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Mittwochsfrage #256: Weltenbau oder Weltenwanderung

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    Mittwochsfrage #256: Weltenbau oder Weltenwanderung

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    Burg Eltz

    Was mögt ihr lieber? Für eure Geschichten neue Welten zu erbauen oder einen realen Ort zu benutzen?
    Wenn ihr lieber eigene Welten baut, was ist der Reiz daran? Woran habt ihr besonders Spaß und was fällt euch schwer bzw. was umgeht ihr? Basiert eure fiktive Welt auf etwas Realem? Wenn ja, wieso?
    Wenn ihr lieber reale Orte benutzt, wie wichtig ist euch die Darstellung dieser Orte? Wie recherchiert ihr? Erfindet ihr fiktive Dinge hinzu? Wenn ja, wieso?






    #2
    Was mögt ihr lieber? Für eure Geschichten neue Welten zu erbauen oder einen realen Ort zu benutzen?
    Also bei mir ist es entweder ein realer Ort oder ein fiktiver Ort, der stark an die reale Welt angelegt ist.
    Welten erbauen würde ich auch spannend finden, habe ich aber nicht die Geduld dafür.

    Wenn ihr lieber reale Orte benutzt, wie wichtig ist euch die Darstellung dieser Orte? Wie recherchiert ihr? Erfindet ihr fiktive Dinge hinzu? Wenn ja, wieso?
    Da ich mich am liebsten gar nicht so viel mit Recherche aufhalten möchte, sondern immer so viel recherchiere wie nötig ist (und eigentlich keine Lust zum Reisen habe, demnach nur im Internet recherchiere) und im Zweifel dann eben nachschaue, wenn ich hänge, baue ich im Zweifel eher einen fiktiven Ort in der realen Welt. Der Grund ist ganz einfach, damit ich flexibler bin und nicht so an die realen Gegebenheiten gebunden bin. Ist ja doch doof, wenn man an einem realen Ort ist und dann ein paar Häuser oder Brücken verschiebt, weil einem das besser passt. Das ist wohl dann nicht der Sinn der Sache.
    Wie wichtig ist mir die Darstellung eines Ortes? Hmmm, gute Frage. Kommt drauf an. Wenn es ein bekannter Ort ist (wie Rom zum Beispiel), dann würde ich schon wollen, dass man das Gefühl als Leser bekommt, dass man sich auch an diesem speziellen Ort befindet. Da das aber meist für meine Geschichten nicht allzu wichtig ist, wo die sich befinden, sondern eher was passiert, sind meine Orte nicht so spezifisch.
    An sich finde ich eigene Welten bauen auch spannend, aber dafür habe ich nicht die Geduld und auch nicht das Interesse mich mit manchen Thematiken zu beschäftigen, die aber wahrscheinlich wichtig wären für eine eigene Welt.

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      #3
      Weltenbau beschränkt sich nicht nur auf einen Ort, das wäre zu kurz gegriffen.
      Kreiert man auch einen fiktiven Ort, wenn man in einer realen Stadt beispielsweise eine Nebenstraße erfindet?

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        #4
        Bevorzugt baue ich keine eigenen Welten. Für mich ist Weltenbau unglaublich schwierig, weil er Aspekte beinhaltet, die ich nicht in meinen Schädel bekomme.
        Meist befinde ich mich am liebsten an realen Orten. Und ich baue mir da Dinge auch leicht zurecht, benenne sie allerdings nie so exakt, dass sich das nachvollziehen lässt. Z. B. verorte ich Wohnungen für mich, um mir notfalls Entfernungen berechnen zu lassen, um zeitliche Abläufe einschätzen zu können. Ob dann an der Stelle tatsächlich Wohnungen sind oder eigentlich ein reiner Bürokomplex, ist aus einem Text nicht nachvollziehbar, weil das einfach keine Rolle spielt.

        Und trotz allem habe ich zu meinen zwei parallelen Projekten jetzt noch ein altes hinzugenommen, für das ich mich derzeit tatsächlich mit Weltenbau auseinandersetzen muss. Es hat seit Jahren immer wieder bei mir angeklopft und ich vermute, nur dem Weltenbau habe ich es zu verdanken, dass es bis jetzt gedauert hat, dass ich mich ihm doch widme.
        Da ich aber nur für mich schreibe, mache ich daran, was ich hinbekomme und ignoriere mehr oder weniger alles, was ich so ätzend/schwierig finde, dass ich das Projekt aufgeben würde, müsste ich mich unbedingt damit befassen.

        Sollte ich doch je wieder Richtung Veröffentlichung streben und es um ein Projekt gehen, das (viel) Weltenbau braucht, werde ich mir wen suchen müssen, um für die Gebiete, mit denen ich nicht zurechtkomme, Hilfe zu haben. Aber das steht aus jetziger Sicht nicht an.
        Ich komme aus Ironien.
        Das liegt am sarkastischen Meer.

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          #5
          Was mögt ihr lieber? Für eure Geschichten neue Welten zu erbauen oder einen realen Ort zu benutzen?

          Beides hat seine Reize. Es kommt auf das Genre an, ob es eines von beiden wird. Oft aufch eine Kombination.


          Wenn ihr lieber eigene Welten baut, was ist der Reiz daran?

          Eine Welt zu erfinden hat den Vorteil, dass man die Landschaft, die Völker, Kulturen und Städte an die Erfordernisse des Plots anpassen kann.

          Woran habt ihr besonders Spaß und was fällt euch schwer bzw. was umgeht ihr?

          Ich liebe es, Landkarten zu zeichnen und meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Schwierig finde ich den Konflikt zwischen "Hier bräuchte ich eine Bergkette" und der Überlegung "Mir fällt keine geologische Aktivität ein, die die Form, die ich brauche, erzeugen könnte". Das läuft dann je nach Tagesform auf einen Kompromiss hinaus.


          Basiert eure fiktive Welt auf etwas Realem?

          Meine Fantasy Romane basieren meist lose auf europäischem Mittelalter.

          Wenn ja, wieso?

          Geschichte war eines meiner Lieblingsfächer, was die Recherche um vieles amüsanter macht. Bei den Leser*innen lässt sich leichter ein Bild oder eine Emotion erzeugen. Jeder hat irgendwo eine mittelalterliche Burg in der näheren Umgebung.


          Wenn ihr lieber reale Orte benutzt, wie wichtig ist euch die Darstellung dieser Orte?

          Für meine Regio-Krimis benutze ich selbstverständlich reale Orte, deren Darstellung absolut wichtig ist. Viele kaufen die Bücher, weil sie an den Orten waren oder planen, hinzufahren. Ist dann die Dorfkirche am falschen Platz, bekomme ich Mails von verärgerten Leser*innen.
          Meine Leser*innen lieben kleine Details, die ich einflechte, die sie wiedererkennen. Ein kleines Dörfchen, in dem meine Ermittler wohnen, ist in den Sommermonaten zB für Autos gesperrt. Genauso versuche ich, kleine Anekdoten einzuflechten, die nicht sonderlich bekannt, aber amüsant sind.

          Die Urban Fantasy Bücher spielen in London und in den USA. Der Großteil der Orte ist real. Auch hier bin ich faul und nehme gerne Orte, die ich recht gut kenne.


          Wie recherchiert ihr?

          Ich nehme Orte und Regionen, die ich gut kenne. Da ich in der Schule miserabel in französisch war, musste ich jeden Sommer zum Schüleraustausch ins Languedoc fahren. Dabei ist es auch geblieben. Irgendwann kam zur Abwechslung die Bretagne dazu. In diesen Regionen spielen meine Krimis.
          Zur Zeit bin ich mindestens 2 mal im Jahr dort und sehe mir die Orte an, die ich benutzen will. Ich gehe auch in die Restaurants, die vorkommen, um dort was zu essen und die Speisekarte abzufotografieren.
          Ansonsten: Google maps, Internet-Recherche, etc.
          Inzwischen habe ich auch Leser*innen, die dort wohnen und mir bei Detailfragen aushelfen.


          Erfindet ihr fiktive Dinge hinzu? Wenn ja, wieso?

          Ja.
          In einem Krimi brauchte ich ein Hotel, in dem sich eine bedeutender Teil der Geschichte abspielte. Ich habe es erfunden, aber jeder, der schon mal an diesem Ort übernachtet hat, wird an einigen Details erkennen, dass es sich um eine Kombination von zwei bekannten Hotels handelt.

          Meine Romanzen spielen in einem fiktiven Ort in einer realen Umgebung. Hier wollte ich mir die Freiheit lassen, das Setting nach meinem Gusto zu gestalten.

          Ähnlich ist es bei einem historischen Fantasy. Eine fiktive Stadt, die im Rheinland liegt, und in die Geschehnisse des Jahres 1094 eingebunden ist. Auch wenn der Ort und seine Menschen so nicht existierten, interagiert er mit der realen Welt.



          I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

          Douglas Adams

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            #6
            Für mein Fantasyprojekt hatte ich eine alternative Vergangenheit zum Wilhelminischen Berlin "erschaffen", hat Spaß gemacht. Derzeit baue ich mir eine dystope SciFi-Welt für eine Geschichte um Verrat und Vergebung. Für meine neueste (aber nicht neue) Romanze will ich einen fiktiven Ort in unserer Realität zimmern. Bei meinen anderen Projekten hatte ich stets einen realen Ort im Sinn, den ich, wenn nötig, für meine Zwecke schamlos verbogen habe.
            Betreibe ich Weltenbau? Ich würde sagen: Nein. Weil Weltenbau für mich mehr ist als Straßennamen und eine im Realen nicht vorhandene Kreuzung erfinden ... Kulturen, Währungen etc und all die Dinge, die drohen, die Recherche auf unendlich und uferlos auszudehnen. Andererseits muss ich sagen: Ja, klar betreibe ich Weltenbau. Meine Figuren befinden sich ja nicht im luftleeren Raum. Und selbst da - brauch ich eine Raumstation. Insgesamt aber beschränke ich mich lieber auf "unmittelbare Details" als auf eine umfassende Enzyklopädie meiner fiktiven Welt. Details bringen die Welt näher als ein lexikalischer Eintrag. Gilt so auch für Figuren, ihre Berufe, Kleidungsstile etc.
            Es gibt im wahren Leben Orte, die ich liebe. Ein kleiner kanadischer Ort gehört dazu, der jedes Mal, wenn ich dort bin, größer wird. Nicht größer, eher breiter und tiefer. Dort spielen bereits zwei Geschichten, und es macht mir Riesenspaß, Details dieses Orts und seiner Umgebung einbauen; es ist, als wäre ich wieder dort - und wahrscheinlich ist das der Hauptgrund. Da sind die Details, die man vielleicht gehört, gesehen, gerochen, getan haben muss, um den Ort einzigartig und bei aller künstlerischen Freiheit wiedererkennbar und auf jeden Fall lebendig werden zu lassen. Urlaub relived.
            Mittlerweile scoute ich eigentlich in jedem Urlaub für schreiberische Zwecke.
            Andere reale Orte ... ich nutze da alles, was die Story braucht, und was nicht da ist, wird hinzuerfunden. Das heißt aber nicht, dass ich schludrig würde. Fehler, die nicht der Story dienen, will ich nicht haben.
            Recherche: vor Ort, Internet, Karten, Reiseführer, Bücher von Autoren vor Ort. Ansonsten: jeder Ort, auch ein Flugzeug, ein Museum, eine Straße in einem karibischen Zuckerrohrfeld - alles kann Bestandteil meines "Weltenbaus" werden. Deswegen habe ich eigentlich immer meine Sinne möglichst offen, außer es stinkt oder hat Corona.
            So kann ich mir vielleicht auch Gerüche und Geräusche einer Raumstation vorstellen.
            Zuletzt geändert von Dodo; 29.09.2022, 18:49.

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