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Mittwochsfrage #155 Erwartungen

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  • Mittwochsfrage #155 Erwartungen

    Wie starr oder flexibel sind Eure Erwartungshaltungen als Leser und wie beeinflusst es Euer Schreiben?

    Anekdote:
    Eine Bekannte erzählte von einem Krimi, den sie am Ende "in die Ecke pfefferte". Denn: „Das Böse triumphiert. So kann man einen Krimi doch nicht enden lassen!“
    Es war nicht das einigermaßen kultivierte Hannibal-Lecter- oder rächende Dexter-Morgan-Böse, sondern Unschuldiges-geht-drauf-und-das Gute-wird-bestraft-Böse.
    Ja, geht das?
    Zumindest einer eingefleischten Krimileserin gefiel es nicht, und sie wird „nie wieder etwas von diesem Autor lesen!“

    Autoren wollen aber doch immer wieder gelesen werden.
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden? Enttäuscht? Begeistert? Genervt von der Wendung?
    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind? Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
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    Photo by sergio souza on Unsplash
    Zuletzt geändert von Dodo; 04-03-2020, 07:53.

  • #2
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Ich mag sie (jedenfalls, solange sie gut gemacht sind und zur Geschichte passen). Wenn ich das Gefühl habe, dass etwas anderes als das, was man so generell erwartet, kommen könntet, fesselt mich das sogar nocht mehr an die Geschichte. Wobei es natürlich hin und wieder auch schön ist, wenn die Geschichte genau die Erwartungen erfüllt, die man hat

    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind?
    Ich denke, weil viele Geschichten oder Plots nach Schema F folgen und das inzwischen so tief bei uns drinnen ist. Es "gehört einfach dazu", dass eine leichte Liebesgeschichte ein Happy End hat. Oder das in der klassischen Fantasy der Held über das Böse triumphiert. Es hat natürlich auch etwas tröstliches, wenn ich genau weiß, was auf mich zukommt. Manchmal braucht man das.

    Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Bei mir wechselt das Genre bis zu einem gewissen Grad, je nachdem wie meine Stimmung gerade ist. Manchmal will ich eine vorhersehbare Geschichte, bei der ich mein Hirn abschalten kann. Manchmal will ich aber auch in Geschichten eintauchen, die vielleicht nicht ganz so einfach sind und wo der Plot auch in eine Richtung steuern kann, die unerwartet (und eventuell auch negativ) ist.

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Ich versuche eigentlich die Geschichten zu schreiben, die ich gerne lesen würde. Dazu hören für mich aber auch Wendungen und Figuren, die etwas ... hm ... schwieriger sind. Das ist natürlich nicht für jeden Leser etwas. Aber auf der anderen Seite kann ich sowieso nicht allen Recht machen. Deswegen versuche ich mich nich den Erwartungen von anderen zu beugen. Ich hab eh schon genug Erwartungen an mich selbst
    »Elezeis Blut schien in Aufruhr zu sein und brannte unerwartet kalt durch ihren Körper. Es war ein Gefühl, das nach Zerstörung dürstete.« – Blutgesang

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Stimme Dir vollends zu.
      Gerade diese Ausrichtung: Entspannung/Abschalten/Tröstliches oder Spaß am möglichen Twist spielt bei der Auswahl meiner Lektüre oft rein. Und das merke ich auch bei meinen Projekten: Bin ich sonst angespannt, halt ich den Ball beim Schreiben auch flacher.

  • #3
    Wie starr oder flexibel sind Eure Erwartungshaltungen als Leser und wie beeinflusst es Euer Schreiben?
    Wenn mir der Autor seine Erwartungsbrüche gut verkaufen kann, bin ich immer dafür zu haben. Wenn der Autor die Genrekonventionen in langweiliger Art abhakt, roll ich mit den Augen. Deswegen versuche ich selbst so zu schreiben, dass es interessant ist. Es gibt Dinge, dagegen kann man sich nicht wehren ohne das Genre zu verlassen (was gut oder schlecht sein kann), aber deswegen kann man sie dennoch spannend schreiben.
    Lustigerweise bekomme ich auf meine aktuelle Fanfiction immer wieder gesagt, wie unvorhergesehen und überraschend alles ist. Ich selbst sehe das nicht so. Allerdings bewegen sich meine Überraschungen im Rahmen der Genrekonventionen. Es ist eine Liebesgeschichte, also gibt es Intrigen und Dreiecks und Eifersucht etc. pp., das gehört dazu. Die Frage ist nur, wie inszeniert man diese Dinge? Das kann man gut und das kann man schlecht machen.

    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Mir persönlich gefällt das. Ich mag, wenn sich Genres vermischen und sich Kunst dadurch der Komplexität der menschlichen Natur annähert. Wenn ich meine Geschichten konzipieren, denke ich nicht über Genres und ihre Konventionen nach, sondern darüber was die Handlung und die Figuren brauchen. In die Schubladen des Genres quetsche ich meine Geschichte erst hinterher - weswegen es selten eins-zu-eins passt. Für mich ist das positiv.
    Darüber hinaus finde ich als Leser, dass gerade Enden manchmal gegen die Logik des Geschehens gehen. In manchen Büchern merkt man stark, dass versucht wurde der Erwartung der Leser zu entsprechen, aber nicht wusste wie man das geschickt anstellt. Dass zum Beispiel der Held trotz allem den sicheren Tod überlebt; oder dass das Liebespaar am Ende zusammenkommt, obwohl sie null romantische Chemie miteinander haben; oder dass der Mörder doch noch geschnappt wurde, obwohl das Lösungspuzzelteil echt verdammt weit hergeholt war etc. Dann kann einem ein schlechtes normales Ende schonmal den Tag vermiesen.
    Andersrum geht's natürlich auch, wenn das genre-unytpische Ende nur da ist, um den Leser noch ein letztes Mal zu schockieren, es selbst aber nicht gut in der Geschichte verwurzelt ist. Das vermiest einem auch den Tag.
    Wichtig ist mir, dass der Twist oder das Ende der Logik der Geschichte folgen und ihr einen zusätzlichen Mehrwert geben, dass der Ton zum Rest der Geschichte passt und dass die Figuren dadurch an ihrem Konflikt arbeiten können (positiv oder negativ). Wenn der Twist oder das Ende nicht in der Geschichte verankert ist, ob nun genre-typisch oder nicht, fühlt es sich billig an.

    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind? Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Weil es sich einen bestimmten Punkt des komplexen Knotens namens Leben herauspickt und genauer anschaut. Nehmen wir zum Beispiel eine meiner liebsten Mangaserien One Piece. Alles fing damit an, dass ein Junge in die Welt hinaussegelte, um der größte Pirat aller Zeiten zu werden. Auf dem Weg dorthin findet er Freunde und kämpft sich durch Hindernisse durch. Hier wird herausgestellt, wie wichtig Freundschaft im Leben ist und dass man sich für seine Ziele anstrengen muss. Die meisten Action-Mangas für ein jugendliches Publikum haben diese Botschaft, das kann man nicht oft genug lesen. Das baut auf, man hat ein Repertoire an Figuren mit denen man sich identifizieren und in deren Abenteuer man sich verlieren kann, während man gleichzeitig auch Inspiration von ihnen ziehen kann, wenn man selbst zweifelt. Was würde Ruffy tun? Mit dem Kopf durch die Wand gehen, aber aufgeben würde er nicht. Das ist ein ansteckender Optimismus, den man im Leben durchaus gut gebrauchen kann und es macht dann Spaß, immer mehr Geschichten mit diesem Optimismus zu lesen. Gleichzeitig ist es einfach, diesen Optimismus durch eine Gruppe von Freunden, die für ihre Ziele kämpfen, darzustellen und interessant zu gestalten - also das ein Genre zu nennen.
    Nach zwanzig Jahren Laufzeit (ja, One Piece ist verdammt alt und läuft immer noch) ist die Geschichte in einer Weise gewachsen, dass nun auch politische und soziale Themen wie Rassismus und systematische Unterdrückung und sogar Dinge wie Cultural Appropriation vorkommen (nicht alles groß oder detailliert, trotzdem anwesend). Das sind komplexe, verwickelte Themen, die nicht jede Geschichte ansprechen kann oder will oder muss. Aber mit der unterliegenden Botschaft, dass Freundschaft wichtig ist und man sich für seine Überzeugungen einsetzen muss, kann man diesen schwierigen Themen einen Rahmen geben, der sie leichter zugänglich macht. Hier kann man also die Konventionen des Genres dazu nutzen, ein paar Schlaufen im Knoten namens Leben zu beleuchten. Der Optimismus, der diesem Genre inhärent ist, ist ein guter Gegenpunkt zu den sehr niederdrückenden Situationen. Zusätzlich erlaubt der Fantasy-Hintergrund, dass man sich aus dem eigenen Gewebe sozialer Zugehörigkeiten löst und sich auf die Situation auf dem Papier konzentriert, auch wenn man sie im eigenen alltäglichen Leben zuerst anders bewerten würde (vielleicht).
    Aber es wäre gleichzeitig viel zu viel, würde One Piece nun auch noch romantische Liebe in den Fokus rücken und sich auf die psychischen Auswirkungen des Erlebten konzentrieren und versuchen herauszufinden was Gerechtigkeit ist und die Verwicklungen einer Familie in mehreren Generationen zu erzählen und und und. Eine Geschichte kann nicht alles erzählen, sie muss sich das für sie Wichtige herauspicken. One Piece gehört zu den Geschichten, die bereits ein weites Netz werfen an Dingen, die es mit einbezieht - denn auch romantische Liebe und psychische Auswirkungen und die Frage nach Gerechtigkeit und Familie werden angesprochen, aber nicht zum Hauptthema gemacht. Dafür gibt es andere Geschichte und andere Genres, die viel tiefer in diese Materien eindringen können.
    In diesem Sinne sind Genres Arbeitsteilung für die Kunst, sich mit den verschiedenen Verwicklungen des Lebens auseinanderzusetzen und jeder hat seine eigene Expertise.

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Die wichtigste Erwartung, die ich erfüllen will ist: Lesespaß. Wenn jemand eine meiner Geschichten anfängt zu lesen, soll sie ihn unterhalten. Im zweiten Schritt gibt es vielleicht was zum Nachdenken.
    Erwartungen an das Genre bedenke ich selten im Hinblick auf den Leser. Meistens versuche ich den Klappentext oder Teaser so zu schreiben, dass auf mögliche Konventionsbrüche hingewiesen wird - oder auf anderes, das nicht zu erwarten ist (Trigger-Warnings etc.), sodass ich durch den Klappentext die richtige Erwartung im Leser wecke. Ich denke, dass ist wichtig, dass der Autor kommuniziert, was zu erwarten ist und was nicht und wie stark die Abweichungen sein werden. Nur dann kann der Leser für sich entscheiden, ob er daran Spaß haben kann oder nicht. Denn nichts ist schlimmer als nichterfüllte Erwartungen.
    Ich sehe es also nicht ein, mich auf tradierten Konventionen zu verlassen und mein Schreiben danach diktieren zu lassen, was irgendwer anderes woanders zu erst geschrieben hat. Das interessiert mich nicht. Aber es ist wichtig, dem Leser mitzuteilen (durch Klappentext, Cover, Erzählstil etc.) auf was er sich mit meiner Geschichte einlässt.
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Die "Vorwarnung" auf dem Cover oder Klappentext habe ich gar nicht bedacht. Das kann einigen Enttäuschungen vorbeugen und andere zum Kauf bewegen.

    • In-Genius
      In-Genius kommentierte
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      Dodo Gilt natürlich nur, wenn man auf Cover oder Klappentext Einfluss hat als Autor. Aber bereits durch den eigenen Schreibstil oder andere text-interne Merkmale kann man darauf hinweisen, ob man "die übliche" Geschichte schreibt oder nicht.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Stimmt natürlich.
      Und dass jemand auf den letzten Metern mit einem uncleveren oder völlig unvorbereiteten Twist um die Ecke kommt, damit rechnet man eigentlich nie. Während ein guter Aufbau eben auch widerstrebende Leser mitreißen kann.

  • #4
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Bei mir ist das Problem nicht bei genre-untypischen Twists, sondern vor allem wenn der Twist/das Ende nicht zur bisherigen Stimmung, Thema, und Rest des Buches passt. Da ist mir persönlich Wasteland von den Vogts aufgefallen:
    Das ganze Buch lang wird der Unterschied zwischen Hopers und Toxxers betont, und ich hatte das Gefühl, das Buch will mir die ganze Zeit sagen: sei Hoper, sei empathisch! Am Ende gehen aber 99% der Hoper drauf, weil sie sich mitfühlend verhalten haben. Das ging mir RICHTIG auf den Sack und hat mir so ein bisschen das Buch verdorben, das ich bis dato geil fand.
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    Ich finde es vor allem wichtig, dass der Leser weiß, worauf er sich einlässt.
    Wenn ich mir eine Urban Fantasy Romanze mit nem halbnackten Mann auf dem Cover kaufe, dann weil ich eine bestimmte Art von Geschichte lesen will. Wenn am Ende eine Tragödie draus wird oder der Prota sich einen Muggel sucht, hat der Autor mich im schlimmsten Fall belogen, im besten Fall hat man das Buch falsch vermarktet.

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Ich schreibe eigentlich keine Genre-Literatur, die festen Genre-Regeln folgen. Was ich bei meiner Schreiberei als Genre bezeichne ist eher eine Setting-Bezeichnung als eine Plot-Bezeichnung. Ich denke (hoffe) dass das auch auf den ersten Seiten schon klar wird. Ich versuche aber generell Twists nicht zu extrem überraschen ausfallen zu lassen, sodass der aufmerksame Leser sich schon vorher hätte denken können, dass es so kommen muss.
    Die Erwartungen müssen ja nicht 100% erfüllt werden. Aber dem Leser sollte auch nicht der Boden unter den Füßen wegfallen.
    Ob das funktioniert oder nicht, kann natürlich je nach Leser wieder unterschiedlich sein.

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Bezüglich der Genre-Regeln frage ich mich auch gern: Was davon ist jetzt wirklich sakrosankt? Brauch ich im Steampunk immer einen "verrückten Wissenschaftler", brauchen Lovestorys immer ein Happy End?

    • Ena
      Ena kommentierte
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      Dodo das frage ich mich auch gerne. Bei Romance, Krimi und Thriller ist es relativ klar, Urban Fantasy vielleicht auch noch, aber dann wirds langsam schwierig festzulegen. (Ich denke schon, dass Bücher aus dem Genre "Romance" ein Happy End brauchen. Sonst gehören sie in ein anderes Genre gesteckt Aber Liebesgeschichten in andren Genres dürfen gerne schief gehen denke ich^^)

    • Victoria
      Victoria kommentierte
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      (Ich glaub, es hat sich wirklich so aufgeteilt: Romance = Happy End. Liebesroman = nicht unbedingt so Happy End.)

  • #5
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Kommt drauf an, ob es mir bei beidem gefällt oder nicht.

    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind? Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Kommt auch drauf an. Wenn ich einen Krimi lese, erwarte ich schon, das der Täter am Ende geschnappt und verurteilt wird. Wenn ich allerdings das 20. Buch von Genre X lese, in dem sich die Geschichte exakt genauso entwickelt wie in den 19 Büchern davor, droht chronisches Augenverdrehen und mir vergeht die Lust zu lesen. Ich sags mal so: Es schadet nicht, sich an gewisse Konventionen des Genres zu halten, aber bei der Umsetzung erwarte ich vom Autor schon eine gewisse Eigeninitiative zur Kreativität. Warum soll ich sonst das nächste Buch in dem Genre kaufen? Ich hab doch schon 20 Klone zu Hause.

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Wenn ich an der Tastatur sitze, schreibe ich sehr intuitiv und nehme da sicher auch die eine oder andere Konvention bzw Lesererwartung mit. Aber sklavisch an irgendwelche Lesererwartungen halte ich mich nicht (im Übrigen: an welche denn? Selbst wenn meine Geschichten irgendwann Leser haben, werden die trotzdem nicht einheitlich genau dasselbe wollen und nach jedes einzelnen Wünschen kann ich mich sowieso nicht richten. Bleibt also wieder meine Meinung und die, späterer Testleser).
    Nur wer sein Handwerk mit Herzblut ausführt, kann es gut machen, sonst ist alle Anstrengung vergeblich. Mao Shengli

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Ach so. Na, so schlimm bin ich nicht. Wenn ich drüber nachdenke, ist auch eher umgekehrt, ich suche nach Genre-Kriterien, die mich vom Kauf abbringen.

    • Victoria
      Victoria kommentierte
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      Nachtmahr
      Oh, da gab es letztens eine Diskussion, weil die Männer, die bestimmte Genres dominieren und sagen Frau XY gehört gar nicht zu diesem Genres, weil Element xyz fehlt.
      https://www.instagram.com/p/B84k7tmghKj/

    • Nachtmahr
      Nachtmahr kommentierte
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      Victoria
      Und wer hat behauptet, das die was zu sagen haben? Ich mach weiterhin, was ich will.

  • #6
    Ich kann verstehen, dass jemand enttäuscht, weil das Böse gewinnt. Wenigstens in der Unterhaltungsliteratur soll das Gute gewinnen. Ich finde es auch billig, am Ende das Böse gewinnen zu lassen, so originell ist es nicht. Wenn das Böse gewinnen soll, dann soll man schon einen verdammtem guten Grund dafür haben.

    Überraschende Enden sollte der Autor schon im Text vorbereiten. Am Ende Genrekonventionen zu stürzen, ist ohnehin keine gute Idee. Das kann man früher, dann überrascht es niemand am Ende und man kann damit werben.

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Anders ist eben nicht immer originell, seh ich auch so. Wenn man Genrekonventionen vermeiden will, dann sollte das zumindest kunstvoll durch die Story geschehen.

  • #7
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Das kommt drauf an. Ich glaube, das Buch in deinem Beispiel würde mir auch nicht gefallen; nicht, weil es einen Twist am Ende gibt, sondern weil es die "falsche" Botschaft verkauft; genauso wie das Beispiel von Ena. Um ein Buch befriedigend zu finden, muss es für mich nicht ein vorhersehbares, aber ein logisches Ende haben, eines, das eine Konsequenz aus dem Plot ist und mit ihm zusammen eine Botschaft vermittelt, mit der ich mich identifizieren kann. Wenn das gegeben ist, kann und darf es gerne von den ausgetreteten Pfaden abweichen, aber ich denke, dass es das schon vor dem Ende irgendwie andeuten sollte, damit man sich auch auf ein ungewöhnliches Ende einlassen kann. Wenn alles super typisch ist außer dem Ende, dann macht das das Buch nicht besser, sondern noch schlechter, weil man keine der beiden Vorlieben (alles wie immer und mal was neues) richtig bedient.

    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind? Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Ich mag an SciFi und Fantasy den innovativen Weltenbau, an Krimis die elegante Irreführung. Und beides beinhaltet, dass sich ein Buch von den übrigen seines Genres unterscheiden muss, um mir zu gefallen, nur eben in diesen speziellen Punkten. Ich weiß nicht, ob ich eine Reihe Krimis lesen könnte, in denen immer der Gärtner der Täter ist, und mich ermüden inzwischen auch Fentasyromane, in der eine Gruppe helden auszieht, um die Welt zu retten. Da muss schon vieles neu gedacht werden, dass mich dieses Konzept nochmal fesselt.

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Ist es für mich, schreibe ich, wie ich will, klar, und das ist meist etwas, das ich so noch nicht gelesen habe, sonst müsste ich es ja nicht selber schreiben Oder um es mit Robert Frost auszudrücken:

    Two roads diverged in a wood, and I-
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference.

    Ist es für eine bestimmte Leserschaft, dann versuche ich ebenfalls, ihnen was Neues zu bieten, aber ich mache das auch von vorneherein klar. Wenn sie sich nicht darauf einlassen wollen, können sie das Buch frühzeitig weglegen, ansonsten: Hereinspaziert!
    If I could read your mind love
    What a tale your thoughts could tell
    Just like a paperback novel
    The kind the drugstore sells
    -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Ich dachte an die Struktur. Die ich nicht im Kopf hab, aber da war etwas mit Mentor usw.

      Da ich nur wenig Fantasy lese und mir die Heldenreise sonst noch nie aufgefallen ist, gönne ich mir das schöne Voruteil, dass es auch in dieser "Reisegruppe" immer fest verteilte Rollen gäbe. Der Anführer, der Clown, der Verräter, der, der sterben wird, der Schlaue (gen. masc.) ... Täusch ich mich vielleicht? (OK, ja, in Deinem Cyberpunk ist es anders, aber das ist ja auch Dein Cyberpunk.)

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Bei der Heldenreise hast du eigentlich einen Protagonisten, der eben auf einer (spirituellen) Reise ist. Er trifft zwar dabei unter anderem auf einen Mentor, aber ob der ihn begleitet oder ihm einfach ein Amulett in die Hand drückt und auf den Weg schickt, ist offen, genauso wie eventuelle Begleiter. Die Heldenreise ist strukturell gar nicht so verschieden von anderen Strukturen, nur dass eben ein Fokus darauf gelegt wird, dass der Prota in eine andere Welt eintaucht und diese (bzw die Erkenntnisse und Fähigkeiten, die er dort erlangt) zum Schluss mit seiner alten Welt vereint; das kann aber genauso metaphorisch sein wie auch real zwei verschiedene Welten. Bei meinem Roman ist das die Vereinbarung der Lebenswelten der Protas mit der Konzernwelt, wobei ich da am Ende offen lasse, in welcher der beiden Welten die Protas letztlich bleiben.
      ich habe meinen Roman zwar usprünglich danach geplant, aber ob ich da inzwischen nach hundert Plotänderungen irgendwo von der Struktur abweiche, habe ich eigentlich nie überprüft. Es würde mich nicht stören, wenn es das tut, solange die Geschichte an sich funktioniert. ich benutze Strukturen eher dafür, wenn es irgendwo hakt nachzugucken, welche Schritte eventuell fehlen.

      Die Rollen in einer Gruppe sind weniger von der Struktur abhängig sondern meist von anderen "Rezepten", die sich bewährt haben, wie z. B. die "Five man band". Da schaue ich aber schon, dass die nicht so klischeehaft rüberkommt, sondern auch die Rollen innerhalb der Gruppe mal subtil wechseln, z.B. wer der Anführer ist und wer das "Herz". ich mag auch nicht, wenn der stärkste Kämpfer nix anderes ist als eine stumpfe Haudrauf-Maschine, da dürfen und müssen schon facettenreichere Figuren entstehen. Wobei ich mir damit eben auch extra-Arbeit mache, indem eben nicht nur eine Hauptfigur einen Entwicklungsweg durchläuft, sondern eben alle.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Das ist das Schöne am Schreiben - nach hundert Plotänderungen hat man, ohne sich noch weiter um die theoretische Struktur zu kümmern, die Story, die man haben wollte (oder in meinem Falle die, die dabei halt am Ende rumkommt).

  • #8
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Kommt auf die Geschichte im Gesamten und die Figuren bzw. deren Beziehung zueinander an. Und darauf, was ich lesen möchte und welcher Stimmung ich bin. Wenn die Twists oder Enden hineinpassen, sind sie für mich okay, manchmal sogar richtig gut, auch wenn sich dieses Gefühl erst beim Lesen aufgebaut hat.
    In "Elfenmagie" von Sabrina Qunaj liegt die Erwartungshaltung sehr schnell darauf, dass die Protagonistin Vanora mit dem Elfenkönig Eamon zusammenkommen wird. Stattdessen entwickelt sich eine Bezieihung zu ihrem ursprünglichen Widersacher Nevliin, die ich total mochte (aber ich mag Nevliin auch extrem, vielleicht bin ich nur voreingenommen ). Ebenso opfert sie sich am Ende, was die einzig logische Lösung zur Rettung in der Geschichte ist und nicht durch irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen anderen Möglichkeiten geklärt wird.
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    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind?
    Ich denke, weil viele Geschichten doch sehr ähnlich sind. Das macht ja irgendwie auch die Genres aus. Dennoch werden sie natürlich langweilig, wenn sie alle völlig gleich sind, auch wenn solche auffälligen Abweichungen nicht immer nötig sind, um Geschichten dennoch interessant zu machen. Außerdem dürften diese Erwartungshaltungen sich auch wieder wandeln, zumindest in Teilen. Dass Krimis damit aufgelöst werden, den Täter zu finden, okay, das wird wahrscheinlich irgendwie immer bleiben. Aber allein durch Aufkommen vieler Untergenres zeigt sich ja immer wieder, dass Interesse an Abwandlungen besteht.

    Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Ich habe kein festes Lieblingsgenre und lese phasenweise bevorzugt sehr unterschiedliche Dinge. Das kann mal eher das Setting und die damit verbundene Stimmung der Umgebung etc. sein oder mal eben auch eher die Themen, die behandelt werden.

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Ich schreibe in erster Linie für mich, insofern, dass ich das rauslasse, was aus mir raus muss und egal ob beabsichtigt oder nicht, das verarbeitet eine Menge dessen, das mich geprägt hat, ich erlebe und ein Teil von mir ist. Ich würde gewisse Aspekte davon vermutlich nie dem Leser anpassen können, andere dagegen wahrscheinlich schon (was ich selbst nicht ganz sicher beurteilen kann, weil genügend eben auch unterbewusst aus mir rausfließt). Ich würde meine Geschichten nicht ausschließlich auf den Leser zugeschnitten und angepasst umsetzen, nur damit sie sich verkaufen lassen, daran hätte ich keinen Spaß und das wären nicht mehr meine Geschichten. Aber ich glaube ebenfalls, dass die eigenen Gedanken allein - ohne die Erwartungen von außen - eventuell auch vergleichbar sein können damit, direkt die erste Idee zu verwenden, statt weitere zu sammeln und reifen zu lassen und damit eine viel spannendere/innovativere/überraschendere/logischere/passendere zu finden.
    Ich komme aus Ironien.
    Das liegt am sarkastischen Meer.

    Kommentar


    • Kuro
      Kuro kommentierte
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      Dodo
      Ich kenne es nicht anders, habe aber nur ganz wenige Krimis gelesen, ein paar mehr gesehen. Den von dir erwähnten kenne ich nicht und kanns für diesen Fall nicht beurteilen, ansonsten mag ich für gewöhnlich keine offenen Enden (wobei ich den Gedanken mag, meinen Lesern die Möglichkeit zu lassen, ich weiß aber auch, dass viele das nicht mögen, wie eben ich auch, also sehe ich bei meinen Geschichten auch davon ab). Für mich selbst sollte das geklärt sein, wenn nicht, muss es bei einem Krimi einen sehr guten Grund haben. Da ich das Genre aber wenig lese, ist es vermutlich bei mir ein bisschen egal.

    • Ankh
      Ankh kommentierte
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      Ein offenes Ende bedeutet ja nicht das Gleiche wie ein fehlendes Ende. Man mag es offen lassen, wie es mit einer Figur weitergeht, oder einer Beziehung, oder was auch immer, nach dem Endpunkt. Etwas anderes ist, wenn eine Geschichte einfach abbricht in dem Moment, wo eine Figur z. B. eine Entscheidung treffen muss. Solange die nicht getroffen ist, ist die Geschichte nicht zu Ende für mich. Ich verfolge ja eine Entwicklung sowohl der Geschichte als auch der Figur, und wenn ich die letzte Konsequenz nicht bekomme, wazu soll ich dann emotional in den Weg dorthin investieren?

    • Kuro
      Kuro kommentierte
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      Ankh
      Offenes Ende wäre in dem Fall Fragen unbeantwortet bzw. Konflikte ungelöst zu lassen, zu denen ich eine Lösung brauche, um zufrieden zu sein.

  • #9
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Meist liebe ich sie.

    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind? Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Ich denke, zum Teil sind es die Erwartungen, die das Genre definieren. Im Umkehrschluss gedacht ist es doch so: wenn sich das Liebespaar am Ende wieder trennt, dann würden wir das Buch nicht als Romance bezeichnen - selbst wenn der Fokus des ganzen Buches auf der Beziehungsgeschichte lag. Also erwarte ich auch ein glückliches Ende, wenn ich Romance kaufe. Oder eben, dass der Mörder am Ende gefasst wird, wenn ich Krimi kaufe.
    Mit Teil 2 der Frage tue ich mich schwerer. Lieblingsgenres habe ich nicht (eher ein paar wenige, gemiedene Genres).

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Ein ganz klares "kommt drauf an". Meine Kurzgeschichten stehen immer unter einem bestimmten Thema (z.B. einer Ausschreibung). Natürlich versuche ich, irgendeinen Twist einzubauen, um sie aus der Masse der eingesandten Geschichten herauszuheben, aber diese Geschichten bedienen bewusst eine Erwartungshaltung. Meine Novelle genauso. Das derzeitig in Planung befindliche Projekt basiert z.T. auf genretypischen Erwartungen, bricht aber beim Setting und im Ausgang eines Nebenplots bewusst damit - gedacht als Alleinstellungsmerkmal. Ob das auf positive Resonanz stößt, wird sich noch zeigen.
    Zuletzt geändert von Alys II.; 04-03-2020, 12:56. Grund: Tippfehler
    Always avoid alliteration.

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    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Dodo

      Romance lese ich tatsächlich nur sehr selten und nur die "ungewöhnlichen" - z.B. fand ich "Liebe in den Zeiten der Cholera" toll, oder alles von Jane Austen. (Wobei ich mich bei letztem weigere, diese Bücher auf "Romance" zu reduzieren. Da ist so viel mehr drin!) Und ich habe einen nicht-ganz-so-heimlichen Fetisch für gute FanFiction, in der es der/die Autor/in schafft, im Original nicht vorgesehene Paare so zusammenzubringen, dass es sich richtig anfühlt und dennoch in-canon bleibt.
      Ich hätte allerdings auch nichts gegen eine absolut geradlinige, reine Liebesgeschichte, wenn die Charaktere mich interessieren. Aber da fällt mir gerade tatsächlich kein einziges Beispiel ein.

      Krimi ... jain. Ich kaufe so gut wie nie welche, aber ab und zu finde ich welche, die mich fesseln. Die Stig Larson-Trilogie, oder kürzlich gelesen: "The Alienist" von Caleb Carr. Also auch die, die von den starren Wegen abbiegen.

      Ansonsten meide ich YA Romantasy. Das ... geht einfach nicht.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich weiß nicht, wieso ich eben grinsen musste. Doch. Vor allem über den zusammenfassenden letzten Satz.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Dodo Great minds think alike. Oder auf Deutsch: zwei Doofe, ein Gedanke.

  • #10
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?

    So: "Oh!" *umblätter*

    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind? Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?

    Ich habe leider gar kein Lieblingsgenre und weiß auch gar nicht, ob für mich die Erwartungen so tief eingebrannt sind. Ich habe viel Literatur gelesen, die schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel hat und finde sie oft überraschender als aktuelle Bücher, ebenso Bücher aus anderen Kulturkreisen.
    Ansonsten denke ich, dass es auch mal suuuuper angenehm sein kann einfach etwas erwartungsgemäßes zu lesen, bei dem man nicht nachdenken muss ... weil: Das Leben ist schon aufregend genug!

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?

    Beugen ... das klingt nach Unterwürfigkeit. Als Autor erzähle ja ich primär die Geschichte und habe so meinen Plan, dem ich auch gern folge. Funktioniert die Geschichte für meine Testleser, auch ohne Beugen, dann super! Wenn nicht, denke ich eher, dass ich erzähltechnisch/handwerklich etwas falsch gemacht habe und würde es umarbeiten, sofern mir gute Gründe geliefert werden (für die ich offen bin).
    Quintessenz: Bla.
    Kontakt: administrator@wortkompass.de

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Wie weit würdest Du eventuellen marketingbasierten Vorgaben bzw Ideen eines großen Verlags folgen?

    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
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      Da ich aktuell gar nicht komerziell schreibe, ist mir dieser Punkt _aktuell_ total egal. Würde ich allerdings komerziell schreiben ... öhm ... wäre es mir auch egal. Ich habe nicht das Bestreben für ein breites Publikum zu schreiben, sondern für einen kleinen Rahmen. Dennoch möchte ich tendenziell vermarktbar sein und wenn einige Vorgaben super in mein eigenes Konzept passen, klar! Nehme ich gern an.

    • Victoria
      Victoria kommentierte
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      Wenn du mit deinem ersten, etwas einfacheren Roman angekommen bist, kannst du dem breiten Publikum auch etwas "experimentellere" Kost bieten. Wird schon!

  • #11
    Ich weiß nicht, ob das auch dazu gehört, aber ich kenne das eher unter falschem Marketing....

    1) Ein Buch wird als romantischer, etwas gruseliger Roman etc verkauft, Cover mit einer Frau mit wehenden Haaren vor einem Gutshaus, geht um die Psyachtrie in den 50ern. Ich habe das mit dem gruselig nicht all zu ernst genommen, wegen Cover und Klappentext. Tja und dann lese ich von einer der top 3 grausamsten Szenen, die ich seit langem gelesen habe, einer Lobotomie. Die Bilder kriege ich so schnell nicht aus meinem Kopf und ist nichts, was ich in einem locker schön anmutigen Buch erwartet hatte.
    2) Ebenfalls so ein Liebesroman mit Familiengeheimnis. Dann passiert da ein Mord und das ganze endet mit einem Cliffhanger, dass ie Person denkt, der love interest habe sie verlassen und in Wirklichkeit wurde sie entführt und ermordet und der Mörder läuft frei rum....
    3) Ebenfalls Familienroman, Cover und Klappentext lassen nichts anderes zu, in Wirklichkeit handelte es sich um einen politischen Spionageroman.

    Solche Sachen finde ich ganz und gar nicht witzig und da werde ich richtig sauer. Entschuldigt für die Wortwahl, aber da komme ich mir als Leser verarscht vor. Genauso in einem Krimi, wenn der Mörder am Ende entweder nicht geschnappt oder aufgeklärt wird oder in einem Liebesroman mit plötzlichen Tod der Prota oder sowas.
    Wenn ich das Gefühl habe, dass mir weiß gemacht wird "du bekommst XY", dann will ich auch XY kriegen und nicht am Ende vor den Kopf gestoßen werden.
    Natürlich will ich auch überrascht werden, aber dann nicht so. Es gibt genug Plot Twists und überraschende Wendungen, die man einbauen kann, ohne den Leser zu verstören, nur damit man auf Teufel komm raus originell oder anders sein kann (siehe Beispiel 1). Und gerade bei Romantasy oder Urban Fantasy kann man eben originell sein, ohne direkt erwzungen anders zu sein.

    Auch wenn es mich nervt, das in manchen Genres der Plot oder das Ende immer gleich ist...das Problem ist dabei auch: wenn ich jetzt sage, vielleicht mir gehts nicht so gut, oder ich habe viel Stress etc und will lieber ein ruhiges Buch lesen, wo nichts schlimmes passiert, und das bricht dann damit, wie kann ich Büchern dann noch vertrauen, dass sie das halten, was sie augenscheinlich versprechen?

    Sorry falls ich etwas abgeschweift bin, das musste raus.
    "If something goes wrong in your life, just yell plot twist and move on"

    "Anything is possible [...]" - J. K. Rowling

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    • Milch
      Milch kommentierte
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      Aber das ist eine Frage der Vermarktung, nur keine falschen Erwartungen beim Leser wecken, ansonsten nehmen Leser vieles in Kauf.
      Zuletzt geändert von Milch; 04-03-2020, 23:44.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Das stimmt.
      Einen Horrortrip mit einem Gothic-Romanzen-Outfit loszulassen, ist aber ein Tritt in die Genre-Erwartungen des Lesers.
      Würde mir als Autor auch nicht gefallen.

    • Victoria
      Victoria kommentierte
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      Geht mir aber auch so!

      (Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, dass ich zum Entspannen etwas mit Glitzercover lesen wollte. Protagonistin: Angehende Schriftstellerin in NY. Yvo wollte es dann ebenfalls lesen und ich hab ihr dann davon abgeraten, weil die CN-Liste – wenn es eine gäbe – über eine DIN A4 Seite wäre. Heftige Soße!)

  • #12
    Wie reagiert Ihr als Leser auf genre-untypische Twists oder Enden?
    Kommt drauf an. Normalerweise bin ich für sowas zu haben, wenn es gut gemacht ist. Wenn das Buch aber schon die ganze Zeit einen auf anders macht und das mehr nach gewollt, als nach gekonnt sich liest, dann bin ich eher genervt. Geschichten müssen einen gewissen Fluss haben, ganz gleich ob sie Schema F beinhalten oder nicht. Das macht für mich eine gute Story aus.
    Ich mag Bücher, die ganz genretypisch sind, weil es die eben auch geben muss und man weiß, was man da hat, aber ich bin auch gern mal für was anders zu haben, weil es Abwechslung verspricht.

    Warum haben wir überhaupt diese Erwartungen, die für bestimmte Genres tief eingebrannt sind?
    Ich verweise mal hier auf Julestrel Antwort. So würde ich das exakt genauso sehen.

    Warum lest Ihr Eure Lieblingsgenres so gern?
    Da könnte man mich jetzt auch fragen, warum ich andere Genres nicht lese. XD Weil sie mir Spaß machen, weil sie die Themen ansprechen, die ich mag. Ich lese meist Krimis oder Fantasy, schnupper aber auch mal bei Gelgenheit in andere Genre rein. Fantasy mag ich beispielsweise auch mehr, wenn es in die Urban Richtung geht, da ich es spannend finde, wenn sich Realität und Übersinnliches vermischt. Bei Krimis fasziniert mich schon allein das Böse, die Spannung warum das ein Mensch tut, die Motive hinter den Mord. Ich finde es beispielsweise gar nicht schlimm, wenn am Ende das Böse triumphiert, wenn der Mörder nicht eingebuchtet werden kann oder er bei seiner Verhaftung jemand mit ins Verderben reißt. Es wirkt für mich dann realistischer und ich lese ja keinen Krimi, um mich in eine Traumblase hinein zu begeben. Ein Krimi soll mir ja auch gern mal einen Schauer über den Rücken geben und je realistischer, umso grusliger (kann aber auch daran liegen, dass ich dem Horror-Genre nicht abgeneigt bin XD ).

    Beugt Ihr Euch den Erwartungen der Leser oder sind die Euch total schnuppe? Was sind Eure Gründe, Euch dran zu halten oder nicht?
    Mir ist das schnuppe. Bei mir ist das aber auch so, dass ich keine Veröffentlichung anstrebe, aber selbst da, würde ich mich da nicht den Erwartungen der Leser beugen. Meine Geschichten entstehen so, wie ich es für richtig halte, wie es mir Spaß macht. Da ich kann ich keine Rücksicht nehmen.
    Ich überlege ja auch nicht vorher, was typisch für das Genre ist und wie ich die Geschichte genau gestalten muss, damit sie in das Genre passt, sondern ist mir eine Geschichte im Kopf, die ich aufschreibe. Ob sie dann am Ende Genre-konform ist oder nicht ergibt sich erst dann. Aber ich ändere nichts mehr dran, wenn sie aus dem Muster fällt, weil sich das für mich falsch anfühlen würde.

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    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      Schön, dass Du auch Schema F-Geschichten ihre Gekonntheit nicht generell absprichst!
      .Meine Geschichten entstehen so, wie ich es für richtig halte, wie es mir Spaß macht.
      Ich stelle fest, dass manchmal dann der Input von außen mich von meinen Ideen abbringt und zu etwas Besserem (imA) treibt. Ich würde wahrscheinlich sogar ganz von vorn anfangen, wenn man mich überzeugt hat (vor allem ich mich selbst, natürlich)... Wie weit und bis zu welchem Stadium Deines Projekts würdest Du Deine Vorstellung umwerfen, weil jemand an einer Deiner Ideen herummäkelt und eine andere Fährte vorschlägt?

    • zickzack
      zickzack kommentierte
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      Dodo Nö, warum sollte ich solchen Geschichten das auch absprechen? Muss man ja auch erst einmal können, eine Geschichte nach Schema F zu schreiben. Gehört ja nicht nur dazu, dass sie den Erwartungen entspricht, sondern auch handwerklich gut ist und mir ist so eine Geschichte auch manchmal lieber, als eine, die was anders machen will, aber es nicht kann.

      Tjaaaao, das ist eine gute Frage. Da ich ja eher für mich schreibe und mir daher selten bis gar keine Kritik einfordere, ist das schwierig zu sagen. Es käme ja auch ganz drauf an, was genau bekritelt wird. Wenn ich beispielsweise einen kontroversen Charakter habe, der nicht in das Genre passt, wird es schwierig den über Bord zu werfen, da ich an meinen Figuren noch mehr hänge. Da müsste ich den Kritiker wohl sagen, dass es einfach nicht seine Geschichte ist bzw. nicht seine Figur.
      Bei inhaltlichen Punkten ist das eine andere Sache. Da kann ich mir eher vorstellen, dass ich sie umwerfe. Da ich ja auch noch plot- und planlos schreibe, ist es ja an vielen Punkten möglich, die Geschichte in eine andere Richtung zu steuern. Prinzipiell bin ich da nicht abgeneigt, wenn die Kritkpunkte für mich Sinn ergeben und bei mir vielleicht sogar einen Aha-Effekt auslösen und ich damit vielleicht sogar noch mehr meinen Spaß habe.
      Es kommt ja auch darauf an, welche Auswirkungen die Kritik auf meine Geschichte hat. Ist sie so vernichtend, dass ich quasi die Geschichte noch einmal komplett neu schreiben müsste oder betrifft es nur einen Plotstrang oder ein gewisses Detail in der Geschichte? Ich glaube, zum komplett neu schreiben, bekommt man mich nicht. Da sehe ich keinen Reiz drin und das funktioniert bei mir auch nicht. Ich wollte eine Geschichte "neu" schreiben bzw. ein Bisschen was dran verändern... herausgekommen ist etwas, dass mit der Ursprungsstory nicht mehr viel zu tun hat, außer dass die Prota die selbe ist (nur in der zweiten Geschichte nur weiterentwickelt). Daher behandel ich sie jetzt als zwei Geschichten. Bei den anderen Punkten (Plotstrang oder Detail) würde ich auf jeden Fall, wenn ich es für richtig halte, ändern.

    • Dodo
      Dodo kommentierte
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      zickzack Stimme Dir zu, insbesondere den Spaßaspekt hatte ich noch gar nicht beachtet. Wenn der Impuls von außen mir beim Schreiben Spaß verspricht und es immer noch "meine" Geschichte ist, dann berücksichtige ich das gern.
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