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    Tatsächlich bin ich angemeckert worden, dass ich innerhalb einer Geschichte nicht alle Fragen geklärt und Handlungsstränge abgeschlossen habe.

    Der Konflikt und das Schicksal der Protagonistin sind geklärt, aber es ist unklar, ob die besiegte Antagonistin umgekommen ist. Hat mir einiges an Gemecker eingebracht. (In einem Spin-off der Reihe taucht sie ganz kurz in einer Nebenrolle auf. Daher haben die eifrigen Leser*innen einen Wissensvorsprung )
    Ich mag es, wenn die Leser*innen noch etwas zum Nachdenken haben und sich eigene "Abschlüsse" der Geschichte ausdenken können.

    In einem Dan Brown Vortrag sagte er, dass er die letzten Tage/Wochen vor dem Abgabetermin damit verbringt, alle offenen Fragen zu klären und Nebenhandlungsstränge zu einem Abschluss zu bringen. Also, ein ganz anderes Vorgehen.

    Wie macht ihr das?
    I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.

    Douglas Adams

    #2
    Als Leserin ist es mir auch lieber, wenn zumindest die wichtigen Fragen geklärt sind (was aus der Antagonistin geworden ist, würde mich interessieren). Als Autorin achte ich darauf Fragen zu klären, aber nicht bis zur letzten unwichtigen Frage zu jedem unwichtigen Charakter.
    Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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    • Peter
      Peter kommentierte
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      Was aus der Antagonistin geworden ist, würde mich natürlich auch interessieren. Besonders in einem eigenständigen Buch. Bei einer Reihe wäre das ein kleiner Anreiz, zu schauen, ob der Autor noch eine kleine Überraschung eingebaut hat.

    #3
    Die wichtigen Dinge finden natürlich einen Abschluss, Hauptkonflikt und Hauptstrang. Berührende Nebenstränge haben mindestens einen konkreten Ausblick auf einen Abschluss.

    Was den Antagonisten angeht ... Da halt ich es so, wie ich es in dem Moment auch als Leser hielte: Interessiert es mich, zu wieviel Haft meine Bösen Ärzte (oder Pharmazeuten? Muss ich das überhaupt wissen?) nach dem Auffliegen verdonnert wurden? Ich geh einfach mal davon aus, dass sie in den Knast wandern, sofern da nicht steht, dass Dr. Evil mit einem Hubschrauber aus dem Hof von Santa Fu spektakulär fliehen konnte. Und gerade sowas nervt mich als Leser kolossal, weil es billig und heischend "Fortsetzung?" in den Raum schreit, während ich vielleicht nur froh bin, das Buch zuklappen zu können.
    Wenn allerdings der Antagonist bei mir eine gewisse Menge an Sympathiepunkten abstauben konnte, dann deute ich vielleicht eine Möglichkeit an, dass er nochmal davongekommen sein könnte. Aber mehr im Sinne von: Er war dann mal weg.

    Und für alle nebenbei angerissenen Begegnungen und möglicherweise gezündeten Off-Plot-Handlungen übernehme ich sowieso keine Garantie.

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      #4
      Die zentralen Fragen brauchen eine Antwort, aber nicht alle Fragen müssen beantwortet werden. Meine Geschichten sind immer nur ein Ausschnitt aus dem Leben der Figuren, das heißt manche Dinge werden angerissen aber werden nicht mit dem zentralen Konflikt aufgelöst. Ich denke, den Lesern Platz für ihre eigenen Gedanken und Interpretationen zu lassen ist genauso wichtig wie einen Sinn von Errungenschaft am Ende der Geschichte zu haben.
      Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
      to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
      A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
      You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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        #5
        Ich bin auch der Meinung, dass nicht jede Frage beantwortet werden muss. Klar, wenn man einen großen Aufriss um etwas während des Erzählens macht, dann sollte man das auch ordentlich zum Abschluss bringen, aber nicht alle Details müssen auch beantwortet werden. Manchmal ist auch gerade das Nicht-Wissen spannend (nicht zu verwechseln mit offenen Enden, die ich ja bekanntlich nicht leiden kann, wenn keine Fortsetzung folgt), vor allem in bestimmten Genre (Thriller oder Horror).
        Ich selbst halte mir meist absichtlich einige Details offen, da ich gerne mal diese Details für andere Geschichten im selben Setting aufgreife und viel mehr vertiefen kann, als wenn ich sie direkt in der besagten Geschichte abschließe und erkläre.

        Wichtig finde ich vor allem, alles bezüglich der Hauptfiguren zu klären, wenn man nicht plant, es in einem Spin-Off oder 2. Teil zu vertiefen und es dem Genre gerecht wird (in einer klassischen Romanze oder einem Entwicklungsroman trägt das glaube ich wenig der Stimmung bei als bei einem Horrorroman). Wenn der Antagonist stark im Zentrum stand, sollte auch Fragen bezüglich ihm geklärt werden und auch bei prominenten Nebenfiguren.

        Tatsächlich finde ich aber das Abschließen von Handlungssträngen viel wichtiger als offene Fragen klären. Ich als Leser möchte alles, worin ich Emotionen investiere, abgeschlossen sehen oder zumindest für mich selbst klären. Ich weiß nicht alles über die Hauptfigur, obwohl da gewiss noch Sachen verborgen sind? Gut, damit kann ich leben. Es wurde 100 Seiten über ein Geheimnis gesprochen, das aufgeklärt werden muss, daran gearbeitet, es zu eröffnen und zwischendurch im Rest des Romans wieder angesprochen und dann fallen gelassen? Das fühlt sich unvollständig an und würde mich rasend machen, hätte man sich die 100 Seiten auch schenken können. Ich glaube, es hat vor allem viel mit Set-Up und Pay-Off zu tun. Wenn man etwas aufbaut, sollte man es auch zu Ende führen. Zumindest in der Handlung.

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          #6
          Die Frage, ob die Antagonistin umgekommen ist, würde ich für nicht so notwendig halten, es reicht doch, wenn der Leser weiß, dass sie besiegt worden ist.

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            #7
            Bei einer Reihe würde ich definitiv eher akzeptieren, dass wichtige Fragen ungeklärt bleiben, weil ich darauf vertraue, dass das in den nächsten Bänden aufgegriffen wird. Da wäre es mir nur wichtig, dass die Fragen, die zum Spannungsbogen dieses Bandes gehören, geklärt sind. Wenn sich die Geschichte nun hauptsächlich darum dreht, dass die Antagonistin sterben soll, dann fände ich es schon blöd, wenn ausgerechnet diese Frage offenbleibt. Wenn es nur darum geht, sie davon abzuhalten, morgen am großen Backwettbewerb teilzunehmen, und sie in einem Flugzeug über dem Himalaya abstürzt, würde mir das auch als Abschluss genügen.

            In meiner Geschichte habe ich alle Plotfragen geklärt. Offen gelassen habe ich, wie die Figuren mit dem Ergebnis umgehen und wie sie in Zukunft weiterleben wollen, und einige kleine persönliche Geheimnisse, die nur angeteasert wurden.
            Poems are never finished.
            Just abandoned.

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            • Kunstmelodie
              Kunstmelodie kommentierte
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              Ankh Dein Beispiel zum Beispiel mit dem Flugzeug würde mich wahnsinnig machen, das nicht zu wissen

            • Ankh
              Ankh kommentierte
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              Kunstmelodie Schon, aber erstens gehe ich davon aus, wenn ein Anta nicht explizit draufgeht, dass er nochmal irgendwo auftaucht, und zweitens sollte es für diese Geschichte unerheblich sein, Hauptsache sie kann nicht den Backwettbewerb stören (es müsste halt klarwerden, dass sie nicht doch noch überraschend in einem Yetifell und auf Skiern auftaucht). Der Konflikt in *diesem* Buch ist damit gelöst, aber es ist noch Potenzial für weitere Konflikte mit dieser Figur in anderen Geschichten. Sowas finde ich in Ordnung und würde dem Autor nicht die Hölle heiß machen, dass er sie nicht eindeutig und endgültig abgehandelt hat.

            #8
            Eines der schlimmsten offenen Fragen in einem Buch war folgendes:
            Mann verliert seine Frau weil ihm weiß gemacht wird, daß sie ihn verlassen hat und nicht mehr lieb. In Wirklichkeit wurde sie entführt und ermordet, der Mann war sogar am Schauplatz, besagte Frau hatte sogar den Namen ihres Mörders in den Stein geritzt, aber dann Mann sieht das nicht und geht weg.
            Die Wahrheit kommt nie ans Licht, der Mörder nie gefasst.
            Und das ganze Buch lief es eben darauf hinaus, was damals geschehen ist etc und es war ein Liebesroman /Familienroman.
            "If something goes wrong in your life, just yell plot twist and move on"

            "Anything is possible [...]" - J. K. Rowling

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            • Dodo
              Dodo kommentierte
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              Finde ich, so aus trockener Perspektive, einen ungewohnten und guten Twist.
              Aber ungesühnte Verbrechen und das Etikett LiRo sind schwer verdauliche Kost.

            • Kunstmelodie
              Kunstmelodie kommentierte
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              Ankh für mich war es schon offen, weil ich die ganze Zeit darauf gewartet habe, das der Mann die Wahrheit erfährt und die Mörderin festgenommen wird. Also eher ungeklärt.
              @Doro der Roman wurde aus zwei Zeitebenen erzählt, aber echt ich war kurz das davor das Buch in die Ecke zu schmeißen und obwohl das schon lange her ist, daß ich das Buch gelesen habe, macht mich dieses Ende immer noch unfassbar wütend. Wenn ich zb einen Krimi lese will ich dich auch, das Mörder am Ende geschnappt wird 😅🤷‍♀️

            • Stef
              Stef kommentierte
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              Ich sehe richtig den Autor vor mir wie er sich ins Fäustchen lacht ^^

            #9
            Hauptplot muss zu Ende geführt sein (es sei denn, es gibt einen bewussten Cliffhanger für das Sequel).
            Die Geschichten von Nebenfiguren müssen bei mir der 3-Szenen-Regel (Char muss mind. 3x auftauchen, und diese 3 Szenen müssen eine in sich logische Geschichte bilden) folgen, trotzdem dürfen sie offen enden.
            Als Leserin hasse ich es sogar, wenn alle Geschichten zu Ende geführt werden. Fiel mir erst kürzlich bei einem Buch von Follet auf. Da waren die letzten 100 Seiten einfach nur erzwungenes Zuendeführen der Geschichten von Leuten, die mich gar nicht interessierten.
            Always avoid alliteration.

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            • Dodo
              Dodo kommentierte
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              Die 3-Szenen-Regel find ich super und halte mich dran.

            • Alys II.
              Alys II. kommentierte
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              Dodo Danke!

            • Arynah
              Arynah kommentierte
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              Das ist das schlimmste, wenn dem Autor nach dem Climax noch mal einfällt, dass er nicht alle Handlungen beendet hat und das am Ende macht und damit zwischen Climax und Auflösung zu viele Szenen quetscht, dass das Ende langgezogen wird
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