genauso realistisch sein, wie die Zeit, die ein Croque Monsieur überbacken wird.

            Wie ausführlich ist Euer Realitätscheck, bevor Ihr eine Idee, eine Szene, eine Explosion, ein Faktoid als Fakt an Eure Leser bringen wollt?

            Solange, bis ich von der Richtigkeit der Info ausreichend überzeugt bin. Natürlich bereite ich ein Croque Monsieur oder ein Galette zu Hause zu, um mich zu vergewissern, keinen Stuss zu erzählen.
            Restaurants oder Cafés, die ich namentlich erwähne, habe ich besucht.
            Darauf ein Tütchen Kokain in Paris am Place Stalingrad zu besorgen, um die Straßenpreise zu verifizieren, habe ich verzichtet und mich auf Statista verlassen.

            Was erwartet Ihr als Leser von einem Autor, der von Euch erwartet, dass Ihr seinen Figuren und seiner Story folgt und den Zweifel im Tiefkühlschrank lasst?Wann bricht für Euch - als Schreiber und als Leser - die Suspension of Disbelief zusammen? Könnt Ihr darüber hinwegsehen, sogar verzeihen?

            Kommt auf das Genre an. Ich bin eher bereit einem Autoren einen Drachen oder wüste Magie abzunehmen, als eine Figur, deren Verhalten und Motivation ich nicht nachvollziehen kann. Wenn ich die Frage "Würde sie sich wirklich so verhalten, nach allem was ich bereits von ihr gelesen habe" mit einem klaren Nein beantworten kann, ist der Reiz der Geschichte zu Ende.
            Ansonsten will ich, dass die Autorin sich an die Regeln, die sie ihrer Welt gegeben hat, hält, und sie nicht verbiegt oder bricht, weil sie sich in eine Plot-Sackgasse laviert hat.

            I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

            Douglas Adams

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