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Mittwochsfrage #98: Rückschläge und Schreibtiefs

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  • Mittwochsfrage #98: Rückschläge und Schreibtiefs

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    Vermutlich kennt ihr das: Ihr seid stolz auf euren Text, eure Protagonisten, euren Plot oder auch nur diesen einen tollen Satz - und dann bekommt ihr Feedback, dass euch nicht nur zweifeln lässt sondern in ein richtiges Motivationsloch stürzen lässt.

    Wie geht ihr dann vor, um da wieder rauszukommen? Geht dieses Schreibtief wieder von ganz alleine weg? Oder müsst ihr euch da aktiv darum bemühen? Oder habt ihr diese Art von Rückschlägen noch nie so erlebt?
    »Elezeis Blut schien in Aufruhr zu sein und brannte unerwartet kalt durch ihren Körper. Es war ein Gefühl, das nach Zerstörung dürstete.« – Blutgesang

  • #2
    Ich brauch für sowas nicht einmal ein Feedback von anderen. Es reicht, dass ich meinen Text "theoretisch" durchdenke oder etwas von jemand anders lese - und finde meins dann platt und zäh und öde und zu geradlinig oder zu verworren oder zu sprunghaft ...
    Da hilft bei mir nur: "Dann mach's besser."
    Mich stört diese Art Rückschlag - auch wenn jemand anders kritisiert hat - nach dem ersten Entsetzen gar nicht so. Ich weiß dann, wo es haken könnte, und kann einen Plan entwickeln. Derzeit habe ich ein Projekt in Rohfassung auf Halde, das ein gewaltiges Pimping braucht. Mach ich schon noch. Ich habe nur gerne schon eine überarbeitungsbereite Version, das heißt, ich muss einfach weitermachen, damit ich das "Problem" angehen kann.
    Bei meinem aktuellen Projekt bin ich jetzt soweit, dass ich mein grobes Plotten verfeinern muss, damit die Rohfassung kein Durcheinander wird. Ich habe 90% der Zutaten, die werde ich jetzt kontrolliert mischen. Das heißt: Schreibstopp, nachdenken.
    Ein Motivationsloch, das so ein, zwei Wochen dauern kann, habe ich bei jedem Projekt bisher gehabt, meist, wenn ich vorher einen Schreibrausch hatte. Es wird schon weitergehen. In der Zeit denke ich drüber nach oder auch nicht, ich lass das Hirn dann ausbaumeln. Nach zwei Wochen setze ich mich dann etwas gequält dran und schreibe irgendwas.

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    • Julestrel
      Julestrel kommentierte
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      Stimmt, selber kriegt man so ein Tief auch gut hin

    • Peter
      Peter kommentierte
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      Kann ich auch gut.
      Besonders kurz vor dem Ende einer Geschichte, bin ich täglich am Überlegen, sie in die Tonne zu klopfen, weil sie einfach nur schlecht ist.

  • #3
    Ich selber hatte noch kein Schreibtief, da ich mein Feedback von einer Lektorin hole. Wenn diese eine Kritik nicht ansprechend formuliert, dann ist sie nicht gut in ihrem Job. Als Lektor muss man nicht nur Schwächen aufzeigen, sondern es auch so tun, dass der Autor die Schwächen selber erkennt. Und wenn man das unhöflich macht, ist man ein sogenannter "Müll-Lektor"
    ​​​​​​
    Ich selber hatte mal einen solchen Müll-Lektor bei einer Kurzgeschichte und hab die Arbeit mit dem Verlag beendet. Die Arbeit mit "Arschlöchern" sollte man eh in jedem Aspekt des Lebens vermeiden.
    Diese eine Müll-Lektorin arbeitet auch nicht mehr in dem Verlag, so viel ich mitbekommen habe. Was mich freut Sie war Gift für die Kunst.

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    • Sora
      Sora kommentierte
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      Ja, zu überheblich, fast beleidigend

    • Zwielicht
      Zwielicht kommentierte
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      Und du bist sicher, dass du nicht einfach nur zu empfindlich bist? Dass die Chemie nicht stimmt, klar, kann vorkommen. Aber dass ein Lektor beleidigend rüberkommt, höre ich echt zum ersten Mal.

      In welchem Forum hast du deine Geschichte denn veröffentlicht? Kann man sie dort noch lesen?

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
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      Sora,
      Ja, zu überheblich, fast beleidigend
      Denkanstoß: Ob diese Dame vielleicht die Ausdrücke "Müll-Lektorin" und "Gift für die Kunst" als überheblich oder beleidigend empfinden würde...?
      Du sagst, sie hatte in der Sache recht, aber hat sich unangemessen geäußert. Findest Du die Art und Weise, wie Du Dich über sie äußerst, angemessen?

  • #4
    Auf Kritik hin hatte ich noch kein Loch. Bisher war Kritik an meinen Texten ansprechend formuliert, dann kann ich mit der anderen Meinung leben und schauen, ob das wirklich zur Verbesserung des Textes beiträgt.

    In ein Loch fall ich meist von allein. Ich mach das ähnlich wie Dodo und lass den Text dann ein bisschen liegen. Das Hirn arbeitet sowieso weiter und nach ein bisschen Zeit kann man den Text hoffentlich von einem anderen Winkel aus angehen und damit das Loch quasi umgehen. Meist passiert mir das am Ende eines Textes, da mir Enden unglaublich schwerfallen; oder in der Mitte des Textes, weil die Handlung langweilig und nur Filler ist - dann ist liegen lassen und Ideen sammeln für mich imperativ. Genauso wie wenn ich mich vor dem Anfang drücke und ich weiß, dass ich für danach noch nichts hab. Ich mag es nicht, vollkommen ohne Plan zu schreiben und manchmal hab ich keinen. Dann drück ich mich. Da heißt es, Ideen sammeln und einen Plan ausarbeiten.

    Am Ende kommt es eh anders, als man denkt.
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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    • #5
      Hm, ich denke ein sog. Loch ist nur Widerstand, wo man merkt, das es so wie es aktuell läuft nicht weiter geht und man etwas ändern muss, sei es das eigene Denken. Es gibt wohl eine ganze Überraschungstüte voll Hemmschuhe und Löcher. Mir sind sie meist bewusst und ich versuche sie zu ignorieren, was soviel bedeutet: Fragt mich bloß nicht, wie ich meine aktuelle Szene finde. Bitte vermeidet Fragen darüber, ob ich zufrieden bin.
      *Ignorier, Ignorier*
      *Verdräng, Verdräng*

      Darüber möchte ich nicht nachdenken, aktuell noch nicht, denn ich will die Geschichte erst einmal beenden und anschließend befasse ich mich mit den Fragen und kann meine Szenen so abändern, dass ich zufrieden bin oder sie so lassen, da es objektiv betrachtet im Grunde nichts zu ändern gibt.
      Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

      Kontakt: administrator@wortkompass.de

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      • #6
        Meine letzten Schreibtiefs aus Motivationsgründen waren alle aufgrund von fehlendem Feedback...das eine Mal, als ich eine größere Beta-Leser-Runde machen wollte und von nichtmal 10% überhaupt Rückmeldung nach dem ersten Kapitel bekommen hatte. Wenn man sich nichtmal sicher sein kann, ob der Text jetzt einfach so scheiße ist, dass mehr als 1 Kapitel nicht ertragbar ist, oder man doch einfach nur die falschen Leute hat ... Auch nach zwei Monaten war noch entweder Funkstille oder "keine Zeit fürs nächste Kapitel gehabt". Seitdem suche ich mir nur noch andere Schreiber als Beta-Leser.
        Das fällt dann aber mit in das zweite Mal Motivationstief, als ich für eine andere einen 120k Text testgelesen habe, und sie im Gegenzug mein 90k Text lesen sollte. Nachdem ich noch regen Austausch mit ihr über ihren Text hatte, kam dann, als ich ihr den kommentierten Text zugeschickt hab, garnichts mehr. Weder ihr Teil der Abmachung, noch überhaupt ein Danke.
        Joa.

        Wie geht ihr dann vor, um da wieder rauszukommen?
        Einen Strich ziehen. Grenzen für das eigene Gehirn setzen.
        Ich lasse Feedback nur ein paar Stunden, vielleicht auch 2 Tage mal an mich ran. Lang genug, um es zu verdauen, darüber nachzudenken und einen Plan für Verbesserungen zu machen - danach wird es Archiviert und nach Möglichkeit nichtmehr angeschaut (es sei denn es ist positiv, dann kommt es in einen Motivationsordner ), und ich verbiete mir danach, zu viel darüber nachzudenken. Funktioniert recht gut für mich.
        Das gleiche mache ich dann auch in Fällen wie oben beschrieben: ich setz mir ein Limit, nachdem ich einfach davon ausgehe, dass eh nichts mehr kommt, und dann belasse ich es dabei.

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        • Peter
          Peter kommentierte
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          Den Kontakt abbrechen, wenn man mit seinem Teil der Abmachung dran ist, ist allerdings ausgeprochen mies.

      • #7
        Feedback von einen Leser kann einem natürlich kräftig ins Grübeln bringen, meist aber doch dann, wenn ich sowieso nicht wirklich von meiner Geschichte überzeugt ist. Dann lasse ich die Geschichte für eine Weile liegen und gehe zurück in die Plotphase, meist liegt dort das Problem. Es geschieht schon mal, dass ich einen Plot oder einen angefangenen Entwurf in die Schublade stecke und nie wieder heraushole.

        Mit Testlesern habe ich nur einmal gearbeitet, und mir fest vorgenommen, es nie wieder zu tun. Dem einem Testleser ist es nicht blutig genug und zu lastig auf der "Weiberkram-Seite", der anderen ist die Liebesgeschichte nicht mit den notwendigen Tiefgang beschrieben und es kommt zu viel Mord und Totschlag vor. Da ich persönlich ziemlich mainstreamig lese, ist mir mein persönlicher Geschmack völlig ausreichend.

        Für fundiertes Feedback habe ich Lektorinnen, die professionell arbeiten und mir bisher stets bei der Entwicklung geholfen haben.
        Grundbedingung für die konstruktive Zusammenarbeit mit einer Lektorin ist es, dass ich von ihrer Kompetenz überzeugt bin, anderenfalls suche ich weiter, bis ich fündig geworden bin. Dann kann ich auch einen "Verriss" gut hinnehmen, da die Kritik objektiv begründet ist und nicht nur aus einem ach-das-mag-ich-nicht besteht.

        Schwieriger finde ich Kritik in Rezensionen. Eine 'war-alles-Mist' Rezension kann ich gut wegstecken. Romane sind einfach Geschmacksache und ich schreibe nichts, was jedem und jeder gefallen soll. Was mich die Palme hochbringt, sind Rezensionen, die sich an vermeintlichen Logiklücken und -fehlern hochziehen, und alles, was man erkennt, ist, dass die Rezensentin eine Binge-Leserin war, die die Geschichte nur überflogen hat. Ich gebe mir echt Mühe hier und da eine Andeutung oder ein Samenkorn zu legen, wenn das dann einfach überlesen wird, war die Mühe iwie vergebens. Da lohnt sich auch eine Diskussion kaum mehr (was ich sowieso nie mache).
        Zuletzt geändert von Peter; 16-01-2019, 14:50.
        I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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        • #8
          Ja, von diesen Tiefs kann ich ein Liedchen singen. Ich habe das Schreiben ihretwegen bestimmt schon öfter hingeschmissen, als ich Jahre alt bin

          Vielleicht liegt es daran, dass man über Wochen, Monate oder gar Jahre mit den Figuren lebt, ihre tiefsten Sorgen und Ängste mitempfindet und sich mit ihnen über ihre Erfolge freut. Vielleicht ist es einfach frustrierend, sein Bestes zu geben und dennoch manche Dinge immer wieder zu vergeigen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Vielleicht auch ein bisschen von beidem.

          Heilmittel ist mir bislang keines bekannt. Ich habe schon viele gängige Ratschläge durchprobiert: Den Blick auf die positiven Aspekte richten; sich selbst so annehmen und lieben, wie man ist; eine noch schlimmere Situation ausmalen etc. Hat alles nichts gebracht, außer dass mir dabei die Schreiblust flöten gegangen ist. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, übersensibel zu sein. So eine richtige Mimose.

          Irgendwie habe ich es trotz allem immer geschafft, das Tief auszusitzen und mich wieder zu fangen. Unkraut vergeht halt nicht
          Zuletzt geändert von Flossenschwinge; 17-01-2019, 19:03.

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          • #9
            Na ja, für sowas brauch ich nicht zwingend negatives Feedback. Nicht weiterzukommen oder eine schlechte Textstelle reicht schon, um mich zweifeln zu lassen. Vor einer Weile hab ich aber festgestellt, das es mir hilft, die Geschichte einfach zu lesen. Vom Beginn an. Mit der Distanz zum aktuellen Krisenherd und jeder guten Szene, jedem super Dialog, komme ich stückweise aus dem Tief raus und glaube wieder daran, das es gut ist, was ich schreibe.
            Ich entwickel langsam eine Art Verfolgungswahn. Verfolgt von Ich-sollte-doch-schreiben.

            Storytelling is the power to connect people to what you care about. Anand Varma

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            • #10
              Ich arbeite besser, wenn ich weiß, dass etwas nicht stimmt. Wenn ich negative Kritik bekomme, habe ich etwas, an dem ich arbeiten kann. So lange es natürlich mehr ist als ein "Ne, fand die Story nicht gut" Es muss schon etwas handfesteres sein. Zumindest für mich,

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