• Forum
  • Artikel
  • Team
  • Camp NaNo

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Mittwochsfrage #97 - "Eure" Plotsysteme

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Mittwochsfrage #97 - "Eure" Plotsysteme

    Der Plott-Monat steht bald an und ich möchte wissen, wie Ihr plotet.

    Als ich anfing zu schreiben habe ich einfach geschrieben, mit dem Erfolg, dass die Geschichte verwässerte. Schließlich habe ich angefangen zu ploten. Danke VickieLinn für das Näherbringen der Plotsysteme und die vielen Diskussionen darüber. Ich habe mich für eine Mischung aus der 7 Punkt Struktur und der Katze, einschließlich Aktions-Reaktions Prinzip entschieden. Die Plotsysteme findet Ihr auch bei uns im Forum, Sophie hatte sie mal auf Vickies Grundlagen zusammengefasst und ich schaue immer noch gern rein.
    Habt Ihr von Anfang an geplotet?
    Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?
    Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
    Welche Vorteile seht Ihr darin?

    Wenn Ihr nicht plotet: Was hält Euch davon ab?
    ​​​​​​​Worin seht Ihr den Vorteil nicht zu ploten?
    Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. [K. Krause]

    Kontakt: administrator@wortkompass.de

  • #2
    Habt Ihr von Anfang an geplotet?
    Nein. Ich hatte Szenen im Kopf und habe die geschrieben.
    Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?
    Ich hab die Szenen geschrieben, und dann ist alles versandet. Pantsen kann ich wohl nicht.
    Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?

    Prinzipiell hänge ich am 7-Punkte-Plot. Mich ärgert, dass es diese sieben "Punkte" geben soll, von denen ich nur den Pinch Point 1 wirklich verstanden habe. Den Rest muss ich immer (!) nachlesen. Das finde ich so ... so ... Nervt mich, weil ich so doof bin. Da ich mittlerweile verstanden habe, dass ich Romance schreibe, ob nun Suspense, Fantasy oder pur, habe ich mir ein System angelacht, das mich begeistert, weil ich es instinktiv schon angewendet hatte. Als ich es dann als 19-Punkte-Sheet sah, war ich sofort verliebt. Erstaunlicherweise fühle ich mich beim Arbeiten an 19 Punkten freier als bei sieben Punkten. Die wahrscheinlich in den 19 drin stecken, aber ich habe noch nicht weiter darüber nachgedacht *blissful ignorance*.
    Welche Vorteile seht Ihr darin?
    Es geht weiter! Man landet nicht im Nirgendwo mit seiner tollen Szene. Die ganz am Ende rausfliegt .

    Kommentar


    • Dodo
      Dodo kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Alys II. Dieses "da hab ich gestern doch xy geschrieben" hatte ich massiv bei dem 19-Punkte-Sheet. Das scheint bei mir inhärenter "Beat" zu sein. Obwohl ich in meinem ganzen Leben nur zwei LiRo gelesen habe, die man als solche auch betiteln müsste, die aber anders getaktet waren. Angelernt ist es demnach nicht.

    • Kunstmelodie
      Kunstmelodie kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Dodo okay, das musst du mir nochmal erklären Hast du das 19 Punkte System für doch selbst aufgestellt? Gibt es das irgendwo? Wenn ja wo, wie komme ich daran? Ich habe nämlich mit dem 7 Punkte System auch so meine Schwierigkeiten....Also wie gesagt mich würde das System dahinter, die Punkte sehr interessieren!

    • Dodo
      Dodo kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Kunstmelodie
      Ich habe diese 19 Punkte aus einem Schreibratgeber, den ich halbherzig las, bis ich die Augen aufriss: So denke ich mir das doch!
      Wären es "meine" Punkte, würde ich sie Dir hier aufzählen; aber Du könntest sie in "Romancing the Beat: Story Structure for Romance Novels" von Gwen Hayes nachlesen. Liest sich recht witzig.
      Die Punkte geben mir im Zweifel wieder Aufwind, wenn ich festhänge, ohne dass ich mich sklavisch an alles halte. Wäre ja langweilig

  • #3
    Wie kommt ihr auf den blanken Papier auf überraschende Lösungen für das Ende? Die fallen mir erst nach einiger Zeit ein.

    Kommentar


    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich finde 300 inhaltliche Vorgaben ehrlich gesagt nicht fiel. Aus Spaß bin ich meine erste Szene durchgegangen und könnte selbst dort bereits 50 inhaltliche Vorgaben ableiten ... dann hätte ich noch für ca. 5 Szenen weitere Vorgaben und wäre bei 300. Wenn ich bedenke das eine Geschichte vermutlich aus ... X-Szenen besteht .. ein Witz.

      Wichtig ist vor allem die Verkettung dieser Vorgaben, das kreative Umsetzen. Und es ist ein Irrtum zu meinen ohne Vorgaben schreibt man kreativer. Um uns herum wimmelt es nur so vor Vorgaben, selbst unsere Persönlichkeitsstruktur ist eine große Vorgabe. Die Welt, wie wir sie sehen ist eine reglemntierende Vorgabe die uns unser Hirn, Wahrnehmung, Prägung etc. vorgibt.
      Selbst als reflektierter Mensch können wir uns nicht völlig davon lösen.

    • Amilyn
      Amilyn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      VickieLinn Thema des nächsten Kurzgeschichtenwettbewerbs: "Schreibe eine KG aus folgenden 300 Vorgaben"

    • VickieLinn
      VickieLinn kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      weltatlas
      Ja!

      Amilyn
      Für eine KG ist es vielleicht etwas viel, aber bei einem Roman sehe ich da wirklich keine Probleme.


      1) Stelle die Hauptfigur bei einer typischen Handlung vor.
      2) Binde die Umgebung ein samt Flair und Genre ein.
      3) Lass die Figur mit anderen Lebewesen agieren – steht nichts Lebendes zu Verfügung, nimm ein Objekt, das in der Geschichte noch Relevanz haben wird
      4) Lass den Leser spüren, was der Hauptfigur wichtig ist
      5) Deute (unterschwellig) an, dass es irgendetwas anders ist, als geplant


      Ich hab es für die ersten 5 Seiten meiner drei sehr unterschiedlichen Geschichten getestet. Es funktioniert bei allen.

  • #4
    Habt Ihr von Anfang an geplotet?
    Nein, früher habe ich nicht geplottet. Ich habe einfach die Charaktere zurecht gelegt, etwas über meine Idee nachgedacht und dann angefangen zu schreiben. So habe ich meinen ersten Roman geschrieben, den ich mit 14 fertig hatte und der satte 120k hatte. Wenn ich heute Lust auf Eigenscham habe, lese ich darin... xD Ich selbst "plotte" erst seit ein, zwei Jahren, aber das meist ohne eine direkte Szenenliste, die lege ich mir immer nur für ein paar Szenen vorher zurecht, ehe ich sie schreibe.
    Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?
    Meine sogenannte "1. Akt-Krankheit" gefolgt von der "3. Akt-Krankheit". Die ersten 25% eines Romanes schreibe ich problemlos innerhalb von ein bis zwei Wochen nieder. Ich liebe es, erste Akte zu schreiben. Ab dem 2. Akt muss ich mich dann oftmals recht stark zwingen und wenn ich dann bei der 75% Marke ankomme und der 3. Akt ansteht, schaffe ich es nicht, den Roman zu beenden. Ich habe so viele Projekte, in denen es entweder keinen 3. Akt gibt oder in denen er extrem kurz geraten ist. Um das zu verhindern, habe ich angefangen, zu plotten.
    Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
    Ich persönlich nutze eine Mischung aus Schneeflockenmethode, Rückwärtsplotten und Anregungen von K.M. Weiland. Dafür hab ich mir eigenes einen "Worksheet" zusammen gebaut. Ich mache aus dem Plotten einen unglaublich komplizierten Prozess, bei dem ich mir aber jedes Mal eine Frage besonders für die 2. Hälfte des Romanes stelle, sobald ich was an Plot niedergeschrieben habe "Habe ich Bock darauf, das zu schreiben?" Beantworte ich die Frage mit Nein, überlege ich mir etwas anderes, denn ich möchte nichts schreiben, was zwar nötig ist, mir aber keinen Spaß macht. Ich kann es ja beim Überarbeiten wieder anpassen. Es soll aber überhaupt etwas aufs Papier kommen, das über den 1. Akt hinaus geht.
    Welche Vorteile seht Ihr darin?
    Dass ich fertig werde. Das ist für mich das wichtigste beim Plotten. Ich möchte ein "Ende" unter den Text schreiben können. Meine Methode habe ich mir selbst sehr lange erarbeitet und ich bin mir fast sicher, dass sie auch nur universell zu mir passt, aber ich kann damit Projekte abschließen und dafür reicht es mir auf jeden Fall.

    Kommentar


    • Peter
      Peter kommentierte
      Kommentar bearbeiten

    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Danke!

    • Arynah
      Arynah kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Peter Ich habe von der Software gelesen, sie aber nicht gekauft, da mir spontan keine Testversion ins Auge gefallen ist. Bei solchen Programmen möchte ich erst testen, bevor ich teuer Geld dafür ausgebe Wobei ich seit dem Patchwork-Abo-Modell sowieso sehr vorsichtig geworden bin, was Schreibsoftwares angeht.

  • #5
    Habt Ihr von Anfang an geplottet?
    Unbewusst ja, denn die grundlegende Plotstruktur haben die meisten, die gerne lesen, bereits im Kopf. Klar muss es irgendwann ganz düster für die Protagonistin aussehen, das war mir klar, auch als ich nicht wusste, dass dies den dritten Plotpunkt darstellt. Angefangen mir mehr Gedanken zu machen, habe ich, als mir Writer's Journey von Vogler in die Hände gefallen ist.

    Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu plotten?
    Ich habe ein Faible für strukturiertes Arbeiten entwickelt, da ich im Grunde ein eher chaotisches Wesen bin, das ohne feste Arbeitsabläufe nichts zustande bekommt.

    Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
    Ich benutze das 7-Punkte System, das ich an einigen Stellen für mich angepasst habe.

    Welche Vorteile seht Ihr darin?
    Es ist nicht zu detailliert, bietet aber genügend Festpunkte, an denen man sich durch die Geschichte hangeln kann.

    Was ich nicht kann, ist es, mich hinzusetzen, um eine Geschichte schreiben zu wollen, und meine Plotstruktur in einem Durchgang zu füllen. Ich muss die Geschichte erst über einen gewissen Zeitraum im Kopf haben und damit herumspielen. Erst wenn ich damit zufrieden bin, beginne ich die einzelnen Plotelemente in der Geschichte zu identifizieren und entlang eines Zeitstrahls auszulegen. Dadurch erkenne ich, wo möglicherweise noch etwas verbessert werden kann.
    Wenn ich keinen Pinch Point 2 habe, und mir auch keiner einfällt, der in die Logik und Dynamik der Geschichte passt, dann fällt der eben weg. Ich halte mich nicht sklavisch an die Struktur.
    I would write merely clearly and in this way establish a warm relationship between myself and my readers, and the professional critics—Well, they can do whatever they wish. Isaac Asimov

    Kommentar


    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Was genau hast Du angepasst an dem 7-Punkte-System? (Falls ich da jetzt nicht gerade geheimes Autorenwissen von Dir anzapfe.)

    • Peter
      Peter kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Alys II.

      Keineswegs. Ich besitze (leider) kein geheimes Autorenwissen.

      Das ist meine Plotstruktur:
      (Prolog) / Hook / Inciting Event / Key Event / Point of no return / Pinch Point 1 / Midpoint / Pinch Point 2 / Dark Night / Climax (Journey to the innermost cave) / Climatic Moment / End oder Resolution / (Epilog oder anderer Schnickschnack, der sowieso nicht mehr gelesen wird und eigentlich auch weg könnte)
      Zuletzt geändert von Peter; 10-01-2019, 12:45.

    • Alys II.
      Alys II. kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Danke. Sowohl für die Auskunft zu Deinem Plotsystem, als auch insbesondere für den Kommentar über Epiloge.

  • #6
    Habt Ihr von Anfang an geplotet?
    Nein, zu beginn schrieb ich einfach drauf los, als mir eine grobe Geschichte eingefallen ist.

    Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?
    Meine angesprochene Geschichte war grottenschlecht.

    Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
    Ich nutze zum einen Sophies Save the Cat Sheet und Maggis Charakter Entwicklungs-Methode. Jeweils als eigenständige Tabellen in einem Dokument.

    Welche Vorteile seht Ihr darin?
    Es ist einfach strukturiert, erklärt sich durch die angefügten notizen von selbst und übersichtlich.

    Kommentar


    • Sora
      Sora kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ich verstehe nicht genau, was du mir sagen möchtest, Vickie?

    • weltatlas
      weltatlas kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Das die Plotsysteme _nicht_ von Sophie sind. Sie ist nicht die Urheberin. Sie hat das Wissen Anderer zusammengetragen, die hier mehrfach genannt wurden.

    • Sora
      Sora kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ach so. Ja gut.

  • #7
    Habt Ihr von Anfang an geplottet?
    Für meine ersten Kurzgeschichten nicht, aber als ich anfing eine längere Geschichte zu schreiben und diese bald 40 Kapitel erreicht hätte, da habe ich festgehalten was in den einzelnen Kapiteln genauer passieren soll, damit Sinn und Spannung erhalten bleibt.

    Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu plotten?
    Übersichtlichkeit. Ich kann mir relativ gut merken, was ich in einer Kurzgeschichte vorhabe, wenn mir eine einfällt, aber bei längeren Geschichten muss ich mir das aufschreiben und außerdem gibt es dort in meiner Idee immer Lücken zwischen den coolen Szenen. Das zu plotten macht einfach Sinn, für mich.

    Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
    Mein eigenes? Ich schreibe sehr aus dem Bauch heraus, nach dem Motto: Wenn ich's lesen will, gibt's auch ein paar andere Heinis, die's lesen wollen. Also erstelle ich meine Geschichten so wie mein Bauchgefühl sagt, das meine Geschichte funktioniert. Dass ein Text einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat, dafür brauche ich kein "System", das ist für mich gemeiner Menschenverstand. Dass der finale Endkampf nicht am Anfang aufgelöst wird, ist für mich auch gemeiner Menschenverstand. Aber bei meiner Ghul-Geschichte habe ich die 7-Punkt-Struktur herangezogen, weil ich nicht wusste meine Plot-Lücken zu füllen. Es hat durchaus geholfen herauszufinden, wo genau eigentlich noch was fehlt. Es hat allerdings nicht dabei geholfen, diese Lücken auch zu füllen.
    Mein eigenes System ist immer anders. Meist suche ich mir eine Struktur von woanders her: Liedtexte, Sternzeichen, Numerologie etc. Alles was rumliegt und mit Bedeutung gefüllt werden kann, kann zum Rückgrat einer meiner Geschichten werden und je nachdem funktioniert das anders. Das zeigt mir selten, wo in meiner Geschichte noch ein Ereignis fehlt, aber es hilft mir dabei die Lücken zu füllen. Ich würde das gerne in Kombination benutzen.

    Welche Vorteile seht Ihr darin?
    Ob es allgemein Vorteile bringt, weiß ich nicht. Für mich ist der Sinn dahinter, zu experimentieren und Abwechslung zu haben. Nur weil eine Geschichte Anfang, Mitte und Ende hat, ist das nicht die beste Reihenfolge sie zu erzählen. Eine 7-Punkt-Struktur muss man nicht linear erzählen, ich weiß, aber am Ende käme ich wohl daraus, weil es am einfachsten ist.
    Ich sehe allerdings den Vorteil in der 7-Punkt-Struktur (oder einer anderen) darin, strukturiert zu arbeiten. Meine Arbeitsweise ist dezentes Chaos, aber ich bemühe mich sehr um Struktur und Ordnung. Eigentlich würde ich gerne nach der 7-Punkt-Struktur schreiben, weil sie mir sehr sinnvoll erscheint, die wichtigen Ereignisse einer Geschichte zu strukturieren und man kann es sicherlich mit meinen anderen Dingen kombinieren. Aber es liegt meinem Denken irgendwie quer. Ich kann meine Geschichten nicht so betrachten, wie die 7-Punkt-Struktur es verlangt.

    Wenn Ihr nicht plottet: Was hält Euch davon ab?
    Traditionelles Plotten würde ich gerne können, wie gesagt, ich finde es ein sehr sinnvolles Werkzeug, mir fällt es nur ungeheuer schwer damit zu arbeiten. Ich schreibe zu sehr aus dem Bauch heraus, um es gut zu benutzen. Ich denke, das ist der Knackpunkt. Meine Herangehensweise und meine Denkweise sind zu chaotisch oder "gefühlig" um das in ein solches Werkzeug zu übersetzen. Als Überprüfung, ob alles da ist, funktioniert es für mich, aber nicht um aktiv die Geschichte mit Ereignissen zu füllen.
    Ich denke, solange meine Geschichten mit meinem eigenen System gern gelesen werden, werde ich das beibehalten. Es kommt eh weniger darauf an, wie man an den Plot der Geschichte kommt, sondern dass man ihn richtig in Worte fassen kann.

    ​​​​​​​Worin seht Ihr den Vorteil nicht zu plotten?
    Nicht traditionell zu plotten hat für mich eine gewisse Freiheit. Ich gehe davon aus, dass ich im Gefühl habe, wie eine Geschichte aufgebaut ist und das reicht mir, um die wichtigen Beats zu treffen. Mit meinem eigenen System habe ich dann die Freiheit, diese Beats dahin zu legen und so auszufüllen und mit ihnen zu experimentieren, wie es meinem Lesegeschmack am besten passt. Ich denke, ich habe manchmal eine recht eigensinnige Art Geschichten zu erzählen und mit meinem eigenen System kann ich das unterstützen. Ein traditionelles System würde mich auf einem Weg halten, der mir zu ausgetreten ist. Wie gesagt, ich weiß, ein traditionelles System muss nicht in einer linearen Erzählweise enden, aber es würde mich persönlich auf diesen Weg lenken und den möchte ich nicht gehen, also kann ich mir gleich einen anderen Lotsen nehmen.
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

    Kommentar


    • #8
      Ich bin so eine Mischung, mittlerweile.

      Ursprünglich habe ich garnicht geplottet.
      Wenn Ihr nicht plottet: Was hält Euch davon ab?
      Ich habe einfach zu wenig Ahnung von der Geschichte und den Charakteren, wenn ich anfange. Das muss sich bei mir organisch im Text entwickeln, auch wenn es dann erstmal kein unbedingt guter Text wird. Ich habe schon versucht, mal komplett durchzuplotten, inklusive Charaktere erschaffen u. Co., aber dann wird mir nach 10min langweilig, und eine Geschichte wird es trotzdem nicht in meinem Kopf.

      ABER wenn ich dann erstmal so etwa halb bis 3/4 durch die erste Rohfassung bin, weiß ich dann endlich, was ich von der Geschichte will, und die Charaktere beginnen langsam richtig Form anzunehmen, sodass ich dann wieder zurückgehen und mit Plan neuanfangen kann.
      Und dann...
      Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu plotten?
      Es wurde dann einfach notwendig, rauszufinden, was ich drin haben will und was nicht, was funktioniert und was nicht. Bei meinem ersten beendeten Projekt hat das sehr lange gedauert, weil ich teilweise nicht mal wusste, wo die Probleme liegen, bzw wie man sie Lösen kann.

      Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
      Ich nutze verschiedene Systeme, je nachdem welches Problem ich angehen will. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Rohfassung schlechtes Pacing hat, schaue ich mittlerweile erstmal das Save the Cat Beat Sheet an, auch wenn ich mich daran nicht wirklich halte, sondern es als Analysetool nutze, quasi Wenn es um einzelne Szenen geht, Nehme ich die "Ja, aber.../Nein, und..." Methode.
      Und für Thema/Charakter-Entwicklung setz ich mich mit Stift und Papier hin, und kritzel so lange Gedanken, "Gedichte" und Gemälde hin, bis mich der Blitz der Erkenntnis trifft. Oder so.

      Aber:
      Worin seht Ihr den Vorteil nicht zu ploten?
      Es macht mir einfach mehr Spaß, zunächst die Welt, Charaktere und deren Möglichkeiten schriftlich zu erkunden. Ich merke auch, wie mein Bauchgefühl besser wird und die Rohfassungen generell lesbarer werden. Und Überarbeiten macht mir sowieso Spaß, also wird das wohl mein Prozess bleiben.

      Kommentar


      • #9
        Habt Ihr von Anfang an geplotet?

        Nein. Ich habe, seit ich lesen kann, immer viel gelesen und mir Geschichten ausgedacht. Den einzigen Hinweis darauf, wie man sie aufschreibt, hatte ich durch Nachworte von Stephen King, und das war: schreib uff. Also habe ich drauflosgeschrieben.

        Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?

        Ich habe also drauflosgeschrieben. Das waren Geschichten, die mir seit langem im Kopf herumgeisterten und immer weiter ausgebaut wurden (hoppla: geplottet ), das waren aber auch oft bloß irgendwelche Anfänge. Alles verlor sich im Nichts, auch die Sachen, die ich schon länger mit mir rum trug. Was wie zusammenhing, habe ich nämlich nie bedacht - irgendwelche Feinheiten, Übergänge, wer mit wem ... Ich war es schon lange leid, nichts zu Ende zu schreiben und habe es ganz sein gelassen. Dass man erstmal eine Geschichte komplett durchplanen kann, bevor man sie aufschreibt, ist für mich der einzige Weg, etwas zu Ende zu bringen.

        Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?

        Das 7-Punkte-System, weil es für meine Geschichten am logischsten und geeignetsten scheint.

        Welche Vorteile seht Ihr darin?

        Es sind einfach gute Anhaltspunkte. Aber es gibt auch ein großes Risiko, dass die Geschichte sehr vorhersehbar wird.

        Wenn Ihr nicht plotet: Was hält Euch davon ab?

        Kurzgeschichten plotte ich bis heute nicht, weil sie oft Überbleibsel von früher sind: kleine Geschichten, die mich schon seit Jahren im Kopf begleiten.



        Kommentar


        • #10
          Habt Ihr von Anfang an geplotet?
          Nö, aber damit bin ich auch ganz schön gegen Wände gerast und die Projekte irgendwann versackt. Es waren Projekte mit einer Freundin und ich war es jedes Mal, die alles ausgebremst hat. Im Nachhinein habe ich erkannt, dass das Plotten für mich wichtig ist, nicht nur um eine gute Geschichte zu erzählen, sondern um überhaupt eine Geschichte zu erzählen.

          Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?
          Das muss ich vermutlich differenzieren.
          Reineweg nur zu planen, was passieren soll, das was ich oben schon genannt habe, ich habe mich ohne nicht wohlgefühlt, ständig gestockt, weil ich immer erst alles im Kopf gesehen haben muss und es mir immer unglaublich viel Zeit geklaut hat (erst überlegen, visualisieren, aufschreiben, unter einer Stunde Zeit habe ich nie angefangen, weil es keinen Sinn gemacht hat, teils habe ich auch noch deutlich länger gebraucht).
          Mich mit Strukturen auseinanderzusetzen, kam irgendwann, nachdem ich in die SWS gepurzelt war.

          Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
          Meine 8-Punkte-Struktur, die die 7-Punkte-Struktur zuzüglicher ergänzter Klimax ist. Und zusätzlich prüfe ich mit der Scene-Sequel-Struktur, ob die einzelnen Szenen auch interessant und spannend genug sind.

          Welche Vorteile seht Ihr darin?
          Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich weiß, dass ich nicht gegen Wände fahre (okay, im Plotprozess mache ich das durchaus, irgendwo muss mein kreativer Teil ja die Sau rauslassen, aber eben nur in meinem Kopf) und dass ich dort ankomme, wo ich hin will. Ich weiß, dass ich nicht immer wenigstens eine Stunde Zeit brauche, um ein paar Wörter zu tippen, die später vielleicht nur aufgrund von vor Logikfehlern strotzendem Unsinn wieder gelöscht werden. Ich weiß, dass ich mich beim Schreiben frei fühlen kann, mich nur auf das Schreiben selbst zu konzentrieren.
          Ich komme aus Ironien.
          Das liegt am sarkastischen Meer.

          Kommentar


          • #11
            Habt Ihr von Anfang an geplotet?
            Bei Romanen: ja.

            Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?
            Mein Ideenüberschuss, der mich zwang, alles auf Papier zu bringen. ^^

            Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
            Als ich noch keinen Schimmer von Plot-Strukturen hatte, hab ich einfach per Mind-Mapping geplottet, weil es mir da einfach nur um die Übersicht ging.
            Mittlerweile nutze ich beim Plotten auch ein dramaturgisches System, und dabei (grob) das 3-Akt- bzw. 5-Akte-System.

            Welche Vorteile seht Ihr darin?
            Dass es einerseits seit der Antike bewährt ist und sich hält, andererseits aber auch nicht einengt, sodass ich als Autor noch kreativ sein kann.

            Wenn Ihr nicht plotet: Was hält Euch davon ab?
            Ich plotte nur bei ganz spontanen Ideen nicht immer, oder wenn ich nur für mich selbst schreibe.

            ​​​​​​​Worin seht Ihr den Vorteil nicht zu ploten?
            Super für neue Inspiration, die man dann wo einbauen kann - das geht mMn nicht, wenn man ausschließlich verkopft rangeht, und manchmal auch eine Art meditativer Effekt, wenn man sich eben absichtlich quasi "in Trance" schreibt. Geht ebenfalls schwer,wenn man ständig Konzepte im Hinterkopf behalten muss.

            Kommentar


            • #12
              Ich hab nie wirklich geplottet. Das was man evtl. einen Plot nennen könnte, war bei mir ca 1,5 Normseiten lang und nur ein grober Fahrplan für mich, der mich vom Beginn bis zum Ende der Geschichte führen sollte. Mit dieser Grundidee, die ich gerne mit einem Baum vergleiche, hab ich zu schreiben begonnen. Ich wusste, welche Etappen vorkommen sollten und arbeitete mich von Punkt zu Punkt, wobei ich meine Geschichte dabei immer weiter ausgebaut und meinem Baum so Äste und Zweige gegeben habe. Die Ideen wie es weitergehen soll, wer was tun soll, kamen intuitiv während ich schrieb, während die Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge ablief. Mit der Zeit kamen noch feine Ästchen und Blüten dazu, kleine Details, die meine Geschichte ausschmückten und lebendiger machten.
              Ich entwickel langsam eine Art Verfolgungswahn. Verfolgt von Ich-sollte-doch-schreiben.

              Storytelling is the power to connect people to what you care about. Anand Varma

              Kommentar


              • zuzazale
                zuzazale kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Hi!
                Sehr schönes Bild, was Du da heraufbeschwörst. Da kann ich mich voll damit identifizieren.

            • #13
              Habt Ihr von Anfang an geplotet?
              Ja, aber eher aus dem Bauch heraus. Interessanterweise habe ich jedoch für das bislang einzige Projekt, das ich auch für gut genug befunden habe, es zu veröffentlichen, fast gar nicht geplottet. Beziehungsweise der Plot, das war ein Sammelsurium aus Zettelchen, mit munter darauf durcheinandergewürfelten Satzfetzen ohne offensichtlichen Zusammenhang. Aber hat ja geklappt. Seit Dezember beschäftige ich mich intensiver mit Plottechniken. Bin gerade auch dabei, verschiedene Projektideen, die bislang in Schubladen lagen, einfach mal komplett durchzuplotten. Allerdings muss ich leider feststellen, wenn ein solches Plotmonster dann fertig vor mir liegt, habe ich das Gefühl, dass die Geschichte ja irgendwie schon geschrieben ist, und das nimmt mir dann die Motivation.

              Was war ausschlaggebend dafür das Ihr angefangen habt zu ploten?
              Die vielen unfertigen Projekte in den Schubladen und im Kopf.

              Welches System nutzt Ihr? Warum dieses?
              Bin gerade am Ausprobieren. Bislang hat es mir noch keines herausstechender Weise angetan.

              Welche Vorteile seht Ihr darin?
              Das weiß ich noch nicht. Ich erhoffte mir eingangs den Vorteil, dass ich, je detaillierter der Plot steht, das Manuskript daran einfach herunterrattern könnte. Aber wie bereits oben erwähnt, habe ich leider das Gefühl, dass sich bei mir eher eine Blockade aufbaut, je detaillierter der Plot ist.

              Kommentar

              Lädt...
              X
              Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung