Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Mittwochsfrage #219 Stilmittel abseits der Wortebene

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Mittwochsfrage #219 Stilmittel abseits der Wortebene

    Mal weg vom Inhalt und der Wortbedeutungsebene – welche Stilmittel benutzt ihr noch? Achtet ihr auf die Satzmelodie oder wählt ihr ein Wort aus, nur weil es sich rein klanglich besser anfühlt? Oder nutzt ihr Satzzeichen, um eure Aussage zu unterstreichen? Wie sieht es mit Rechtschreibung und Grammatik aus, werdet ihr warm mit Texten die entgegen der Rechtschreibung die Betonung des Satzes auf bewustseinsähnlich GE_DANKEN_STRÖME setzt ........... ????

    cubes-2803223_1280.jpg

    Nein das war ich nicht.
    Ach so, das!
    Ja, das war ich.

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

    #2
    Satzmelodie ist mir sehr wichtig. Variation in der Satzlänge, in der Konstruktion und Wortwahl etc. Bei Dialogen schaue ich, dass die Inquits und Handlungen dazwischen in etwa der Länge der Sprechpausen entsprechen. Insgesamt muss es beim Lesen einfach fluppen, keine Monotonie oder Stolperfallen beinhalten. Klanglich tausche ich schon manchmal Wörter aus, wenn mir eines zu hart oder zu weich oder wasimmer ist; ich erfinde sogar manchmal welche, allerdings bleiben die nicht immer bis zum Endprodukt bestehen

    Bei Rechtschreibung und Satzzeichen bin ich dagegen ziemlich konservativ, mal abgesehen von "?!", das ja auch mitunter verpönt ist, halte ich mich da ganz klassisch an Duden und ähnliche Richtlinien. Vermutlich aus demselben Grund wie oben, ich will einfach, dass man nicht stolpert, und je kreativer ein Autor da ist, desto anstrengender ist sein Text zu lesen. Zumal ich dann oft anfange zu hinterfragen, wie genau der Autor sich jetzt vorstellt, dass das ausgesprochen werden soll, und sobald man über die Darstellungsform nachdenkt, ist man aus dem Lesefluss draußen und aus der Welt, in die man sich gerade wegträumen wollte.
    Poems are never finished.
    Just abandoned.

    Kommentar


      #3
      Mir geht es ähnlich wie Ankh. Ich vermeide parallelen Satzaufbau, es sei denn, ich will damit etwas ausdrücken, was - und das gilt für alle rhetorischen Mittel, die ich einsetze - nicht immer der Fall ist, wenn mir nämlich "aus Versehen" so etwas reinrutscht. So, allein der letzte Satz kribbelt und wibbelt vor Figuren, von denen ich am allermeisten die Parenthese liebe. Leider. Ich hasse sie. Uppsi, schon wieder eines meiner Mittel.
      Ich liebe fast alle Mittel der Wiederholung, der Übertreibung, der Anspielung, Constructiones ad sensum, Dikola, Wortspiele, Dysphemismen mehr als Euphemismen, Neologismen, Stichomythie, Hypotaxen, Katachresien. Wenn mich morgen jemand fragt, was die Begriffe genau bedeuten: Keine Ahnung, ich bin eben eine Liste durchgegangen und hab gesehen, wie die Fachtermini dafür lauten. Aber wahrscheinlich wird aus dieser Enumeratio klar, dass ich eher leichthufige Texte verfasse als schwerdenkliche.
      Dagegen doof: Alles mit Reimen. Anlaut, Ablaut, Zwischenlaut, Onemamomimetopösie (oder so), Assonanzen, Ellipsen und Chiffren, Rechtschreibfehler. Passiert mir sicherlich, aber nicht mit Absicht (schon wieder).

      Tatsächlich denke ich über rhetorische Figuren kaum nach; wenn sie fallen, dann fallen sie ganz natürlich.
      Über Klang und Aussprechbarkeit denke ich dagegen schon nach. Spätestens, wenn ich mir selbst vorlesen lasse.

      Kommentar


        #4
        Melodie und Klang ist mir wichtig, aber den bekomme ich nicht beim ersten Schreiben hin.
        Stilbilder sollen schon zum Text und Geschichte passen, aber ich bin im Team Spielfreude.
        Wenn der Text so aufbereitet ist, dass er lesbar wie in Mädchen, Frauen etc ist, kann schon mal der Punkt 40 Seiten später folgen.
        Zuletzt geändert von Milch; 11.06.2021, 15:28.

        Kommentar


          #5
          Zitat von Milch Beitrag anzeigen
          (...)
          Wenn der Text so aufbereitet ist, dass er lesbar wie Frauen, Mädchen etc ist, kann schon mal der Punkt 40 Seiten später folgen.
          Mit diesem Satz kann ich leider nichts anfangen. Lesbar wie Frauen..? Frauen sind die Verkörperung der Unlesbarkeit, das Mystische schlechthin...


          Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
          Mark Twain

          Kommentar


          • Peter
            Peter kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Dodo

            Ich habe bei dem Satz auch gestutzt. An den Buchtitel habe ich überhaupt nicht gedacht. Danke für die Erleuchtung.

          • Milch
            Milch kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Wenn man sich Sachen falsch einprägt.

          • Badabumm
            Badabumm kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Danke. Das erklärt es natürlich...
        Lädt...
        X

        Informationen zur Fehlersuche

        Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung