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Mittwochsfrage #260: Welches Feedback braucht ihr am meisten?

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    Mittwochsfrage #260: Welches Feedback braucht ihr am meisten?

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    Welches Feedback braucht ihr (wann) am meisten?

    Nach wahrscheinlich zwei Jahren voller Pandemiestress hab ich tatsächlich mal wieder "mein Projekt" ausgepackt mit dem Willen, es noch mal neu anzugehen. Der Prolog ist geschrieben. (Yay! ) Und erstes Feedback wurde eingeholt.

    Person A: Wie süß. Die Atmosphäre finde ich gut gelungen.
    Person B (das eigene Kind): Laaaaangweilig, die reden ja nur. Da passiert gar nichts.
    Person C: Das gefällt mir gut. Magst du mir die Datei schicken, dann kann ich noch mal ins Detail gehen.

    Früher hätte ich ja gesagt, weil ich Textarbeit mag. Aber vorgestern hab ich tatsächlich abgelehnt. Ich wollte gar keine Kritik. Weil ich weiß, dass ich dann wieder überarbeite und nie wieder aus dem Überarbeiten komme. Ich will Konfetti, Flausch und zu Ende schreiben.

    Wie ist es bei euch?


    Angehängte Dateien

    #2
    Eine für mich sehr aktuelle Frage. Vor allem, da es mir wie dir ergeht und ich bei meinem aktuellen Projekt festgestellt habe, dass ich wirklich viel besser/schneller vorankomme, wenn ich mich auf das Schreiben der Geschichte konzentriere und mich zunächst nicht mit Einzelheiten aufhalte.
    Feedback in Form von "gut/schlecht, weil ..." ist dabei sehr hilfreich und bringt mich zuweilen sogar auf interessante Ideen, die ich mit einbauen kann.
    Detaillierte Einzelkritiken würden mich nur aufhalten. Dafür ist dann die Überarbeitung da.
    So gesehen, ist es also eine Frage des Bearbeitungsstandes, welche Form von Feedback ich gerade benötige.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg mit deinem Projekt!
    http://www.wandern-mit-kindern-in-thueringen.de

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      #3
      Ich glaube, man sollte schon soweit sein, dass man das Ende ausformuliert hat, denn blockiert die Kritik nicht den Schreibprozess. Du solltest nicht aus der Bestätigung für andere arbeiten, das Werk muss dir ein Anliegen an sich sein.

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        #4
        Gute Frage. *nachdenk*

        Ich denke, es hängt vom Stadium des Schaffensprozesses ab. Während ich noch an der Rohfassung arbeite, nutzt mir "Laaaangweilig ..." gar nix. Im Gegenteil. In der Entstehungsphase, wenn alles noch ganz frisch ist, hilft mir am meisten, das Positive hervorzuheben, z.B. ob man Spaß am Lesen hatte, bestimmte Charaktere besonders mochte und gut ausgearbeitet fand oder die Neugier darüber zu äußern, wie es weitergeht usw. So fällt das Dranbleiben leichter. Also nichts schönen oder lügen, sondern sich erstmal darauf beschränken, was gut ist. Später, wenn die Rohfassung geschrieben ist, ich an die Überarbeitung gehe und die Geschichte ab hier kritischer prüfe, kann es gerne ins Detail gehen.

        Die Ausnahme von der Regel:
        Wenn man sich ganz furchtbar verrennt und absehbar ist, dass alles in einer "Katastrophe" endet, Testleser es merken aber man selbst nicht, dann sind Hinweise gut. Jedenfalls besser als die Korrektur der halben Geschichte.
        Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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          #5
          In der letzten Zeit wäre ich schon glücklich damit, wenn irgendjemand lesen wollen würde, was ich schreibe. Ich weiß, dass das schwierig ist bei der Art, wie ich schreibe, weil es nur schwer verständlich ist, so wie ich im Manuskript herumspringe, aber wenn man monatelang ganz alleine vor sich hinschreibt, dann hat man irgendwann das Gefühl, in den Abgrund zu schreien und niemand hört es.

          Im Moment habe ich aber Bedarf nach ganz bestimmtem Feedback, weil davonabhängt, wie die nächste Szene verläuft, und ich generell wissen will, wie die Situation ohne Hintergrundwissen wahrgenommen wird. Das ist gerade so ein Zwischending zwischen schreiben und überarbeiten, wo die Einzelteile zusammengenäht werden und ich schauen muss, was dabei rauskommt.
          Poems are never finished.
          Just abandoned.

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            #6
            Viel Spaß und gutes Vorwärtskommen mit "mein Projekt".

            Auf Feedback von Freunden, Testlesern, etc. verzichte ich komplett. Habe ich früher mal gemacht, aber es hält nur beim Schreiben auf, da es laaange dauert und ich von 5 Leuten 5 verschiedene Meinungen bekomme. Selten gebe ich mal eine Textstelle raus und lasse eine Lektorin oder Person, die sich auskennt (gegen Bezahlung) rüberschauen, ob es so funktioniert.
            Ich schreibe "to market" und kenne meine Zielgruppe inzwischen gut genug, um zu wissen, was erwartet, was gehasst und was geliebt wird. Ausgeklügelte Formulierungen, über die ich nächtelang gegrübelt habe, gehören nicht dazu.

            Nach der ersten Überarbeitung liest meine Frau das Manuskript und gibt mir den Flausch, den ich brauche. Außerdem zeigt sie mir logische Fehler auf, was wichtiger ist.

            Ansonsten gibt es Feedback von meiner Lektorin und Korrektorin. Das mag ich sehr gerne, da es ein Konzept ist, mit dem ich etwas anfangen kann. Professionelle Meinung innerhalb eines festgelegten Zeitraums gegen Bezahlung. Meine Lektorin weiß, worauf es mir ankommt und konzentriert sich auf diese Punkte.

            Ansonsten liebe ich es, von meinen Leser*innen nette Rezensionen zu erhalten. Inzwischen habe ich es mir angewöhnt, die miesen emotional nicht mehr an mich ranzulassen.
            I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

            Douglas Adams

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              #7
              Bei mir hat sich das über die Jahre (entsprechend Schreiberfahrung) geändert.
              Mit Handwerkskritik kann ich immer etwas anfangen. Dazu zähle ich mittlerweile aber nicht mehr Ratgeber-Allgemeinplätze wie z B "Adjektive sind allesamt böse", sondern Rückkopplungen wie "Auf mich wirkt dein Prota wie der letzte Hinterwäldlerarsch, wenn Du das so schreibst, soll das so?" Mir geht es also mittlerweile mehr um die Wirkung. Erreiche ich die, die ich erreichen wollte, oder muss ich etwas ändern?
              Ich merke, dass ich Stilkritik nicht so gut "vertrage" und mich auch selbst zurücknehme, nicht den Stil anderer verändern zu wollen. Ich könnte also nicht vertragen, wenn jemand meint, mir zu helfen, indem er meine Sätze umbaut oder gleich neu schreibt (ich habe schon als Weiterbildungsassistent gehasst, wenn jemand meinte, man könne Dinge nur auf eine Art formulieren). Auf jeweiligen Stil sollte man sich als kritischer Leser einlassen können, auf Handwerksfehler nicht. Arbeit mit dem Text ja, Arbeit am Autor nein. Das sah ich als Schreibanfänger durchaus anders.
              Am meisten freu ich mich, wenn Testleser dieselben Textstellen schön finden, die ich auch gelungen fand.
              Kommt selten vor. Aber wenn, dann dann dann.

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              • Milch
                Milch kommentierte
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                Leider sickert diese Schreibratgeber-Kultur durch, gerade aufgeblasenes, ideenloses Standard-Show don't tell stört mich, wenn es übergestülpt und ungelenkt wirkt. Dieses "Jetzt schnell noch mal einen anderen Sinn rein", diese Gesichtsakrobatik, diese uninteressierte Atmophäre.

              • Ankh
                Ankh kommentierte
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                Der Unterschied ist immer, ob du etwas bewusst einsetzt oder ob du es einfach nicht hinterfragst. Und wenn du es bewusst einsetzt, hat es den Effekt, den du damit erzielen willst?

              • Milch
                Milch kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Ich habe Texte im Auge, wo ich ahne, dass Autorin es bewusst einsetzte, trotzdem stört es mich, weil es oft so phantasielos in der Sprache ist. .

              #8
              Schwierig. Meine beste Freundin ist meine wichtigste Testleserin, weil sie als studierte Germanistin und Extrem-Leserin (sie verschlingt in guten Zeiten 10 Bücher im Monat) sehr viel Erfahrung hat. Sie hat mir gute Tipps gegeben und knüppelt meine Grammatik- und Formulierungspatzer aus dem Text. Durch sie habe ich meine großen stilistischen Schwächen erkannt, aber mir würde mal eine Plot-Analyse helfen. Also wirklich mal auf Spannungsbogen, Chara-Entwicklung, Logik, das fehlt mir noch. Leider hilft mir das erst am Ende des Textes, weil meine Plotplanung sehr knapp gehalten ist und ich gerne Sub-Plots dazuschreibe. In der Theorie weiß ich, wie man plotted und ich plane meine Plots nach der 5 Akt Struktur.

              Am liebsten wäre mir mal eine knallharte Lektorenmeinung, nur habe ich keine 2000 Euro für ein Lektorat und Verlage geben ja in der Regel keine Rückmeldung. Nach so einem Feedback bräuchte ich viel Schnaps und aufbauende Worte, aber zumindest wüsste ich mal, wie der Stand meiner Schreiberei ist.
              Unter den Masken (2021) - Booksnacks/dp DigitalPublishers
              Nordfriesentote (2021) - Twentysix

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              • Peter
                Peter kommentierte
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                Ich kenne mich mit Verlagen nicht aus, aber ist es nicht die Autorin, die das Feedback des Lektorats umsetzt?
                Nie würde ich jemandem einen Blanko Scheck ausstellen, meine Text nach eigenem Gusto zu ändern.
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