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Mittwochsfrage #136: Eichhörnchenmomente

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  • Mittwochsfrage #136: Eichhörnchenmomente


    ProtagonistInnen haben meist viel Stress. Er/sie müssen den Bankräuber verfolgen, den Drachen besiegen oder ganz schlicht mal wieder die Welt retten. Nie haben sie einen Moment für sich selbst ... aber halt, was ist das? Ein süßes Eichhörnchen hüpft über den Weg, und Prota beobachtet das Tierchen. Unwillkürlich schleicht sich ein Lächeln auf sein/ihr Gesicht, für einen kleinenen Moment kann er/sie durchatmen, zur Ruhe kommen und sich Gedanken über den Fortgang des Abenteuers machen. Im Film sieht man solche Momente gar nicht so selten (gerne wird auch in ein Lagerfeuer gestarrt oder auf die schön beleuchtete Skyline, oder ein unschuldig spielendes Kind), in Büchern lese ich sie selten.
    Oder ist das bei Euch anders? Nutzt Ihr Eichhörnchenmomente?
    Angehängte Dateien
    Always avoid alliteration.

  • #2
    Klar doch.
    I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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    • #3
      Gerade wenn die Geschichte lang ist, versuche ich gute/schöne Momente den negativen/stressigen Momenten gegenüber zu stellen. Besonders bei meiner Rapper-Dämonen-Geschichte ist das wichtig, da der Rapper sonst unwiderbringlich in eine finstre, depressive Spirale hineinrast - und vermutlich nicht sehr sympathisch rüberkommt. Für alle involviert (er, ich und der Leser) muss da zwischendrin auch was Nettes passieren und man Luft holen können.
      Da ich oft Liebesgeschichten oder andere Geschichten mit Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen schreibe, sind auch da ruhige, schöne Momente wichtig. Die Figuren müssen ja auch gezeigt werden, wie sie sich wirklich mögen und wie sie in guter Weise miteinander agieren, ihre Beziehung aufbauen etc. - nur auf stressigen Momenten kann man keine Beziehung aufbauen, da gehört mehr dazu. Das mehr muss gezeigt werden und das kann auch was Simples sein.

      In kurzen Geschichten hingegen jedoch eher nicht. Da ist selten Platz für eine bandbreite an verschiedenen Situationen, da muss man sich ja auf das Wesentliche beschränken.
      Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
      to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
      A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
      You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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      • #4
        Kommt darauf an, was du unter "Moment für sich selbst" verstehst. Wenn sie sich Gedanken über den Fortgang des Abenteuers macht, ist sie ja immer noch in Bewegung auf den Plotschienen. Und wenn nicht, dann nutzen meine Figuren die ruhigeren Momente meist auch gleich zum Bonding oder zum Klären irgendwelcher Konflikte, was die Nebenstränge dann weiterbringt.
        Einfach nur so die Tiere am Wegesrand oder andere für den Plot irrelevante Details finden wenig Beachtung, es sei denn, man lässt ausholende Umgebungsbeschreibungen gelten.
        If I could read your mind love
        What a tale your thoughts could tell
        Just like a paperback novel
        The kind the drugstore sells
        -- Gordon Lightfoot "If you could read my mind"

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        • #5
          Ja, mein Protagonist ist in einen Brunnen gefallen. Jetzt kommt er allein nicht mehr raus und ist gezwungen, da vor sich hin zu vege-/medi- tieren.

          Halt! Stimmt gar nicht! Das war der Prota aus einer beliebigen Murakami-Geschichte...

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          • #6
            Oh, ja. In meiner gegenwärtigen Geschichte gibt es viele Eichhörnchen-Momente (^^Heißt das wirklich so? Ist ja klasse!). Mein Protagonist hat immer viel zu tun, ist grummelig und gestresst und wütend, aber ab und zu liest er dann ein Buch und dann wird er lammfromm und genießt einfach. Aber das verrät er niemanden! Das tut er natürlich heimlich.

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            • Dodo
              Dodo kommentierte
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              Alys II. Ich find das Wort äußerst treffend.

            • Alys II.
              Alys II. kommentierte
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              weltatlas hat ja auch schon die verschiedenen Schreibtypen Kolibri und Kamel geschaffen. Wir sollten an die Entwicklung eines Wortkompass-Schreibratgebers denken. Ich hab gehört, sowas verkauft sich gut ...

            • SaKi
              SaKi kommentierte
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              Ich nutze das Eichhörnchen jetzt standardmäßig neben dem Kamel und dem Kolibri. Der Wort(schöpfungs)kompass funktioniert hier offenbar überragend gut Mir gefallen die Eichhörnchenmomente auch sehr als Begriff.

          • #7
            Ich mag so ruhige Momente, ja. Dann kommen die Protagonisten auch noch mal zum Durchatmen und ich schreibe auch gerne entspanntere Augenblicke mit ihnen.

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            • #8
              Ich baue solche Momente auch gern ein, beim aktuellen Projekt gern in Kombination mit Gesprächen/Besprechungen im Anschluss.
              There is no real ending. It´s just the place where you stop the story.
              Frank Herbert

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              • #9
                Eichhörnchenmomente finde ich sehr ergiebig, um dem Charakter ein wenig Kontur zu verleihen. Was gefällt ihm, wie reagiert er auf Dinge, die idyllisch sein könnten, was bringt er Eichhörnchen bei (ist tatsächlich bei mir gerade eine relevante Frage)?

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                • Dodo
                  Dodo kommentierte
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                  Mein Mountie hat ein Händchen für Tiere. Pferde machen Sitz! (ist aufwändiger) und Eichhörnchen Saltos (bringt er ihnen nebenbei und gedankenverloren am Gartenzaun bei). Ein bisschen denk ich an eine Comicfigur aus Spirou und Fantasio, die alle Tiere um den Finger wickelte.

                • Alys II.
                  Alys II. kommentierte
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                  Es gibt da ganz tolle Videos auf YouTube zu Eichhörnchenparkours ...

                • Dodo
                  Dodo kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  https://www.youtube.com/watch?v=BUdkmAQNbdY

                  Ick hab ein neues Hobby. Kann leider nicht gut basteln, sonst wüsst' ich was für unseren Garten.

              • #10
                Meine Geschichte ist quasi eine Aneinanderreihung von Eichhörnchenmomenten. Immer diese introvertierten Protagonisten Aber ja, ich habe durchaus solche Momente drin. Das mache ich auch gerne. Immer nur vorwärts hetzen funktioniert für mich nicht. Aber ich schreibe auch vorangig charaktergetrieben und nicht handlungsgetrieben.
                Selling dreams was all I knew. — Deine Lakaien, Where you are

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                • #11
                  Ruhige Momente gibt es immer wieder in meinen Geschichten.

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                  • #12
                    Solche Momente hab ich auch in meinen Geschichten, oftmals auch um Atmosphäre hinein zu bringen (z.B.wenn der Prota die von der Sonne in rotes Licht getauchten Berge bewundert). Wenn ich darüber nachdenke, sind diese Momente aber eher hintergründig
                    Man sagt, dass ein Buch Einblick in das Innerste des Autors gibt ... wenn das stimmt, möchte ich mit mir nichts mehr zu tun haben.

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                    • #13
                      Ich muss gestehen, ich weiß gar nicht, ob ich Eichhörnchen-Momente habe Ich schreibe sie definitiv nicht absichtlich rein, d.h. wenn es sie gibt, passen sie irgendwie in die Geschichte und tragen dort auch was bei (und sei es nur die Charakterisierung von Figuren).

                      Wenn man solche Momente einfach so reinschreibt, damit man sie hat und weil man gerade Lust hat, dass der/dir Prota ein Eichhörnchen in aller Seelenruhe beobachtet, während außenrum die Welt untergeht, dann kann das meiner Meinung nach oft im Infodump enden bzw, den Leser aus der Geschichte reißen.

                      Generell spricht nicht gegen Eichhörnchen-Momente. Ich denke, man kann damit interessante Dinge machen, wenn man sich des Stilmittels und dessen Wirkung bewusst ist
                      »Elezeis Blut schien in Aufruhr zu sein und brannte unerwartet kalt durch ihren Körper. Es war ein Gefühl, das nach Zerstörung dürstete.« – Blutgesang

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                      • Alys II.
                        Alys II. kommentierte
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                        Dabei würden mir bei Dir in "Blutgesang" gleich zwei einfallen: Als Elezei auf dem Dach sitzt und der Musik der Zatarsi lauscht, gerne einfallen würde, und aber nicht kann. Und als Adorata auf der dieser Café-Terasse Tee trinkt und wartet.

                    • #14
                      Was Julestrel sagt. Ich schreibe auf keinen Fall bewusste Eichhörnchen-Momente (und ich lese sie auch nicht gerne, außer sie sind wirklich witzig geschrieben).

                      Erstens isses mir lieber, wenn meine Figuren eher nicht zur Ruhe kommen.

                      Zweitens, wenn sie es dann trotzdem tun (weil jeder mal durchatmen muss), sollte es für mich irgendwie mit der Handlung verbunden sein. Z.B. weil die Figur irgendwo auf der Lauer liegt / jemanden beobachtet und sich da ne Weile nix tut. Oder weil sie nicht aus einem Versteck rauskann. Oder weil man sie bei einem (plotrelevanten) Termin warten lässt.

                      Also: Eichhörnchen-Momente um ihrer selbst willen: nein. Zwangs-Eichhörnchen-Momente (die aber wahrscheinlich per definitionem gar keine sind?): ab und zu.
                      Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind.

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                      • #15
                        Ich denke, bewusst und sparsam eingesetzt, kann man mit diesen Eichehoernchenmomenten einiges anstellen:
                        ein schwieriger Protagonist kann dadurch sympathischer werden, oder man kann auf diese Weise gut darstellen, wie jemand innerlich zerrüttet ist. Die Gedanken können positiv sein, oder einfach nur entspannend, aber sie können auch plötzlich umschwenken und irgendeinen Anfall oder Zusammenbruch bewirken. Gerade bei psychologischen Geschichten.
                        Ein Antagonist kann gefährlicher wirken: wer innehält, einem Eichhörnchen eine Nuss füttert, sich dann aufmacht, um kaltblütig ein Kind zu töten, der wird mir persönlich dadurch noch gruseliger, als sowieso schon.

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                        • #16
                          Ich habe sie auch drin. Nicht zu viele, aber ein paar. In meiner ersten Dark Fantasygeschichte rennt meine Prota mit ihrer besten Freundin über eine große Wiese und geht danach mit ihr einen Kaffee trinken. Sozusagen die Ruhe vor der großen Katastrophe. In einem anderen Projekt nutze ich ein Eichhörnchenmoment, um das Band der Gruppe zu stärken, die sich in einer ausweglosen Situation zusammen gefunden hat. Also ja, ich nutze sie sehr gerne und ich finde sie wichtig für die Charakterentwicklung.
                          "They say I gotta learn, but nobody's here to teach me.
                          If they can't understand it, how can they reach me"
                          Coolio, Gangsters Paradies

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                          • #17
                            Sowas habe ich durchaus. Aber, sie dienen eher dazu den Kontrast gegenüber der Bedrohung zu erhöhen.
                            Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

                            Kontakt: administrator@wortkompass.de

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