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Die Qualität des eigenen Stils erkennen

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  • Die Qualität des eigenen Stils erkennen

    Ich habe 7.000 Wörter in meinem Manuskript geschrieben und bin mir nicht sicher, ob mein Stil überhaupt gut ist. Wann ist eine Wortwiederholung zu viel? Wann sollte die Beschreibung umfangreicher sein? Wann sind Dialoge zu Kurz?

    Wie wisst ihr, ob euer eigener Stil gut ist?

  • #2
    Das weiß ich erst dann, wenn ich den Text 1000 Mal überarbeitet habe. Gut, das ist übertrieben, aber 10 bis 15 Mal überarbeite ich bestimmt.

    Die Rohfassung ist immer miserabel, das ist normal. Schreib weiter, lass den Text liegen, und überarbeite ihn ihn ein paar Wochen. Und dann nochmal 2 Wochen später. Und dann nochmal. Und nochmal. Mit der Zeit fällt Dir dann selbst auf, wie Dein Stil überhaupt ist, und Du kannst an ihm feilen.
    Always avoid alliteration.

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    • #3
      Kommt drauf an, welche Kriterien für Dich einen Stil "gut" machen.
      Gefällt es Dir, das Buch nach jedem Satz sinken zu lassen, um die Syntax, Intention des Autors, Wortstellung und Bedeutung durch Deinen Kopf rollen zu lassen, oder willst Du ein Buch ohne Stocken lesen können? Willst Du die Komplexität der Welt in Deinem Text spiegeln oder einfach Deine Freude an der Sprache mit dem Leser teilen, diesem vielleicht sogar ein Grinsen ins Gesicht zaubern? Und ganz banal / basal: Jucken Dich Rechtschreib- und Grammatikfehler?
      Viele der Fragen kannst Du selbst andeutungsweise beantworten - ob Du mit Deinem Text Dein Stil-Ziel erreicht hast, sprich: die intendierte Wirkung beim Leser erzielt hast, das könnten Dir ehrliche Testleser beantworten.

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      • #4
        Es gibt keinen Autor, dessen Stil allen gefällt. Probier so lange, bis du in der Art schreibst, die dir persönlich gefällt. Andere zu imitieren, funktioniert selten, da man sich oft beim Schreiben unwohl fühlt.

        Diese Fragen kann dir keiner beantworten. Das ist so, als wolltest du wissen, wann ist ein Auto gut. Keine Ahnung. Willst du Rennen fahren oder deine 7 Kinder zur Schule bringen?
        Du musst für dich definieren, was du mit deinem Text erreichen willst. Thriller kommen mit deutlich Beschreibung klar, als historische Liebesromane. Eine heiße Verfolgungsjagd kann in kurzen, knackigen Sätzen geschrieben werden, andere Szenen eher weniger.

        Versuche mal, dir den Test vorzulesen, wenn dir die Wortwiederholungen auf die Nerven gehen, waren es definitiv zu viele.
        Zuletzt geändert von Peter; 13-01-2019, 18:07.
        I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

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        • #5
          Ich hab erst nach Jahren des Schreibens gemerkt, was an meinem Stil gut ist und was nicht und wie ich das mit meinem Stil erreiche, was ich schreiben will. Noch heute sitz ich oft da und frage mich, ob das ein guter Satz ist oder nicht. Aber mittlerweile vertraue ich meinem eigenen Geschmack: wenn es mir gefällt, ist das schonmal was.
          Garantien, ob Stil ankommt, gibt es sowieso keine.

          Was mir geholfen hat meinen Stil auszuarbeiten: Natürlich viel schreiben. Je mehr man schreibt, desto mehr Übung kriegt man und desto mehr hat man die Chance auf Verbesserung (selbst wenn man nicht weiß, was man verbessern soll). Wirklich geholfen hat mir allerdings, dass ich plötzlich anfing zu sagen "für diesen Abschnitt hab ich nur diese Anzahl von Wörtern und kein Komma mehr." Da musste ich mich anstrengen, mich kurz, präzise und kreativ auszudrücken, um all das dem Leser mitzuteilen, was er für diesen Abschnitt wissen musste. Das hat meinen Stil stark zusammengepresst, wie die Kohle für einen Diamanten. Eine für mich gute Übung.
          Was mir außerdem geholfen hat, waren Experimente in anderen Stilen. Für eine Geschichte wollte ich Barock-Flair evozieren und musste entsprechend anders schreiben als man es modern tut. Gewisse Dinge aus meinem Stil sind erhalten geblieben und ich habe gemerkt, wo es mir schwer fällt anders zu schreiben als sonst. Wenn ich weiß, was zu meinem Stil gehört, kann ich dann schauen ob ich das mag oder nicht bzw ob andere das mögen oder nicht.

          Ich schreib immer erstmal so, dass ich stolz auf meine Wortkreationen sein kann, denn dann kann ich auch damit leben, den Geschmack von anderen nicht getroffen zu haben. Wie gesagt, man kann es nicht jedem recht machen.
          Dabei hilft es ganz besonders gut, Abstand zum Text zu gewinnen, damit man ihn später "wie mit fremden Augen" lesen kann. Da merkst du richtig gut, ob dein Text gut ist oder nicht.
          Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
          to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
          A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
          You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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          • Sora
            Sora kommentierte
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            Diese Selbstristriktion aufzulegen ist irgendwie ein interessantes Konzept, muss ich zugeben

          • In-Genius
            In-Genius kommentierte
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            Ich lese am liebsten Stile, die mit wenig viel erreichen. Knackig, präzise auf den Punkt bringen, was erzählt werden muss, aber dabei die Kreativität der erdachten Welt nicht vergessen. Mein Problem: Wenn man mich lässt, neige ich zur Schwafelei und zum zu Tode erklären; also hilft es mir, meine Wortanzahl einzuschränken um mich vom Schwafeln abzuhalten. Trick 17 die Selbstüberlistung Ich halte Leser für kompetente Menschen, die denken können. Ich muss ihnen nicht alles vorkauen, nur weil ich meine eigene Idee superklasse finde. Darauf können sie selbst kommen, wenn ich ihnen Platz lasse. Restriktion hilft mir, das zu erreichen.

          • Sora
            Sora kommentierte
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            Ich merke halt selber, das mein Stil quasi im Minuten-Takt zwischen Frank Herbert und Andrzej Sapkowski wechselt. Mal ausschweifend und philosophisch, dann knackig, kurz und ohne Schnickschnack. Dass ich diese Beiden Stile so beherrsche, macht mich sehr stolz, nur ... sollte ich mich mal für einen Entscheiden ^^'

        • #6
          Ich weiß nie, ob mein Stil gut oder überzeugend ist. Mir ist vielmehr wichtig, ob ich meine Geschichte überzeugend an den leser bringen kann, ob er es spannend findet, ob Gefühle geweckt werden. ist das der Fall habe ich schon mal nichts falsch gemacht, wohl auch stilistisch.

          Ich denke man kann sich da auch etwas locker machen. Spaß haben und einfach seine Geschichte erzählen.
          Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

          Kontakt: administrator@wortkompass.de

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          • Sora
            Sora kommentierte
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            Locker werden ist irgendwie nicht so einfach, wie ich anfangs dachte ^^ "Schnell ein paar Worte in die Tastatur hämmern, das reicht."

          • weltatlas
            weltatlas kommentierte
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            Wäre ich lockerer, wäre meine Geschichte auch schon fertig ... Aber generell ist das so meine Einstellung.

          • Arynah
            Arynah kommentierte
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            Ich sehe das auch so. Eine Geschichte kann noch so gut geschrieben sein, wenn sie langweilig ist, kann der Stil niemanden mehr überzeugen, weiter zu lesen.
            Ich habe zum Beispiel gehasst, wie "Der alte Mann und das Meer" von Hemingway geschrieben ist. Nach dem dritten "sagte der Junge" oder "sagte der Alte Mann" in Folge habe ich das Kotzen bekommen. Aber selbst das hat mich nicht daran gehindert, den Klassiker zu lesen, der ja ansonsten recht ansprechend war. Ich persönlich kann über einen schlechten Stil hinwegsehen, wenn alles andere fesselnd ist

        • #7
          Als Anfänger hat man meist keinen guten Stil, den bekommt man erst mit der Zeit. Noch nicht so viel darüber nachdenken, sondern einfach machen.

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          • #8
            Ich fand mehrere Dinge hiflreich dabei, meinen Stil einzuschätzen:

            - Schreibratgeber lesen. Es gibt viele gute Titel, zum Teil aus dem englischen Sprachraum. Sie vermitteln ein Gefühl dafür, welchen Effekt ein Stilmittel beim Leser bewirkt. Wichtig ist, die Vorschläge nicht als Dogmata zu nehmen. Zum Beispiel steht oft geschrieben, dass Geschichten möglichst viel 'show' enthalten sollten (vom englischen 'Show, don't tell'). Aber es gibt auch Situationen, in denen sich ein 'tell' besser eignet. Dazu muss man wissen, welchen Eindruck die beiden Schreibstile auf den Leser machen.

            - Romane lesen. Nachdem zumindest einige Grundbausteine aus den Ratgebern bekannt sind, wird es Zeit, von erfolgreichen Autoren zu lernen. Welche Stilmittel wenden sie an? Was bewirken sie damit bei mir als Leser? Werden die Vorschläge aus den Ratgebern eingehalten, oder bricht der Autor sie? Wie wirkt sich das auf die Geschichte aus? Gewinnt sie dadurch? Wie oft treten Wortwiederholungen auf, wie umfangreich sind die Beschreibungen und Dialoge?

            Die beiden Punkte dienen dazu, ein Gespür für Stilmittel zu entwickeln.

            - Den eigenen Text so lange liegen lassen, bis der innere Film verblasst ist. (Das kann unter Umständen sehr lang dauern.) Danach liest man ihn so, als wäre es ein fremder Text. Meiner Erfahrung nach lässt sich die Qualität des Stils so am besten einschätzen.


            Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, den Text lektorieren zu lassen. Lektoren arbeiten viel mit Texten und können deshalb gut einschätzen, wie er im Vergleich zu anderen Werken abschneidet. Sie zeigen auch gezielt Schwachstellen auf.
            Zuletzt geändert von Flossenschwinge; 14-01-2019, 00:09.

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            • #9
              Ich schreibe, seit ich 13 bin. Mittlerweile schreibe ich also seit mehreren Jahrzehnten und gut 10 Jahre habe ich damit verbracht, Autorenstile zu kopieren. Unterbewusst. Denn bei den Büchern, die mich in meinem Leben am meisten inspiriert haben, habe ich mich danach hingesetzt, und eigene Geschichten verfasst - allerdings habe ich dabei, wie ich erst später festgestellt habe, jedesmal den Stil des Autors kopiert. Das wollte ich gar nicht, aber so ist es passiert, und heute glaube ich, dass ich auf diese Art viel gelernt habe. Das Witzige ist, mein Sohn macht es genauso. Er ist fast 14 und hat vor zwei Jahren angefangen, zu schreiben. Momentan ist er ganz verliebt in die Känguruh-Chroniken, und schreibt selbst etwas - nun ja - sehr ähnliches

              Will sagen: Den eigenen Stil entwickelt man, jeder auf seine eigene Art, über Jahre hinweg. Ich denke, kein Meister ist vom Himmel gefallen, jeder noch so große Autor musste wohl zuerst ziemlich viel "Müll" verfassen, bevor sein Stil erkennbar wurde.

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              • Sora
                Sora kommentierte
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                Ich habe das Problem, dass wenn ich vor dem Schreiben ein Buch gelesen habe, ich den Stil des Autoren kopiere...

              • zuzazale
                zuzazale kommentierte
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                Ja, kenn ich. Hab ich ja oben auch beschrieben. Aber das ist nichts schlechtes, weil dich das irgendwann weiterbringen wird, und dann findest du deinen eigenen Stil bestimmt. Über was schreibst du denn so, und wessen Stil kopierst du?

              • Sora
                Sora kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Ich schreibe Jugendbücher, aktuell Fantasy und kopiere den Stil von Frank Herbert und Sapkowksi.
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