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Mittwochsfrage #158: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

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  • Mittwochsfrage #158: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

    … und mein Roman hat keins. Es ist vorbei. ♫


    charles-deluvio-3BDP8ZN57Q0-unsplash.jpg

    Was sind eure Methoden, an einem Projekt zu bleiben, ohne die Lust oder den Atem zu verlieren?
    Sich jeden Tag damit zu beschäftigen, sei es noch so kurz und sei es nur gedanklich, wäre mein Tipp. Aber manchmal ist der Alltag so voll, dass nicht mal dafür Zeit ist. Also wie findet ihr in eure Langzeitprojekte wieder rein oder woher zieht ihr immer wieder die Energie?
    Zuletzt geändert von Victoria; 25-03-2020, 13:33.
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

  • #2
    OH MEIN GOTT
    Diese Frage ist ja wohl nur für mich gemacht worden 😂 Aber leider kann ich nur mit negativ Beispielen glänzen, wie man es nicht macht bzw schafft.

    Dafür bin ich umso gespannter auf alle Antworten!
    "If something goes wrong in your life, just yell plot twist and move on"

    "Anything is possible [...]" - J. K. Rowling

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    • #3
      Ich habe keine. Schätze, das ist mein Problem.
      Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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      • Peter
        Peter kommentierte
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        Mach dir doch einfach welche.

      • Nachtmahr
        Nachtmahr kommentierte
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        Ich habs bisher erfolglos versucht.

    • #4
      Also sich möglichst täglich damit beschäftigen – und sei es auch nur gedanklich fünf Minuten mit einer Kleinigkeit – hilft mir tatsächlich am meisten, bei der Sache zu bleiben. Generell ist die Hürde bei mir meist das Gefühl, dass noch so viel zu tun ist. Gerade auch wenn man aus dem Projekt (ein Stückweit) draußen ist, helfen mir deswegen so kleine Dinge wie "nur mal ein bisschen in den Projektnotizen stöbern" oder über Kleinigkeiten der Welt nachdenken, die nicht immer plotrelevant sein müssen, aber etwas zur Stimmung beitragen. Oder eben helfen, wieder ins Projekt einzutauchen

      War mir generell hilft, ein Projekt fertig zu stellen ist, dass ich mich auf nur eine Geschichte konzentriere und mir "verbiete" über andere Projekte zu grübeln bzw. sogar damit anzufangen. Denn in der Theorie sind die anderen und neuen Sachen immer cooler als das, woran man gerade verzweifelt

      Und was Lust und Motivation angeht: Man muss halt auch mal ehrlich zu sich sein und sich eingestehen, dass Schreiben auch seine Phasen hat, wo es nur hilft die Zähne zusammenzubeißen und weiterzumachen. Irgendwann kommt auch wieder ein Moment, wo man sieht, dass die Geschichte doch toll wird.
      »Elezeis Blut schien in Aufruhr zu sein und brannte unerwartet kalt durch ihren Körper. Es war ein Gefühl, das nach Zerstörung dürstete.« – Blutgesang

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      • #5
        Ich befinde mich ja in einer perfekten Situation, weil ich prinzipiell montags bis freitags schreiben kann, ohne groß gestört zu werden. Das darf ich also kaum zählen. Trotzdem muss ich mich jeden Tag hinsetzen, obwohl die Verlockung groß ist, die Zeit mit einem guten Film oder einer Bastelarbeit zu vertrödeln. Es gibt Tage, an denen ich nicht schreibe. Meistens passiert das dienstags, wenn ich morgens meinen Haushalt erledige und anschließend schwimmen gehe. Wenn ich zurückkomme, arbeite ich selten noch an meinen Projekten. Aber das ist ok für mich und das erlaube ich mir auch. Weil ich weiß, dass ich am nächsten Tag weitermache und dass ich mir mit dem Schwimmen etwas Gutes getan habe. Es gibt auch Nullbocktage. Da fühle ich mich gerade irgendwie gestresst, weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht und will einfach nicht arbeiten. Einen solchen Tag in der Woche lasse ich durchgehen, wobei ich darauf achte, dass das nicht an 52 Wochen im Jahr stattfindet. Maximal zwei Mal im Monat, wobei sowas phasenweise auftritt und wieder verschwindet. Ich könnte die Nullbocktage für dieses Jahr also aktuell noch an einer Hand abzählen.
        Generell sehe ich mich als Selbstständige. Was das bedeutet, dürfte jedem klar sein. Wenn ich nicht arbeite, kann ich auch kein Geld verdienen. Je länger ich für ein Projekt brauche, umso länger verdiene ich damit auch nichts. Ich bin also meine eigene Chefin und Antreiberin. Mir sitzt auch die Vereinbarung mit meinem Mann im Nacken, dass ich jährlich einen Roman an die Verlage schicken muss. Da lässt es sich glücklicherweise mit meinen eigenen Anforderungen an mich selbst nicht vereinen, dass ich eine hingerotzte Rohfassung verschicke. Ich will nicht irgendwann auf einer Blacklist landen, sodass die Verlagsleute erst gar keinen Blick mehr in meine Unterlagen werfen. Ich arbeite generell ungern für den Papierkorb. Wenn kein Verlag meine Geschichte will, Schwamm drüber. Das hat seinen Grund. Aber ich will auf jeden Fall mein bestmöglichstes Produkt abliefern.
        Auch auf kreativer Ebene habe ich da meine Ansichten, die mich antreiben. Ich schreibe nur Geschichten, die mich interessieren. Damit vermeide ich Langeweile. Ich plotte mit der Schneeflockenmethode, um Plotlöcher so gut wie möglich zu vermeiden. Dadurch habe ich schon so viel Zeit reingesteckt, dass ich auch schon wieder nicht aufgeben will. Außerdem kann ich nicht irgendwo hängenbleiben, weil ich nicht mehr weiterweiß oder mich in eine Ecke geschrieben habe, aus der mich nur noch ein göttlicher Wink herausholen könnte. Ich will nämlich definitiv keine Geschichte nochmal von vorne schreiben. Das wäre mein Genickbruch. Diese Geschichte würde ich mit aller Wahrscheinlichkeit nicht nochmal anfangen.

        Wenn ich, aus welchem Grund auch immer, eine längere Schreibpause einlegen müsste, bin ich unsicher, ob ich das Projekt beenden würde. Ich habe letztes Jahr im Januar gesehen, wie schwer es mir gefallen war, nach vier Wochen Pause meinen Nano-Roman zu beenden. Aber ich hatte diese Pause gebraucht. Da anzuknüpfen, wo ich einen Monat zuvor aufgehört hatte, war enorm schwer. Mein einziges Glück war, dass ich noch kein neues Projekt im Hinterkopf hatte, an dem ich unbedingt schreiben wollte. Ich glaube, dann hätte ich verloren und bestenfalls iiiiirgendwann versucht, den Roman zu beenden. Die Schreibpausen dürfen also nicht zu lange dauern.

        Mein Glück ist, dass ich am Ball bleiben kann. Einzelne Tage abseits meiner Projekte stören mich nicht, aber ich weiß, dass ich es nicht einreißen lassen darf. Wenn ich so an früher zurückdenke, als ich noch für einen Arbeitgeber arbeitete ... Da sah das anders aus. In der Zeit habe ich kaum geschrieben oder nur Kurzgeschichten, weil die sich innerhalb einer Woche schreiben lassen. Sie sind überschaubarer als Romane. Da stehe ich mir selbst im Weg. Statt die halbe Stunde zum Schreiben zu nutzen, versinke ich im Internet oder in einem Buch. Deshalb haben Autoren, die neben ihrem Vollzeitjob pro Jahr ein bis zwei Romane schreiben, meinen größten Respekt verdient. Ich könnte das nicht.

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        • #6
          Gute Frage.

          Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen und allen auf die Nerven zu fallen, tue ich es doch. Für mich persönlich ist es entscheidend, mir vor einem Schreibprojekt die beiden grundlegenden Fragen zu stellen:

          1. Für wen schreibe ich: für mich oder für eine (definierte) Zielgruppe/meine Leser?
          2. Warum schreibe ich: aus Spaß oder um Geld zu verdienen?

          Allen, die aus Spaß und nur für sich schreiben, kann ich keinen Tipp geben. Da versage ich regelmäßig. Wobei ich auch keine Notwendigkeit sehe, eine solche Geschichte zu einem Ende zu bringen. Es kann durchaus Spaß machen und tiefgehend befriedigend sein, immer weiter an seiner Geschichte zu feilen, bis man irgendwann tatsächlich damit zufrieden ist. (Falls das überhaupt geht)

          Seit ich angefangen habe, Geschichten für ein definiertes Zielpublikum zu schreiben, das dafür bezahlt, ein paar Lesestunden in meiner "Welt" zu verbringen, beende ich in der Regel meine Projekte. Ich habe angefangen mit einer Geschichte pro Jahr, irgendwann 2 und in diesem Jahr will ich 3-4 relativ kurze Folgen einer neuen Reihe zu Ende bringen.

          Glücklicherweise habe ich ein kleines Arbeitszimmer, in dem ich ziemlich ungestört schreiben (und prokrastinieren) kann.
          Seit einiger Zeit schaufele ich mir gnadenlos den Vormittag zum Schreiben frei.

          Hilfreich ist es, nach Beginn einer Geschichte den externen Druck hochzufahren, in dem man in den Sozialen Medien darüber fabuliert, was für eine grandiose Idee man wieder hatte, und dass ein Roman in der Pipeline steckt. Am besten schon mit einem ungefähren Veröffentlichungstermin. (Ein Freund von mir ist härter drauf und gibt bereits seine Romane zur Vorbestellung bei amazon frei, sobald er mit dem Entwurf beginnt.)
          Günstig ist es auch, im Klappentext von Buch 1, bereits Buch 2 anzukündigen.

          Mit dem externen Druck, steigt auch die Motivation (anderes Wort für Angst).
          Dann ist es an der Zeit, den inneren Druck zu steigern, indem man schon mal Termine für Lektorat und Korrektorat anvisiert und das Cover erstellen lässt.
          Am besten, man erstellt eine Excel Datei: Kosten. Einschüchternd!
          Was einen relativ rasch um eine Excel Datei: Einnahmen, bitten lässt.

          Um als SPler die Ausgaben wieder reinzubekommen, müssen in relativ kurzen Abständen Geschichten veröffentlicht werden.
          Das gibt mir einen extrem klaren Überblick, wie viel Zeit ich zur Verfügung habe, und es hält mich am Schreiben. Schließlich will ich die angefallenen Kosten wieder reinbekommen.
          Dazu kommen nette Mails meiner Leserinnen mit der Aufforderung endlich in die Puschen zu kommen, da man auf den nächsten Band wartet.

          Deadlines geben klar vor, wie viel Zeit ich für die einzelnen Bearbeitungsphasen zur Verfügung habe. Wenn ich den Entwurf überziehe, bleibt weniger Zeit für die Überarbeitung. That's it.

          Tatsächlich habe ich meinen Schreibprozess bis Ende 2020 vorgeplant. Ist nicht in Stein gemeißelt, gibt mir aber die Richtung vor.
          Excel Tabellen finde ich ausgesprochen hilfreich, um regelmäßig einen Realitäts-Check durchzuführen und zu sehen, wie weit man hinterher hinkt.
          Zuletzt geändert von Peter; 25-03-2020, 13:34.
          I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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          • Badabumm
            Badabumm kommentierte
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            Die Bewältigung der Excel-Tabelle würde bei mir länger dauern als das Projekt. Ich hasse Excel. Ich weiß, dass es toll ist, fast immer lebensnotwendig und gigantisch verbreitet ist und dass man viel damit machen kann - aber die Bedienung ist absolut unterirdisch. Ich kapier's einfach nicht. Ich nehme ein DIN A 4-Blatt und einen Stift...

            Ansonsten wurde es schon genannt: je länger man sich mit etwas beschäftigt, desto intensiver wird es.
            Ich nenne es das Klosterprinzip: die Auseinandersetzung immer und immer wieder weckt den Antrieb. Allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt, dann geht es - wenn ohne Geldnot - rapide abwärts. Deshalb muss die Recherche-Phase so kurz wie möglich und nur so lang wie nötig sein, weil 2/3 meiner Projekte an der Recherche gestorben sind. Dauert die Recherche länger als meine Motivation, gibt es erst gar kein Projekt.

            Zu Recherche zähle ich hier auch Vorplanung oder Charakterentwicklung. Wenn ich nach drei Wochen immer noch unschlüssig darüber bin, ob der Prota ein gemeines Arschloch sein soll oder ein sonnenbeschienener Held, wird das nichts mehr. Die Idee muss schnell kommen, ich brauche eine Aussage, die ich entweder meinem imaginären Leser oder mir erzählen will. Da sich die Aussage mit der Dauer ändert, darf der Job nicht zu lange dauern, weil sonst am Ende etwas anderes steht als zu Anfang. Da haben sich zwei bis drei Monate bewährt, nicht länger. Was da nicht fertig ist, wird es nie.

            Aber dafür darf ich dann auch schon mal zwei Jahre über ein Projekt brüten, ohne gleich anzufangen...

          • Peter
            Peter kommentierte
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            Badabumm

            Ich halte mich an die Vorgabe, die Stephen King zugeordnet wird – keine Ahnung, ob das stimmt –, dass ein Entwurf nicht langer als 3 Monate dauern soll.
            Meine Bücher sind kürzer als seine, daher sollte das auch für mich machbar sein.

            Ich stimme dir zu, wenn ich nach mehreren Wochen noch immer nicht die Hauptfiguren klar vor mir sehe, wird das nichts mehr.

            Recherche ist natürlich vielschichtig. Ideen holt man sich immer und überall. Aber bevor ich mit dem Entwurf beginne, halte ich die Recherche in Maßen. Ich denke mal ein Stündchen über das Setting oder die Art der Magie nach, aber das war’s dann auch schon. Der Großteil der Recherche kommt beim Schreiben.
            Entweder ist die Geschichte für mich spannend genug, dass sie mich an recherchieren hält – wo es notwendig ist – oder die Geschichte landet in einer Schublade.
            Wobei man sich auch in der Recherche total verlieren kann.

          • Badabumm
            Badabumm kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Recherche unterteile ich gern in drei Teile. Der erste ist eigentlich keine: da setzt man die Geschichte, die Figuren, die Handlung - also das Grundgerüst des Romans, der KG - fest. Das mag man auch als Konzept oder Vorplanung betrachten. Dann recherchiert man in Teil 2, bevor man schreibt, und das sind in der Regel die fachlichen Recherchen. Die sollten ausreichend sein. Während des Schreibens tauchen dann neue Fragen auf, und das ist Teil 3. Wer sich hier zu sehr verliert, wird nie fertig. Besonders dann, wenn ein grundlegender Denkfehler drin war, hat man ein Problem, weil man alles umkrempeln muss. Oder mit dem Fehler bewusst weiterleben will.

            Ich beschränke das Schreiben deshalb auf wenige Monate, weil man sich besser nicht weiterentwickeln darf. Eine Idee kann ja über Jahre wachsen, man hatte vielleicht auch ein Erlebnis oder eine Situation. Dann ist die Aussage des Buches an einem bestimmten Zeitpunkt fertig: darüber will man jetzt schreiben! Man beginnt deshalb in einem definierten Reifezustand: was man gerade denkt, wie man etwas betrachtet, die Erfahrungen, der Wissensstand starten bei t=0. Wenn man aber nicht ganz eingerostet und unsensibel ist, entwickelt man sein eigenes Weltbild und Wissen aber während des Schreibens weiter. Deshalb geht man in "Klausur" zum Schreiben, damit man nicht "abgelenkt" wird. Aber nicht, weil man sonst nicht zum Schreiben käme, sondern weil t=0 sich verändert. Neue Eindrücke, neue Ideen, neue Erfahrungen... man wird wieder ein Stück "reifer", was den ursprunglichen Start verändert. Nach 6 Monaten mag man sich schon denken: "was habe ich denn vor einem halben Jahr bloß für einen Mist ausgebrütet?!" Wer dann nicht fertig ist...

        • #7
          Wäre das Romanmanuskripterstellen mehr als ein Hobby und mit entsprechend Druck behaftet, würde ich ohne Zweifel das Schreiben von Anfang bis Ende ohne Probleme in Routine durchziehen. Druck bringt mich zur Höchstleistung.
          Ist aber Hobby. Zunächst. Bis irgendwann.
          Daher kann ich zur Zeit alle Ausreden auffahren. Keine Lust, geliebter Beruf (den ich zum Teil auch in Home Office machen kann, aber ich hab heute wieder gemerkt, wie gern ich zwischendurch eine Klinge in der Hand hab und schneiiiiiide), geliebte Familie, putzbedürftiges Haus und Garten, Steuererklärung ... Alles Quatsch. Mit einer Deadline schaffe ich es ja, jeden Tag zielgerichtet zu schreiben. Daher kondensiert alles auf: Faulheit. Gern getarnt als: hab keine Lust auf die Geschichte. Langweilt mich, weil sie für mich keine Überraschung mehr hat ... blabla.
          Mir passiert das gern gegen Ende der Storys. Die gerinnen da irgendwie zu einem undurchdringlichen Medium, und der Cursor kommt nicht von der Stelle.
          Ich weiß, dass ich das Weiterschreiben dann erzwingen muss. Irgendwas, das da steht, lässt sich einfacher überarbeiten als nichts.
          Es dauert eine Weile, aber dann werde ich wütend. Weil ich nicht einfach bis zum Ende schreibe!
          Was dann hilft? Mir jedenfalls?
          Jemandem die Geschichte und deren Aussichten / Knoten vorjammern! Das kann im "Stillen" ablaufen *wink* oder hier in der Projektwerkstatt. Ehrlich, frische Gedanken sind für mich wie Benzin oder nicht-fossiler Brennstoff. Ich hör mir auch gern Gejammer von anderen an. Dann weiß ich, dass ich nicht allein da steh, und kann vielleicht jemand anders auch wieder auf die Schienen setzen.
          Das macht mich wieder gierig darauf, das Projekt abzuschließen (Rohfassung). Überarbeiten macht mir Spaß, das kann dann auch nochmal dauern, aber dann läuft's. Bisher hab ich vier (für mich) große Projekte abgeschlossen, und bei allen ist es so gelaufen. Rückblickend oder zusammenfassend: Warum hab ich es nicht gleich durchgeschrieben? Weil ich nicht musste. Kein exogener Druck. Daher muss ich meinen endogenen Druck aufbauen und warten, bis ich zische.

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          • Kunstmelodie
            Kunstmelodie kommentierte
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            Dodo
            Abgesehen davon, das ich alle kurz vorher oder während des Nanos geschrieben habe....beim ersten Projekt habe ich nach ein paar Monaten Pause gemerkt, dass die Charaktere und die Geschichten es verdient haben, sie zu Ende zu bringen und ich wollte das mehr als alles andere. Bei den anderen beiden Projekten...puh ja ich denke auch Kombi aus nanowrimo und Wille, den Rest auch durchzuziehen.
            Die letzteren beiden Projekte waren aber auch ein bisschen einfacher, weil sie kein Fantasy waren. Sehr interessant! Finde ich gut, weil dann scheinst du ja häufiger eher in Pausen zu schlittern, anstatt dem tatsächlichen aufgeben, auch dann, wenn es vielleicht etwas länger dauert

          • Dodo
            Dodo kommentierte
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            Kunstmelodie Wenn Du es genau nimmst, befindest Du Dich wahrscheinlich mit den noch nicht vollendeten Werken auch "nur" in einer Pause, sofern Dich kein Plot- oder Figurenproblem ausbremst.

          • Kunstmelodie
            Kunstmelodie kommentierte
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            Dodo stimmt eine jahrelange Pause, aber ich will die Projekte beenden! Tatsächlich stehe ich bei ein paar Projekten vor Problemen in Weltenbau, Figuren oder plot, wo ich eben nochmal alles umarbeiten muss. Gut, wenn ich mich 2021 vllt dran setzen sollte, müsste ich das vermutlich ohnehin, wenn man sich nach so langer Zeit wieder einem Projekt widmet

        • #8
          Tägliches Schreiben ist sicherlich förderlich, um ihm Fluss zu bleiben, aber ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber mir ist an manchen Tagen einfach nicht danach (und auch nicht gedanklich) und ich bin nicht jemand, der sich zu etwas zwingen möchte. Ich zwinge mich zu Dingen, die unaufschiebar sind, aber beim Schreiben kann ich nichts Verwertbares aufs Blatt bringen, wenn ich mich wirklich dazu zwingen muss. Allerdings habe ich auch eine ganz andere Motivation wie die meisten anderen.
          Peter s Tipps sind mit Sicherheit hilfreich für Leute, die von Schreiben insbesondere als Selfpublisher leben wollen. Ihr müsst ja mit euren Werken eines Tages fertig werden, um Geld zu verdienen. Als Selbstständige weiß ich, dass man nicht nachlassen darf, wenn man überleben möchte, dass man sich Hänger nicht leisten kann und es dennoch bei noch so viel Arbeit und Mühe nicht garantiert, ob das Geld am Ende des Monats reicht, ob man seine Ausgaben richtg kalkuliert hat, da die Einnahmen ja nie garantiert sind. Allerdings bezieht sich das bei mir nicht aufs Schreiben und da ich nicht sonderlich Lust habe, privat sowie beruflich Druck zu haben, verzichte ich da gern beim Schreiben drauf.

          Bei mir ist ein Projekt fertig, wenn es fertig ist.
          Natürlich muss man da einen gewissen Willen aufbauen, um es auch wirklich zu beenden und sich nicht komplett verunsichern zu lassen, wenn die innere, miese, kleine Stimme einen mal wieder einreden möchte, dass das doch alles Mist ist, was man produziert. Wenn man es wirklich mit Herzblut schreibt, dann kann es gar nicht kompletter Mist sein, sondern zeigt einen, dass es wohl noch ausbaufähig und dann zu etwas heranwachsen kann, was man sich vorgestellt hat und was einen zufrieden stellt.
          Allerdings ist es bei mir so, wenn ich wirklich in der Phase bin, wo ich das Projekt am liebsten in den Mülleimer befördern möchte, dann nehme ich Abstand von dem Projekt (das Risiko besteht, dass ich es wirklich mach...). Das können mal ein paar Tage sein oder auch ein paar Wochen. Ich muss nur aufpassen, dass es nicht so weit zurückrutscht, dass ich es gar nicht mehr anfasse, aber etwas Abstand kann helfen, dass mir der Gedankenfunke kommt, warum ich gerade an der Stelle hänge.
          Bei mir kommt ja auch noch erschwerend hinzu, dass ich nicht plotte. Ich weiß den Anfang und meist ein grobes Ende - dazwischen gar nichts. Das führt auch dazu, dass ich öfters hängen bleibe und mir überlegen muss, wie ich meine Figuren aus der Misere wieder herausbekomme. Aber genau so mag ich es und so macht es mir Spaß. Es stört mich auch nicht, wenn ich Jahre für ein Projekt brauche. Ist doch schön, umso länger bleiben mir meine Figuren erhalten. Obwohl... vielleicht finde ich ja irgendwann die Idee für eine Reihe. Dann bleiben sie mir ja noch länger erhalten. Hmmm...
          Und ich arbeite meist an zwei, selten auch an drei Projekten. Ich mag das hin und her switchen und wie gesagt, mich stört es nicht, wenn es länger bis zur Beendigung braucht. Hauptsache es wird fertig. Ich bräuchte da eher Tipps, wie man dann ein Projekt überarbeitet und wie man sich dazu motivert. Da fehlt mir da gehörig.

          Meine Herangehensweise ist sehr induviduell und würde ich anderen auch nicht unbedingt empfehlen, außer man ist der Typ, der keinen Druck braucht, um motiviert zu bleiben.

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          • #9
            Bei mir ist gerade so ein Tief. Absolut keine Zeit und Ruhe zum Schreiben, und ich bin gedanklich derzeit einfach raus.

            Wie ich wieder reinfinde kann ich noch nicht abschließend sagen, aber das Wichtigste ist wohl, dass mir mein Projekt nicht egal ist. ich will das fertig bekommen, und ich bin auch nicht die Einzige (Tritte bitte hierhin zielen -> X). Die Motivation ist also prinzipiell da, jetzt muss ich nur noch die Zeit und Energie aufbringen.

            Reinfinden ist recht einfach, indem ich schlicht reinlese. Wenn ich erst einmal ein paar kapitel gelesen habe, dann will ich auch weiterlesen können. Auch wenn es bedeutet, dass ich erst einmal weiterschreiben muss
            If I could read your mind love
            What a tale your thoughts could tell
            Just like a paperback novel
            The kind the drugstore sells
            -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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            • Dodo
              Dodo kommentierte
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              Schreib! *Energiedrink zuschieb*

          • #10
            Zufällig die Tage gelesen.
            Er hat jedenfalls eine sehr klare Meinung zu Schreibblockaden.
            Leider erwischt mich die Faulheit noch viel zu häufig.

            https://www.n-tv.de/leute/buecher/Sc...e21654511.html
            I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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            • Nachtmahr
              Nachtmahr kommentierte
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              Gutes Interview. Fühl ich mich gerade ein wenig motiviert? Ich glaube schon.

          • #11
            Routine hilft mir nur bis zu einem gewissen Punkt, ich bin da eher bei Ankh, dass es die Freude am Projekt ist, die Überzeugung davon, die mich immer dahin zurückführt. Zurzeit habe ich sehr fleißig nahezu täglich daran gearbeitet, aber jetzt bin ich ziemlich müde davon und merke, dass ich dringend Abstand brauche, deswegen versuche ich zu einem guten Ende zu kommen, um dann, wenn ich wieder etwas klarer im Kopf bin, problemlos wieder hineinzufinden.

            Ich muss aber zugeben, dass das die Phase der Überarbeitung betrifft.

            Beim Schreiben selbst ist das Selbstmotivieren für mich nicht so schwer. Das Problem ist tatsächlich nur die Zeit, also keine Zeit zum Schreiben zu finden.

            Schreibroutine hilft mir eher, um im Schreibrhythmus zu bleiben und einen guten Schreibstil beizubehalten. Nach einer langen Schreibpause leidet mein Stil nämlich meist erheblich.
            Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

            So nah, so fern.

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            • #12
              Earu

              Statt eine Excel Tabelle auf den Homepage zu veröffentlichen, finde ich es netter eine kleine Grafik einzublenden.

              Ich benutze das kostenlose Wordpress Plugin "MyBookProgress". Du kannst das Buchprojekt in die gewünschten Arbeitsschritte unterteilen und dann den Fortschritt eintragen und veröffentlichen. Dauert keine 5 Minuten. Ich müsste wohl auch mal wieder, da ich heute den Entwurf beendet habe. Du siehst, ich pflege meine HP nicht sonderlich gewissenhaft.


              book progress.jpg
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              • Earu
                Earu kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Sieht auch nicht schlecht aus. Aber wird das nicht noch unübersichtlicher, wenn man für z. B. fünfzehn Projekte je eine solche Grafik benutzt? Hättest du den Link zu deiner Homepage mal für mich, damit ich mir das direkt anschauen kann? Du hast sie leider in deinem Profil nicht verlinkt oder ich seh es einfach nicht.

              • Peter
                Peter kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Earu

                Ich mache die auch nicht für 15 Projekte, sondern nur hier und da mal.

                jo-hallberg .de

                Ich fürchte bei den Sachen, die ich schreibe, würden sie mich für verrückt halten, wenn ich 15 parallel laufen hätte.
                Aber eine Excel Datei mit 15 einzelnen Projekten ist auch nicht sonderlich übersichtlich.

            • #13
              Mir den Grund vor Augen führen weshalb ich die Geschichte schreiben wollte. Die Gründe dafür sind keine Eintagsfliegen, da sie für mich wichtig sind, denn sie betreffen die Kernaussage meiner Geschichten - d.h. die Themen mit denen ich mich befassen will. Auch wenn ich humorvoll schreibe und es sich oft locker liest stecken in meinen Sachen bestimmte Botschaften (klingt zu hochtrabend und hat etwas biblisches. So meine ich es nicht. Wer mag kann sich hierfür ein anderes Wort ausdenken.) oder auch Sichtweisen (teilweise auch auf das Genre bezogen) die ich gern formulieren möchte - sei es auch nur für mich. Vielleicht sehen die Leser diese "Botschaften" später auch und wenn nicht fühlen sie sich vielleicht gut unterhalten.
              Ansonsten motiviert mich, dass das "Gemälde" immer voller und fertiger wird und man das Bild langsam erkennen kann.
              Quintessenz: Bla.
              Kontakt: administrator@wortkompass.de

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              • Milch
                Milch kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Ich glaube, es geht eher darum, Fragen zu stellen und Perspektiven zu verschieben oder zu eröffnen.
                Zuletzt geändert von Milch; 26-03-2020, 10:49.

              • Amy
                Amy kommentierte
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                Ach, diese Motivation finde ich schön! Und ich finde "Botschaft" klingt nicht zu hochtrabend. Es soll ja kein Lebensratgeber sein, aber ich finde es gut und wichtig, wenn sich Autoren überlegen was sie vermitteln, denn etwas vermitteln tun sie so oder so, bewusst oder unbewusst, auch wenn es je nach Leser unterschiedlich ist was davon wie ankommt.

              • Badabumm
                Badabumm kommentierte
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                Die Frage nach der Botschaft muss sich jeder Kreative stellen. Warum will ich ein Bild malen? Warum ein Instrument spielen (wobei komponieren ja viel eher kreativ wäre)? Und warum will ich jetzt ein Buch schreiben, das andere lesen sollen? Deshalb halte ich den Begriff auch nicht für übertrieben; im Kern muss etwas enthalten sein, das ich der Welt mitteilen will. Das muss nicht ein Lebenswerk wie der "Faust" werden. Aber wenn ich auf etwas aufmerksam machen möchte, wenn ich ein aufwühlendes Erlebnis hatte, wenn mich etwas auffrisst, wenn ich gute Laune verbreiten möchte, so ist das Buch auch ein Medium wie die Handabdrücke und Jagdszenen von Höhlenmalerei.

            • #14
              Das kommt auf die Projekte an.
              Ich habe ein Projekt, dessen Grundidee ich nach wie vor mag, aber ich bin so oft rausgerissen worden und nie richtig tief reingekommen (weil anfangs zu wenig Material da war), dass ich irgendwann zu viel Abstand hatte, obwohl ich immer wieder versucht habe, ranzugehen.
              Mein eines Spaßprojekt, an dem ich derzeit arbeite, habe ich dagegen 7 Jahre gar nicht angefasst und arbeite mittlerweile seit Juli dran. Tatsächlich war lesen der Punkt, um wieder reinzukommen.
              Ein anderes Projekt ist untypisch für mich, weil mit komplett eigenen Welten parallel neben unserer und da Weltenbau und ich keine Freunde sind (weil ichs einfach erstmal nicht kann und an dem Punkt irgendwann die Lust verliere), liegt das auch schon ein paar Jahre auf Eis. Dennoch klopt es in größeren Abständen immer mal vorbei. So auch kürzlich, da habe ich auch tatsächlich mal wieder reingeschaut (mache ich nicht immer) und merke, ja, insgesamt mag ich es nach wie vor total. Doch mit momentan zwei Projekten parallel habe ich nur reingeschaut, daran zu arbeiten, steht derzeit nicht zur Debatte.

              Also wenn, dann durch Lesen. Sei es nun schon etwas Geschriebenes oder ein Plot oder auch nur Steckbriefe, Weltenbauelemente, was auch immer bereits existiert. Wenn das Projekt für einen wichtig ist, findet sich darüber eigentlich der Zugang, jedenfalls nach meiner Erfahrung.

              Täglich dranbleiben ist dagegen für mich nicht das Problem, außer äußere Umstände stören. Und da sage ich immer wieder, die müssen erst geklärt/beseitigt sein (gehts nicht komplett mit dem Beseitigen, dann zumindest teilweise, um eben ein bisschen Freiraum für sich selbst zu schaffen, das braucht auch jede_r von uns).

              Und warum ich dranbleibe?
              Weil ich diese Projekte liebe. Weil ich sie brauche. Für mich.
              Ich komme aus Ironien.
              Das liegt am sarkastischen Meer.

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              • #15
                Alles hat ein Ende, auch die Mittwochsfragen?

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                • Victoria
                  Victoria kommentierte
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                  Interessante Frage.

                • Badabumm
                  Badabumm kommentierte
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                  Wieso? Gibt es ab nächster Woche keine Mittwochs mehr?

              • #16
                Ja also, das ist so ein Problem bei mir. Ich hab nicht wirklich Kontrolle darüber, welches Projekt gerade in meinem Kopf besonders präsent ist und hab auch immer wieder mal Tiefs, in denen ich an gar keinem arbeiten kann. Manchmal helfen die Freitagsinfusionen und jetzt versuche ich, mich auf nur zwei zu konzentrieren und mit Tagträumereien und Kopfkino einigermaßen reinzukommen. Und es gibt einen YouTube-Kanal, der mich ein Bisschen zum Schreiben motiviert (und Kunstkanäle, die mich zum Zeichnen motivieren), aber das funktioniert alles so semigut. ^^'
                Meine Vorgehensweise ist jetzt also, mir die anderen Antworten in diesem Thread durchzulesen und zu schauen, ob ich da was neues finde, was ich ausprobieren kann.
                C10H12N2O

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