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Woher nehmt ihr euren äußeren Konflikt?

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    Woher nehmt ihr euren äußeren Konflikt?

    Das ist immer dein einzige Punkt, an dem ich hänge, wenn ich eine neue Geschichte schreiben will. Charakterkonflikt und -entwicklung, Thema, alles wunderbar, was mir immer fehlt, ist das konkrete Problem, das in der Welt existiert und woran sich der Prota die Zähne ausbeißen darf. Es ist ja nicht so, dass in der Welt zu wenig Probleme existieren, die ich mir greifen könnte ... Aber trotzdem finde ich nie etwas, bei dem ich spontan denke, dass es in meine Geschichte gehört.

    Ich habe das schon von so vielen Richtungen versucht anzugehen, trotzdem scheitere ich immer an genau dem Punkt: Was will mein Anta (wenn es denn einen gibt) und was tut er? Welche Auswirkungen hat das, über die mein Prota dann stolpern kann? Oder: Was geht schicksalhaft schief irgendwo und stößt dann die Dominosteine an, die den Plot ins Rollen bringen? Mit fallen da immer nur sehr banale Klischees ein, und das frustriert mich.

    Woher nehmt ihr solche Ideen, seid ihr da wählerisch, oder geht ihr eure Plots von einer ganz anderen Seite an? Auf welchem Weg kommt ihr zu eurem äußeren Konflikt?
    Poems are never finished.
    Just abandoned.

    #2
    Ich finde das auch immer schwierig. Den Grundkonflikt der Welt habe ich. Wenn ich das auf mein aktuelles Projekt runterbreche, ist es:
    * Kontrolle, Überwachung, Willen brechen, Gewalt und kein Ausweg.

    Mein Anta ist auch schwer zu fassen, da ich nicht "den einen" Bösewicht wie Thanos, Voldemort etc. habe. Da ich mich sehr von Handmaids Tale inspirieren lasse, sind die Antas also mehrere Personen bis hin zu einer ganzen Gesellschaft, aus der meine Prota ausbrechen will.
    Nun hänge ich aber wie du an dem einen Ereignis, das den Anstoß geben soll.

    Ich lese dann gerne Biografien über bekannte Kriegsherrscher, Terroristen oder antike Persönlichkeiten und versuche herauszufinden, was deren Motive waren. Meisten kommt nur sowas wie Größenwahn oder Paranoia heraus, ist also auch selten hilfreich.

    So eine richtige Antwort kann ich dir nicht geben. Meistens kommen meine Ideen spontan, wenn ich mehrere Ideen kombiniere oder es kommt dieser eine Geistesblitz. Ich bin da aber sehr wählerlisch, weil ich auch ungerne auf Klischees zurückgreifen will. Natürlich lassen sich Klischees selten vermeiden, aber vielleicht gut verpacken.
    Da fand ich Deathnote sehr gut, weil der Psychopath wirklich mal anders und abgedreht war.

    Tut mir leid, dass meine Antwort nicht wirklich hilfreich ist.
    Unter den Masken (2021) - Booksnacks/dp DigitalPublishers
    Nordfriesentote (2021) - Twentysix

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    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Ich find's schon hilfreich zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, die damit kämpft Man hört ja immer wieder, dass Ideen billig sind und es auf die Umsetzung ankommt. ich scheitere dagegen schon an der Idee.

      Gegen Größenwahn oder Paranoia als Motiv hätte ich gar nix, solange dann die nächsten Dominosteine interessant genug sind. Die Grundbedürfnisse sind ja sowieso immer dieselben, nur auf welche Idee der Anta dann kommt, seine Liebe, Rache, Gier oder was auch immer zu stillen, da bin ich dann grässlich unkreativ. Oder was passiert ist, warum der MacGuffin nun errungen/aktiviert/vernichtet werden muss. Letztlich gelingt es mir nicht, die banale Lösung in ein interessantes Rätsel zu verpacken.

    • Milch
      Milch kommentierte
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      Bei Handmaids Tale ist die frauenfeindliche Ideologie der Bösewicht.

    #3
    Vor allem bei meinen Krimis stelle ich mir die Frage, wofür würden Menschen morden? Was existiert, dass ihnen so viel Angst einjagt, dass sie bereit sind, andere Menschen umzubringen? Welchen Tod (physisch, emotional, professionell) würden sie sterben, wenn sie es nicht täten?

    Von dort aus, baue ich den Plot auf. Wenn die Motivation des Anta klar ist, geht es nur noch darum, was er tut, um ungestraft davonzukommen.

    I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

    Douglas Adams

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    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Aber ich habe doch dann noch gar nicht festgelegt, in welcher Lage er ist und welche Mittel er zur Verfügung hat etc. Das ist, als stehe ich auf einer leeren Ebene und weiß nicht, in welche Richtung ich marschieren soll. Wenn ich Elemente hätte, aus denen ich dann etwas entwickeln kann, würde ich das vermutlich in 3 von 5 Fällen hinbekommen. Aber wenn ich mir jedes Element erschaffen kann, das ich will, wo fange ich an? Ich weiß nicht, wo ich hinwill, also kann ich davon nicht ableiten, welchen Weg ich bauen muss. Ich habe keinen Weg oder wenigstens einen Wegweiser, woraus kann ich das Ziel festlegen?

      Angenommen, die Motivation meines Anta ist es, Macht zu erlangen. Woher nehme ich die Idee, wer oder was ihm dabei im Weg steht, oder welche Handlung sie ihm verschaffen könnte?

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Ankh

      Das ist alles richtig. Man fängt bei Null an. Das kann beängstigend sein oder großartig, da man sich ordentlich austoben kann.

      Normalerweise wähle ich zuerst ein Setting, das meine Fantasie anregt.
      Im Urban Fantasy: London, Jetztzeit, Buchhandlung für gebrauchte magische Bücher. Das ist das Schachbrett, auf dem das Spiel stattfindet.

      Danach die Protagonistin: Buchhändlerin und Hexe. Irgendwie naheliegend. Wer sollte sich sonst dort herumtreiben?
      Ganz klar ein Gute, mit einigen inneren Konflikten und Beschränkungen, ist mir aber an dem Punkt noch nicht klar, welche.

      Danach fange ich mit der Antagonistin an.
      Ich stelle mir solange was wäre wenn Fragen, bis ich auf etwas stoße, das mir auch nach mehreren Tagen noch gefällt.
      In dem Fall eine gewalttätige Hexe, die Rache an XYZ oder wegen ZYX üben will. Sie ist in einem Buch gefangen, das über eine Wohnungsauflösung seinen Weg ins Antiquariat findet.

      Damit habe ich die drei Eckpfeiler, auf denen die Geschichte ruht.
      Das Setting beschränkt die Möglichkeiten, die Antagonistin ist bei X und will zu Y, und die Protagonistin steht ihr im Weg.

      Der Rest besteht daraus, sich einen Haufen Was wäre wenn Fragen zu stellen und zu hoffen, coole Antworten zu finden, die das Bild so weit vervollständigen, das man anfangen kann, einen Plot aufzubauen.

      Da muss aber jeder wohl oder übel seine eigene Methode entwickeln.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Peter Danke, das hilft echt weiter. Ich muss noch drüber grübeln, aber das/ein Problem des Anta quasi in die Hände des Protas zu legen, ist ein super Ausgangspunkt

    #4
    Ich hab selten einen tragenden äusseren Konflikt, eher innere Konflikte, die als Wiederholung, Verstärkung oder Personifizierung nach aussen getragen werden. Ich plane daher oft ohne äusseren Anta, und dann kommt einer dahergelaufen, der entweder das Übel des Protas als versinnbildlichtes Eigeninteresse (wie ein Dr Jeckyll/ Mr Hyde-Motiv) darstellt oder für Feuer auf Nebenschauplätzen sorgt. Manchmal führe ich den Antabogen nicht einmal als Plotpunkt zuende, sondern hake das ab mit einem „und du bist raus“. Bietet sich aber nicht für alle Genres an.
    Seine konkreten Handlungen sind daher nicht sooo wichtig, nur das Motiv dahinter. Geld, Macht, Partner. Wofür man halt so Kriege führt. Und dann muss es zur Story / Charakterisierung des Protas passen.

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    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Kannst du mir mal ein Beispiel nennen, wie du einen inneren Konflikt nach außen personifizierst oder spiegelst? Vom Prinzip her ist mir das klar, aber ich kann das nicht umsetzen.

      Angenommen, mein Prota hat das Gefühl, karrieretechnisch in einer Sackgasse zu stecken. Sein innerer Konflikt besteht darin, ob er sich mit seinem Platz in der Sackgasse zufrieden geben kann oder ob er sich überwindet, etwas ganz neues anzufangen. Wenn er nicht den ganzen Roman über auf dem Sofa sitzen und über seine Karriere grübeln soll, dann muss ich jetzt Situationen kreieren, die ihn in die ein oder andere Richtung Denkanstöße geben, aber mir fehlt der Rahmen, wie er überhaupt in solche Situationen gerät, und welcher Erzählstrang diese Situationen verbindet, damit sie nicht komplett willkürlich daherkommen.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Am Handy nur kurz anhand Deines Beispiels: warum sitzt er in der Karrieresackgasse? Weil da immer ein A*** kommt und rechts überholt. Der Anta muss dabei nicht böse sein, nur den fehlenden Kick des Prota 300%ig und ev. auf dessen Kosten ausleben 😈. Und nebenbei durch den Erfolg auch in anderen Lebensbereichen des Prota wildern.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Dodo Ich hab nur immer das Gefühl, ich bräuchte da noch einen A-Plot (oder B-Plot, je nach Gewichtung) sonst ist das so ... plakativ? Irgendwas muss doch in den anderen Lebensbereichen des Protas abgehen, damit ihn die Karrieresache erst so richtig mitnimmt. Irgendetwas, das sein Problem nochmal auf irgendeine nicht allzu direkte Art spiegelt, echot oder wie auch immer man das bezeichnen kann, und damit verstärkt. Und weil die Konfliktideen, die mir so zufliegen, meist psychologischer Natur sind, suche ich dann nach einem handfesten Echo, das sich in Action manifestiert. Und an der Stelle setzt dann meine Kreativität aus

    #5
    Zur Rolle des Antas? Welche guten Gründe gibt es, etwas nicht zu wollen? Warum irrt sich der Held? Wenn du die Gründe hast, dürfte es dir nicht schwer fallen, den Anta agieren zu lassen, weil er genauso viel Motivation hat.

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    • Milch
      Milch kommentierte
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      Er muss nicht reagieren, er kann auch agieren, aber es braucht Gründe, warum sie agieren.
      Gut ist der Antagonist dann, wenn er Gründe hat, die man als Leser nachvollziehen kann, "Der hat ja total recht. Ja, so kann man es auch sehen", aber Methoden anwendet, die man als Leser nicht nachvollziehen. Oder er hat ein Detail übersehen. Größenwahn sind keine so nachvollziehbaren Gründe. Man kann es machen, aber dann hat man eher eine comichafte Geschichte, die auch ganz schön sein kann.
      Vielleicht musst du den Antagonisten zum Helden seiner eigenen Geschichte machen, damit du ihn in Bewegung setzen kannst.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Die Beweggründe meines Antas verständlich zu machen habe ich bisher eigentlich gut hinbekommen. Entweder mangelt es mir an frischen Ideen, welche Ziele ein Anta konkret haben könnte (also konkret wie: "ich will das Grundstück meines Nachbarn haben" statt einfach "Habgier"), oder wie er sie dann umsetzt. Bisher dachte ich, dass ich einfach unkreativ bei der Umsetzung bin, aber vielleicht muss ich schon die Ziele konkreter definieren.

    • Milch
      Milch kommentierte
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      Warum will er das Grundstück des Nachbarn? Erst einmal würde ich es ansympathisch finden. Er will das Grundstück, um seine Firma zu erweitern und mehr Leute einzustellen, denn sie brauchen alle Platz. Vielleicht musst du es für den Leser nicht ausformulieren, aber vielleicht brauchst du den Grund, um ihn handeln zu lassen.

    #6
    Das ist der Grund, warum ich mich beim Schreiben so gerne an historischen Themen entlanghangle. Ich suche mir ein thematisch geeignetes historisches Event und übertrage es in meine fiktive Welt. 1:1, ganz akkurat so, wie es sich abgespielt hat. (Die französiche Revolution macht sich z.B. ganz wunderbar in einer Sci-Fi-Welt. Oder das große Erdbeben von Lissabon in einer mittelalterlichen High-Fantasy-Welt.) Das ist dann meine Rahmenhandlung, die sich unumstößlich genau so abspielt. Und meine Charaktere - und ich - sind gezwungen, danach zu agieren.
    Always avoid alliteration.

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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Ankh, ich suche meist grob in der Historie von Kulturen, die vage zu der Kultur oder dem politischen System in meiner Geschichte passen. Also sehr vage. Und dann suche ich bei Wikipedia nach historischen Ereignissen aus dieser Kultur, über die relativ einfach und schnell gute Informationen zu finden sind, an denen ich mich dann orientieren kann. (Man findet da manchmal unerwartet witzige Sachen. Ich hatte z.B. mal nach Ereignissen im Stil der Bartholomäusnacht gesucht, und bin dabei über die "Blutnacht von Zürich" gestolpert. Klang vielversprechend. Als ich dann nachgelesen habe, das die Blutnacht von Zürich auf einen Streik der Heizungsmonteure zurückging, hatte das schon viel weniger Flair ...) Ich bin da recht wahllos, welches Ereignis ich dann nehme, weil ich WILL ja etwas, nachdem ich mich erzwungenermaßen richten muss.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Wie tief gehst du da dann mit dem "dran halten"? Müsste die Blutnacht in deinem Plot dann auch durch einen Streik verursacht worden sein, und die Streikgründe dann auch dieselben sein? Stell ich mir tatsächlich einfacher vor, als da wieder zu sagen, ich bin da flexibel, weil's sofort wieder beliebig wird, aber irgendwo muss man ja ne Grenze ziehen. Vor allem, wenn du diese Ereignisse dann in ein anderes Setting übertragen willst.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Ankh Ich bin v.a. konsequent bei der chronologischen Abfolge und bei den Hauptakteuren. Klar, in einem mittelalterlichen Fantasy-Setting gibt es die Heizungsmonteure nicht, aber da würde ich dann wahrscheinlich eine passende Gilde nehmen - irgendeine Gilde/Gruppe von Leuten, die etwas herstellen, das in allen Haushalten der Stadt gebraucht wird und mit dem Thema Wärme in der Wohnung zu tun hat. Holzlieferanten oder Köhler, oder vielleicht Wollhändler (etwas weiter gedacht, die den Rohstoff für warme Decken liefern). Und dann kann man natürlich je nach Setting anpassen, ob die Hauptakteure wirklich das gleiche Geschlecht haben müssen wie in der historischen Vorlage, und ob sie überhaupt menschlich sein müssen. Aber das ist es dann auch an Übertragungen.

    #7
    Also ich kann nur schreiben, wie das ca bei mir aussieht:
    Was will mein Anta (wenn es denn einen gibt) und was tut er?

    Ich überlege mir meist, welche Art von Person oder Lebensphilosophie ich gerade interessant finde und welche Schlussfolgerungen sich aus dieser zum Teil ergeben könnten oder mit was für einer Art von Welt diese kollidieren könnten.

    Welche Auswirkungen hat das, über die mein Prota dann stolpern kann? Oder: Was geht schicksalhaft schief irgendwo und stößt dann die Dominosteine an, die den Plot ins Rollen bringen? Mit fallen da immer nur sehr banale Klischees ein, und das frustriert mich.

    Bei mir ist das vermutlich auch nichts Neues. Konflikte mit dem Prota ergeben sich bei mir dann meist, da die beiden eher unterschiedliche Auffassungen von der Welt haben. In meiner "aktuellen" Geschichte (die seit einer ganzen Weile auf Eis liegt, aber über die ich hin und wieder nachdenke) kämpft der Anta auf eine ... gewöhnungsbedürftige Art und Weise gegen eine zutiefst rassistische, dogmatische Gesellschaft, die vieles für vorherbestimmt hält. Und der Prota, dieser "Held" versucht die Gesellschaft zu "retten". Und irgendwann gibt es dann, einen vielleicht vorhersehbaren Plotwist, der vermutlich nicht allzu neu ist, mir aber gefällt.



    Woher nehmt ihr solche Ideen, seid ihr da wählerisch, oder geht ihr eure Plots von einer ganz anderen Seite an? Auf welchem Weg kommt ihr zu eurem äußeren Konflikt?

    Als ein Grundbestandteil ist bei mir wohl, das extreme Weiterdenken von bestimmten Theorien und Personen, die diese vertreten. Also so etwas Ähnliches wie man es bei Dostojewskis Figuren finden kann. Ganz extrem kann man das ja bei seinem Roman "Schuld und Sühne" sehen.

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    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Sorry, wenn ich hier dauernd dumm nachfrage, ich notier hier schon haufenweise Stichworte ^^ und ihr gebt alle super Denkanstöße, aber ich kann's immer noch nicht ganz greifen, wo genau bei mir der Zünder fehlt ...

      Dein Anta macht ... irgendwas ^^ Sein Motiv ist klar, nur wo setzt er an? Ergibt sich dieser Punkt für dich aus dem Setting bzw. den Gegebenheiten, die dein Anta vorfindet, oder hast du zuerst eine Idee, wie man eine Gesellschaft umwerfen könnte, und schaffst ihm dafür dann die Gegebenheiten? Er muss ja irgendeinen Plan haben, und ich würde hern wissen, wie du auf diesen Plan gekommen bist.

    • Lasjajel
      Lasjajel kommentierte
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      Das ergibt sich bei mir meist aus den Eigenschaften des Antas (wenn ich mal eine grobe Vorstellung aufgebaut habe, wie er so ist). Der Plan entstand da also eher aus den Gegebenheiten etc.

    #8
    Mir fällt genau das auch wahnsinnig schwer. Ich kann meinen Helden Konflikte hinwerfen und Steine in den Weg legen, aber meine Bösewichte neigen dazu, kafkaeske Schwarmwesen zu sein, die nur existieren, um den Plot und damit den Helden voranzutreiben. Irgendwann habe ich es dann tatsächlich geschafft, in einer Fanfic einen Antagonisten herauszupflücken, dem ich allein an allem die Schuld geben konnte - bei Digimon reicht die Weltherrschaft als Motivation, plus Rache, das reicht. Im Kingdom Hearts/My Little Pony Crossover war es ähnlich leicht, mehr Fokus auf Rache und Chaos, bisschen Gier dazu, und der Comic-Bösewicht kann so viel Ärger machen, wie ich brauche.

    Bei meiner ersten Originalgeschichte habe ich mir dann wieder schwer getan. Da habe ich den Fokus allerdings eher auf den inneren Konflikt gelegt und gewartet, bis der äußere (den ich nur als Plot Device eingeleitet habe) sich von selbst einfindet. Wie ich es da geschafft habe, meine Schwarm-Bösheit in Form zu pressen, weiß ich kaum noch. Nur, dass es mein erster Versuch war, bewusst Charaktere zu entwickeln, die ich liebevoll aufbauen und zeichnen musste mit dem Ziel, sie zu hassen. Einer war simpel - klassischer Welteroberer mit Gottkomplex - aber ein paar brauchte ich, die etwas grauer angelegt sind. Ein Bully hat sich sogar zum Guten gemausert.

    In meiner jetzigen Geschichte beschränke ich mich aber wirklich auf den inneren Konflikt, mit ein paar simplen Monster-of-the-Week Bösewichten als Fingerübung. (In Buch 4 bin ich aber wieder in die alte Falle mit der Bösen Schwarmintelligenz getappt, die unproportional viel Chaos stiftet für die Verhältnisse... da muss ich nochmal nacharbeiten).


    Um also auf deine Frage zurückzukommen: Der äußere Konflikt entsteht aus einer Kombination von 'was brauche ich für den Plot' und Antagonisten, die man wie ganz normale Charaktere aufbauen muss. Was leider dazu führt, dass man sich in sie hineindenken, ihre Motive nachvollziehen und sie irgendwie als Charakter mögen muss, ohne ihnen verzeihen zu dürfen, obwohl du begründen können musst, warum der Bösewicht sich für einen guten Menschen hält. Oder zumindest denkt, er wäre im Recht.
    Das kann spannend sein, ist aber vor allem verdammt schwer.
    (meistens drücke ich mich, indem ich sie mehr zu Nebencharakteren mache, was ihnen aber wieder zu wenig Macht gibt, um Dinge tun zu können. Oder ich nehme ein Charaktermodell, das schon Macht hat, beispielsweise einen Lehrer, einen Firmenboss, einen Politiker... einfach jemanden, der von Natur aus die Mittel hat, meinem Prota Ärger zu machen, und diese missbraucht. Der Grund muss nicht mal gut sein, manche Leute ruinieren dein Leben, weil es ihnen Spaß macht und weil sie deine Nase hässlich finden.)

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    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Bei Fanfiction von solchen Serien hat man ja den Vorteil, dass der Held bereits auf einer vorbestimmten Queste ist, die der Anta dann nur noch stören braucht. Hat dein Prota bei deiner Original-Fiction auch ein solches äußeres Ziel, oder will er eigentlich nur in Frieden leben und seine inneren Konflikte in den Griff kriegen? Und wenn nicht, dann geht die ganze Dynamik vom Anta aus, oder? Wenn die bei dir so undefiniert sind, wie entscheidest du, was sie tun und warum das deinen Prota trifft?

    • SoraNoRyu
      SoraNoRyu kommentierte
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      Es kommt darauf an, die meisten meiner Fanfictions spielen nach dem Ende der Serie oder zwischen zwei Staffeln, so dass die Queste eigentlich vorbei ist. Ich musste also einen neuen Anta einführen (oder einen alten recylen), der ein neues Problem verursacht/gestoppt werden muss.

      Der Prota in meiner Original Fiction will eigentlich nur in Ruhe leben und mit seinem Freund ...Dinge tun... ich brauchte also etwas, was das verhindert/begünstigt (es ist kompliziert), was einen äußeren Konflikt in seinem Land nötig gemacht hat, und die Ursachenfindung dafür rief dann den eigentlichen Antagonisten und Welteroberer auf den Plan. Und der brachte dann direkt einen weniger romantischen Plot mit.

      Das Undefinierte ist etwas, wovon ich loskommen will. Ich fange an damit, dass der Prinz fast von jemandem umgebracht werden soll (um von Plotpunkt A nach B zu kommen), und habe dann erstmal eine neblige Gruppe böser Menschen, die das gewollt/begünstigt haben muss. Diese Wolke braucht Gesichter, Namen, Motive... wenn ich Glück habe, kann ich das hintenrum abhandeln (dass die Polizei das macht und dem Prota nur das nötigste Ergebnis mitteilt, zum Beispiel), glaubwürdig muss es aber trotzdem werden.
      Wenn ich es schaffe, aus diesem Schwarm ein oder mehrere definierte Charaktere herauszuholen, schreibt sich der Plot dann wieder selbst - der Anta weiß, was er will, ich weiß, was der Anta will, der Held will was anderes, und dann kann ich die beiden aufeinander krachen lassen und Popcorn essen. Ich plane nicht wirklich voraus, deswegen wird bei mir alles von den Charakteren gezogen - wenn der Anta allein nicht reicht, kann ich noch diverse Nebencharaktere mit Motiven ausstatten, die Ärger machen oder Probleme lösen, bis der Protagonist - oder die Protagonisten - am Ende in Frieden leben können.

      Sprich, es beginnt mit einer Wolke, die den Charakter vor ein Problem stellt, und die Herausforderung ist, aus dieser Wolke ein oder mehrere glaubwürdige Personen zu machen, die die Geschichte weiter tragen können. Manche entwickeln sich dann weiter, andere sterben oder gehen ins Gefängnis... aber es fängt immer irgendwie damit an, dass jemand meinem Prota ans Leder wollen muss, damit der aus seiner Comfortzone geworfen wird.
      Als überzeugter Pantser muss ich über diesen Anta - zumindest am Anfang - auch nicht mehr wissen als der Leser. Irgendwann ergibt sich dann schon ein Muster, aus dem ich den Antagonisten oder Plural) heraus entwickeln kann, und wenn nicht alle Teile zum finalen Bossdesign passen, muss ich beim Editieren eben nochmal drüberbügeln.

      Je nach Setting braucht es manchmal auch gar keinen großen Antagonisten, um einen Charakter vor die Tür zu treten - wenn er an einem Regentag das Haus nicht verlassen will, reicht notfalls auch eine defekte Leitung für ein nettes Feuer. Ein fehlender Dosenöffner gilt sicher auch als äußerer Konflikt, wenn alles, was dein Prota in dem Moment will, der Inhalt seiner Dose Ravioli ist.
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