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Mittwochsfrage #249: Richtig in die Materie eintauchen

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    Mittwochsfrage #249: Richtig in die Materie eintauchen

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    In die Suchmaschine kann man vielen schmeißen, um an Informationen ranzukommen. Heute will ich aber nicht wissen, nach welchen Begriffen ihr bereits gesucht habt – wobei das auch ganz lustig sein kann –, sondern was ihr tatsächlich selbst ausprobiert habt, nur um etwas authentischer schreiben zu können.


    #2
    Ich gehe manchmal die Strecken, die meine Charaktere gehen müssen. Man kann die Straßen doch anders nachfühlen, wenn man sie selbst abgelaufen ist und beim Schreiben kommen mir immer Ideen, wie ich die Szenen lebendiger gestalten könnte.
    Da das logischerweise nicht immer geht, suche ich mir manchmal stattdessen Wegstrecken, die denen meiner Charaktere ähnlich sind. Auch das hilft mir viel.
    Always avoid alliteration.

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      #3
      Ich bin NICHT mit einer Osprey unter der Rheinbrücke durchgeflogen Ich stand aber mit einem Lasermessgerät darunter und habe mit einem US Air Force Piloten gechattet, der die Dinger beruflich fliegt. Abgesehen davon habe ich mir hauptsächlich viele Schauplätze persönlich angeguckt, nicht nur hier in Karlsruhe, sondern bin auch mal bis an die Ostsee gefahren. Der Rest ist Kleinkram wie bestimmte Posen und Gesten ausprobieren, und Dinge, die ich immer mal machen wollte, weil man halt öfter darüber liest und schreibt (Schlösserknacken, Bogenschießen), aber jetzt nicht für ne konkrete Szene.

      Ansonsten habe ich zwar schon einige Dinge verarbeitet, die ich persönlich erlebt habe, aber die habe ich nicht extra erlebt, um sie verarbeiten zu können. Das hat sich einfach so in meinem Lebensfundus angesammelt und irgendwann als nützlich erwiesen.


      Poems are never finished.
      Just abandoned.

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        #4
        Für meine Frankreichkrimis fahre ich vor Ort und schaue mir das Setting ziemlich genau an, gehe die Wege ab und mache super viele Fotos, probiere die Gerichte, die meine Figuren lieben, usw.
        Die Leute, die meine Romane lesen, sind meist Bretagne-Fans, dazu noch recht penibel und sparen nicht mit Kritik, wenn es Diskrepanzen in der Wahrnehmung gibt.

        Ich habe mir einen Satz Dietriche und ein Übungsschloss besorgt. Hat eine Weile gedauert da ich nicht der Geschickteste bin, aber irgendwann habe ich unsere Haustüre aufbekommen. Seitdem schließe ich ab, statt sie nur ins Schloss fallen zu lassen.

        Für meine Schnulze habe ich Baguettes gebacken, bis ich den Bogen raushatte.

        Bogenschießen hatte ich als Schulsport. Axtwerfen musste ich unbedingt mal (im Garten) ausprobieren, sonst kann man ja keine epische Fantasy schreiben. Keine Ahnung, was die Nachbarn von mir halten.
        I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

        Douglas Adams

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        • Alys II.
          Alys II. kommentierte
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          Oh. Axtwerfen ausprobieren. Das kommt auf die Bucket List.

        • Badabumm
          Badabumm kommentierte
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          Ich befürchte, die meisten Einbrecher treten einfach die Tür ein, statt sich mit Schlüsseln rumzuplagen...

        • Peter
          Peter kommentierte
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          Badabumm

          Nicht jedermöchte, dass auffällt, dass man eine Wohnung betreten hat.

        #5
        Den von Ankh erwähnten Lebensfundus nutze ich eigentlich hauptsächlich. Seit ich schreibe, bin ich aufmerksamer geworden für Gerüche, Geräusche und tja, Atmosphäre. Da mich Orte inspirieren, fotografiere ich vielleicht eher mehr als weniger.
        Ich nutze gern Gelegenheiten, wenn sie sich mir bieten („ist ein Arzt an Bord?“, Axtwerfen in Kanada, im Zoo heiraten, einfach am Kasernentor fragen, ob man mal bei den Fallschirmspringern mitfliegen darf (ich durfte)); und manchmal frage ich mich hinterher, wie bescheuert man sein kann ( Gastroskopie - als Patient - ohne Narkose „um zu wissen, wie das ist“). Für mein kanadisches Setting verfolge ich seit meinem letzten Besuch in dem Örtchen die dortige Tagespresse und Polizeimeldungen.
        Für meinen Piloten war ich zwar nie im Simulator, habe aber mit einer Psychologin und einem Piloten der Lufthansa gequatscht, in Kanada außerdem mit ein paar Ü70 Air Force Piloten und Arktisfliegern, die in einem Museum aufpassten und die Kinder überall reinkrabbeln ließen (die Eltern dann auch).
        Das mach ich nicht gezielt, aber wenn es sich ergibt, lenke ich es, so gut es geht, und mir geht es eher um das, was es mit dem Menschen macht als um die Techniken.

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        • Dodo
          Dodo kommentierte
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          Es war Liebe auf den ersten Blick 🤓.
          Spontan war tatsächlich: Ihr könntet da oder dort heiraten oder bei Hagenbeck. - Jo.

        • Ankh
          Ankh kommentierte
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          Cool, das ist doch mal was anderes Hat dann auch ein Elefant die Ringe gebracht oder so? (Ich hab mal einen Falkner kennengelernt, der hat erzählt, dass seine Falken auf Kommando Ringe "einfliegen" – wenn sie Lust haben )

        • Dodo
          Dodo kommentierte
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          Wir haben den Gästen in Abendgarderobe eine Führung durch die Ställe geschenkt, während wir selbst vom Fotografen durch den Tierpark gescheucht wurden, um Fotos zu machen, bei den Flamingos, Zebras, Affenfelsen und so. Ansonsten haben wir die Tiere Tiere sein lassen, auch wenn wir in der Dressurhalle gegessen und gefeiert haben, jedenfalls erinnere ich keine Tiere; heißt aber auch nichts Aber der Caterer war auch Tigerdompteur und hätte, wenn wir gewollt hätten. Doch wir wollten nur Party im Zoo.

          Oder die Falken verduften - weil ihr Herrchen noch ein paar Klunkerchen braucht

        #6
        Interessante Frage...
        Da meine Handlung zum Großteil im Ausland spielt, hab ich natürlich vor, die jeweiligen Orte irgendwann zu bereisen. Hat bisher aber nur bei einem Ort geklappt. 😏
        Ansonsten... Nun ja, meine Hauptfigur beschäftigt sich mit Hypnose, Suggestion und Manipulationsstrategien, das hab ich daher auch mal ausprobiert. - Hat funktioniert. 😀
        Aber da mein Prota ansonsten eher Dinge macht, die man nicht nachmachen sollte (Opiumsucht, wechselnde Sexualpartner/innen, psychopathische + sadistische Züge usw.), verzichte ich da lieber aufs Nachempfinden. 😜 Dafür hab ich mich halt sehr umfassend mit der sogenannten Psychologie des Bösen beschäftigt. Das war zuweilen aufwühlend genug.

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        • Peter
          Peter kommentierte
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          Hypnose ist cool. Habe ich mich vor einer laaaangen Weile auch mal mit beschäftigt.

        #7
        Ich bin gerade beeindruckt von euren Antworten und feier ein bisschen! 🥳

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        • Peter
          Peter kommentierte
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          Wir warten gespannt auf deine kleinen Verrücktheiten.

        • Victoria
          Victoria kommentierte
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          Ich bin leider nicht so cool wie ihr.
          Ich hab bisher nur die Speisen nachgekocht, die meine Figuren im Roman ebenfalls kochen. Oder die Musik gehört, die sie auch hören,um mich einzustimmen. Und die Sprachen gelernt, die sie sprechen. Alles ganz ohne Action. 😅

        • Milch
          Milch kommentierte
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          Kochen ist auch Action. Wenn man ein Gericht selbst ausprobiert, weiß man, ob es einem selbst schmeckt, das hat nichts mit der Figur zu tun.

        #8
        Ich nutze auch sehr viel aus dem mehrfach genannten Lebensfundus, versuche aber, mit tatsächlichen Beschreibungen von z.B. handwerklichen Tätigkeiten spärlich umzugehen (ich schreibe schließlich Fantasy, kein Sachbuch über Handwerk).

        Abgesehen davon habe ich angefangen, die Kleidung einer Kultur zu zeichnen, habe dann beim kurzen Gespräch mit einer befreundeten Modedesignerin erfahren, dass der Schnitt nicht funktionieren würde, und ... was soll ich sagen, ich hab jetzt eine Schneiderpuppe, einen Ballen Stoff und eine Nähmaschine und arbeite daran, den Schnitt zu verfeinern, bis er alltagstauglich ist. Nebenher bastle ich an üblichen Schmuckstücken für die Region, die zumindest in ursprünglicher Form nicht nur hübsch waren sondern auch Funktionen hatten - und experimentiere damit, wie sie am Besten getragen werden können. 😅

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        • Ankh
          Ankh kommentierte
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          Da hast du dann auch gleich Merchandising, wenn dein Roman zum Bestseller wird

        #9
        Es kommt natürlich auch darauf an, in welchem Genre man schriftstellerisch unterwegs ist, aber für entscheidend halte ich, welche Erfahrungen man auf den jeweiligen Gebieten hat. Worüber oder wovon sollte man denn ohne Erfahrungen schreiben? Auf welchen Fundamenten sollte man sein Eigenheim mauern? Immer nur googlen? "Fantasy-Romane" oder "Krimis" schreiben, einen banaler und langweiliger wie den anderen?

        Literatur fängt dort an, wo der Blick durchs Alltägliche und über das Gewöhnliche hinaus auf etwas trifft, was man noch nie gesehen bzw. gelesen und sich (bis dato) auch nicht selbst vorgestellt hat: eigenen Gedanken, eigenen Sichten und Anschauungen Worte verleihen in einer Art, die für sich schon eigen und besonders ist.

        Natürlich kann man auch nur mit dem Finger auf der Landkarte herumreisen wie weiland Old Shatterhand während der Kaiserzeit, und noch größere Einfaltspinsel bastelten nach diesen Vorlagen Drehbücher für Wendlandts "Winnetou-Filme" in den 1960ern. Fantasy oder Schwachsinn? Wer sich intensiver mit Karl May beschäftigt hat, konnte feststellen, dass dieser einer der dreistesten Plagiatoren und Aufschneider um die Wende zum 20. Jahrhundert war; Reich-Ranicki nannte dessen Jugendromane eine Volksseuche, der bis zur Pubertät damals kaum ein Knabe entgehen konnte: Man hatte sie wie die Masern.

        Bestimmt hat Adolf seinerzeit in "Mein Kampf" von Karl abgeschrieben; und wo Putin gerade abschreibt, möchte ich gar nicht wissen: Fama cito percrebrescit. Und: fama cito percrebrescens periculosus est.

        Jeder Zahnarzt braucht ein Staatsexamen, jeder Lehrer eine Amtsprüfung und jeder Installateur wenigstens eine Gesellenprüfung. Schriftsteller und Politiker brauchen nix. Die werden schon fertig geboren.

        Heiter

        perca

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