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Mittwochsfrage #227: Nur Mut!

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    Mittwochsfrage #227: Nur Mut!

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    Schon wieder Mittwoch! Und wie so oft geht es bei mir auch heute wieder um eure Figuren

    Wann und warum müssen eure Figuren mutig sein?

    Für viele Charaktere kommt früher oder später der Moment, in dem sie über ihren eigenen Schatten springen müssen, um eine Entwicklung durchzumachen und ihr Ziel zu erreichen. Was ist bei euch der Auslöser? In welcher Situation siegt der Mut über die Angst (oder die Gewohnheit)? In welcher Situation war die Angst noch zu stark? Was hat sich dazwischen verändert? Und sind eure Figuren generell eher mutig oder eher ängstlich?

    Ich freu mich auf eure Antworten
    »… and he wonders if that is what people look for in a partner or a friend: the part of themselves that is missing.«
    – Rachel Joyce, Perfect

    #2
    Bei meinem Prota ist der Auslöser der Tod seines besten Freundes, wobei es nicht unbedingt/ausschließlich Angst, sondern Unsicherheit und Pflichtgefühl sind, die ihn bis dahin zurückgehalten haben. Ich würd ihn als mutig bezeichnen.
    Zuletzt geändert von Nachtmahr; 12.08.2021, 17:05.
    Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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    • Peter
      Peter kommentierte
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      Wie der Opa aus "Oben".

      Eigentlich eine coole Socke.

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Nur das mein Prota ein 19-jähriger ist. Aber gewissermaßen ja.

    #3
    Von meinen bisher 6 Protagonisten würde ich 3 als Feiglinge und 3 als mutig bezeichnen, aber letztlich sind da nur Nuancen zwischen. Die drei Feiglinge müssten ihre unterschiedlich begründete Bequemlichkeit hinter der Feigheit überwinden, um die Lieben ihrer Leben nicht zu verlieren; die Mutigen müssen ihren Mut anwenden (einer ist zu faul, der andere zu verwöhnt, der dritte zu chaotisch), um, tja, die Leben ihrer Lieben nicht zu verlieren. Der 7. aus der SciFi-Story ist von vornherein mutig, der hat andere Probleme.

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      #4
      Warum braucht es in einer Geschichte immer Mut, um ein Ziel zu erreichen?

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      • Milch
        Milch kommentierte
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        Klar, dass Personen handeln sollen.
        Manchmal ist auch Hartnäckigkeit der Schlüssel zum Erfolg, ein anderes Mal Klugheit, Humor oder Sensibilität.

      • Badabumm
        Badabumm kommentierte
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        Vielleicht definiere ich Mut weitläufiger. Es ist schon mutig, auf dem Weg zur Arbeit mal die linke statt immer nur die rechte Straße zu wählen. Diese Entscheidung kann zu etwas führen, auf das man nicht vorbereitet sein mag, z.B. einen Stau, eine Begegnung, ein Unfall. Mut ist die Eigenschaft, bewusst unvorhergesehene Überraschungen in Kauf zu nehmen und aus dem Trott auszubrechen. Mut ist das Gegenteil von „Wer nichts tut, macht keine Fehler“ und findet deshalb sowohl im ganz kleinen wie auch im ganz großen Rahmen statt.
        Dann würde es mich interessieren, ob mit Hartnäckigkeit, Humor oder Sensibilität je eine Geschichte erzählt wurde, ohne dass Mut vorkam.

      • SaKi
        SaKi kommentierte
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        Eine berechtigte Frage. Tatsächlich hat Badabumm das schon ganz gut zusammengefasst. Ich denke auch, dass Mut im engeren Sinne vielleicht nicht immer notwendig ist, aber ein „Sich überwinden“ und eingetretene Pfade zu verlassen, das braucht es doch, damit die Charaktere letztendlich eine Entwicklung durchmachen. Oder überhaupt eine Geschichte zustande kommt. Was wäre, wenn der Held nie sein Dorf verlassen hätte, sondern lieber zu Hause bleibt, weil es doch so gemütlich ist? Eben, keine Heldenreise, kein Kampf gegen Drachen, keine holde Jungfrau. Mit viel Mühe bekommt man da noch einen passablen Slice of Life hin, aber auch in alltäglichen Situationen muss man ja Entscheidungen treffen, von denen man sich scheut oder von denen man nicht abschätzen kann, wie sehr einen das Ergebnis beeinflussen wird. Klugheit, Humor und Sensibilität sind auf alle Fälle wunderbar zur Unterstützung geeignet – Mut ohne Klugheit ist im Prinzip ja nur Draufgängertum und das ist selten von Erfolg gekrönt. Eine Prise Humor hilft, Dinge und sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und vielleicht doch mal über den eigenen Schatten zu springen – und sei es nur, damit andere über diese Eselei lachen können. Und Sensibilität ist immer von Vorteil, auch um die Folgen der eigenen Entscheidungen für andere abzuschätzen und abzuwägen. Es funktioniert sicherlich auch ohne expliziten Mut in einer Geschichte. Aber gibt es nicht immer ein auslösendes Moment in irgendeiner Form? Irgendeinen Punkt in der Geschichte (oder auch mehrere), in dem die Figur wählen kann/muss, was sie tun will? Muss ja nicht immer in Lebensgefahr sein, reicht ja manchmal schon, dem Schwarm gegenüber zu stehen und den Mund (nicht) aufzumachen.

      #5
      In meinem Cast habe ich von allem was dabei.

      Ich schreibe handlungslastig und meine Protagonisten müssen den Hintern hoch bekommen, um ihr Ziel zu erreichen. Einigen fällt es leichter, andere tun sich schwer. Egal wie vorsichtig, ängstlich oder zittrig sie auch sind, irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem sie ihrem Mut zusammenraffen und etwas tun müssen, das ihnen aus den unterschiedlichsten Gründen schwerfällt.

      Die Protagonisten, die es schaffen, kommen in Bücher, die anderen in die Schublade.

      Das gilt selbstverständlich nicht für Nebenfiguren.
      I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

      Douglas Adams

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      • flashesofnonsense
        flashesofnonsense kommentierte
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        edit: Ah, sehe gerade, dass das oben schon diskutiert wurde.

        Ist doch eigentlich schade, dass die, die es nicht schaffen, nie irgendwo auftauchen. Aber schätze mal, die Story wäre dann zu langweilig, wenn der Prota es die ganze Geschichte über nicht schafft, sich aufzuraffen, weil es dann wenig spannende Handlung und (Charakter-) Entwicklung gibt?

      • Peter
        Peter kommentierte
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        SaKi

        Die Geschichten tun sich sehr schwer damit, wieder aus der Schublade herauszukommen, da ich immer mehrere Plot auf dem Tisch liegen habe, die ich spannend finde. Tatsächlich habe ich auch ein oder zwei Geschichten in der Schublade, bei denen ich mich vollig verrannt habe und irgendwann kein Ende mehr gesehen habe, die haben eine Chance, mal wieder das Tageslicht zu sehen.

        Meine Figuren sind oft etwas zu bequem, um die Komfortzone zu verlassen. Klar, ich könnte de Druck erhöhen, aber wenn ich die Figur die gesamte Geschicht lang vor mir herschubsen muss, ist mir das zu anstrengend.

        flashesofnonsense

        Ja. Wer liest schon gerne von einem Menschen, der nicht vom Sofa hockkommt. Klar, ich könnte einen passiven Protagonisten erschaffen und ihm einen negativen Entwicklungsbogen verpassen, aus dem er sich durch seinen Mangel an "Mut" nicht herausarbeitet.
        Aber ich bin ein Fan von Happy Ends.

      • flashesofnonsense
        flashesofnonsense kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Peter Ja, verständlich. Aber wenn es darum geht, dass sich Leser mit nem authentischen Prota identifizieren können, könnte so ein Prota zumindest bei mir gut ankommen. (Obwohl auch ich mich in Geschichten über (Denk-)Anstöße freue, wie es Antriebslosigkeit zu überwinden gelingt.)
        Ich bin ja nicht nur kein Schreiber, sondern auch kein großer Leser.. aber als ich die 3,5 Bücher geistig durchgegangen bin, die ich in meinem Leben zuende gebracht hab, ist mir Holden Caulfield eingefallen, den ich sehr geliebt habe.. und der während der ganzen Erzählung auch nicht viel mehr hinbekommen hat (wenn ich mich recht erinnere), als mit dem Leben zu hadern.

      #6
      Bei meiner Prota kommt der Moment, als sie eine Entscheidung treffen muss. Rettet sie ihre Freunde vor dem sicheren Tod, indem sich ihr eigenes Leben extrem verändert und es dafür kein Zurück mehr gibt oder lässt sie ihre Freunde sterben? Da ich sie sowieso schon von Anfang an als ziemlich selbstlos angelegt habe, die so schnell nichts schockieren kann, ist ihr die Entscheidung gar nicht mal so schwer gefallen. Allerdings konnte sie in dem Moment auch noch nicht vollkommen die Konsequenzen absehen und was es wirklich bedeutet.

      Mein anderer Prota ist von Natur aus mutig. Der stürzt sich in jeden Kampf, schreckt vor so gut wie nichts zurück, selbst wenn es komplett aussichtlos ist, aber er hat auch keine Angst vor dem Sterben, was in mancher Situation wirklich nicht förderlich ist. Dafür hat er auf der emotionalen Ebene sehr viele Ängste, wo es bei Bindungsangst anfängt und mit körperlicher Nähe aufhört. Wahren Mut muss er dann zeigen, wenn er sich klar wird, was er wirklich will und nicht länger aus negativen Gefühlen heraus handelt.

      Ich persönlich mag eher die mutigen Figuren. Feiglinge gibt es bei mir natürlich auch bzw. haben auch die Mutigsten zu gewissen Situationen mal die Hose voll. Das passiert den Besten. Meistens sind das nur dann die, die sich das nicht so gerne eingestehen, während die sowieso schon etwas ängstlichen Figuren dann ihren Mut beweisen, wenn sie sich und anderen genau ihre Angst eingestehen.
      Zuletzt geändert von zickzack; 12.08.2021, 23:05.

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