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Anfängerfehler

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  • Anfängerfehler

    Ich höre derzeit ein Buch bei dem ich schon nach kurzer Zeit überlegt habe, ob es sich um ein Erstlingswerk handelt. Ich habe dann nachgeschaut und das Gegenteil war der Fall: Der Autor ist erfolgreich, das Buch Teil einer Reihe. Dennoch bin ich beim Hören immer wieder über Stellen gestolpert, bei denen es sich meiner Meinung nach eher um Anfänger"fehler" handelt. Einige dieser "Fehler" kenne ich auch aus meinen eigenen Geschichten, insbesondere meinem Roman, vielleicht auch deshalb der Eindruck. Mir geht es hier in keinster Weise darum etwas schlecht zu reden, das Buch hat mich nur zum Grübeln über das Thema angeregt und ich bin gespannt auf eure Meinung.

    Hier ein paar Beispiele aus dem Buch, durch die ich den oben beschriebenen Eindruck gewonnen habe. Ich hoffe es ist nachvollziehbar:
    Zum einen geht es mir ganz grob gesehen um den unglaubwürdigen Plot, gewisse Logikfehler, sowie eine zu schnelle und dadurch ebenfalls unglaubwürdige Entwicklung zwischen den Figuren, besonders bei Freundschaften.

    Dann gab es noch Situationen wie diese:
    Person A. denkt über xy nach, was genau beschrieben wird.
    Person B fragt was los ist, es folgt das typische "Ach nichts" / "Nein, sag doch". Schließlich sagt Person A Person B das was man als Leser schon einen Absatz vorher erfahren hat. So wurde an einigen Stellen Spannung im Kern erstickt, statt aufgebaut.

    Außerdem gab es verschiedene Formen von Infodump:
    1. Ein Ereignis wird im Plot beschrieben, trotzdem ist die vollständige Erzählung über das Ereignis im Buch zusätzlich enthalten. Ein Ereignis musste ich mir so drei Mal anhören, ohne das es einen für mich erkennbaren Mehrwert hatte.
    2. Zu viele Details. Ich muss nicht wissen welche Gemüsearten wer aufspießt bei den Vorbereitungen zur Grillparty ...
    3. Ich bin mir recht sicher, die Stellen erkannt zu haben, bei denen zuvor gegooget wurde. Da also auch zu viel Info und diese zu unnatürlich eingebaut.

    Merkt ihr Erstlingswerken häufig die fehlende Erfahrung an?
    Was waren eure häufigsten Anfängerfehler?
    Welche Anfängerfehler bei anderen stören euch besonders?
    There is no real ending. It´s just the place where you stop the story.
    Frank Herbert

  • #2
    Jeder hat andere Vorlieben, aber Details sorgen dafür, dass die Geschichte sich realer anfühlt, das würde ich nicht als Anfängerfehler bezeichnen. Wir dürfen beim Lügen nicht erwischt werden, Lügen bedeuten weniger Details.

    Ich halte es für ratsam, manche, wichtige Sachen mehrmals zu erwähnen, damit sich der Leser es sich merkt. Manchmal kann es bei der Dopplung unterschiedliche Perspektiven geben, es dient der Charakterisierung.

    Und ich glaube, der deutsche Leser will zum Teil auch belehrt wird, wenn man sich manche Bestseller anschaut.

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    • Amy
      Amy kommentierte
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      Bei der Geschichte habe ich aber an einigen Stellen für die Geschichte unrelevante Details erfahren, während auf der anderen Seite besonders interessante Stellen nur angerissen/ erwähnt wurden. Darunter leidet dann ja auch wieder die Spannung. Für mich hatte die Gewichtung keinen Mehrwert, sondern nur das Gegenteil war der Fall.
      Welche Details baust du gern ein, um dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte realer anfühlt?

      Natürlich, das kann auch sinnvoll sein. Wenn aber kurz nach dem Ereignis eine Person fragt was los war, muss ich die Antwort nicht auch noch hören. Und wenn dann noch eine Person hinzukommt erst recht nicht mehr, wenn alles das Gleiche bleibt. Hätte man der einen Person etwas verheimlicht o. Ä. hätte das natürlich wieder einen Zweck haben können.

    • Milch
      Milch kommentierte
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      Jedes Detail kann eine Geschichte realer anfühlen lassen. Was ein Autor erwähnt, liegt auch daran, was er bevorzugt.

      Skurrile Details, auf die man nicht sofort kommt. Meistens ist es auch an den Figuren angepasst.

  • #3
    Dass jemand ein etablierter Autor ist, bedeutet noch lange nicht, dass er auch perfekt ist. Gerade bei älteren Werken kann man auch feststellen, dass Konventionen, die heute zum Standard gehören, noch nicht beachtet werden. Agatha Christie, zweifellos eine brillante Autorin, kippt zum Beispiel manchmal aus der Perspektive. Stephen King schweift gerne mal weit von seinem roten Faden ab. Vielleicht wären ihre Geschichten noch besser, wenn sie diese Aspekte stärker beachten würden, aber dass sie es nicht tun, bedeutet ja nicht, dass die Bücher deswegen schlecht sind. Jeder Schreiberling hat seine Stärken und Schwächen, wichtig ist, ob es den Lesern unterm Strich gefällt.


    Merkt ihr Erstlingswerken häufig die fehlende Erfahrung an?
    Wie du ja oben schon schreibst, hat das nicht unbedingt was mit Erfahrung zu tun. Es hängt davon ab, ob sich ein Autor zu bestmmten Dingen Gedanken gemacht hat oder nicht. Und wenn er sich Gedanken dazu gemacht hat, welche Entscheidung er darüber getroffen hat. Ich kann Autoren darauf hinweisen, dass dieses oder jenes besser wirken würde und warum, aber letztlich ist es ihre eigene Entscheidung, ob sie ihren Text deswegen ändern.
    Es ist tatsächlich auch so, dass manche Autoren zu fest an den Tipps kleben. Dein Recherchebeispiel könnte durchaus Folge davon sein, dass der Anfängerfehler des Autors darin bestand, dass er eben nicht recherchiert hat. Beim nächsten Mal hat er sich fest vorgenommen, intensiv zu recherchieren und das dann auch zeigen wollen. Das richtige Maß zu finden, ist sicher eine Fähigkeit, die mit steigender Schreiberfahrung wächst.

    Was waren eure häufigsten Anfängerfehler?
    Häufig kann ich schlecht sagen, weil ich eher wenige sehr verschiedene Dinge geschrieben habe. Ein großes Problem war (und ist), die Gefühle und Gedanken von Figuren verständlich zu vermitteln, ohne umgekehrt in zu lange innere Monologe auszubrechen.

    Welche Anfängerfehler bei anderen stören euch besonders?
    Ich glaube, die wirklichen Anfängerfehler bekommt man meist gar nicht zu lesen, denn bis ein Buch veröffentlicht wird, hat auch ein Erstlingsautor schon eine Menge geschrieben. Als Lektorin bekomme ich ja schon mehr Rohversionen zu lesen als der normale Leser, aber auch da ist ein Autor bereits ein paar Schritte auf seinem Weg gegangen. Und im Lektorat stören mich Fehler insofern nicht, da ich ja genau dafür da bin, dass wir die noch rausbügeln, bevor das Buch veröffentlicht wird.
    Nerven tun mich eher Dinge, bei denen ich denke, dass der Autor das doch wirklich besser wissen müsste, und das passiert natürlich eher bei etablierten Autoren als bei Anfängern. Da finde ich es am schlimmsten, wenn ein Autor Dinge vermittelt, die inhaltlich oder auch moralisch falsch sind (z. B. "Gewalt ist eine Lösung"). Als Autor hat man durchaus eine Verpflichtung zu überprüfen, welche Botschaften man seiner Geschichte mitgibt.

    If I could read your mind love
    What a tale your thoughts could tell
    Just like a paperback novel
    The kind the drugstore sells
    -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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    • Amy
      Amy kommentierte
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      Zu deinem ersten Absatz: Ich wollte mit dem Thema nichts anderes behaupten, hoffe das ist klar. Mir gefallen bei den meisten Büchern einige Dinge nicht, so einen Eindruck wie bei diesem Buch habe ich aber noch nie gehabt. Daher hat sich mir die Frage gestellt, warum ich diesen Eindruck hatte. Wahrscheinlich war es die Mischung aus den "Fehlern", bei denen ich Parallelen zu meinen Texten ziehen konnte.

  • #4
    Ich denke, dass man das zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung sein Bestmögliches abliefern sollte. Daher sollte die fettesten Klopper nicht vorkommen.
    Ist aber eine Frage der Persönlichkeit, ob man auf die erste Fertigstellung eines Projekts so stolz ist wie ein Kleinkind auf den ersten Besuch auf dem Pott.
    Natürlich wird man von Mal zu Mal besser und man sollte nicht warten, bis man perfekt ist (ist man nie), aber zumindest bis man selbst sagen kann: Ich hab daran geschwitzt, gearbeitet, korrigiert und finde es für mich gut. - Wenn ich es super finde, dann noch einmal ran.
    Und wie Ankh schrieb: Auch die Großen der Zunft haben ihre Macken. Die haben aber auch ihre Stärken bereits bewiesen und können ihre Schwächen als Stil einbringen, weil es keine KO-Fehler sind. Stephen Kings und Walters Moers’ Abschweifungen kann man als Leser auch verabscheuen und trotzdem die Geschichten gut finden.

    Merkt ihr Erstlingswerken häufig die fehlende Erfahrung an?
    Ich weiß meist gar nicht, ob es Erstlingswerke sind, die ich lese. Vermute aber das Gegenteil.
    Eine Erstveröffentlichung ist nicht unbedingt ein Erstling; spannend find ich, wenn ich von einer von mir geschätzten Autor*in tatsächlich ein (nachträglich veröffentlichtes) Frühwerk in die Finger bekomme und diejenige so ehrlich war, nicht alles an Grauslichkeiten auszubessern. Die Fehler dort sind meist so, dass ich lachen muss, weil man dann weiß: OK, der/die war auch schon dort, wo ich bin/war.
    Ich glaube, einen echten Erstling, die erste große „Fingerübung“, erkennt man im SP auf den ersten Seiten. Wer kann schon alles von Anfang an, wenn nicht professionelles Lektorat, Korrektorat, Buchsatz einschreiten?

    Was waren eure häufigsten Anfängerfehler?
    Das sind die, die ich immer noch in der Rohfassung mache und hoffentlich bemerke/angemerkt bekomme. Wiederholungen in jeder Form, in die Länge ziehen … Wichtiges voraussetzen, aber nicht erwähnen …

    Welche Anfängerfehler bei anderen stören euch besonders?
    Alle. Bedeutet aber nicht, dass ich dann automatisch die Geschichte oder den Autor schlecht finde.
    Vor allem aber die, bei denen ich mich entweder verar***t fühle („es war nur ein Traum“) oder verdummt. Ganz besonders, wenn mir erzählt wird, wie fürchterlich sympathisch / begehrenswert / toll! / makellos die Hauptperson ist.

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    • #5
      Für mich sind Anfängerfehler, solche Sache, die ich mich mittlerweile weigere zu lesen.

      Direkt auf Seite 1 wird mit einem Blick in den Spiegel von der Prota ihr Aussehen beschrieben. Weil ich selbst natürlich auch erst mal minutenlang vorm Spiegel betrachte und wie ich aussehe und dann darüber über meine Familie, deren Arbeit und meinen Alltag nachzudenken. Da kriege ich wirklich die Krise. Und überhaupt wird dann erstmal das komplette bisherige Leben geschildert.....

      Oder das erste Kapitel beginnt mit aufstehen, fertig machen, frühstücken, in die Schule gehen.

      Ansonsten glaube ich, dass man häufiger mit Sachen uneinig ist, oder es anders gemacht hätte, aber der Autor, ob unerfahren oder erfahren, das trotzdem so und so macht. Zum Beispiel deine angesprochenen Beispiele Amy habe ich auch schon bei erfahrenen Autoren gelesen, daher tippe ich auf bewusste Entscheidung oder jemand will sich nie trauen, von den gewohnten Tipps etc auch nur einen Hauch abzuweichen oder will wirklich sicher gehen, dass der Leser alles genauso sieht wie der Autor usw.
      "If something goes wrong in your life, just yell plot twist and move on"

      "Anything is possible [...]" - J. K. Rowling

      Kommentar


      • #6
        Was waren eure häufigsten Anfängerfehler?
        • Alle Schreibtipps anwenden, auch wenn es nicht zu einem passt
        • Alles perfekt machen wollen und deshalb nicht zum Ende kommen
        • Oder die andere Seite: Wegen des eigenen Talents und der allgemeinen Schreibbegabung, aber vor allem wegen des eigenen Genies die Texte so unvermittelt pur zu niederzuschreiben, wie es einem in den brillanten Sinn gekommen ist
        Das merkt man leider im Text.
        Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
        die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
        die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
        die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

        Jack Kerouac

        Kommentar


        • #7
          Ich kann gar nicht mal von mir behaupten, dass ich Anfängerfehler sicher erkenne. Es gibt ja auch Dinge, die manch einer als typischen Anfängerfehler bezeichnen, die einem total gut gefallen und man sie deshalb auch als gut gemacht empfindet.

          Was mir beiderseits sehr negativ auffällt, ist das, was Du auch beschrieben hast Amy : Es wird etwas erzählt und zwei Absätze später erzählt Figur A das Ganze nochmal Figur B. Noch schlimmer, wenn ein Buch kapitelweise aus beiden Sichten erzählt wird, Person A in ihrem Kapitel xy erlebt und irgendwer Person B im anschließenden Kapitel alles nochmal ausführlich erzählt. Allerdings mag ich es genauso wenig, wenn etwas erzählt wird und zwei Absätze später als Dialog dann nur steht: "Er erzählte ihr von xy". Ich kann kein Beispiel nennen, in dem ich das gut umgesetzt gelesen habe. Wenn mir was im Laufe der Zeit zu Augen kommt, stelle ich es hier ein

          Cliffhanger direkt im nächsten Kapitelanfang unspektakulär auflösen halte ich auch für einen Anfängerfehler, machen aber auch einige etablierte Autoren.

          Viel zu viele seltsame Metaphern würde ich auch noch nennen. Ich lese gerade ein Kinderbuch, in dem fast jede zweite Beschreibung eine Metapher bekommt. Es ist der zweite Roman der Autorin, und seltsamerweise war es im esten noch nicht so häufig.

          Was waren eure häufigsten Anfängerfehler?

          Immer wieder beginne ich meine Geschichten viel zu krypisch, viel zu pseudo-philosophisch und gewollt intellektuell, also auf Deutsch gesagt: unklar.

          Und mein "Lieblings"anfängerfehler: Hört doch zu, was ich denke!! Also auch unklar

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          • #8
            Merkt ihr Erstlingswerken häufig die fehlende Erfahrung an?
            Das könnte ich jetzt nicht behaupten; zumal ich an Erstlingswerke auch nicht wissentlich herangehe. Sehr häufig ist es ja auch so, dass das Erstlingswerk keineswegs das erste veröffentlichte Buch des Autors ist.
            Vielleicht unterscheidet sich da die Selfpublisher-Szene, weil man mittlerweile viel schneller und einfacher veröffentlichen kann als früher mal, aber in diesem Bereich bin ich nicht besonders informiert.

            Was waren eure häufigsten Anfängerfehler?
            Show don't tell in der typischen Anfängermanier. Ich habe die Geschichte nicht lebendig im Moment erzählt, sondern knapp zusammengefasst, was passiert. Das Perfide daran ist, dass es häufig gar nicht schlecht geschrieben war und daher viele Überarbeitungen überlebte, der Text aber dennoch passiv und uninteressant war, dem Leser die Möglichkeit des Mitfieberns überhaupt nicht gegeben war.

            Negativ-Beispiel

            Dann lenkten sie ihre Pferde zurück auf die Straße und hielten auf Saya zu, die Weiße Stadt des Westens. All die Zeit begleitete sie Derrans heiserer Husten und als sie abends in einem Gasthaus Rast machten, war der Hüne beinahe ohnmächtig. Am nächsten Morgen lag er tot in seinem Bett.
            Sie hätten ihn gerne in der Heide verbrannt, aber wegen des Schnees war alles Holz, das sie fanden, so nass, dass an Feuer nicht zu denken war. Stattdessen gruben sie ein Loch in das festgefrorene Weiß, warfen die Leiche hinein und schaufelten sie ein. Inzwischen trug Derran nur noch wenige Kleider am Leib, alles andere an Wert war verschwunden. Später entdeckte Saloga die mit Pelz gefütterten Stiefel, die warmen Handschuhe und den guten Mantel aus Hirschleder an den Leibern ehemaliger Buchbinder, Bader und Sattler.
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            Welche Anfängerfehler bei anderen stören euch besonders?
            Kleine Perspektivfehler (ich sage "klein", weil ich keinen großen Perspektivwechsel meine, sondern Dinge wie die optische Beschreibung des POV) und Abweichung vom roten Faden, unnatürliches oder zu literarisches Verhalten der Figuren (Kitsch, zu heldenhaft, zu cool, zu wenig Gegenwind von anderen Figuren, um den Protagonisten gut dastehen zu lassen). Was mich ganz besonders stört, sind Fehler in Zeichensetzung, die leicht zu recherchieren wären, hier an erster Stelle die wörtliche Rede, dicht gefolgt von Anführungszeichen allgemein (unformatierte oder englische etwa) und den drei Punkten, die als eigenes Satzzeichen nicht erkannt werden und man daher als drei einzelne Punkte (ohne Leerzeichen *grummel*) oder gleich als ganze Punktschar findet .......
            Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

            So nah, so fern.

            Kommentar


            • #9
              Was der Leser als Fehler empfindet , ist ein Fehler - ob der Autor nun Anfänger ist oder nicht. Es ist wünschenswert, wenn der Autor lernfähig ist und Fehler weniger werden - das würde aber bedeuten, dass das zehnte Werk automatisch besser wäre als das erste. Und das stimmt so nicht. Es gibt korrigierbare Fehler , aber wenn hier Zeichensetzung erwähnt wird, so fragt man sich, weshalb der Verlag oder die Word-Fehlerkorrektur das nicht bereits beim ersten Mal ausgemerzt hat. Wenn das fünfte Buch dieselben Satzfehler aufweist, so kann man nicht mehr von „Anfängerfehler“ sprechen, sondern eher von einem „Ignoranzfehler“.

              Ich behaupte, dass es Anfängerfehler vorrangig bei Selbstveröffentlichern gibt, da in der Regel ein Verlagslektor schlechte Werke gar nicht erst freigibt, schon im Interesse des Verlags. Oder wenigstens den Autor darauf hinweist, so dass dieser die Möglichkeit eingeräumt bekommt, etwas zu verbessern. Natürlich gibt es auch dort Patzer und Schludrigkeit. Aber ein Verlag, der reihenweise Bücher herausgibt, die nicht gekauft werden, hält sich nicht lange. Apropos: „nicht verkauft“: Ein „Fehler“ muss gar nicht als solcher bewertet werden, denn dann würde der riesige Markt an gleichförmigen Groschenromanen gar nicht erst existieren. Und manchmal kann auch ein Verlag eher auf die Idee setzen und hoffen, dass das zweite Buch besser als das erste sein wird, um den Autor an sich zu binden.

              Tja, was ist eigentlich ein Anfängerfehler? Machen Anfänger immer dieselben Fehler, sind sie so als Anfänger zu entlarven? Machen sie also typische Fehler? Und woraus bestehen diese? Ich würde eher vermuten, dass Anfänger vielleicht mehr langweilige Literatur schreiben, weil sie die Grundgesetze noch nicht verinnerlicht haben? Aber im Grunde hat das nichts mit dem Status „Anfänger“ zu tun. Dann wären Anfängerfehler fehlendes Handwerk? Fehlende Erfahrung? Ganz sicher. Aber typisch sind sie deswegen nicht. Möglicherweise ähnlich. Selbstüberschätzung, Verlieren im Chaos, Strukturlosigkeit, mangelnde Recherche, Eitelkeit... ja. Andererseits kann man Handwerk beherrschen und trotzdem keine guten Bücher schreiben. Es bleibt also verzwickt.

              Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.
              Mark Twain

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              • Dodo
                Dodo kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                *Ein „Fehler“ muss gar nicht als solcher bewertet werden, denn dann würde der riesige Markt an gleichförmigen Groschenromanen gar nicht erst existieren.
                Verständnisfrage: Meinst Du, dass Groschenromane "fehlerhaft" sind und die Leser erkennen es nicht?

              • Badabumm
                Badabumm kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Nein, aber hier werden Anfängerfehler wohl auch mit manieristischem Schreiben gleichgesetzt. Schlechte Charakterentwicklung, langweilige Dialoge, vorhersagbare Handlung, Klischeetypen, soziale Vorurteile, Mary Sues usw. Das ist in Groschenromanen so gewollt. Sie sind Gebrauchsliteratur und deshalb Fließbandarbeit nach gleichem Schema. Auch sogenannte höhere Literatur kann abgegriffen werden, es gab schon immer Autoren, die für den Massenmarkt schrieben: Konsalik, C.-Mahler, Simmel, Malpass usw. Deshalb möchte ich sie nicht als "Fehler" einstufen, um sie von Anfängerfehlern zu unterscheiden, - obwohl sie eben viele dieser Elemente enthalten, die ein Schriftsteller eigentlich vermeiden sollte.

              • Dodo
                Dodo kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Ah, danke für die Erklärung.
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