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Mittwochsfrage #88: Lalalalandschaften und Architektur

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  • Mittwochsfrage #88: Lalalalandschaften und Architektur

    Unsere Figuren haben ein Zuhause, eine nähere Umgebung, und manche machen sich zu einer wahren Heldenreise auf.

    Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?

    Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?

    Gönnt Ihr dem Leser den Blick in die Weite, die Brise, die durch das Haar streicht, den Geruch von Meer und Fischmarkt? Wie ausgiebig wird der Spaziergang, zu dem Ihr den Leser an die Hand nehmt? Braucht man eine Botanisiertrommel, einen schwafelnden Taxifahrer, die Spurensicherung, Insektenbestimmungsbücher und Kräuterkundige?
    Oder ist das Schnickschnack, zack, Straße, Händler, Staub, Gestank? Malen nach Zahlen, ausmalen muss jeder Leser selbst?
    Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
    Welche Stilmittel setzt Ihr ein?

  • #2
    Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?
    Glück für mich, in der Kunsthistorik lernt man allerhand über Architektur und Stadtbilder, sodass ich da einen ausreichenden Fundus im Kopf habe. Wenn ich weiß, wo und wann eine Geschichte spielt, habe ich bereits ein ungefähres Stadtbild vor Augen. Brauche ich mehr, suche ich mir gezielt Bilder dieser Zeit/Stils heraus.
    Für Landschaften muss ich ein bisschen mehr suchen, besonders wenn es nicht einfach nur "ein Wald" sein soll. Aber es gibt wunderschöne Naturaufnahmen und Dokumentationen, die da weiterhelfen können.

    Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?
    Ich versuche in wenigen, treffenden Sätzen das Wichtige und das Besondere hervorzuheben, Augen und Ohren und manchmal die Nase zu bedenken, aber auch was für ein Gefühl diese Umgebung in einem auslösen kann. Ich zeichne die wichtigen Eckpunkte der äußeren Umgebung und der inneren Reaktion, die genauen Details darf der Leser sich selbst dazu denken. Ich muss nicht jeden Stein benennen, um die imposante Schönheit einer gotischen Kathedrale zu beschreiben, oder jeden Grashalm aufzählen, um den friedvollen Frohsinn einer Sommerwiese zu erzählen. Ein paar gezielte Wörter, um die Fantasie des Lesers anzuregen, finde ich ausreichend.

    Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt? Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
    Hm, wie? Adjektive und Metaphern vor allen Dingen, je nachdem wie poetisch der Erzähler veranlagt ist.
    Manchmal gehen dann die Pferde mit mir durch. Ein Beispiel: Ich führe in eine Bar-Szene ein.
    Der tiefe Bass vermischte sich mit dem Rauch zahlreicher Zigaretten und dem Dunst des Alkohols. Zusammen kroch diese Melange in seine Ohren, wo sein Trommelfell den Rhythmus des Krieges feierte. Mit Pauken und Trompeten riefen seine Ohren zur Schlacht und legten ihre Kampfkünste mit aller Kraft in den Steigbügel. Als Feld erkoren sie seine Nase aus, das verzweigte System aus Höhlen bot viel Raum für Finten, Listen und andere Tücken. Zur Verteidigung seines Hirns eilten beide seiner Augen herbei. Sie waren Meister im Umgang mit der Schwertlilie. Mutig schwangen sie die Stängel, stachen in die Melange, bis die blauen Blüten flogen, und scheiterten dennoch. Die Melange aus grässlicher Musik, beißendem Zigarettenqualm und fadem Alkohol stieg ihm zu Kopf.
    Nur registrierte Nutzer können diesen Inhalt sehen.


    Edit: Manchmal beschreibe ich den Ort auch gar nicht, ist mir gerade bei meiner aktuellen Kurzgeschichte aufgefallen. Die sind halt irgendwo. Es ist später in der Geschichte, die Szene ist gewechselt und Protagonist macht halt sein Ding. Mittlerweile weiß der Leser, wo der Protagonist ist, es gibt ja nur zwei Orte, an denen er sich aufhält. Ein bisschen Grips haben Leser dann auch.
    Ayo, my pen and paper cause a chain reaction
    to get your brain relaxin', the zany actin' maniac in action.
    A brainiac in fact, son, you mainly lack attraction.
    You look insanely whack when just a fraction of my tracks run.

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    • #3

      Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?

      Ich bin da ganz langweilig. Ich laufe mit Googlemaps die Straßen entlang oder schaue mir Fotos und Videos der jeweiligen Region an. (Bisher war ich noch nie auf Recherchereise, aber vielleicht zu ich es mal.) Ich würde mir auch gern hier https://wortkompass.de/forum/plauder...ch-eure-welten Inspiration holen, aaaaber bei auch in meinen zukunftsnahen Sci-Fi spielt die Geschichte auf der Erde und hat kaum Unbekanntes.

      Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?
      Ich schreibe aus der Sicht eines personalen Erzähles. Wenn die Figur stehen bleibt und plotrelevant die Landschaft genießt, so darf es der Leser durch dessen Augen auch tun. Wenn die tollste Landschaft für den Erzähler stinklangweiliger Alltag ist, wird diese als Alltag wahrgenommen.

      Z. B.: Ich wohn hinterm Flughafen. Da wird nachts nicht in den Sternhimmel, sondern sehnsüchtig den blinkenden Reiseflugzeugen hinterhergeguckt. Aber tagsüber wird nicht stehen geblieben oder gar bewusst wahrgenommen, dasss man an der großen Kreuzung mit dem Bus-Bahn-Übergang die Unterhaltung kurzzeitig unterbricht, weil es über einen rüberrauscht. Im Gegensatz zu den Leuten, die mitten beim Laufen (Unfallgefahr!) plötzlich stehen bleiben, um den Kopf nach oben zu reißen und den Mund auf. Oder noch toller: Die Menschen mit den Stativen und DSLR-Kameras und den fetten Objektiven.

      Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
      Indem ich den Leser durch die Figur die Szene erleben lasse.
      Die Umgebung ist ein Teil des Plots, nichts wo Erzähler/Leser stehen bleiben und für einen Moment aus der Geschichte raustreten.

      Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
      Aus obigen Grund eigentlich alles. Aber vor allem aktiv und zweckmäßig in die Handlung eingebunden; so kurz wie möglich und durch konkrete Wörter, die die Umgebung und Atmosphäre widerspiegeln – sowohl inhaltlich, als auch in Satz- und Wortebene.
      Die einzigen Menschen, die mich interessieren, sind die Verrückten,
      die verrückt leben, verrückt reden und alles auf einmal wollen,
      die nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern wie römische Lichter
      die ganze Nacht lang brennen, brennen, brennen.

      Jack Kerouac

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      • #4
        Landschaft und Architektur muss man können, das ist nicht mein Steckenpferd, deshalb bleibt es bei nur kurz angerissen.

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        • #5
          Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?
          Falls ich nicht von alleine ein Bild im Kopf habe, schau ich mir eine Bildersammlung an, die ich irgendwo gespeichert habe. Da finden sich allerlei Bilder nach Typus sortiert (Wald, Stadt, Brücke, Straße, ...)

          Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?
          Ich versuche erstmal, das Bild zu erfassen und in Worte zu kleiden, am Anfang gerne auch komplex und übertrieben. Bei der Überarbeitung kann ich dann rausstreichen, was kein Bild entstehen lässt, konzentriere mich also auf die wichtigen Details, die in der richtigen Reihenfolge stehen muss (Reihenfolge ist i.m.A. ein nicht zu unterschätzendes Thema bei Beschreibungen).

          Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
          Durch die Perspektivfigur, ich versuche, das Bild mit Stimmungen und individuellen Bewertungen anzureichern. Die Beschreibung ist für mich rund, wenn sie je nach POV variiert.

          Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
          Vergleiche sind die einfachsten, aber meines Erachtens sehr mächtig, da sie es erlauben ein Bild durch zwei Perspektiven zu betrachten (einmal was es tatsächlich ist, einmal woran es erinnert). "Er war groß wie eine Birke" vermittelt ein ganz anderes Bild als "Er war groß wie eine Eiche". "Wolken bedeckten den Himmel wie ein roter Fächer" klingt anders als "Wolken bedeckten den Himmel wie ein zusammengekauerter Riese".
          Sehr wichtig finde ich außerdem den Einsatz der weiteren Sinne, insbesondere Nase und Gehör, aber auch unser Sinn für Temperaturschwankungen (frisch, warm, eisig usw.).
          Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. - Franziska Alber

          So nah, so fern.

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          • Dodo
            Dodo kommentierte
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            Derzeit mach ich es ähnlich. Erst einmal raus mit der plumpen Info, hinterher kann man es zurechtstutzen ...

        • #6
          Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?
          Von meinen Reisen. Alte Fotos, Dias, Erinnerungen.

          Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
          Durch den Prota und ich muss aufpassen, das ich nicht in fachsimpelndes Gelaber abgleite und zu viele Termini reinhaue. Also, immer schön bei meinem Arzt bleiben, der das herabtropfende Wasser an einer Felswand bewundern darf.

          Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
          Optische Wahrnehmung eingebunden in ein Gefühl, was diese Landschaft/Architektur in meinem Prota bewirkt. Mit Vergleichen usw. spare ich eher, da die Landschaft/Architektur für sich selbst stehen soll. Ich glaube es ist recht pursitisch.
          Freude ist nur ein Mangel an Informationen.

          Kontakt: administrator@wortkompass.de

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          • weltatlas
            weltatlas kommentierte
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            Wie wo was? Wer die das? Wieso weshalb warum ... wer nicht fragt ... didum.

          • Dodo
            Dodo kommentierte
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            Tubbyland.

          • weltatlas
            weltatlas kommentierte
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            Stimmt. Fast verdrängt, das lässt aber auch die Nervenenden pulsieren.

        • #7
          Oh Gott, das ist so ne Sache, weil jeder Leser erfahrungsgemäß da ganz unterschiedliche Vorlieben hat: "Mona, bitte beschreibe noch mehr die Umgebung!" vs. "Mona, bitte beschreib nicht so viel Umgebung!" Ich versuch dann halt, v.a. auch dort zu beschreiben, wo es tatsächlich um plotrelevante Atmosphäre geht.

          Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?
          Auf Reisen, in Träumen, selten von Malereien (im Wohnzimmer hängt mein inspirierendes Lieblingsbild) und was Innenarchitektur bw.Häuser angeht, experimentiere ich ab und zu ganz gern mal mit SweetHome3D oder anderen ähnlichen Programmen rum

          Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?
          So, wie es mMn zur Atmosphäre passt und wenn ich denke, dass es für den Leser relevant sein könnte, wie sich Visuelles auf die Atmosphäre auswirkt. Manchmal werde ich da sehr konkret, manchmal auf detailliert, manchmal bleibe ich schemenhaft. Meistens schreibe ich personal, manchmal erlaube ich mir einen kurzen auktorialen Stil, wie es ja durchaus auch nicht unüblich ist.

          Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
          Im Moment meistens personal, manchmal auktorial, je nachdem, welche Atmosphäre ich wann vermitteln möchte.

          Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
          Ich verwende Details von Beschreibungen schon auch ganz gern mal als Metapher für irgend etwas. Zum Beispiel, was Pflanzensymbolik angeht. Wenn man da drüberliest, ist das auch kein Problem. Wenn man tatsächlich die Symbolik erkennt, ist es cool. Ansonsten schreibe ich vor alem auch gern über Gerüche, weil sie angeblich die intensivsten Gefühle hervorrufen, und ich es immer schade finde, wenn in Romanen Gerüche häufig so unerwähnt bleiben.
          "Lasst uns ohne Vorurteil urteilen." (Kant)

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          • #8
            Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?
            Ganz viel auf Reisen, aber wenn ich etwas Konkretes brauche, dann bemühe ich da auch viel GoogleMaps und Satellitenbilder und sowieso die Bildersuche bei Google. Und ich kann Stunden auf DeviantArt verbringen.

            Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?
            Da schließe ich ganz banal die Augen, stelle mir vor, ich stehe an der Stelle des Chars, und beschreibe dann seine Sinneseindrücke. Da kommt dann ein zweiseitiger Text raus, und der wird auf einen Halbsatz gekürzt...

            Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
            Meist personal aus der Sicht der Perspektivfigur, d.h. ich versuche auch Wissen und Wertung der Figur mit einfließen zu lassen.

            Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
            Manchmal packt es mich und ich verstecke kleine Metaphern drin, aber das ist eher selten. Vergleiche gehen immer, sind aber deshalb auch oft langweilig und ausgelutscht. Außerdem erlaube ich bei Umgebungsbeschreibungen mehr Adjektive als anderswo im Text.
            Was ich oft versuche, ist die innere Gefühlswelt durch die Beschreibung der Umgebung zu spiegeln. (Hoffentlich auf höherem Niveau als "Sie war traurig und sah zum Fenster hinaus. Draußen regnete es.") Ich mag es gerne, wenn ein vertrauter Ort eingeführt ist, und je nach Stimmung wird er von der Perspektivfigur anders empfunden. Das kleine Schlafzimmer kann mal seine Schutzhöhle sein, und mal als beengendes Gefängnis wahrgenommen werden.
            Steel for humans, silver for monsters, gold for the witcher.

            Kommentar


            • In-Genius
              In-Genius kommentierte
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              Zwei Seiten auf einen Halbsatz runterkürzen … Klingt umständlich, aber wenn es funktioniert

            • Alys II.
              Alys II. kommentierte
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              Ich hab' nie behauptet, beim Schreiben effizient zu arbeiten...

          • #9
            Wie das Haus, die Wohnung oder so was aussieht, habe ich relativ schnell im Kopf. Bei Landschaften sieht das natürlich anders aus, und wenn die Wohngegend, die ich mir vorstelle, in der Umgebung untypisch ist, ist es für mich halt blöd, aber dann muss ich mich dank Google-Bilder, Pinterest und Co. umstellen (ein schwerer und langwieriger Prozess ).

            Aber zu beschreiben, wie es nun dort aussieht oder gar eine Atmosphäre heraufzubeschwören, fällt mir unheimlich schwer. Ich kann nicht mal sagen, ob mir das letztendlich überhaupt gelingt. Zumindest habe ich immer das Gefühl, dass es nicht genug ist und dass ich mehr beschreiben sollte. Dass auch genau das der Grund ist, warum meine ersten Entwürfe immer so kurz sind. Andererseits: kein Mensch will jeden Grashalm mit Namen kennen. Vielen ist es heutzutage schon zu anstrengend, zwei Sätze zur Umgebung zu lesen, wenn die nicht gerade zufällig in die Luft fliegt (wobei ich fast glaube, das ist eher bei Lesern der Fall, die überwiegend im SP-Bereich lesen).

            Gute Umgebungsbeschreibung ist für mich tatsächlich das Schwierigste am ganzen Schreibprozess.

            Kommentar


            • Alys II.
              Alys II. kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Das interessiert mich jetzt. Woher kommt Dein Verdacht, SP-Leser hätten weniger Geduld mit Ambiente-Beschreibungen?

            • Amilyn
              Amilyn kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Alys II. Weil es bei Verlagsbüchern mehr und ausschweifender gemacht wird. Ich glaube, dass Leser, die hauptsächlich SP-Romane lesen (die oft, gerade im Liebesroman-Bereich, sehr kurz sind), es dann einfach nicht mehr gewohnt sind. Viele SP-Bücher sind ja z.B. bei Kindle-Unlimited zu haben, und das lohnt sich meiner Meinung nach nur, wenn man um die 10 Bücher im Monat liest. Die können dann einfach nicht so lang sein und vielleicht auch mal einen beschreibungsbedingten Hänger haben.

          • #10
            Da ich versuche so realistisch wie möglich zu bleiben, sehe ich keine Notwendigkeit, Landschaften komplett zu erfinden. Ich lasse mich von diesen inspirieren, ändere sie wenn es notwendig ist etwas um. Ich suche auch nicht wirklich Landschaftsbilder aus dem Internet. Die Ideen, bestimmte Landschaften in meine Geschichten einzubauen, kommen mir während Wanderungen oder Reisen. Als ich vor einem halben Jahr Monaco kurz besucht habe, schoss mir nicht nur die Idee, diese Bucht mit der Stadt, die allmählich mit den Hügeln mitansteigt, ins Mittelalter zu versetzen und sie zu verwenden, sondern auch etwas Weiterführendes, sozusagen eine zukünftige Handlung, in den Kopf.

            Was ich aber erwähnen sollte ist, dass ich diese Vorgehensweise nur bei "Zielen" meiner Hauptfigur verwende. Die Heimat des Protagonisten ähnelt eigentlich immer meiner Heimat: ein ruhiges, abgeschiedenes Tal, umgeben von hohen Bergen mit klaren Seen und dichten Fichten-, Zirben- und/oder Tannenwäldern.

            Ich lasse mich auch von Dichtungen inspirieren. Meiner Meinung nach geht es nicht um die Landschaft, wie sie wirklich ist, sondern wie mein Charakter sie empfindet.
            Ich hab hier zwei Beispiele:


            Dort wo im Firnenglanz die reinen Berge steh'n,
            Der Gipfel Sonnenpracht sich malt in dunk'len Seen,
            Wo in Schluchten wild ein ew'ger Donner grollt,
            In Tälern friedensreich die klare Woge rollt.
            [...]

            aus: "Oh du mein Österreich", Ausschnitt des Textes zu diesem Marsch
            Nur registrierte Nutzer können diesen Inhalt sehen.


            Und:


            Wo der Mais und Haid'n herbstlich duftend blüh'n,
            Und des Obstes Füll' so lachend keimt;
            Wo im Unterland süße Trauben glüh'n,
            Deren edles Blut wie Perlen schäumt.

            Ausschnitt der Weise, aus der sich die Steirische Landeshymne entwickelte
            Nur registrierte Nutzer können diesen Inhalt sehen.


            Ich glaube man sieht, dass sich vor allem Hymnen u.ä. gut dafür eignen. Jedenfalls versuche ich das Bild, das hier im Kopf entsteht, so gut wie möglich zu Papier zu bringen und vor allem die entstandenen Empfindungen zu beschreiben.
            Dann wird diese Landschaftsbeschreibung lebendig. Sie hört auf, eine simple Beschreibung zu sein und beginnt zu leben.

            Lg Alvias
            Man sagt, dass ein Buch Einblick in das Innerste des Autors gibt ... wenn das stimmt, möchte ich mit mir nichts mehr zu tun haben.

            Kommentar


            • #11
              Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?
              Viel habe ich im Kopf, ansonsten sind es Bilder oder Filme, die mich inspirieren. Lustigerweise suche ich da selten aktiv danach, wenn ich es brauche, sondern es sind Sachen, die ich irgendwann mal gesehen habe und die ich nur neu in Erinnerung rufe. Leider fällt mir dann nicht immer ein, wo ich etwas her hatte

              Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?
              Ich versuche gezielt Details rauszugreifen, bei denen der Leser dann hoffentlich die Lücken selber schließt und so ein Gesamtbild entsteht. Ich bin einfach kein Fan von langen Beschreibungen, vor allem wenn sie 0815 sind. Dafür brauche ich aber sicher dreimal so lange, da es mich erstaunlich viel Zeit kostet, die richtigen Details zu finden.

              Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
              In dem ich Details auswähle, die diese Stimmung rüberbringen. Personen sehen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Dinge. Der eine liebt den Sonnenschein auf der Haut, der nächste denkt an den potentiellen Sonnenbrand und der dritte sieht nur die verwelkten Pflanzen, die mal wieder einen Regen nötig hätten.

              Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
              Wie ich oben schon schrieb: Lieber einige aussagekräftige Details als eine lange Beschreibung. Das ganze am besten dann noch aus den Augen des Protas, denn jeder sieht die Welt anders
              »Elezeis Blut schien in Aufruhr zu sein und brannte unerwartet kalt durch ihren Körper. Es war ein Gefühl, das nach Zerstörung dürstete.« – Blutgesang

              Kommentar


              • Dodo
                Dodo kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Das Auswählen der Details finde ich einen spannenden Prozess.

                Derzeit schreibe ich einfach alles an Ortsbeschreibung runter, aber mir graut es davor, es bei der Überarbeitung zu kürzen und mit Leben zu füllen. Wann wählst Du die Details aus? Darf schon beim ersten Entwurf nicht mehr aus der Feder?

              • Julestrel
                Julestrel kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Dodo mein erster Entwurf und teilweise auch die erste Überarbeitung haben sehr, sehr wenige Beschreibungen Das sind meist nur die paar Kleinigkeiten, die mir spontan eingefallen sind. Die Details kommen bei mir also erst relativ spät. Vielleicht auch, weil ich dann besser Gefühl für Szene und Welt habe und so erst die richtigen Dinge finde.

            • #12
              Da ich Ortsbeschreibungen liebe und zumindest für mich beim Schreiben brauche... gebe ich auch mal meinen Senf dazu.

              Wie und wo holt Ihr Euch Inspiration für Landschaften oder Stadtarchitekturen?
              Bilder. Da ich selbst furchtbar schlecht darin bin, vor meinem geistigen Auge auch nur ein Bild mehr als 10 Sekunden konstant zu halten, verlasse ich mich auf Zeichnungen und Fotos. Vor allem finde ich diese auf Deviantart, da ich dort einigen Künstlern folge, die wunderschöne Landschaftsbilder malen oder auch fotografieren. Aber ich lasse mich auch von Videospielen inspirieren, die auch oftmals sehr schöne Landschaften und Städte haben. So sind für mein aktuelles Projekt Bloodborne als auch World of Warcraft (Gebiete: Drustvar und Suramar) gerne Vorlage.

              Wie setzt Ihr das Bild vor Eurem inneren Auge um?
              Da mein Kopfkino sehr gerne Karussell fährt, konzentriere ich mich auf die wichtigsten Aspekte. Was macht den Ort aus, was fühle ich dabei und was bleibt dauerhaft konstant? Was ist für die Handlung wichtig?

              Wie vermittelt Ihr dem Leser die Stimmung und Atmosphäre, die Euch vorschwebt?
              Mit schwülstigen Beschreibungen. Gut, nicht ganz so übertrieben, sondern tatsächlich beschreibe ich einmal einen Ort ganz genau, an dem mehrere Handlungen spielen, damit man für die Dauer und folgende Szenen immer ein gutes Bild hat. Ich nutze Ortsbeschreibungen auch immer sehr gern für Subtext und Worldbuilding. Ich versuche mich immer auf Begriffe zu beschränken, die zur Stimmung des Romans passen, was meist düstere Begriffe sind. Und ich beschreibe immer so, dass mehrere Sinne angesprochen werden. Meist zeige ich auf, was man sieht, hört und riecht. Ab und zu auch fühlen und sehr selten schmecken. Ich habe aber immer das Gefühl, sobald der Geschmackssinn angesprochen wird, werden bestimmte Situationen etwas prägnanter, weswegen ich ihn selten anspreche, um das rar zu sähen und Besonderheiten hervorzuheben.

              Welche Stilmittel setzt Ihr ein?
              Vergleiche als auch Show Don't Tell. Am liebsten nutze ich aber Personifikationen. Ich gebe der "leblosen" Umgebung gerne einen Willen, Handlung und weiteres. Ich habe dadurch selbst das Gefühl, dass der Ort lebt und sich entwickelt. Bei mir geht die Sonne selten unter, sondern verliert einen Kampf gegen die Nacht, Häuser sind nicht groß und Türme nicht spitz, sondern sie wollen den Himmel aufstechen und so weiter. Je nach dem, was zur Stimmung passt. Dadurch lässt man auch gerne das Hilfsverb "sein" weg, was am Ende (hoffentlich) besser klingt. Allgemein beschreibe ich lieber Bewegungen als Stillstand.

              Kommentar


              • Julestrel
                Julestrel kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Hihi, noch jemand, der sich an Suramar orientiert

              • Kunstmelodie
                Kunstmelodie kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                also deine letzten Beschreibungen habe ich so noch nie gelesen, aber das klingt ja total interessant!

              • Arynah
                Arynah kommentierte
                Kommentar bearbeiten


                Julestrel Beste Vorlage! Neben old Nagrand und dem Schattenmondtal
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