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Mittwochsfrage #99: Genre und Genreerwartungen

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  • Mittwochsfrage #99: Genre und Genreerwartungen

    Welches Genre hätten Sie denn gern?

    Jeder von uns hat doch bestimmt ein Lieblingsgenre. Das er gern liest, gern schreibt und gern veröffentlichen würde / veröffentlicht.


    Als ich für meine Projekte anfing, eine genaue Genrebezeichnung zu suchen, weil ich Exposé-Schreiben üben wollte, fiel mir auf, wie schwierig man sich das machen kann.
    LiRo, das war ja noch einfach. Aber LiRo – das klingt nach Groschenheft. Dagegen hab ich prinzipiell nichts, aber ich meine etwas ganz anderes. Was trifft es besser ...?
    Romance? Romantic Thriller? Contemporary Romance? Romantic Suspense? Romantic Mystery?
    Mal bei Verlagen geguckt, wie die das nennen ... Romantic Thrill? Sexy Romance? Young Adult? Adult Romance?
    Screwball Romantic Comedy? Gaslamp Romantic Suspense? Time Travel Romantic Comedy?
    *nag*



    Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?
    Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?
    Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?
    Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?

    Und:
    Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?

    a. "Ich schreibe ungefähr das, von dem ich denke, dass es hineingehört."
    b. "Mit Checkliste."
    c. "Welche Genreerwartungen?"
    d. "Ich erfülle grundsätzlich nie Erwartungen"?

  • #2
    Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?
    Ich weiß es einfach.

    (Ich überlege mir, welche vergleichbaren Bücher auf dem Markt sind und welches Verlagsprogramm am besten meinen Roman vertreten könnte. Dann schaue ich nach, wie der Verlag dieses Genre nennt und benutze diesen Begriff fürs Anschreiben.)

    Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?
    Weil es das ist, was ich selbst lesen würde.

    Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?
    Mittelalter-Fantasy (ohne Orks, sondern mit Assasinen und Waisenkinder). Viel zu oft gehabt. Es kommt mir vor, als würden sich die konservativen Schreiber in diesem Genre sammeln und sich mit Mittelalter-Fantasy an "Konventionen" und Stereotypen festhalten wollen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Gar nicht so wenige Ausnahmen sogar.

    Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?
    Ich hab gar keine Erwartungen an ein Genre. Ich finde es sogar nervig, wenn es heißt: "Das muss so sein, das ist in diesem Genre so üblich!"



    Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?
    e. Ich versuche am Anfang der Geschichte dem Leser deutlich zu machen, was er in meinem Roman erwarten kann. Und was ich am Anfang verspreche, will ich auch halten. Ich führe keine Romanze ein und splattere am Ende der Hauptfigur das Herz weg (weil: Herz = Liebe).
    Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
    die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
    die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
    die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

    Jack Kerouac

    Kommentar


    • Peter
      Peter kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      😧😧😧

      Keine Mittelalter-Fantasy Geschichten !

    • Amilyn
      Amilyn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      "Ich führe keine Romanze ein und splattere am Ende der Hauptfigur das Herz weg"
      Ich schon
      (Aber nur bei einem reinen Liebesroman, wenn es von vornherein die Ahnung für den Leser gibt: hmmm, könnte schlecht ausgehen)

    • VickieLinn
      VickieLinn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Peter
      Es gibt auch Ausnahmen. Gar nicht so wenige Ausnahmen sogar …

      Amilyn
      Mehmehmimimimi!
      (Aber dit meinte ich ja. Der Leser sollte schon am Anfang ein Splatter-Ende nicht abwegig finden.)

  • #3
    Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?
    Am liebsten lese ich Boys Love-Manga. Allerdings schreibe ich keine Mangas, sondern Geschichten ohne Bilder, aber meinen Einfluss aus dem Manga-Bereich ist sicherlich herauszulesen. In meinen Liebesgeschichten sind überwiegend zwei Jungs die Protagonisten und das Setting ist ziemlich alltäglich, wie in den meisten Boys Love-Manga auch. Meist ist es ein kurzes, alltägliches Set Up mit einem kleinen Twist und ein paar Seiten später gibt's die große Liebe und je nach Altersklassifikation mehr oder weniger explizite Bilder zu der "Liebe". Meine (kürzeren) Liebesgeschichten funktionieren häufig ähnlich.
    Genauso gern allerdings lese ich Fantasy-Manga und -Bücher, was ebenfalls einen entsprechenden Einfluss hat. Ich stehe da mehr auf der Low Fantasy-Seite, da mich epische Begebenheiten wenig interessieren (und ich meist weit hergeholt finde). Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn in der Geschichte ein bisschen was aus Legenden und Mythen eingesprenkelt ist, weiß ich, das ist für mich. Entsprechend sprenkel ich in meine Geschichten auch ein bisschen was aus Legenden und Mythen ein.

    Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?
    An den kurzweiligen Boys Love-Manga mag ich genau diese Kurzweiligkeit. Es ist etwas Nettes für Zwischendurch und wegen dieser Kürze haben sie oft gar nicht den Platz, all die Kontroversen und Tabus rund um LGBTQA-Themen darzustellen. So wird die schwule Beziehung leicht zu einer normalen, alltäglichen Ausdrucksweise von Liebe hingestellt. Zwar hat hier und dort eine Figur ein Problem damit, oft eine der Hauptfiguren, die dann lernt, dass verliebt sein okay und homosexuelle Liebe auch nur Liebe ist; oder jemand im näheren Bekanntenkreis, der sich Sorgen macht der Kumpel würde ausgenutzt; oder jemand der eifersüchtig ist. Alles drei Themen, die in jeder Liebesromanze aufkommen können: Bin ich wirklich verliebt? Und würde ich zurück geliebt? Lass ich mich(der Kumpel) auf die falsche Person ein? Warum kriegst du meinen Schwarm und nicht ich?
    Oft ist es auch so, dass wegen der Kurzweiligkeit wir uns in einer Welt befinden, in der LGBTQA-Themen gar kein Tabu oder Kontroverse sind und wir uns ganz auf die Liebesgeschichte konzentrieren können. Das ist eine schöne Ablenkung von der wirklichen Welt.
    Was mir an Fantasy gefällt … Prinzipiell alles? Gerade Legenden und Mythen finde ich hochinteressant und ihre kulturelle Bedeutung ebenfalls. Das in einer Geschichte einzuarbeiten, kann zu großem Mehrwert führen. Oder zu glitzernden Vampiren. Meh, nicht alles kann Qualität haben.

    Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?
    Sportgeschichten. Ich finde Sport höchstlangweilig.

    Science Fiction lese ich sehr selten, aber habe schon sehr gute Geschichten aus diesem Genre gelesen. Es ist nichts, das ich aktiv suche, aber wenn es mir über den Tisch kommt und gut ist, lese ich es mit der gleichen Begeisterung wie alles andere.
    Comedy, Hetero-Romance und Drama suche ich selten aktiv, aber so manch herausragend guter Titel verbirgt sich darin. Meist braucht es ein wirklich interessantes Set Up oder einen guten Twist zum Üblichen, um mich neugierig zu machen.
    Thriller oder Krimis mag ich übrigens nur als TV-Serie. Als Buch holt mich das nicht hinterm Ofen hervor.

    Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?
    Erwartungen an ein Genre? Ich habe keine große Erwartungen, nur halt das Genre zu kriegen, was draufsteht. Steht da Liebesgeschichte drauf, will ich auch eine Geschichte über Liebe. Steht da Comedy drauf, will ich erheitert werden und lachen. Steht da Science Fiction drauf muss ein wenig Zukunftsmusik im Text spielen. Viel tiefer gehen meine Erwartungen an das Genre nicht. Je feiner die Genrekategorie gestellt ist, desto feiner werden natürlich die Erwartungen, da ist die Genrebezeichnung teilweise schon eine kleine Synopsis. Aus deinem Beispiel: Time Travel Romantic Comedy, da erwarte ich natürlich Zeitreisen (damit das Aufeinandertreffen verschiedener Epochen), ein bisschen Liebe oder Beziehungskram und einen komödiantische Aspekt.
    Weiß ich etwas mehr über das Buch in meinen Händen (Titel, Cover, Pitch etc), dann steigen die Erwartungen an dieses besagte Buch natürlich. Ob eine Geschichte ein Happy End hat oder von furchtbaren Schicksalen erzählt oder was sonst noch vorkommt, hängt für mich nicht vom Genre ab sondern von der Geschichte selbst.
    Ich mag auch Geschichten gerne, die irgendwie keinem Genre so richtig zuzuweisen sind. Da kann manchmal echt viel Kreativität passieren.

    Und:
    Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?
    Bei meinen Geschichte schreibe ich eine Mischung aus A "Ich schreibe ungefähr das, von dem ich denke, dass es hineingehört" und D "ich erfülle (grundsätzlich) keine Erwartungen."
    Das klingt natürlich nach einem Paradox. Als Einteilungswerkzeug für das Regal oder zum Erwerb neuen Lesestoffes finde ich Genres praktisch aber zum Kreieren von Geschichten könnte mich das nicht weniger interessieren. Ich versuche eine Geschichte so zu schreiben, wie ich sie am liebsten lesen würde. Da gehören meine liebsten Genre natürlich hinein, deswegen schreibe ich relativ viele schwule Liebesgeschichten, immerhin lese ich das am meisten von allen Genres. Auf der anderen Seite setze ich mich nie hin und versuche sklavisch dieses eine Genre zu bedienen, sondern werfe alles in die Geschichte rein, das mir Spaß macht und ins Bild passt und wenn das gegen Genrekonventionen geht, dann ist mir das egal. Oft macht das eine Geschichte besser, in meinen Augen.
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

    Kommentar


    • #4
      Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?
      Das Hauptgenre ist ja meist relativ einfach, auch wenn es eine Mischung ist, tritt ja irgendetwas stärker heraus als das andere. Bei Subgenre... Wenn ich Fantasy schreibe dann meist Urban-Fantasy, da ich keinen Spaß an eigenen Welten entwickeln habe (lese ich auch selten), aber durchaus an Fantasyelementen, Fantasywesen etc. Wenn ich nicht in diesem "Wohlfühlgenre" schreibe, wird es schon kompliziert mit dem Subgenre. Obwohl man es da auch übertreiben. Ein Krimi ist dann für mich ein Krimi, wenn ein Mord geschieht, ob es da nun amerikaniche, deutsche, englische Ermittler gibt, spielt für mich nicht die Rolle, außer dass es erzähltechnisch anders geschrieben ist. Oder wenn das Buch aus der Sicht des Mörders geschrieben ist. Gut, dann wird es wahrscheinlich eher ein Thriller, wobei ja Krimi/Thriller irgendwie zusammengehören.

      Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?
      Nun an Krimi/Thriller mag ich die Spannung, vielleicht auch das Grauen / der Schrecken im einzelnen Induviduum, das Miträtseln, überraschende Wendungen... Aber selber schreibe ich das nicht, da mich die genannten Dinge abschrecken und auch der für mich viele Rechercheaufwand reizt mich jetzt nicht wirklich. Aber zum Lesen, ideal.
      Urbanfantasy schreibe ich hingegen viel, da ich die Vermischung von Realität und Fantasy mag. Allein der Gedanke, wenn denn nun doch Vampire oder Werwölfe oder andere Wesen geheim unter uns leben könnten.

      Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?
      Trockende historische Romane - da langweilig.
      Reine Humorbücher, da die zu 90% nicht meinen Humor treffen.
      Reine Liebesromane - weil es mich ehrlich nicht interessiert wie A und B zusammenkommen, wenn da nicht noch ein Strang ist, der in eine ganz andere Richtung geht.

      Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?
      Feste Erwartungen habe ich keine. Der Autor kann mich auch gern mal überraschen und es ganz anders machen, als man es sonst typisch im Genre sieht. Das ist spannend und ob es gelungen ist, das kann man ja doch erst am Ende sagen.
      Es sollte nur nicht, wenn ich Krimigenre lese, dann plötzlich eine Liebesschnulze versteckt sein...

      Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?
      Habe ich noch nie daran gedacht, ob ich Genreerwartungen erfülle oder nicht. Ich schreibe das, was mir gefallen würde. Ob das nun genretypisch ist, weiß ich nicht, aber das spielt für mich bei meinen eigenen Geschichten keine wirklich Rolle.

      Kommentar


      • #5
        Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?

        Das ist für jemanden, der auch in dem Genre liest, relativ leicht. Eine Freundin schreibt LiRos aus der Heavy Metal Szene. Ich hatte keine Ahnung, in wie viele Subgenres man laute Musik mit einem meist männlichen Bandmitglied, das laut rumbrüllt, einteilen kann und wie flüssig manchen Menschen die ganzen Bezeichnungen über die Zunge kommen. Gefühlt hat da jede Band ihr eigenes Genre.
        Ähnliches gilt auch Bücher. (Ich nehme mal das Wort Literatur nicht in den Mund.) Ansonsten gehe ich den BISAC Code durch und schaue mal, in welcher Kategorie es sich gut anfühlt. Schwierig ist es, wenn ich mal wieder einen Genre Mischmasch fabriziere.

        Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?
        Ich bin leider ein ziemlicher Genre Hüpfer.
        Zur Zeit stehen SciFi/Dystopien, Urban Fantasy und High Fantasy ganz oben auf meiner To Do Liste.

        Im Genre Trog der konservativen Fantasy Schreiber fühle ich mich ziemlich wohl. Wie ein Schwein im Schlamm. Ich schimpfe über die versaute HdR Verfilmung, und schreibe konventionelle Fantasy, ohne Orks und Elben, aber mit Waisenkindern, Assassinen, und dem Rest.
        Meine großen Projekte laufen allerdings im Genre SciFi/Dystopie. Ich finde es sehr spannend, aktuelle Entwicklungen aufzugreifen und in die (nahe) Zukunft zu projizieren. Leider werden die Biester zu fett und mehr als einen pro Jahr schaffe ich bei meinem Schneckentempo nicht.

        Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?

        Horror, Splatter, Gore ist so gar nicht meins, dafür bin ich wahrscheinlich zu zart besaitet. Lange Schwafelabschnitte à la Frank Herbert überblättere ich.
        In schnulzige Romantasy komme ich schlecht rein.
        Seit längerem tue ich mich mit Humor sehr schwer. Liegt vielleicht an einer Midlife Depression, aber alle Douglas Adams, Terry Pratchetts, etc. sind (fein verpackt) auf den Dachboden gewandert.

        Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?
        Ich sehe das auch so, das ich Nutella erwarte, wenn Nutella drauf steht.

        Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?
        Ich schreibe das, was ich als Leser in dem Genre gerne lesen würde. Klar denke ich über die Zielgruppe und die Erwartungen nach, doch die Realität zeigt, dass die Geschichten oft bei Menschen auf dem Nachttisch landen, an die man beim Schreiben so gar nicht gedacht hat.
        Zuletzt geändert von Peter; 23-01-2019, 22:31.
        I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

        Kommentar


        • VickieLinn
          VickieLinn kommentierte
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          Du schreibst das nur, um mich zu ärgern. Das weiß ich!

        • Peter
          Peter kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          VickieLinn

          Ich bin schwach und konnte der Versuchung nicht widerstehen, dich ein wenig zu necken.
          Sorry, ich bin ein schlechter Mensch. Mea culpa.

      • #6
        Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?

        Ach, ich finde es ganz einfach, das zu erkennen. Ich schreibe meine Geschichten aber auch nicht nach Genre, sondern die Geschichten gehören dann einfach dem-und-dem Genre an. Ich sage also nicht: mir liegt Genre XY, und deshalb schreibe ich nur das. Das würde für mich einfach zu einschränkend sein. Ich habe lieber Idee XY, und je nachdem, wie ich sie aufziehe, ist es eben das eine oder das andere Genre. Bei meinem aktuellen Projekt wollte ich, dass ein Verbrechen geschieht und jemand aufgrund von Vorurteilen beschuldigt wird, und derjenige will seine Unschuld beweisen. Logisch: ich schreibe da wohl gerade einen Krimi (hätte ich selbst vorher nie für möglich gehalten, dass ich irgendwann mal einen Krimi schreiben würde). Das ganze sollte einen schönen englischen Humor haben, ich brauchte einen Priester (ok, muss nach Irland) und ein paar absurd dämliche Polizisten, weil ich einfach absurd wenig Ahnung von Polizeiarbeit habe = schwarze Krimikomödie. Fertig, aus.

        Bei den meisten Ideen, die ich habe, würde sich das Genre grundlegend ändern, je nachdem wie ich die Priorität lege. Oft gibt es nur einen schmalen Grat zwischen tragischer Liebesgeschichte und Thriller. Die Frage wäre dann: könnte ich wirklich einen klassischen Thriller schreiben oder wäre es für die Geschichte besser, wenn sie ein Liebesroman wäre?

        Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?

        Wie gesagt, es liegt an der Geschichte, aber um mal bei der Krimikomödie zu bleiben: ich selbst lese lieber ernste Krimis bzw noch lieber Thriller. Das zu schreiben traue ich mir aber (noch) nicht zu. Mir liegt dieser etwas böse Humor, ich glaube, dass ich das gut hinbekomme, und ich liebe meine Geschichte, obwohl sie vieleicht nicht den "Anspruch" hat wie ein klassischer Krimi. Ich will eine Geschichte schreiben, hinter der ich stehe, und das ist unabhängig vom Genre.

        Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?

        Es gibt also die Genres, an die ich mich bisher nicht herantraue, z.B. Thriller und klassischer Krimi, obwohl ich da einige Ideen hätte. Dann die Genres, bei denen mir einfach nichts einfällt, wie High Fantasy und Historischer Roman. Und es gibt ein Genre, das ich niemals schreiben würde, weil ich es schon immer gehasst habe: Frauenromane à la Hera Lind, also die Geschichte einer unselbständigen Hausfrau um die 40, die nach 20 Ehejahren völlig aus dem Nichts heraus von ihrem (Blöd)Mann mit 2 Kindern sitzengelassen wird und feststellt: Hoppla, ich hab ja noch nie im Leben gearbeitet.

        Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?

        Als Leser bin ich generell niemand, der von einem Buch eine feste Erwartung hat. Ich erwarte nur, dass mir die Geschichte gefallen wird. Wenn sie das nicht tut, war es nicht deswegen, weil auf dem Cover Thriller stand und im Buch selbst keiner abgemetzelt wurde (es sei denn, es stand Thriller drauf und plötzlich kommt die unselbständige Hausfrau um die 40 ..., also das läge dann halt wirklich am Genre ). Natürlich sollte bei meinem Roman z.B. später auch das richtige (Sub)Genre auf dem Cover stehen, weil ich weiß dass viele eben sehr nach Genre lesen, und es wäre einfach für jede Geschichte ärgerlich, wenn sie schlecht bewertet würde, nur, weil sie dem falschen Genre zugewiesen wurde und im Grunde aber eine wirklich gute Story ist.

        Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?

        Erkenntnissen neuester Testleseerfahrungen zufolge, muss ich da an mir arbeiten

        Kommentar


        • #7
          Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?
          Ich erkenne nur grob das Hauptgenre. Fantasy und das wars, (Wobei ich eher in Ressourcen-Funktion in diesem Forum bin.) Ich weiß, dass es Fantasy ist. Der Rest wird von Testlesern angesprochenen.

          Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?
          Es macht unmögliches möglich. Es eignet sich hervorragend zum Fliehen aus der Realität.

          Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?
          Historie-Romane. Die brauche ich nicht.

          Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest
          Mit dem Genre mache ich eher das Szenario fest, mehr nicht.

          Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?
          Gar nicht. Fantasy mit kitschigen Elementen ala Kingdom Hearts? Okay. Aber das heißt ja nicht, dass in der nächsten Szene der Jugendliche Protagonist nicht Opfer von militärischer Folter sein darf, oder nicht ein Messer durchs Auge gejagt bekommen darf. Es schockiert, weil ich die Erwartungen in einigen Punkten breche aber es macht die Geschichte Intensiver.

          Kommentar


          • #8
            Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?

            Ich schreibe nicht in einem Genre, weil es mir gefällt, ich schreibe eine Geschichte, die sich in ein Genre einordnen lässt. Dementsprechend denke ich bei meiner Schreibarbeit nicht wirklich daran, in welches Genre mein Geschriebenes gehört. Wenn ich es einteilen wollte, würde ich es zwischen Fantasy und Historie einordnen. Es ist zwar das meiste erfunden, könnte sich jedoch genau so zugetragen haben (Sagenfiguren wie Drachen etc. können zwar vorkommen, jedoch lediglich in Geschichten und Mythen. Die Menschen glauben beispielsweise an Magie, Magier kommen aber keine vor).

            Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?

            Es gefällt mir, weil mir die anderen nicht gefallen. Punkt. Ich finde, dass man in diesem Mischmasch zwischen Fantasy und Historie viel schreiben kann, man kann Merkmale einer Liebesgeschichte einbauen, eines Dramas, etc. Es ist diese Vielfalt an Möglichkeiten, die ich ausschöpfen will, die mich hindert, ein anderes Genre zu schreiben. Krimis reizen mich nicht, Liebesgeschichten genau so wenig. Ich würde meine Texte von der Epoche mit dem Naturalismus vergleichen.

            Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?

            Liebesromane, obwohl ich nicht wirklich nach dem Genre gehe. Es geht mir vielmehr darum, wie eine Geschichte geschrieben ist, als in welches Genre sie gehört. Ich habe früher viel Fantasy gelesen, mittlerweile bin ich auf Autoren wie Edgar Allan Poe oder Joseph Roth umgestiegen. Nicht, weil mir die Fantasy nicht mehr gefallen hat, sondern weil die deutschsprachigen Autoren in den neuen Büchern unfähig sind, etwas gescheites zu schreiben. Wenn ich beispielsweise "Tote Helden" von Michael Peinkofer lese und dauernd an "Das Lied von Eis und Feuer" von G.R.R.Martin erinnert werden, weil dieser (M.P.) unfähig ist sich selbst etwas auszudenken, oder bei "Wedora" von Markus Heitz angewidert das Buch weglege, weil die Handlung aufgelegt, undurchdacht und oberflächlich ist, (diese Liste könnte ich noch lange weiterführen), dann bin ich nicht mehr geneigt, etwas in diesem Genre zu lesen.
            Mir geht es beim Lesen (und Schreiben) um Qualität. Das Genre ist zweitrangig.

            Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?

            Natürlich hat man bestimmte Erwartungshaltungen an ein Genre; ich erwarte mir bei Krimis etwas anderes als bei einem Liebesroman. Wenn ich ehrlich bin, bin ich aber ziemlich aufgeschlossen … mich hat ein Genre noch nie enttäuscht, nur weil ich andere Erwartungen hatte. Es ist vielmehr die Handlung selbst, die mich ein Buch weglegen lässt.

            Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?

            c. "Welche Genreerwartungen?"
            d. "Ich erfülle grundsätzlich nie Erwartungen"?


            Ich würde sagen eine Mischung aus diesen zwei ;-)

            Lg Alvias
            Man sagt, dass ein Buch Einblick in das Innerste des Autors gibt ... wenn das stimmt, möchte ich mit mir nichts mehr zu tun haben.

            Kommentar


            • #9
              Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?

              "Erkennen" tue ich das ähnlich pragmatisch wie VickieLinn. Recherche, wie die Verlage das nennen, und dann übernehme ich diese Bezeichnung. Bei Kurzgeschichten klappt das.
              Bei meinem Hauptprojekt tue ich mich da schwerer, weil ich es aus dem Bauch heraus wie Alvias "zwischen Historie und Fantasy" einordnen würde. Das ist dann, in übliches Verlagssprech übersetzt, epische Fantasy. Diese Bezeichnung gefällt mir aber überhaupt nicht, da sie meist mit High Fantasy gleichgesetzt wird ... und genau wie bei Alvias schreibe ich ja keine High Fantasy-Welt, sondern ... tja ... gefallen würde mir als Bezeichnung "Epic Low Fantasy", das ist aber ein Widerspruch in sich, und ... bla, bla, schwafel ... äh, wie war nochmal die Frage ...?

              Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?

              Kurzgeschichten schreibe ich in fast jedem Genre bis auf Romance.
              Bzgl. Hauptprojekt gefällt mir die Möglichkeit, eine eigene Welt von Grund auf zu schaffen. Und kleine übernatürliche Elemente lassen der Phantasie noch ein wenig mehr Spielraum.

              Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?
              Romance. LiRo. Young Adult Romance. Noch schlimmer, Young Adult Romantasy. Ich finde sie einfach langweilig, und im Fall von Romantasy meist auch noch unglaublich kitschig und unglaubhaft. (Ausnahme: ab und zu packt es mich und ich lese wieder für ein paar Tage fanatisch FanFiction, und da dann auch gewöhnlich die Romance-Sparte. Aber das finde ich unter einem anderen Aspekt spannend: bei FF lese ich immer Non-Canon-Pairings, und fiebere mit, ob der Autor es schafft, die beiden Figuren "in character" zu halten und trotzdem zusammenzubringen.)
              Und interessanterweise lese ich selbst sehr wenig Fantasy, obwohl ich es schreibe. Weil das meiste, was an Fantasy da draußen auf dem Markt ist, mir nicht gut genug ist.

              Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?

              Ich recherchiere, welche Erwartungen die Verlage haben, und dementsprechend klassifiziere ich meines.
              Bei Büchern, die ich lese, gucke ich eigentlich erstmal gar nicht aufs Genre (außer, dass ich in der Buchhandlung um den Tisch, über dem das Schild "Frauenliteratur" ist, gezielt herumgehe.)

              Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?
              a. "Ich schreibe ungefähr das, von dem ich denke, dass es hineingehört."
              b. "Mit Checkliste."
              c. "Welche Genreerwartungen?"
              d. "Ich erfülle grundsätzlich nie Erwartungen"?


              Keines der genannten. Ich schreibe, und dann überlege ich mir, mit welchem Genre es die meisten Übereinstimmungspunkte hat.
              Always avoid alliteration.

              Kommentar


              • #10
                Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?
                Weil es mehr oder weniger dem entspricht, was ich selbst lese, und von dem weiß ich, was es ist Ich lege mich am einfachsten auf Subgenres fest, wenn ich ein Vergleichswerk gefunden habe. Ist leider auch nicht immer einfach, weil ich gerne Mischungen schreibe.

                Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?
                Sci-Fi und Fantasy sind meine Genres, und ich mag sie, weil ich mich lieber mit den Problemen fremder Welten auseinander setzte, als mit den Problemen unserer. Realitätsflucht, Was-wäre-wenn, der Brief nach Hogwarts, das ist alles das, was mich reizt

                Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?
                Thriller und Krimis. Interessieren mich einfach nicht, und schreiben kann ich sie auch nicht, weil man Krimis wohl eher schlecht ohne Planung hinkriegt^^

                Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?
                ...ich habe wirklich kaum Erwartungen, außer oben genannten Features aus "was gefällt euch" im Sinne des Settings. Mehr Erwartungen hab ich nicht vom Genre, die kommen dann erst beim Klapptext.

                Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?
                d).

                Kommentar


                • #11
                  Woran erkennt Ihr "Euer" Genre und ggf. das Subgenre, in dem Ihr schreibt?

                  An den Orks erkenne ich es. Das Subgenre wird schon kniffliger. Möglicherweise an der Tiefe, die der Prota ausgearbeitet ist und das vor allem seine soziopsychologischen Gegebenheiten deutlich beleuchtet werden.

                  Was gefällt Euch an Eurem Genre? Wieso das und kein anderes?

                  Die Freiheit eine Welt zu basteln, die anders als unsere ist.

                  Und mit welchem kann man Euch jagen? Warum?

                  Eiskunstäuferinnenenendrama und/oder ähnliches. Genre die generell nur Gewalt zeigen oder Pornographie.

                  Woran macht Ihr Eure Erwartungen an ein Genre fest?

                  Ich mache ausschließlich meine Erwartungen an einer gut erzählten Geschichte fest.

                  Und:
                  Wie erfüllt Ihr Genreerwartungen?

                  Na ja, es kommen Orks vor.
                  Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

                  Kontakt: administrator@wortkompass.de

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                  • Dodo
                    Dodo kommentierte
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                    Ja, das war sooo fies, aber sehr klischeehaltig. Zwei Frauen, ein Knie, eine Brechstange.

                  • Milch
                    Milch kommentierte
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                    Das war real. Gut, es wurde schon fiktionalisiert, Und man soll generell aufpassen, dass die Geschichte nicht so boulevardesk wird.

                  • Alys II.
                    Alys II. kommentierte
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                    Nicht "An ihren Taten sollst Du sie erkennen", sondern "an den Orks sollst Du es erkennen" ... das hat schon was Poetisches.
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